Margot (Barbie Ferreira) arbeitet als Moderatorin für eine TikTok ähnliche Plattform namens Kino. Dabei ist sie zuständig dafür, Videos mit gewalttätigen oder anstößigen Inhalten, zu entfernen. Als sie über sehr realistische Videos von Exekutionen stolpert, holt sie eine zweite Meinung dazu ein.
Sie wird jedoch nicht ernst genommen und beginnt daher selbst mit Nachforschungen. Das wiederum bringt sie auf das Radar von Arthur Spevak (Dacre Montgomery), der hinter den Videos steckt und ständig auf der Suche nach neuen Protagonisten ist…

Der als Dokumentation aufgezogene Faces of Death Film aus dem Jahr 1978, mit seinen Übergängen von Bildmaterial von echten Toden und nachgestellten Szenen, ist mittlerweile bei Fans Kult und hat zahlreiche Fortsetzungen nach sich gezogen. 2026 wagt sich Regisseur und Drehbuchautor Daniel Goldhaber (How to Blow Up a Pipeline) nun an eine Neuinterpretation.
Dabei möchte der Film subversiv sein und will uns als Gesellschaft einen Spiegel vorhalten (keine Sorge, ohne echt erhobenen Zeigefinger), jedoch wurde er irgendwie ein Opfer der eigenen Prämisse. Ich kenne nämlich Niemanden, der diesen Film auf dem Radar hat und was damals geschockt hat, funktioniert heute freilich in keiner Weise mehr.
Die Realität bedeutet dann ein Einspiel von 3 Millionen Dollar bei Kosten von 7,4 Millionen. Richtig, das alles sagt jetzt noch nichts über die Qualität aus, denn einige Dinge, funktionieren hier recht gut. Da wäre zunächst mal eine Frage zu stellen: Weshalb sind Leid und Gewalt so faszinierend? Warum filmen Menschen bei Unfällen und stellen dies ins Internet, statt zu helfen?
Das ist das Hauptproblem von Hauptfigur Margot, sie kommt aus der Welt der Klicks und nun wacht sie darüber. Wie aber moderiert man richtig? Warum sie hier persönlich reagiert, ist von der Story her klar, aber wartet nur auf die finale Szene, was sie erreichen will und was passiert, „but that´s the internet for you, baby!“
Als Kontrast zu der modernen Welt des Internets und wohl als Hommage gedacht, ist die Atmosphäre was Gebäude (Nebel und Dunkelheit) und die Musik betrifft, aufgezogen wie bei einem Slasher der 80er Jahre. Das plus ein Charakter, der noch immer VHS sammelt, verleihen dem Ganzen einen einnehmenden Retro-Charme.
Richtig fesseln kann dabei die Performance von Dacre Montgomery (den viele wohl als Billy aus Stranger Things kennen, ich aus Power Rangers) als Arthur. Genau diese Mischung aus abstossend und faszinierend zu beobachten (ja, Voyeure sind wir wohl alle hin und wieder) macht seinen Killer zu einem würdigen Schurken. Wie er spricht, seine Ticks, sein Anspruch dahinter, ein langweiliger Antagonist, sieht anders aus.
Barbie Ferreira (Euphoria) im Gegenzug als Margot, finde ich durchgehend unsympathisch. Ihre road to redemption wirkt für mich einfach zu selbstgerecht und als Figur mit Moral in einer Welt, wo nur die Klicks zählen, das kauf ich ihr so nicht ab. Das liegt aber eher am Drehbuch, als an der Performance, könnte aber auch ein genialer Schachzug des Regisseurs sein, damit man als Zuschauer eher auf der Seite des Killers ist und wir so selbst Teil des Problems werden.
In Summe auf jeden Fall ein Film, der dir wieder mal ganz klar zeigt, dass die Suche nach Ruhm im Internet, so gut wie immer auf Kosten der eigenen Menschlichkeit stattfindet. Wer die Retro-Vibes schätzt und sich an Montgomerys Performance erfreuen möchte, der wird hiermit sicherlich seine Freude haben. Kein großer Wurf, aber durchaus besser, als ich auf Grund der völligen Stille rund um diesen Film, gedacht hätte.
„Faces of Death“ bekommt von mir 6,5/10 die Masken des Alltags ablegende Empfehlungspunkte.



