Haunted Hotel – Season 2 (Serienkritik)

Wie es aussieht, kann Katherine (Eliza Coupe) das Hotel tatsächlich in Schuss halten und die Geister unter Kontrolle. Zumindest so weit, dass die wenigsten Gäste ein Problem bekommen und immer seltener verschwinden Personen in den Gängen und Räumen.

Im Gegenteil: Man findet sogar eine Person, die lange Zeit auf dem Dachboden gehaust hat, auf den Namen Shayna (Natalie Morales) hört und irgendwie durch ihre Anwesenheit einen Fluch verhindert. Oder so.

Aber die muss raus, denn Katherine will ein seriöses Hotel führen – und dazu entschließt sie sich, eine Aushilfe einzustellen. Denn es ist eine Sache die Geister bei Laune und von den Gästen fernzuhalten, aber irgendjemand muss ja auch die Zimmer putzen und so weiter.

Aber wie geht man das an?

Ich war positiv überrascht, als ich entdeckt habe, dass Netflix tatsächlich eine zweite Staffel von „Haunted Hotel“ produziert hat. Dieses Mal sind es acht Folgen mit je knapp 30 Minuten an Irrsinn und Schrägheit geworden. Und die hohen Höhen sind wieder richtig gut geworden, aber auch die Tiefs – bzw. in diesem Fall die „Durchschnitts“ sind wieder mit dabei.

Die Staffel fängt schon mal super an – denn ein seltsamer Schleim erscheint überall im Hotel und wie sich herausstellt, gibt es einen dunklen Gott (der stark an die Großen Alten von Lovecraft erinnert), der erwachen möchte und durch den Schleim Menschen übernimmt. Erinnerungen an „Ghostbusters II“ irgendwer? Eben.

Was ich wirklich cool finde, ist, dass sich die Macher:innen der Serie einfach trauen ihre Ideen in einzelne Folgen zu gießen und dann wirklich alles reinzupacken. Andere würden vermutlich der Versuchung erliegen, einen übergeordneten Handlungsbogen zu ziehen und so manche Teile der Geschichten in die Länge zu ziehen – hier passiert das nicht. Jede Folge ist in sich geschlossen, kompakt und mit einem Ende (eine kleine Ausnahme gibt es). Finde ich super.

Und das funktioniert ausgesprochen gut. Gerade die zweite Hälfte der Staffel zieht meines Erachtens den Anarchie-Faktor und den Irrsinn nochmals gewaltig an. Und dieses Mal kommen auch die Emotionen nicht zu kurz. Nachdem die ersten drei Episoden gute Unterhaltung bieten, ist dann Episode 4 emotional ein Höhepunkt, als Nathan eine Geisterfrau kennenlernt und sich verliebt. Eine wundervolle, schöne (und lustige) Folge.

Danach geht die Post ab, weil Esther ihren Körper verliert (mit ein paar grandiosen Momenten von Shayna) und ihn nicht mehr finden kann. Dann kommt ein Mann, der stark an Nicolas Cage erinnert und eine Mischung aus Constantin und den Jungs von Supernatural darstellt ins Hotel, weil er hier die Welt retten muss. Was hier abgeht, ist einfach grandioser Hammer. Danach findet Katherine Hilfe durch einen Dämon namens „Concierge“, der ihr viele helfende Hände bietet, aber auch einen hohen Preis verlangt. Und am Ende – da wird es nochmals emotional und bedrohlich.

Der Tiefpunkt der Serie ist für mich klar die Folge, in welcher Ben ein Dinner zu Ehren seine Geisterfreundin gibt. Die ist okay, hat mich aber nicht so richtig abgeholt. Immerhin sind ein paar der Nebenhandlungen ganz amüsant und schlecht per se ist die Folge auch nicht. Sie fällt meines Erachtens im Vergleich zu den anderen Folgen halt einfach ein wenig ab.

Alles in allem kann ich nur sagen: Staffel 2: Geglückt. Die Zeit vergeht wie im Flug, die Figuren werden ernst genommen, die Witze funktionieren, die Spannung ist da und alle bekommen ihren Moment im Rampenlicht. Naturgemäß ist es wieder Abbadon, der vielen die Show stiehlt, aber dieses Mal bekommt er keine eigene Folge, sondern ist halt immer „nur dabei“. Soll sein. Passt auch. Dafür hat er wirklich ein paar sehr großartige Momente.

Wer also mit der ersten Staffel seinen/ihren Spaß hatte, darf sich hier willkommen fühlen und auch wenn jetzt nichts grundlegend Neues versucht wird – auch wenn manche Erzählstruktur, wie in der letzten Folge zum Beispiel, sich neu anfühlt -, so ist hier genug Abenteuer mit den Figuren, dass man gerne mit an Bord ist und dabei zusieht, wie alles einen wohlverdienten Lauf nimmt.

Von mir aus kann Staffel 3 gerne kommen.

„Haunted Hotel – Season 2“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, absolut gelungen fortgesetzte und sogar emotional berührende, Punkte.


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