Abenteuer | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Sat, 14 Mar 2026 05:30:15 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.8 Resident Evil Village: Shadows Of Rose (DLC-Review) http://darkagent.blogsit.net/2026/03/14/resident-evil-village-shadows-of-rose-dlc-review/ http://darkagent.blogsit.net/2026/03/14/resident-evil-village-shadows-of-rose-dlc-review/#respond Sat, 14 Mar 2026 05:30:15 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38552 Rose, die Tochter von Ethan und Mia Winters, ist eine Teenagerin geworden und die Tatsache, dass sie „Kräfte“ hat, wiegt schwer auf ihr. In der Schule wird sie gehänselt und sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine normale Teenagerin zu … Weiterlesen

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Rose, die Tochter von Ethan und Mia Winters, ist eine Teenagerin geworden und die Tatsache, dass sie „Kräfte“ hat, wiegt schwer auf ihr. In der Schule wird sie gehänselt und sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine normale Teenagerin zu sein. Dazu zu gehören. Da kommt ihr das Treffen mit Agenten K, der ihr erklärt, dass er möglicherweise einen Weg für sie gefunden hat, ihre Kräfte loszuwerden, gerade recht.

Angeblich gibt es im Bewusstsein des Megamyceten (also dem Schimmelzeug aus „Village“) einen Kristall, der ihr diese Kräfte nehmen kann. Also begibt sich Rose dort hinein, muss aber rasch feststellen, dass noch jemand dort zugegen ist, denn der Megamycete hat nicht nur sie aufgenommen, sondern auch die Erinnerungen von anderen, mächtigeren Personen, die mit ihm in Berührung gekommen sind.

Also muss Rose versuchen, den Kristall zu finden und sich nicht zu tief im Bewusstsein dieses Dings zu verlieren. Zum Glück kommt ihr jemand zu Hilfe, der zwar nicht sichtbar ist, aber ihr immer wieder Tipps und Hinweise hinterlässt und mit dem sie später sogar kommunizieren kann.

Aber ist dieser jemand wirklich eine Hilfe oder ist alles eine perfide Falle und etwas viel Böseres ist hier am Werk …?

Die Tatsache, dass „Resident Evil Requiem“ in nicht mal einem Tag erscheint, hat mich dazu gebracht, endlich den finalen DLC für „Resident Evil Village“ zu spielen, der laut meinen Infos das Ende der Storyline rund um die Familie Winters beinhaltet. Nachdem Rose nur aus dem Abspann von „Village“ bekannt ist, war meine Erwartungshaltung eher niedrig – zugegeben: Der gesamte achte Teil der Hauptreihe dreht sich um Ethans Versuche Rose zu retten, allerdings ist sie da noch ein Baby und das ist doch ein gewaltiger Unterschied zu einer Teenagerin.

Entgegen meiner Erwartung war ich dann doch positiv überrascht, weil ich Rose ziemlich rasch ziemlich sympathisch fand – knappe drei Stunden sind jetzt nich viel Zeit um eine neue Person als starken Charakter zu etablieren, aber bei Rose ging das relativ rasch, weil allein schon ihr Wunsch endlich normal zu sein trotzdem irgendwie auf Resonanz bei mir gestoßen ist und auch die Tatsache, dass sie ein Opfer ihrer Schulkolleginnen ist, die sie mit ihren Kräften im Nu wegputzen könnte, sich aber dazu entscheidet, lieber still zu leiden, macht sie sympathisch.

Auch ihre Interaktion mit ihrem „Schutzengel Michael“ hat mir gefallen und der deplatzierte Teenager-Humor, der klar zur Stressverarbeitung dient, hat mir gefallen. Als „Michael“ ihr zum Beispiel eine Pistole beschafft, damit sie sich wehren kann, ist ihr erster Kommentar: „I was hoping for a pony, but … alright.“ Kann mein peinlich finden. Mir hat’s gefallen.

So wie mir generell die gesamte Story und ihre Machart und Inszenierung gefallen haben, denn das ist das A und O von „Shadows Of Rose“. Es gibt keinen Sammelkram und nichts in dieser Art – hier geht es rein um die Story und das macht diesen DLC für mich wirklich angenehm, weil man die Geschichte genießen kann und nicht ständig das Gefühl hat, man hätte etwas übersehen oder so.

Die Story ist im Grunde in drei oder vier Teile, äh, geteilt. Der erste ist wohlbekannt in seiner Art – Mosnter wegballern, Wege freimachen, Schlüssel finden. Das übliche Resi-Zeug halt. Gut gemacht mit optisch beeindruckenden Schauplätzen und einem interessanten, wenn auch austauschbaren, Gegenspieler.

Der zweite Teil ist ein Hammer – ich will nichts verraten, aber hier hat wohl Dr. Who Pate gestanden und ich fand die Gegner hier wirklich gruselig und die Spannung war wirklich hoch. Wow. Das hat richtig gerockt. Dann kommt der dritte Teil, der sich ähnlich anfühlt wie der zweite, nur weniger gut, weil sich die Gegner auf weniger erschreckende Gegner verändern – auch wenn die Implikation in der Geschichte, wer diese Gegner sind oder was sie implizieren sofort noch mehr Sympathie für Rose aufkommen lassen. Symbolisch super gemacht.

Der letzte Teil ist dann eher kurz und eine Ballerbude, aber aufgrund eines Aufeinandertreffens von zwei Charakteren dann doch anders als der Anfang und alles in allem hat mir die Auflösung gut gefallen. Nichts davon überraschend, aber wie von Resident Evil mittlerweile ja gewohnt, wirklich stark inszeniert.

Dass man die Story mit allem Drum und Dran dumm und peinlich und trashig finden kann (und objektiv gesehen auch muss) ändert nichts daran, dass die Story-Beats für mich funktioniert und mich emotional nicht kalt gelassen haben. Ob das nun das Ende der Story von der Familie Winters ist … hm. Das ist für mich in der Form nicht klar. Grundsätzlich glaube ich, dass man später mal auf Rose zurückgreifen wird. Ich würde mich über ein Wiedersehen freuen.

Optisch gibt es hier keine Kritik von mir und alles läuft flüssig. Das Gameplay kennt man mittlerweile ja und Capcom weiß mittlerweile auch, wie man selbst die schrägsten Dinge super inszeniert. Find ich gut.

Bei der „Winter’s Expansion“ sind dann noch Charaktere für den Mercenaries-Mode dabei und andere Gusto-Stückchen, aber für mich wäre auch allein „Shadows Of Rose“ (allein schon wegen den beiden Mittelteilen) schon genug gewesen, dann das hier ist ein richtig guter DLC.

„Shadows Of Rose“ bekommt von mir 9 von 10 möglichen, für einen DLC überraschend viele Spielmechaniken bietende, Punkte.

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Resident Evil Requiem (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2026/03/05/resident-evil-requiem-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2026/03/05/resident-evil-requiem-game-review/#respond Thu, 05 Mar 2026 06:44:45 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38573 Grace Ashcroft ist FBI-Agentin (aber eigentlich nur im Büro Zuhause) und hat ein Problem: Ihr Boss will, dass sie einen Tatort untersucht. Dieser befindet sich in genau dem Hotel in welchem ihre Mutter vor Jahren vor ihren Augen ermordet wurde. … Weiterlesen

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Grace Ashcroft ist FBI-Agentin (aber eigentlich nur im Büro Zuhause) und hat ein Problem: Ihr Boss will, dass sie einen Tatort untersucht. Dieser befindet sich in genau dem Hotel in welchem ihre Mutter vor Jahren vor ihren Augen ermordet wurde. Als sie dort ankommt findet sie Hinweise, die darauf hindeuten, dass jemand ein Spiel mit ihr spielt und ehe sie sich versieht wird sie entführt und wacht kopfüber hängend in einem seltsamen Raum auf. Blut wird ihr abgenommen und alles sieht irgendwie ein wenig nach einem Krankenhaus oder so aus.

