Best Of Worst Case: „Nightmare Shark“ oder „Curse Of The Dream Witch“ (Filmkritik)

Novak (Tony Amendola) ist Wissenschaftler. Und er forscht nach der Ursache von Albträumen. Deshalb lädt er ein paar traumatisierte Menschen zu sich in sein Landhaus, um dort ein Experiment durchzuführen. Dazu gehört unter anderem Jolene (Lulu Jovovich), die einen Haiattacke in einem Trailer Park überlebt hat. Oder auch Gina (Rachele Brooke Smith), die eine Konfrontation mit einem radioaktiv verseuchten Hai überstanden hat.

Was alle eint: Sie haben Albträume, in denen sie verfolgt werden. Und Dinge aus diesen Träumen scheinen sich nach und nach in der realen Welt zu manifestieren. Sogar so stark, dass Verletzungen, die sie im Traum erleiden, auch in der echten Welt vorzufinden sind.

Hier geht etwas ganz klar nicht mit richtigen Dingen zu …

Der Grund dafür, dass die Bedrohung in den Träumen in der Inhaltsangabe nicht genannt wird, hat nichts mit Spoilern zu tun. Sondern damit, dass es darauf ankommt, welchen Film ihr euch anseht. itn distribution hat hier nämlich etwas ziemlich Schräges gemacht und das kenne selbst ich, als geneigter Trashfan, noch von keinem anderen Produktions/Vertriebsstudio. Es kommt ja immer wieder vor, dass manche Filme unter neuem Namen veröffentlicht werden – meist Jahre nach deren Erscheinen. Dass es aber wirklich zwei Filme gibt, mit tatsächlich(!) unterschiedlichen Inhalten.

Ganz konkret ist es so, dass die Spezialeffekte geändert/angepasst wurden. Alles andere ist absolut gleich. In der Version von „Nightmare Shark“ werden die Personen in ihren Träumen von einem Hai verfolgt. Was passt, denn es sind ja die Überlebenden von Hai-Attacken (wenn auch sehr trashigen Hai-Attacken) und, nämlich ganz konkret aus den Filmen „Atomic Shark“ und „Trailer Park Shark“. Die Idee fand ich richtig cool – ein Film, der ein paar der anderen (vielen, vielen) Hai-Filme mit einem coolen Aufhänger zusammenbringt. Finde ich wirklich gut.

Passend auch, dass Griff Furst, der Mann hinter „Ghost Shark“ oder „Trailer Park Shark“ hier auch das Drehbuch geschrieben und Regie geführt hat. Gemeinsam mit Nathan Furst, der hier quasi sein Regiedebüt gibt, um seine Chance, danach in „A Breed Apart“ gleich wieder zu vergeigen. Aber das nur am Rande.

Denn der wirklich spannende Teil: In „Curse Of The Dream Witch“ ist es kein Hai, sondern eine Art Geisterhexe, welche die Truppe in ihren Träumen verfolgt. Keine Spur von einem Hai. Ich meine – das ist völlig irre. Weil es einerseits wenig Sinn ergibt und andererseits auch genau gar keinen Grund gibt, das zu tun. Die Story – Überlebende von schrägen Hai-Attacken, werden in ihre Träume verfolgt – mit einer Traumhexe zu kombinieren? Wie passt das zusammen? Zumal eine der Figuren im Film sogar Akten über die Probanden der Studie findet – und in allen wird auf die Haiattacken verwiesen. Völlig schräg.

Dann noch die Traumsequenzen – die haben allesamt, ausnahmslos, mit Wasser zu tun. Eine der „Heldinnen“ taucht sogar unters Wasser, um sich der Bedrohung zu stellen. In einer Version dem Hai – was ja passt. In der anderen der Traumhexe. Warum auch immer die unter Wasser ist. Richtig, richtig schräg.

Der Film selbst hätte gute Ansätze (mit coolen praktischen, aber schlechten CGI-Effekten) und ein paar interessante Szenen zu bieten. Es wäre also an sich kein schlechter Film. Oder zumindest nicht schlechter als andere Durchschnittshorrorfilme. Auch schauspielerisch ist das alles wirklich in Ordnung. Ich meine, Caroline Cole hat es zum Beispiel sogar in „Antebellum“ geschafft oder in „Der Gesang der Flusskrebse„. Respekt.

Allerdings scheint man dann nach einer knappen Stunde aufzugeben. Der Knackpunkt sind die üblichen unpackbar dummen Entscheidungen – von Regie als auch von den Figuren. Da kommt der Bösewicht nach Hause, man (und frau) flieht und findet Waffen in einer Hütte. Was passiert dann? Sie machen im Garten, der knappe 100 Meter vom Haus weg ist, ein Lagerfeuer, setzen sich mit dem Rücken zum Haus zu diesem hin und besprechen ihre Lage.

Ich mein das ernst. Die machen das so. Das ist genau so im Film. Was man als Überlebende/Flüchtende halt so macht, wenn man (oder frau) gerade aus einem Albtraum entkommen ist, bei dem sogar enge Freunde gestorben sind. Schön in Sichtweite des Bösewichts – achja, habe ich vergessen: natürlich setzen sie sich in der Nacht! zu diesem Lagerfeuer – hinsetzen, mit dem Rücken zur potenziellen Bedrohung. Na dann.

So läuft das nämlich. Ich meine, es spielt keine große Rolle, der Film hat eh schon längst vorher verloren, aber das ist dann der Moment, in dem man bemerkt, dass das auch die Regisseure gewusst und dann einfach drauf gepfiffen haben. Schade ist das vor allem für Tony Amendola, der hier wirklich cool spielt. Schade, schade.

Also einerseits Kudos an itn distribution, die das wirklich durchgezogen haben. Aus welchen Gründen auch immer. Und andererseits: Schade, dass der Film (in keiner Version) bis zum Ende durchhält.

Oh – und bei so einem Thema dürfen natürlich (viele) visuelle Verbeugungen vor „Nightmare On Elm Street“ auch nicht fehlen. Bett. Schweben. Badewanne. Ihr nennt es, ihr seht es.

„Nightmare Shark“ oder „Curse Of The Dream Witch“ bekommt von mir 5 von 10 möglichen, eine Zeit lang vom CGI abgesehen, wirklich gelungene, Punkte.

Damit ihr’s glaubt: Trailer zu NIGHTMARE SHARK

Trailer zu CURSE OF THE DREAM WITCH


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