Crawlers (2026 Filmkritik)

In einem Wohnblock kommt ein Mann von einem Ausflug in unentdeckte Gegenden zurück. Er wurde scheinbar dabei von etwas gebissen und fühlt sich unwohl. Kurze Zeit später, liegt er plötzlich tot in seinem Apartment, wo er von der Managerin Serena (Matilda Lutz) gefunden wird.

Das Gebäude wird daraufhin von den Behörden zunächst unter Quarantäne gestellt, keiner darf rein oder raus. Das ist dumm für alle Bewohner des Hauses, denn der Mann ist nicht an einem Virus gestorben, sondern durch den Biss einer sehr speziellen, extrem aggressiven Spinnenart…

Creature Features rund um Haie, sind im Jahr 2026, ja wieder hoch im Kurs. Wenn man sich aber wie ich Spideragent nennt, zwar Fan von Spiderman ist, aber bei größeren Spinnen im echten Leben einen „natürlichen“ Ekel verspürt, gibt es da noch andere Tiere, die man filmtechnisch, gerne öfters sehen würde. Zu meiner Verwunderung, habe ich zum Halloween-Finale 2026, nun gleich mehrere aktuelle Filme entdeckt, in denen Spinnen die Hauptrolle spielen.

Der auch als „Arachnid“ bekannte Film Crawlers wurde inszeniert vom spanischen Regisseur Ángel Gómez Hernández und es handelt sich dabei um sein englischsprachiges Filmdebüt. Das offensichtliche Ziel war es wohl einen B-Movie zu schaffen, der in Summe einfach Spaß macht. Was mich dabei überrascht hat und diese Produktion von anderen mit Spinnen als Antagonisten unterscheidet, ist wie stark hier auf Body-Horror gesetzt wird.

Das passt für mich perfekt zu dem bereits erwähnten Ekelfaktor, denn diese Spinnen gehen dir wörtlich unter die Haut (und platzen auch aus einem Auge wieder heraus, wenn sie gerade lustig sind). Die Spinnen selbst sehen dabei größtenteils richtig gut aus und wenn das CGI mal klar erkennbar ist, dann nie so sehr, dass es dich aus dem Geschehen wirft. Die Maske leistet bei von den Tierchen verunstalteten Opfern ganze Arbeit, denn die sehen aus wie verweste Zombies.

Zusätzlich zur Optik tragen die Soundeffekte dazu bei, dass man sich hier immer etwas unwohl fühlt. Es gibt ja hier eine Spinne, die die anderen anführt und wie die miteinander kommunizieren, das ist unheimlich und auch direkt bedrohlich. Szenen wo eines der Tierchen einer Schlafenden in den Mund klettern will, in einem Chips-Sackerl lauert, in den Hausschuhen wartet oder sich in einer Kaffeetasse versteckt, verfehlen dabei ihre Wirkung nicht.

Was neben dem lauten Sound und den Neon-Farben zusätzlich einen Over the Top Charakter erzeugt sind Szenen, die man einfach feiern muss. Wie etwa wenn Hauptfigur Serena sich von der im Haus wohnenden Domina das Ganzkörper-Latexkostüm ausborgt, weil die Spinnen da nicht durchbeißen können. Serena wird ja gespielt von Matilda Lutz, die ich in Revenge und Zone 414 richtig gut fand und das schlimme Red Sonja Remake, offenbar gut überstanden hat.

Als Serena ist sie extrem natürlich und weil fast alle anderen Leute ihr hier das Gefühl geben, dass sie nichts richtig macht und sie die Einstellung hat „Music will save You“ kann man gar nicht anders, als auf ihrer Seite zu sein. Dem Großteil des restlichen Casts wünscht man aber auf Grund ihres Verhaltens baldige Rendezvous mit ein paar achtbeinigen Tierchen. Melina Matthews (The Beloved) als Lady Lash, die ist jedoch cool, eine Domina mit Humor und dem Herz am rechten Fleck, die kann man wie Serena einfach nur mögen.

Ergibt in Summe keinen klugen Film aber dafür einen, der weit von Trash entfernt ist und auf Genre-Produktionen mit Spinnen bezogen, wohl zum Besten gehört, was ich jemals gesehen habe. Unangenehm, witzig, lässig, mit einigen Momenten, die dir durchaus im Gedächtnis bleiben funktioniert der Film sicherlich am Besten, wenn du ihn mit ein paar Freunden zusammen ansiehst, vielleicht ja sogar, bei einer Halloween-Party.

P.S.: Das Gefühl der Machtlosigkeit, wenn die Regierung hier bestimmt, dass die Hausbewohner eingesperrt sein müssen bis die Sache geklärt wird, erinnert an eine gewisse Pandemie und liefert somit eine weitere, ebenfalls gruselige Ebene.

„Crawlers“ bekommt von mir 7,5/10 diesen einen Moment am schlimmsten Tag ihres Lebens auskostende Empfehlungspunkte.


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