Wie kommt sie hier weg?

Währenddessen ist Leon S. Kennedy auf der Suche nach einem Gegenmittel, denn seit er damals in diese Sache mit den Viren und Umbrella reingeraten ist, ist sein Leben eigentlich die Hölle. Zombies, Mutanten, Untote – unzählige Monster, denen er sich seitdem stellen musste. Aber nun hat ihn der Ursprung eingeholt: Er ist infiziert. Keine Heilung. Der Tod wird bald eintreten. Aber Leon will es nochmal wissen, sucht nach einem Dr. Gideon, denn der hat irgendwie Verbindungen zu Umbrella.

Und Leon wird sich nicht von ein paar lächerlichen Monstern aufhalten lassen …

Ich bin jetzt eher selten auf ein Spiel „gehyped“, sondern eher vorsichtig positiv neugierig. Bei „Resident Evil requiem“ war das anders. Das Ding hat mich schon seit dem ersten Trailer interessiert, denn der Ansatz mit zwei Protagonist:innen mit zwei verschiedenen Spielstilen hat mir als Idee schon mal super gefallen. Grace hat nach einem interessanten Charakter ausgesehen und Leon ist ohnehin Leon. Coolste Socke im Universum.

Tatsächlich habe ich mich nie gefragt, ob das so funktionieren kann – aus der Ego-Perspektive die unerfahrene, junge und verletzliche Grace spielen und aus der Third-Person-Perspektive mit Leon so richtig aufräumen. Wir wissen alle spätestens seit „Resident Evil 7„, dass Capcom First-Person-Horror kann. Und dass sie endlich die Action auch richtig hinbekommen haben hat das „Resident Evil 4 Remake“ gezeigt. Was kann also schiefgehen?

Nun, eine ganze Menge, wenn man ehrlich ist.

Spideragent behauptet ja immer, ich sein ein Fan der Resident-Evil-Reihe, was ich immer aus Reflex verneint habe. Beim letzten Mal habe ich ihm aufgezählt, welche Spiele der Reihe ich gut finde und warum, denn die Gründe sind wirklich verschieden, aber er hat nur gegrinst und mich gefragt, ob mir aufgefallen ist, dass ich alle(!) Teile aufgezählt habe. Nein. War mir nicht aufgefallen. Aber tatsächlich muss ich ihm nachträglich zustimmen. Scheinbar bin ich ein Fan. Aber nicht in dem Sinn, dass ich alles mag, nur weil „Resident Evil“ drauf steht, sondern spannenderweise macht mir jedes Spiel einzeln Spaß. Dass es sich dabei um eine Reihe handelt ist eigentlich Zufall. Aber – ja, ich mag die trashigen Storys. Ich mag die Over-The-Top-Charaktere. Ich mag die Machart und ich finde, dass Capcom mittlerweile das Inszenieren von Story-Teilen bzw. Zwischensequenzen richtig gut drauf haben. Alle Achtung.

Was sie auch gelernt haben – man würde es nicht glauben, wenn man nur Ethan Winters, Persönlichkeitslücke per excellence, im Kopf hat – ist tolle Charaktere zu schreiben. Leon ist nicht einfach in jedem Teil „Leon“, sondern im 2ten Teil ist der Anfänger. Im vierten Teil der harte Hund, der weiß, wie es geht und in „Requiem“ ist er immer noch der harte Hund, aber er ist der harte Hund, der weiß, dass seine Zeit abläuft und er bald keine Möglichkeit mehr hat Vergangenes wieder gutzumachen oder zumindest so etwas wie Vergebung für sich zu finden.

Ich mag Leon. Vor allem in Requiem, auch, oder gerade weil, er so entschlossen ist, am Ende seiner Tage noch etwas Gutes zu tun. Und das ist in diesem Fall die letzten verbleibenden Relikte von Umbrella zu finden und zu vernichten und (primär aus Zufall) das bedeutet auch Grace zu helfen.

Womit wir beim – aus meiner Sicht – Highlight von „requiem“ sind: Grace. Denn – Wow, die ist großartig geschrieben. Liebe Leute, so – genau so! – schreibt man tolle Frauenfiguren. Sie ist zerbrechlich, ängstlich, kann nicht gut mit Leuten und es ist völlig klar, dass alles um sie herum sie bis ins Innerste erschüttert: Trotzdem hält sie durch. Steht nochmals auf. Sucht eine Lösung. Findet die Kraft weiterzumachen. Das ist kein männlicher Action-Held, dem man halt schnell mal die Textur einer jungen Frau übergezogen hat, sondern Grace ist durch und durch eine junge Frau, die schreckliches durchmacht, aber dank ihrer inneren Stärke und ihres Überlebenswillens durchhält. Sie hat immer einen Grund nochmals aufzustehen (zum Beispiel um jemand zu retten) und trifft auch keine dummen Entscheidungen. Und noch dazu ist sie einfach richtig sympathisch. Großartig. Um Spideragent aus einem anderen Review zu paraphrasieren: 100% eine Frau. 100% (auf ihre Art) ein Boss. Aber kein Girlboss. Perfekt. Von der Story her gibt es einen Punkt, der sie fast bricht – was sie für mich nur noch sympathischer machte – und deshalb spielt man dann eine Weile „nur“ Leon. Aber auch das hat mir richtig gut gefallen, weil es für mich absolut nachvollziehbar war, was in ihr vorgeht. Und Charaktere, die fliehen könnten, sich aber trotzdem wieder – metaphorisch gesprochen – umdrehen und dem entgegenstellen, was sie für falsch halten, mag ich sowieso gerne. Grace – willkommen im Resident Evil-Universum.

Spielmechanisch kann man nicht meckern, die Kontrollen sind absolut einfach, intuitiv und alles geht locker und vor allem flott von der Hand. Die Rätsel sind fair, der normale Schwierigkeitsgrad passt sehr gut und die Schauplätze sind nicht zu riesig, aber auch nicht zu klein. Ich musste kein einziges Mal überlegen, was ich zu machen habe oder wo ich jetzt hinmuss, weil die Karte super ist und wichtige Punkte und mögliche genauso wie noch verschlossene Durchgänge markiert werden. Das Crafting-System funktioniert super und das Gegner-Design ist ein Hammer.

Was dieses Mal auch wieder gut gelingt, ist die fiesen Bosse richtig stark einzuführen. Wenn ihr beim ersten Auftauchen von „The Girl“ nicht zusammenzuckt und für ein, zwei Sekunden gelähmt vor dem TV sitzt, dann habt ihr keinen Puls. Aber – und das ist neu und erklärt mir auch den Marketing-Slogan „Evil Always Had A Name“ – die Zombies im ersten Abschnitt sind nicht zu einhundert Prozent Kanonenfutter, sondern haben sich ihre Eigenheiten aus dem Leben, halt auf ein Charaktaristika runtergebrochen, ins Zombie-Sein mitgenommen: Die Putzfrau will die ganze Zeit Blut wegputzen, der Koch sucht immer noch nach Fleisch für seine Hauptmahlzeit, die Sänger:innen singen immer noch gern und tanzen sogar, das Publikum will das auch immer noch sehen. Alles Eigenschaften, die man für sich nutzen kann (und Grace ist eine schlaue Dame), um zu entkommen.

