Onslaught (Filmkritik)

Ex-Army Sniper Celeste (Adria Arjona) lebt seit Jahren in einem abgelegenen Wohnwagenpark in New Mexico. Gerade hat sie unerwartet ihre kleine Tochter bekommen, da ihr Ex geschäftlich verreisen muss. In der Nähe in einer geheimen Einrichtung, testet Wissenschaftler Hans Kammler (Dan Stevens) zeitgleich drei Supersoldaten, erstmals gegen menschliche Gegner.

Sie tricksen ihn und seine Leute jedoch aus, töten alle Anwesenden und können fliehen. Auf ihrem Weg treffen sie auf eine Tankstelle, in der sie ebenfalls alle Menschen umbringen. Während Cyyrus (Drew Starkey) damit beauftragt wird, das aus dem Ruder gelaufene Experiment zu überwachen, erreichen die drei Killer einen gewissen Wohnwagenpark…

Zuletzt hat Regisseur Adam Wingard die zwei Blockbuster Godzilla vs. Kong und Godzilla x Kong: The New Empire inszeniert. Mit seinem neuesten Werk entschied er sich jedoch dafür, wieder zu seinen Ursprüngen zurückzukehren. Onslaught spielt dabei im selben Universum wie seine beiden Filme You´re Next und The Guest und ist weit persönlicher, als seine letzten Projekte.

Während seiner Zeit mit den Godzilla Abenteuern, wurde Wingard nämlich von einem Auto angefahren und der Täter beging Fahrerflucht. Circa zur gleichen Zeit, wurde seine Freundin unerwartet schwanger. Daher wollte er laut Interview seine Erlebnisse – Posttraumatische Belastungsstörung durch den Unfall plus Ängste, verbunden mit einer widerwilligen Rolle als Eltern – in einem Film verarbeiten.

Dafür hat er dann seine Aversion der Macht des Militärs gegenüber genommen und sie mit Gerüchten über Experimente um Supersoldaten zu erschaffen, verbunden. Als Ambiente wählte er einen sehr speziellen, 80er Jahre Grindhouse Horrorstil und achtete dabei sehr auf Details. Das Kunstblut der großteils handgemachten Effekte, sollte z.b. eine ganz gewisse Farbe haben, wie bei Tarantino Filmen.

Man kann es sicherlich erraten, aber für die breite Masse, waren diese Ideen dann zu schräg. Bei Kosten von 15 Millionen Dollar, konnte der Streifen nicht mal 4 wieder einspielen. Ich persönlich finde ihn aber auf die genau richtige Art und Weise seltsam. Besonders die Einführung der skurrilsten Figuren, sind perfekt inszeniert und äußerst unterhaltsam.

Dan Stevens (Abigail) etwa als Hans Kammler, von der Optik, über seine Sprache (deutscher Akzent) bis hin zu den Liedern, mit denen er sich und den Zuschauer in eine eigene Welt katapultiert, er ist einfach abstossend faszinierend. Drew Starkey (Hellraiser) als Cyrus, der high aus einem SM-Club geholt wird um die Situation zu untersuchen, ist ebenso eine Figur, von der eine fesselnd schräge Aura ausgeht.

Die drei Supersoldaten selbst erzeugen auf die selbe Weise sehr viel ihrer einschüchternden Wirkung durch die Art, wie sie in Szene gesetzt werden. Was sie dabei zu Supersoldaten macht, ist nicht ihre körperliche Unzerstörbarkeit, sondern dass sie ohne jede Gefühlsregung, auch gegen zivile Menschen tödlich effektiv vorgehen. Dass der titelgebende „Ansturm“ dann gar nicht so unerbittlich wirkt, ist somit für mich schon wieder irgendwie bewusst ironisch.

Was immer Windgard hiermit auch verarbeiten konnte, als Zuschauer erlebst du dieses Abenteuer als reines Style over Substance Erlebnis. Hier fängst du nicht an, tiefgründige Gedanken zu haben. Hier genießt man den Stil, die Show, die Aktionen und vor allem das Auftreten der Schauspieler und den offensichtlichen Spaß, den sie bei der Arbeit haben. Das kann bei manchen Filmen zu wenig sein, hier hat mir das aber sehr gut gefallen.

Keiner der wichtigen Figuren, kann man als „normal“ funktionierendes Mitglied der Gesellschaft bezeichnen und das wird hier zelebriert in einem überlangen, Retro-Horror-Musikvideo und ich bin bei dieser Reise, gerne dabei gewesen. Ein Film der Marke: kannst du dich darauf einlassen, dann kann er für dich großartig funktionieren, wenn das nicht klappt, dann ist er sicherlich ziemlich belanglos.

„Onslaught“ bekommt von mir 8/10, fehlende Menschlichkeit als das Super im Soldaten feiernde Empfehlungspunkte.


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