Jenny (Haley Leary) und Lucas (Chris Mayers) ziehen gemeinsam in ein Haus in der Vorstadt. Hier gibt es viele Regeln, was die örtliche Genossenschaft betrifft. Heute sind sie aber zunächst mal zu einer Party eingeladen.
Die findet jedes Jahr statt und ist etwas ganz Besonderes. Einmal im Jahr öffnet sich nämlich ein Loch im Boden und daraus kommen verschiedenste Kreaturen, die sämtliche Menschen dieser Gemeinde, verschlingen wollen…

Nach ein paar Kurzfilmen drehte er „The Murder Podcast“ und nun inszeniert er als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent seinen zweiten Spielfilm. Dabei bleibt er seiner straffen Erzählweise treu, denn bereits nach 75 Minuten läuft bei William Bagleys neuem Film bereits der Schlussspann.
Auf deutsch bedeutet der Titel ja „die Stellung halten“ und genau darum geht es hier auch. Zum Finale hin aufgebaut wie ein Tower-Defense Videospiel, kommen hier immer stärkere Wellen von Monstern, die die Nachbarn zusammen im Schach halten müssen. Was da vorkommt hat dann diesen „ein großes Kind schöpft aus seiner Biografie“ Charakter.
Bagley ist eindeutig ein Fan der Materie, hat aber gleichzeitig kaum ein Budget zur Verfügung. Deshalb gibt es entweder witzige handgemachte Effekte oder trashigen CGI zu bewundern. Ob Hexen, von Geistern Besessene, ein Werwolf oder Kamikaze-Fledermäuse, gruselig ist das nur auf einem „mit der Geisterbahn fahren“ Niveau, aber es ist fast durchgehend witzig.
Besonders auch weil die Bürokratie von US-amerikanischen Eigentümergemeinschaften mit all den bewachten Wohnsiedlungen, der Kern der eigentlichen Satire sind. Den Rest erledigen die doofen Oneliner und die Darsteller, die entweder gut schräg spielen, oder nicht wirklich schauspielen können.
Autor und Comedian Julian Smith als Jerry ist das eindeutige Highlight hier. Einerseits ist er klar den Zwängen und Regeln der Gemeinschaft unterworfen, dann aber wiederum ist auch der, der das meiste Wissen im Töten von Monstern besitzt. Er geht dir auf die Nerven und dennoch willst du ihn um dich haben.
Dies lässt Chris Mayers (We´re so Dead) als eigentliche Hauptfigur Lucas, um so anstrengender erscheinen. Er soll sich ja vom Weichei zum Helden wandeln, aber er ist so feige und wegen ihm sterben auch Menschen, ich konnte mich wirklich nicht mit ihm anfreunden. Was ergibt das nun in Summe, weil man ja die kleinen Leute gerne unterstützt?
Das hier ist Trash der teilweise wie der Amateur-Film eines Fans wirkt. In Kombination mit der Grundstimmung, dem humorigen Unterton und der knackigen Länge ergibt das einen kurzweiligen Partyfilm, bei dem man beim Betrachten entweder am Besten nicht ganz nüchtern ist, oder es sich um den dritten Film eines Halloween-Filmmarathons handelt, wo du nebenbei mit Freunden kommentieren kannst.
„Hold The Fort“ bekommt von mir 5/10 das Böse, das in die Welt strömt, immer nur temporär stoppen könnende Empfehlungspunkte.