Nach dem ersten Locationwechsel gibt es dann viel Action mit Leon – auch mit alten bekannten Gegnern, warum die wieder auftauchen wird durch die Story erklärt – und hier zieht man auch mal durch ein größeres Gebiet. Manche Action-Momente sind immer noch Over-The-Top, aber ganz ehrlich: Ich will es nicht anders haben.

Grafisch spielt „Requiem“ ohnehin ganz vorne mit. Das Ding sieht einfach – egal in welcher Umgebung, egal ob First- oder Third-Person-Perspektive – unverschämt gut aus und die Details, welche die Entwickler eingebaut haben sind großartig. Ich fand das Design, die Optik, die Lichtstimmumngen und – vor allem auch – das Sounddesign! Hammer.

Wenn Resident Evil weiterhin Outputs auf diesem Niveau auf den Markt bringt, dann kann das nächste Spiel aus der Reihe, egal ob Remake oder neuer Teil oder Spin Off gar nicht rasch genug kommen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht, denn das „requiem“ im Titel des Spiels hat eine völlig andere Bedeutung als ich angenommen hatte. Aber ich will nicht spoilern. Ich sage nur so: Die Story führt so ziemlich alle vorigen Teile zusammen und findet da einen … nennen wir es „Abschluss“ der Umbrella-Viren-Story. Da ist es auch stimmig, dass man ein paar alte Bekannte (Monster) wieder trifft. Das führt halt auch dazu, dass Spieler:innen, welche die Vorteile kennen, einen klaren Vorteil haben. Aber bei Teil 9 einer Spielreihe darf das schon mal sein, zumal ich glaube, dass man auch als Einsteiger:in durchaus weiß, was los ist.

Der Fairness halber muss ich anmerken, dass – logischerweise – Leute, die nur auf den einen oder nur auf den anderne Spielstil (Stealth oder Action) stehen mit der Mischung vermutlich keine Freude haben werden. Ich, der ich beides gern mag, bin richtig zufrieden. Gut gemacht, Capcom!

„Resident Evil requiem“ bekommt von mir 9,5 von 10 möglichen, als Gesamtpaket (fast) alles richtig machende, Punkte.

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The Bluff (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/03/03/the-bluff-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/03/03/the-bluff-filmkritik/#respond Tue, 03 Mar 2026 05:00:54 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38578 Ercell (Priyanka Chopra Jonas) lebt zusammen mit ihrem Mann, dessen Schwester und dem gemeinsamen Sohn in einem Inselparadies. Früher war sie jedoch die gefürchtete Piratin Bloody Mary, da sie als Teenager von Captain Connor (Karl Urban) gefangen genommen wurde, der … Weiterlesen

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Ercell (Priyanka Chopra Jonas) lebt zusammen mit ihrem Mann, dessen Schwester und dem gemeinsamen Sohn in einem Inselparadies. Früher war sie jedoch die gefürchtete Piratin Bloody Mary, da sie als Teenager von Captain Connor (Karl Urban) gefangen genommen wurde, der sie zu einer skrupellosen Piratin und seiner Liebhaberin gemacht hatte.

Bis sie ihn eines Tages verraten und verletzt hat und mit einer Kiste voller Gold verschwunden ist. Genau dieses Leben holt sie nun wieder ein, denn Connor ist mit seinem Schiff auf dem Weg zu ihrer neuen Heimat und er hat Ercells Mann als Gefangenen mit an Bord…

Seit dem im Jahr 2004 erschienenen Film „Haven“ hat Frank E. Flowers ausschließlich bei Musikvideos, Serien und Kurzfilmen die Regie übernommen. Für AmazonPrime hat er nun seine lange Abstinenz unterbrochen und einen Piraten-Actionfilm inszeniert, bei dem ursprünglich Zoe Saldana (Guardians of the Galaxy) die Hauptrolle übernehmen sollte. Sie ist weiterhin als Produzentin mit an Bord, doch die Antihelden-Rolle hat schließlich Priyanka Chopra Jonas übernommen.

Die ist derzeit ja sozusagen eines der Gesichter von Amazon, nach ihrer Serie Citadel (die zweite Staffel soll bald kommen) und dem Film Heads of State von 2025. Um den „Zeitgeist-Filter“ kurz anzuwenden, hier gleich folgende Information: ja, hier kämpfen dunkelhäutige Frauen und Kinder, gegen böse, weiße, toxisch maskuline Männer. Das sind aber erstens Piraten – da soll das abgesehen von der One Piece Crew so sein – und zweitens ist es für den Film völlig egal.

Es geht nämlich außer um Schauwerte um so ziemlich gar nichts. Auf Grund des unverbrauchten Insel-Settings und dem Hineinragen der Realität – dieser Winter 2025/2026 war ziemlich kalt und reich an Schnee – zelebriert man beim Ansehen förmlich dieses Urlaubs-Feeling, plus dieses Gefühl von Freiheit, dass die Seefahrt mit sich bringt. Den stärksten Pluspunkt dies zwischendurch als kleinen Happen zu genießen, liefert dann aber klar Karl Urban (The Boys).

Natürlich ist der sowieso immer mindestens sehr unterhaltsam, aber hier reißt er mit seinem raubeinigen Charme, einfach alle seine Szenen an sich. Man liebt es eindeutig ihn zu hassen und auch wenn es klar ist, wie es enden wird, weil von der Story her hundertprozentig nötig und weil es sich um kein Franchise handelt, aber so einen Gegner bringt man nicht um, den lässt man immer wieder mal in Erscheinung treten.

Was die Härte betrifft, da geht Amazon ebenso wenig zimperlich vor. Vielleicht nicht ganz so rabiat wie zuletzt in The Wrecking Crew, doch Morde abseits der Kamera, gibt es nur selten. Dabei macht die in solchen Fights bereits erprobte Chopra eine gute Figur, auch wenn teilweise die Kameraführung zu chaotisch wirkt und ein paar Aktionen durchaus aufgesetzt in Sinne von zu sehr inszeniert und nicht spontan wirken.

Was ich dafür schätze, sind schräge Kleinigkeiten. Wenn Ercell zu Beginn eine Muschel im Garten stört, die aus der geraden Reihe der Muscheln verschoben wird und sie dann im weiteren Verlauf eine Muschel aus dem Set nimmt, einem Piraten den Kopf damit einschlägt und sie dann wieder genau fein säuberlich in die Reihe legt, dann fällt dies exakt in die Art von individuellen Eigenheiten, die ich zu schätze weiß. Oder etwa wenn ihr Sohn seinen Dolch sucht und sie den noch schnell „diskret“ aus dem Nacken eines Gegners entfernen muss.

Das ergibt in Summe ein kurzweiliges Piratenabenteuer, das schöne Landschaftsbilder, starke Ladys, raue Typen und coole Oneliner kombiniert und somit genau den Musikvideo-Wurzeln des Regisseurs entspricht. Für Fans von Urban sowieso ein klarer Tip aber auch Chopra schafft es mit ihrer Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit bzw. Piratin und Mutter, dass man sie nie als unsympathisch erlebt. Sie ist am ehesten ein Girl und ein Boss, aber eben nicht beides zusammen.

„The Bluff“ bekommt von mir 6/10 diese eine Dame niemals hinter sich lassen könnende Empfehlungspunkte.

