Als Kinder waren sie die Matchbox-Gang, doch seitdem sind viele Jahre vergangen. Sean Walker (John Cena) ist mittlerweile seit Jahren als Spion unterwegs und aktuell muss er sich nach einer heiklen Mission, etwas bedeckt halten. Nachdem er vom Tod ihres früheren, gemeinsamen väterlichen Mentors erfährt, kehrt er schließlich in seine Heimatstadt zurück.
Besonders auch wegen seiner Jugendliebe Aimee (Jessica Biel) lässt er sich dazu überreden, mit seiner alten Gang, etwas trinken zu gehen. Nach einer Rund Shots werden plötzlich alle fünf ohnmächtig und wachen gefesselt in einem Flugzeug wieder auf…

Wer ist derzeit der größte und erfolgreichste Spielzeughersteller, nach der Lego Gruppe? Das ist eine Firma namens Mattel und nach Verfilmungen wie Barbie oder Masters of the Universe, wurden nun die guten alten Matchbox-Autos, für AppleTV+ in einen Film gepackt. Als nächstes kommen dann wahrscheinlich die Hot Wheels dran oder gleich UNO (gehören beide auch Mattel), da müssten sie kreativ werden, das würde ich echt gerne sehen.
Aber zurück zu den mehr oder weniger kleinen Autos. Um daraus einen Film zu machen, benötigt man hingegen keinerlei Kreativität. Wie zu erwarten war, ist dies eine größtenteils harmlose Mischung aus The Fast and the Furious und einem Agenten-Abenteuer. Warum ich den Film eigentlich sehen wollte, ist aber der Regisseur. Sam Hargrave ist nämlich der Stuntman/Koordinator, der sich als Regisseur mit den beiden Extraction-Filmen mit Chris Hemsworth auf Netflix einen Namen gemacht hat.
Bei Matchbox war laut Interview sein Anspruch, möglichst viele Stunts – was in diesem Fall meistens mit danach kaputten Fahrzeugen zu tun hat – handgemacht zu erzeugen und nur wenn es unbedingt notwendig ist, auf CGI zurück zu greifen. Genau das ist dann auch das Highlight des Filmes, einfach die Art und Weise, wie hier Autos zerstört werden, da sieht man doch richtig gerne zu.
Den Rest erledigen die Kämpfe rund um John Cena (Heads of State), wobei die Fights streckenweise wirken wie eine Mischung aus der Extraction-Choreographie, gepaart mit Cenas Erfahrung mit Wrestling Moves. Seine Spielfreude, plus die seiner Kollegen und der Humor, der doch wirklich nicht nur infantil ist, sondern manchmal sogar charmant, machen den Film einmalig unterhaltsam, obwohl er mit zwei Stunden, etwas zu lange geraten ist.
Schön war hier auch das Wiedersehen mit Jessica Biel, die ich zuletzt in A Kind of Murder gesehen habe, was neun lange Jahre her ist. Als Aimee darf sie ihren trainierten Körper im Abendkleid zeigen und dem Zeitgeist entsprechend natürlich besser Autofahren, als alle Männer zusammen. Die zweite Dame kann übrigens fliegen, nein, nicht wie ein Superheld, Helikopter sind ihr am Liebsten.
Was ich immer mag, ist es wenn Regisseure frühere Stars, eine Cameo spendieren. Golshifteh Farahani (Body of Lies) als Robbie agiert völlig im Gegensatz zu ihrer Härte bei Extraction verführerisch und verspielt und Daniel Bernhardt (Deathstalker) ist als Falko in der für ihn typischen Rolle mit dabei, als bester Mann der Bösen, der am Ende dann vom Helden erledigt wird.
Streaming braucht Content und genau das ist Matchbox auch, geeignet vor allem für Junggebliebene oder Kids, die ohne Anspruch zwei Stunden lang den Körper entspannen und die Seele baumeln lassen wollen. Cena ist ja im richtigen Rahmen großartig (siehe Peacemaker), das hier fällt aber in eine ähnliche Kategorie wie seine Filme Hidden Strike, Freelance oder Jackpot!, das macht mit dem richtigen Anspruch durchaus Spaß, genau was ich erwartet hatte.
„Matchbox“ bekommt von mir 6/10 so unrealistisch wie möglich, seine Kindheitsträume real werden lassende Empfehlungspunkte.