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28 Years Later: The Bone Temple (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/02/28/28-years-later-the-bone-temple-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/02/28/28-years-later-the-bone-temple-filmkritik/#respond Sat, 28 Feb 2026 05:00:57 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38560 Spike (Alfie Williams) muss sich beweisen – wenn er einen Zweikampf gewinnt, dann darf er als neuer „Jimmy“ bei der Gruppe mitwirken und unter Leitung des obersten Jimmy (Jack O’Connell) mit durch das Land ziehen, dessen Lehre verbreiten und die … Weiterlesen

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Spike (Alfie Williams) muss sich beweisen – wenn er einen Zweikampf gewinnt, dann darf er als neuer „Jimmy“ bei der Gruppe mitwirken und unter Leitung des obersten Jimmy (Jack O’Connell) mit durch das Land ziehen, dessen Lehre verbreiten und die Sünder bestrafen. Nachdem es ein Kampf auf Leben und Tod ist, wehrt sich Spike – und gewinnt.

Als er mit den „Jimmies“ durch das Land zieht, merkt er jedoch rasch, in welches Umfeld er hier geraten ist – Satanisten, welche andere Leute sadistisch ermorden, weil sie denken, dadurch „old Nick“ (den Teufel) zu unterstützen, denn die „Zombieplage“ ist schließlich dessen Machwerk.

Bei einer Erkundungstour entdeckt eine der Jimmys Dr. Kelson (Ralph Fiennes), der gerade dabei ist, einen Alpha, den er Samson (Chi Lewis-Parry) nennt, zu bändigen und vielleicht sogar zu heilen. Sie hält ihn für den Teufel, da er mit den „Zombies“ reden kann und berichtet das – einem sichtlich irritierten Anführer-Jimmy. Aber man macht sich auf dem Weg zu ihm, immerhin ist es ja das Ziel, diesen zu treffen.

Und dann prallen die Welten aufeinander …

Meine Erwartungshaltung an diesen Film war erneut tendentiell Null. Ich kenne keinen Film von Nia DaCosta der mir gefällt (ja, das „Candyman„-Remake inkludiert), deshalb war ich unterwältigt, als ich gelesen habe, dass sie hier die Regie in der Hand hat. Das Drehbuch ist natürlich erneut von Garland. Und das merkt man im Guten wie im Schlechten.

Die Story ist keine Fortführung des ersten Teils – so kommen weder die Insel, noch Spikes Vater, noch sonst irgendwas in dieser Richtung vor -, es ist noch nicht einmal eine Fortführung der Storyline von Spikes Entwicklung. Stattdessen wird der Weg vom Finale des ersten Teils weiterverfolgt und es wird sofort mit dem Jimmy-Clan angefangen. Und bei dem bleiben wir auch bis zum Ende.

Das ist gut. Und das ist schlecht. Denn einerseits ist der Clan interessant und sein Anführer ein spannender Charakter, nur ist das Ganze meiner Ansicht nach schon ziemlich Malen-nach-Zahlen. Da kann jetzt DaCosta nix dafür und sie gibt sich alle Mühe den Film interessant zu inszenieren (böse Zungen würden sagen Danny Boyle zu kopieren) und schreckt vor allem im ersten Drittel auch nicht vor richtig brutalen Szenen zurück, aber das alles übertüncht meiner Ansicht nur einen relativ schwachen Plot.

Was sehen wir konkret und warum finde ich es zu wenig?

Wir sehen Spikes Aufnahme in die Gruppe. Dann überfällt die Truppe einen Hof und schlachtet die Bewohner:innen brutal ab. Einige der Jimmys gehen drauf. Dr. Kelson wird gesichtet. Die Gruppe geht hin. Parallel sehen wir Dr. Kelson, der sich Samson annähert und eine Idee hat, wie man vielleicht das Virus heilen könnte. Und dann taucht die Gruppe Jimmys auf. Ein Gespräch zwischen Dr. Kelson und Jimmy Crystal. Dann die Konfrontation und Ende.

Mehr ist da nicht. Und das ist im Grund genommen nicht wirklich viel. Die Szenen mit den Jimmys sind zwar im positiven Sinn irre und erzeugen Spannung, weil man halt nie genau weiß, was als nächstes passieren wird („Tell me – will you leave again?“ – „But of course.“ Pause. „But first we will murder you all.“). Aber so richtig zur Story haben sie für mich nicht viel beigetragen. Ja, Jimmy Crystal ist irre. Okay, das wussten wir im Grunde schon. Und die anderen bekommen wenig bis keine Backstory.

Der Teil mit Dr. Kelson ist an sich spannend, aber leider auch zu einhundert Prozent vorhersehbar und irgendwann hab ich genug drogenmüde Augen und Zuckungen gesehen, damit ich verstehe was mir vermittelt werden soll.

Der spannendste Teil war das Treffen zwischen Dr. Kelson und Jimmy Crystal, weil das ein ziemlich offenes und ehrliches Gespräch war und wirklich cool anzuhören. Was dann folgt … nun, das ist Geschmackssache. Es gibt dann einen Auftritt von Dr. Kelson, den man entweder grandios oder peinlich finden kann. Ich fand ihn peinlich. Da ist grandiose Musik („The Number Of The Beast“ von Iron Maiden) und eine interessante Optik (ich würde sagen da hat jemand den Sänger der Smashing Pumpkins kopiert oder die späten Tiamat) und Fiennes gibt sein Bestes, aber in Summe: Sorry. Nein. Das war nicht meins.

Die folgende Konfrontation, also was konkret passiert, wie es endet und warum sich alles anders entwickelt als vermutlich gedacht – kleiner Spoiler: Kelson erkennt Spike – fand ich dann wieder gut. Genauso, wie ich die Masken der Jimmys gut fand. Und das ein „Thank you“ so viel beinhalten kann ist wirklich super rübergekommen und hat mir sehr gut gefallen.

Fand ich den Film jetzt gut? Hm. Schwer zu sagen. Ich bereue nicht, ihn gesehen zu haben, fand einige Ideen darin super, hab mir aber überlegt, ob ich ihn auch super finden würde, wenn es kein „28 xy later“-Film wäre, sondern einen anderen Titel tragen würde. Ich muss gestehen: Vermutlich nicht. Vermutlich hätte ihn mies gefunden, wenn er irgendeinen anderen Titel gehabt hätte. So ehrlich muss ich sein.

Und das am Ende dann auf einmal Jim (Cilian Murphy) aus dem allerersten „28 Days Later“ auftaucht, war ja bereits angekündigt und erfreulich, weil Cilian Murphy, wirkt aber im Moment noch richtig aufgesetzt und irgendwie deplaziert. Nicht so schräg wie das Ende vom Vorgänger, aber doch irgendwie seltsam. Was das für den möglichen dritten Teil bedeuten kann – keine Ahnung. Ich habe Null Ahnung, wo die Reise da jetzt hingehen könnte. Alles ist möglich, alles ist offen. So gesehen ist auch die Spannung in diese Richtung gering, weil es für mich keine Erwartungshaltung geben kann, wenn ich nicht weiß, worauf jemand hinauswill. Und so wie ich Garland kenne, wird er ohnehin auf nichts hinauswollen, sondern einfach mittdrin aufhören.

„28 Days Later – The Bone Temple“ bekommt von mir 6 von 10 möglichen, gute Ansätze habende, sich für mich aber zu sehr verzettelnde, Punkte.

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Still Wakes The Deep: Siren’s Rest (Game Review) http://darkagent.blogsit.net/2026/02/24/still-wakes-the-deep-sirens-rest-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2026/02/24/still-wakes-the-deep-sirens-rest-game-review/#respond Tue, 24 Feb 2026 05:00:56 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38375 Mhairi ist Taucherin und mit ihrer Crew ist sie unter Wasser unterwegs um die Überreste der Ölbohrplattform Beira D elf Jahre nach deren Untergang zu untersuchen. Was auch immer dort vorgefallen ist – Mhairi will es wissen. Und wenn sie … Weiterlesen

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Mhairi ist Taucherin und mit ihrer Crew ist sie unter Wasser unterwegs um die Überreste der Ölbohrplattform Beira D elf Jahre nach deren Untergang zu untersuchen. Was auch immer dort vorgefallen ist – Mhairi will es wissen. Und wenn sie schon dabei ist, will sie auch die Überreste der vor Ort verstorbenen oder zumindest Erinnerungen an sie sammeln.

Außerdem verbindet Mhairi noch eine private Sache mit der Beira D.

Aber will sie wirklich wissen, was dort passiert ist? Und ist für das bereit, was sie finden wird …?

Das Add-On bzw. der DLC zu „Still Wakes The Deep“ hat mich insofern interessiert, weil ich einfach irgendwie gehofft hatte, dass ein paar der offenen Fragen aus dem Hauptspiel geklärt werden und auch, ob das in meinen Augen rasche Ende doch noch ein wenig erweitert wird. Die erste Ernüchterung folgte sofort: Die Story setzt elf Jahre nach den Ereignissen des Hauptspiels an. Also keine „Parallelhandlung“, die vielleicht Story-Lücken stopft, sondern etwas völlig anderes. Nun denn.

Stichwort Story: Diese ist im DLC eine persönliche Geschichte, die meines Erachtens zwar nett ist, die man aber nicht unbedingt kennen muss, weil sie einerseits null zum Verständnis der Hauptstory beiträgt bzw. keine Lücken füllt. Auch über die Entität, welche ja im Hauptspiel aufgetaucht ist, wird eigentlich nicht wirklich mehr verraten als man eh schon weiß.

Die Verbindung von Mhairi zu einer Person, die auf Beira D gearbeitet hat ist nett, aber ich musste wirklich kurz überlegen, wer das denn jetzt war, zu dem sie diese Verbindung hat – es ist also keine der Töchter unseres ehemaligen Hauptcharakters. Schade. Die Story wird nett erzählt, plätschert aber meiner Ansicht nach eher ohne Höhepunkte vor sich hin.

Die Spielerfahrung ist dieses Mal allerdings ein wenig anders, denn als Taucherin kann man sich ja doch in alle Richtungen bewegen und das Gefühl zu tauchen und in dieser Unterwasserwelt zu sein wird gut einfangen. Auch die Idee mit dem Luftschlauch, der quasi die Nabelschnur darstellt und auch „Umbilical cord“ (also Nabelschnur) genannt wird, ist gut, wird aber einerseits zu wenig genutzt und andererseits ist das Ding auch daran schuld, dass die Immersion rasch an ihre Grenzen kommt. Denn die Umsetzung ist … naja. Wenn ich fünf mal um eine Säule schwimme, dann juckt das niemand. Da bleibt der Luftschlauch bleibt auch nie hängen. Hier hat man meiner Ansicht nach eine Chance verpasst, denn wie cool wäre es gewesen, wenn ich aufpassen muss, wie ich wohin tauche, weil sich sonst der Schlauch verheddert und meine Bewegungsfreiheit einschränkt oder ich – wenn ein Monster auftaucht – nicht einfach irgendwohin abhauen kann, sondern an meine Route buchstäblich gefesselt bin. Aber – so ist es halt nicht. Das Ding ist einfach da und fertig. Ja, storytechnisch wird es ein paar Mal genutzt, aber auch da finde ich, mit zu wenig Druck oder Spannung.

Alles in allem war es nett durch die Gegend zu tauchen und auch die Mementos zu finden war schön – aber im Kern fühlt sich das Gesamtpaket dann doch wie ein unnötiges Anhängsel an, welches weder die Story vertieft noch irgendwas Neues zu erzählen hat.

Schade. Da wäre definitiv mehr drin gewesen.

„Still Wakes The Deep: Siren’s Rest“ bekommt von mir 5,5 von 10 möglichen, leider sein Potential in keiner Sekunde ausnutzende, Punkte.

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Oldies but Goldies: Silver Bullet (1985 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/02/19/silver-bullet-1985-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/02/19/silver-bullet-1985-filmkritik/#respond Thu, 19 Feb 2026 05:00:14 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38485 Jane (Megan Follows) erzählt die Geschichte ihres Bruders Marty (Corey Haim), der gelähmt ist und mit einem Rollstuhl herumfährt, und wie dieser in einem ganz bestimmten Jahr eine Bedrohung von der Kleinstadt Tarker Mills abwenden wollte. Denn Tarker Mills wird … Weiterlesen

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Jane (Megan Follows) erzählt die Geschichte ihres Bruders Marty (Corey Haim), der gelähmt ist und mit einem Rollstuhl herumfährt, und wie dieser in einem ganz bestimmten Jahr eine Bedrohung von der Kleinstadt Tarker Mills abwenden wollte. Denn Tarker Mills wird von einem Übel heimgesucht, welches an jedem Vollmond zuschlägt. Erst merkt niemand etwas, weil die Morde wie Unfälle aussehen, aber nach und nach verdichten sich die Hinweise, dass hier etwas Seltsames passiert.

Natürlich glaubt Marty per se niemand, auch wenn Onkel Red (Gary Busey) immerhin zuhört und die Geschichte von Marty über einen Werwolf zumindest für möglich, wenn auch unwahrscheinlich hält. Red ist es auch, der Marty einen motorisierten Rollstuhl schenkt, der wie ein Motorrad funktioniert und den Marty auf den Namen „Silver Bullet“ tauft. Passend.

Als dann Marty eines nachts allein unterwegs ist, weil er sein Feuerwerk für den 4. Juli selbst veranstalten will, da wird er direkt mit dem Bösen konfrontiert und er kann nicht glauben, wer hinter der Maske des Werwolfs steckt …

„Silver Bullet“, wie der Film im Original heißt bzw. „Der Werwolf von Tarker Mills“ ist ursprünglich eine Kalendergeschichte von Stephen King gewesen. Ich bin mir nicht mehr sicher, was zuerst kam – der Film oder die Geschichte, glaube mich aber daran zu erinnern, dass es die Geschichte war (hab gegoogelt – 1984 kam die Geschichte, 1985 der Film). Ich kannte sie in erster Linie aus einer Kurzgeschichten-Sammlung von Stephen King, in welcher er auch ein wenig über die Entstehung der Geschichte geschrieben hat. Ich muss gestehen, ich liebe Vorworte und Nachworte von Stephen King – der Mann kommt da immer extrem sympathisch rüber. So auch hier. In diesem Vorwort hat er sich zB dafür entschuldigt, dass er sich bzgl. des Vollmonds ein paar Freiheiten genommen hat, denn dass der Vollmond immer an den „Feiertagen“ im Monat am Nachthimmel steht, ist in der Realität natürlich mathematisch unmöglich. Aber da es ja eine Kalendergeschichte ist, muss man als Schriftsteller die Chance, jeden Monat ein Kapitel zu einem besondern Tag zu schreiben, natürlich nutzen. Mich hat’s nie gestört und die Geschichte fand ich auch immer spannend.

Für den Film ist das natürlich völlig egal, denn da werden solche Sachen einfach als fix angenommen und Punkt. Dass das Drehbuch für den Film auch von King stammt finde ich in diesem Fall gut (ging ja nicht immer glatt, wenn wir uns ehrlich sind), denn er hat die Geschichte auf ihre Basisbestandteile reduziert und die Figuren sind gut übertragen.

Der Sympathieträger des Films ist mit Sicherheit Onkel Red, der von Gary Busey absolut toll gespielt wird. Immer mit so einem neckischen Zwinkern im Auge, Bierbauch und Hemden und dem speziellen Gary Busey-Grinsen dabei. Ich mochte die Figur unglaublich gern, auch, weil er einfach derjenige ist, der Marty immer für voll nimmt und ihn aufgrund seiner Lähmung auch nicht mitleidig behandelt, sondern einfach wie einen vollwertigen Gesprächspartner (was nicht alle im Film machen).

„Marty“ ist immer noch im Filmgeschäft, wenn auch immer ohne großen Durchbruch, so war zumindest auch bei „Crank 2“ dabei oder „The Lost Boys“. Und nein, er ist nicht wirklich gelähmt, was – hätte man den Film im Jahr 2026 so produziert – vermutlich dazu geführt hätte, dass es einen riesengroßen Aufschrei gegeben hätte, denn Corey Haim hat da ja sozusagen einem gelähmten Schauspieler eine Rolle weggeschnappt. Der Böse. (*seufz*)

Jedenfalls machen alle ihren Job gut und in den Nebenrollen findet man das eine oder andere bekannte Gesicht.

Die Effekte sind schwer in Ordnung und sehen auch im Jahr 2026 noch okay aus – ja, die Verwandlungsszene(n) sind jetzt nicht der große Bringer und heutzutage hat man da natürlich schon ganz anderes gesehen, aber es ist okay, und es passt und der Anteil an Blut und abgetrennten Gliedmaßen ist für damalige Verhältnisse nicht ohne.

Die Auflösung, wer der Werwolf ist, überrascht wohl niemanden, immerhin ist es ein Stephen King-Buch. Es wird im Film (als auch im Buch) relativ rasch offenbart, weil es dann primär darum geht, die anderen davon zu überzeugen, dass diese Person der Übeltäter ist. Was auch zu der einen oder anderen Konfrontation in Menschengestalt führt.

Jedenfalls ist der Film auch heutzutage immer noch gut anzusehen und macht Laune – die gesamte Machart ruft halt ganz laut „80iger Jahre“, aber das gibt dem Film in diesem Fall auch einen gewissen Charme.

Alles in allem finde ich „Silver Bullet“ als einen der besseren ernsten Werwolf-Filme, der noch ohne große Übertreibungen und Weltbedrohung auskommt, sondern sich auf das Schicksal einer kleinen Stadt bzw. eine Familie reduziert, was ja auch einfach wieder einmal gut tut.

„Silver Bullet“ bzw. „Der Werwolf von Tarker Mills“ bekommt von mir 7 von 10 möglichen, mit dem Rollstuhl davonrasende, Punkte.

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Deathstalker (2025 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/01/31/deathstalker-2025-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/01/31/deathstalker-2025-filmkritik/#respond Sat, 31 Jan 2026 05:00:02 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38467 Die Deadits sind auf dem Vormarsch und wie es aussieht soll ein altes Übel – das ultimative Böse – wieder erweckt werden. Das juckt jetzt Deathstalker (Daniel Bernhardt), legendärer Söldner, nicht besonders. Zumindest würde es das nicht, wenn er sich … Weiterlesen

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Die Deadits sind auf dem Vormarsch und wie es aussieht soll ein altes Übel – das ultimative Böse – wieder erweckt werden. Das juckt jetzt Deathstalker (Daniel Bernhardt), legendärer Söldner, nicht besonders. Zumindest würde es das nicht, wenn er sich nicht versehentlich an ein Amulett gebunden hätte, welches für das Ritual benötigt wird. Und er bekommt es nicht wieder los. Na dann. Dann muss er wohl oder übel versuchen was dagegen zu tun.

Am Weg stoßen dann noch Doodad (Patton Oswalt) und Brisbayne (Christina Orjalo) zu ihm und unterstützen ihn. Wäre da nicht noch Jortak (Paul Lazenby), der mit ihm noch ein Hühnchen zu rupfen hat und jetzt dem Oberbösewicht dient …

Steven Kostanski hat „Psycho Goreman“ gemacht und allein diese Info hätte schon gereicht, dass ich „Deathstalker“ sehen wollte. Als ich dann den Trailer gesehen habe, da war mir klar – die Mischung 80iger-Sword-And-Sorcery, handgemachte Effekte, Gummimasken, Blutfontänen und Steven Kostanski? Das passt sowas von perfekt, eine perfektere Mischung gibt es nicht.

Und ich hatte Recht.

„Deathstalker“ ist kein Remaster, sondern ein Remake, wie man das wohl heutzutage nennen würde. Die Story ist ähnlich wie im Film aus 1983 und ist ganz genau so sinnfrei wie super. Ding A muss nach B und dort wird C erweckt, weil D passiert ist. Juckt niemanden. Es geht hier um coole, eklige Monster, Zweikämpfe, Kunstblutfontänen, coole Sprüche und unpassenden Humor. Genau so soll es sein.

Das einzige was man im Jahre 1983 mehr hatte, waren nackte Frauenhintern und Kampfbikinis. *seufz* Man(N) kann 2026 nicht alles haben. Aber okay – der Rest passt super und macht von A bis Z Spaß und Freude. Die Monster sind schön kreativ (mit ein paar Verneigungen an den 1983iger-Film) und eklig. Die Schwertkämpfe bzw. die Kämpfe grundsätzlich auch super anzusehen. Der Humor passt meistens. Alles gut.

Das Casting ist treffsicher – Daniel Bernhardt passt optisch super in die Rolle, auch schauspielerisch ist er perfekt gecastet und seine Mimik und trockenen Wortmeldungen sind ein Highlight. Muss man leicht zu unterhalten sein, um die Witze lustig zu finden? Ja. Aber – ich meine, wir reden hier von mir also: Alles paletti.

Das Overacting ist super, vor allem Paul Lazenby hat einen riesengroßen Spaß und Christina Orjalo ist der übliche weibliche Sidekick mit Potential, macht ihre Sache aber ebenfalls toll. Doodad ist für die Story wesentlich, aber mit Schauspiel hat das (dank der Maske) wenig zu tun.

Ich kann es nur wiederholen: Sprüche super, Schauspiel passt, Casting top, Effekte handgemacht und eklig, Story hanebüchen (und deshalb perfekt) – alle Zeichen auf großartig.

Mit zwei Ausnahmen: Die beiden Kämpfe gegen die Endgegner (Zauberer gegen Zauberer, Deathstalker gegen Endboss) sind im Vergleich zu der Ideenvielfalt zu Anfang dann eher unterwältigend, auch wird gegen Ende dann auffällig zu CGI gegriffen und das finde ich schade. Aber in Summe: Der Film hat das Herz auf dem richtigen Fleck. Aber wie heißt es so schön: „Jedes Herz sieht anders aus“ (und Deathstalkers Antwort darauf: „No. I had a lot of hearts at the tip of my blade and the all looked pretty much the same.“

Der Soundtrack ist auch super mit seinen E-Gitarren und die Nummern im Abspann rocken auch so richtig. Also alles zusammen: Ein Film wie aus den 80iger, nur besser gemacht und weniger nackte Haut.

Super Film – ansehen!

„Deathstalker 2025“ bekommt 8,5 von 10 möglichen, genau das seiende, was er sein will, Punkte.

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Emmy (Hera Hilmar) ist Kindergärtnerin, die nach dem Verlust ihres Babys, gerade eine schwere Zeit durchlebt. Ihr Mann Zach (Jeremy Irvine) ist ein reicher Geschäftsmann, der versucht ihr die Freiheit zu geben, die sie derzeit braucht. Aktuell planen sie gerade gemeinsam eine Heißluftballon-Fahrt.

Diese soll zu einer Wiederbelebung ihrer Beziehung führen. Als jedoch Julia (Olga Kurylenko) ebenfalls an der Fahrt teilnimmt – eine Dame, der Zach am Vorabend einen Drink spendiert hat und mit ihr ins Gespräch gekommen ist – entwickelt sich plötzlich eine seltsam feindselige und unberechenbare Stimmung an Bord…

Beim letzten Film von Regisseur Claudio Fäh, hat Produzent Andy Mayson erstmals das Drehbuch geschrieben. Der hieß No Way Up und neben zu wenig Bindung zu den Figuren, war auch der fehlende Humor ein Negativpunkt. Nun haben die beiden Herren in den gleichen Funktionen einen weiteren Film gemacht und die ernste Herangehensweise, passt hier besser, doch Vorhersehbarkeit und unsympathische Charaktere, ziehen die Sache ordentlich nach unten.

Beginnen werde ich aber mit dem Szenario. Dies ist nämlich einer dieser Filme, die die meiste Zeit über an einem Ort spielen, um genau zu sein in einem Heißluftballon. Es wurde hier ja auch teilweise in den Dolomiten gedreht und die gewählte Optik, wird die Zuseher wohl eher spalten. Einerseits erschaffen Aufnahmen mit Weitwinkel und wie aus einem Bullauge ein dynamisches mittendrin Gefühl, andererseits wirkt der Himmel, vor allem der Nebel und der Sturm, eher künstlich.

Ob das die Nachbearbeitung besser gemacht hat oder so der Look erst entstanden ist, kann man dabei nicht klar sagen. Langweilig wird es dafür auf Grund der Spannung zwischen den Figuren, auf diesem kleinen Raum nicht wirklich, doch dafür weiß man 100 prozentig, was passieren wird, weswegen ich mir hier fast die Spoiler Warnung sparen kann. Dass der von Kelsey Grammer gespielte, zwischen witzig und nervig schwankende Pilot über Bord gehen wird, ist so klar, dass es schon weh tut.

Vor allem wie es dann passiert. Daran ist Olga Kurylenko (Afterburn) als Julia Schuld und es ist schon eine eigene Kunst ihre Figur, die zumindest teilweise ein Opfer sein soll, so zu gestalten, dass ich mir gewünscht habe, sie wäre stattdessen hinaus geflogen. Wie sie ihre Dialoge bringt wirkt dabei so, als hätte sie kein Gefühl für ihre Figur, weswegen ihre Sätze so aus ihrem Mund kommen, als würden sie auswendig mit der richtigen Emotion versehen, aufgesagt werden.

Was man über Jeremy Irvine (Fallen) als Zach weiß, nun wer da nicht errät ob er ein liebender Ehemann und menschlicher Boss ist oder doch eher ein betrügendes Ekelpaket, der hat entweder noch nie einen Film gesehen oder die Menschenkenntnis eines unerfahrenen Kleinkindes. Was mich freut, ist es nach dem gefloppten Mortal Engines, Hera Hilmar endlich wieder mal zu sehen. Zugegeben, wie sie sich als Emmy, nachdem sie ein Baby verloren hat, verkriecht und den Mann auf Distanz hält, ist zwar verständlich, doch auf längere Sicht sicherlich nicht gesund.

Wie Hilmar dann aber ihr fast elfenhaftes Erscheinungsbild hält und man die Trauer und Verunsicherung immer von ihr ausstrahlen spürt, macht sie mit Abstand zur spannendsten Figur hier. Ebenso stimmig ist ihr Weg aus der Krise und die mehr als eindeutige Symbolik mit dem Ballast des alten Lebens abwerfen und sich befreien. Das macht zwar die übrigen Schwächen nicht besser, aber es liefert die eine Figur, die der Film so bitter nötig hat und das ist die einzige Person, der man wünscht, dass sie diese Ballonfahrt überleben wird.

Ein interessanter Start und eine einnehmende Prämisse, werden hier also schnell in luftiger Höhe, vom Winde verweht. Dass es höchstens eine Figur gibt, die man mögen kann und keine, die richtig herausragt, hilft der Sache ebensowenig wie die Tatsache, dass zwar immer wieder etwas passiert, man aber nie richtig das Gefühl von Gefahr oder Höhenangst spürt. Vor allem weil Hilmar ihre Sache fein macht, habe ich eine einmalige Sichtung an einem anspruchslosen Nachmittag, dennoch nicht bereut.

„Turbulence“ bekommt von mir 4,5/10 lebensverändernde Themen sich wie viel heiße Luft anfühlen lassende Empfehlungspunkte.

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Elfen Lied (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/01/27/elfen-lied-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/01/27/elfen-lied-serienkritik/#respond Tue, 27 Jan 2026 05:00:49 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38445 Diclonius sind Menschen, die mit zwei Hörner und vier zusätzlichen, unsichtbaren, Armen geboren werden. Diese Wesen werden entweder direkt nach der Geburt getötet oder sie werden in einem Labor untergebracht, wo sie gefangen gehalten werden und Experimente an ihnen durchgeführt … Weiterlesen

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Diclonius sind Menschen, die mit zwei Hörner und vier zusätzlichen, unsichtbaren, Armen geboren werden. Diese Wesen werden entweder direkt nach der Geburt getötet oder sie werden in einem Labor untergebracht, wo sie gefangen gehalten werden und Experimente an ihnen durchgeführt werden, denn man ist der Ansicht, ihre Mission sei es, die gesamte Menschheit zu vernichten.

Lucy ist eine Diclonius und sie kann aus ihrer Gefangenschaft entkommen, wird aber verwundet und an den Strand gespült. Durch ihre Verletzung entwickelt sie eine zweite Persönlichkeit namens „Nyu“, die wie sich ein Kleinkind verhält und auch der Sprache nicht wirklich mächtig ist. Sie wird von Kohta, der seine Schwester durch eine mysteriöse Krankheit und seinen Vater bei einem Unfall verloren hat, und seiner Freundin Yuka gefunden und die beiden nehmen Lucy/Nyu bei sich auf.

Aber das Militär sucht sie und will sie um jeden Preis finden, denn sie ist viel zu gefährlich, um in Freiheit herumzulaufen. Während Nyu jedoch bei Kotha und Yuka wohnt, lernt sie mehr und mehr, dass Menschen vielleicht doch auch liebenswürdig sein können … außerdem verbindet Kohta und Lucy mehr als Kohta ahnt …

Ich bin immer wieder über den Namen „Elfen Lied“ gestolpert und habe das von Gustav Klimt inspirierte Cover-Art immer wieder mal wo gesehen. Und dann habe ich gelesen, dass es einer der besten und emotionalsten, aber auch brutalsten Anime ist, die es gibt. Spannend, dachte ich. Als ich dann festgestellt habe, dass es ohnehin nur eine Staffel mit 13 Folgen gibt, dachte ich, vielleicht sollte ich mal reinschauen.

Und ja, „Elfen Lied“ ist brutal. Das erste Bild nach dem Vorspann ist eine abgetrennte Hand. Und die nächsten Minuten folgt Blutbad um Blutbad, denn Lucy bricht aus ihrem Gefängnis aus und nimmt buchstäblich keine Gefangenen. Da explodieren Köpfe, werden Herzen rausgerissen oder Kugelschreiben durch Augen geschossen, Arme und Beine abgetrennt und generell Menschen im Vorbeigehen in zwei Stücke gerissen. Dazu kommt noch, dass Lucy – bis auf einen Eisenhelm – nackt durch die Gegend läuft und vom Alter her wohl eine junge, erwachsene Frau ist.

Also gleich vom Anfang weg schon mal starker Tobak, der mich aber jetzt ganz offen gesprochen, nicht so richtig abgeholt hat. Solche Szenen hat man halt schon oft gesehen und auch wenn der Gewaltgrad wirklich halbwegs hoch ist, so ist das Story-Element per se nicht neu. Und sorry, aber nackte Zeichentrickfiguren spielen in meinem Leben per ses keine Rolle, stören mich aber auch nicht, zumal es im Kontext der Handlung ja auch Sinn hat.

Aber ich bin dran geblieben und muss sagen, ja, der Animé, der auf einem Manga basiert, traut sich einiges und zeigt auch einiges, was man in anderen Serien sicher nicht oder zumindest nicht so zeigen würde. Ich habe unlängst einem Freund, der mich nach Serientipps gefragt hat, davon erzählt und eine Sache, die gesagt habe: „Also vom Ende von Folge 4 bis fast zum Ende von Folge 5 war ich die ganze Zeit über kurz davor loszuheulen. Das war richtig heftig.“

Und ja, es ist richtig heftig. So gibt es zum Beispiel einen Charakter, der obdachlos ist und von Zuhause floh, weil sie von ihrem Stiefvater missbraucht wurde. Und auch wenn nichts gezeigt wird, so ist die Rückblende mehr als nur ein kurzer Schlag in die Magengrube. Man sieht – in dunklem Schwarz-Weiß gehalten, wie sich das junge Mädchen vor dem Typen (man sieht nur sein Gesicht bis unter der Nase, also sein schweinisches Grinsen) ausziehen muss und dabei am ganzen Leib zittert. Dann muss sie sich auf alle viere begeben und sich mit dem Hintern in seine Richtung drehen. Dann kommt ein Schnitt, aber man weiß ja leider, was da dann kommen würde … mir wird jetzt noch übel, wenn ich daran zurückdenke. Und noch heftiger ist die nächste Szene als das Mädchen endlich die Kraft findet, es ihrer Mutter zu sagen, ist deren Reaktion ihr eine Ohrfeige zu verpassen und ihr ins Gesicht zu schreien, dass alles ihre (das der Tochter!) Schuld sei, denn wenn sie nicht wäre, dann „er“ wieder Interesse an ihr.

Alter Verwalter. Das sind Szenen auf die ist man einfach nicht vorbereitet und mich haben sie absolut hart erwischt. Ich halte Gewalt gegen Kinder weder im echten Leben noch in Geschichten/Filmen/Büchern aus und das hier war richtig heftig.

Umso schöner, wenn man dann sieht, wie sie unter der Obhut von Kohta und Yuka aufblüht und zu einer richtig wichtigen Figur in der Serie wird. Dazu kommt eine zweite Diclonius, die ihren Schöpfer (ein Forscher) „Papa“ nennt und alles für ihn tun würde. Also auch eine junge Frau mit dem Gemüt eines kleinen Kindes. Diese bekommt den Auftrag Lucy zu finden und zurückzubringen. Was sie versucht. Endet nicht gut für sie. Und die Reaktion vom Forscher hat mich dann überrascht – aber das wäre ein zu großer Spoiler.

Was ich damit sagen will: Die Serie scheut sich nicht auch absolut erwachsene Themen anzusprechen und zu zeigen und löst damit absolut Emotionen aus. Die Macher wussten schon, welche Knöpfe sie drücken müssen, damit man mitgerissen wird.

Was für mich dann aber von Anfang an – und je länger, desto schlimmer wurde es – doch ein Problem für mich war und ist: Der Umgang mit Liebe, Verliebtsein und Sex. Nur als Warnung: Sex kommt per se nicht vor, von zwei Küssen abgesehen. Aber diese kindlich übertriebene Darstellung oder das Nyu auf einmal Kohtas Hand nimmt und sich auf ihre Brust legt, während er sie völlig überfordert machen lässt, nur um dann zu fragen: „Du willst, dass ich meine Hand bewege?“. Das klingt nach ziemlich schlimmen Fantasien der Macher und nicht nach einer erwachsenen Serie. Überhaupt ist Kohta ein strunzdummer Protagonist, den man zwar als netten, sympathischen, aber schwer traumatisierten Hauptcharakter etablieren will, aber ehrlich: Der ist einfach nur strunzdumm und traumatisiert.

Im Gegenzug gibt es dann wieder Szenen, die großartig sind, als zum Beispiel Kohta einer anderen Figur erklärt, man könne sie nicht weiter einfach so durchfüttern und diese Person denkt, sie müsse jetzt gehen und alles zurücklassen, was sie lieb gewonnen hat, nur um völlig überrascht zu sein als er weiterspricht und anführt, dass sie ab jetzt auch ihren Teil im Haushalt übernehmen müsse: Den Hund füttern oder Fenster putzen, egal was, aber zumindest irgendwas. Das war eine schöne Szene.

Alles in allem wäre die Serie aus meiner Sicht weit besser, wenn man diese peinlichen sexuellen Teile weggelassen hätte, weil sie wenig bis nichts zur Handlung beitragen und einfach wirklich meistens peinlich sind. Speziell Yuka hat da ein paar richtig dumme Szenen, in denen sie absolut eifersüchtig auf Nyu ist, weil sich Kohta Sorgen um sie macht.

Udn wieder erneut gibt es extrem coole Szenen, die völlig anders verlaufen sind als ich das gedacht hätte.

Ich bin mir also uneins mit mir: Einerseits sind verschiedene Story-Stränge und die Beziehungen der Figuren untereinander richtig cool und nehmen teils unerwartete Wendungen. So bleibt zum Beispiel keine der Hauptfiguren schwarz/weiß, sondern alle bekommen Hintergrundgeschichten, die teilweise die Bösen auf einmal zu Guten machen und umgekehrt. Andererseits gibt es richtige Momente zum Fremdschämen.

Schade – aber das ist einfach der kulturelle Unterschied zwischen Japan und Europa, meine ich. Da sind einfach Dinge drin, die bei uns schwer unpassend und peinlich sind, während sie in Japan keine Rolle spielen oder sogar erwartet werden. So ist zum Beispiel Yuka, die schwer in Kohta verliebt ist und ihn sogar küsst, eigentlich seine Cousine. Würde bei uns gar nicht gehen. In Japan ist das kein Thema.

Auch gibt es später im Plot ein paar „Überbösewichte“, die mehr oder minder aus dem Nichts in den Plot geschrieben werden und das Ende fand ich eher unterwältigend, als wirklich episch und mitreissend. In Summe hatte „Elfen Lied“ für mich jedoch genug tolle Szene und starke Charaktermomente, die ihn zu einer Empfehlung machen. Man muss halt mit ambivalenten Gefühlen gegenüber ein paar der Figuren leben können.

Vor allem jene Momente in denen Lucy einfach Lucy sein darf sind richtig cool geworden – von der veränderten Körpersprache, Frisur, Augen und vor allem der extrem trockenen und kühlen Stimme – das ist 1A.

„Elfen Lied“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, wer Splatter mag oder auf nackte Anime-Figuren steht darf noch einen Punkt draufschlagen, von 10 möglichen Punkten.

PS: Und wen die Geschichte frappierend an „Stranger Things“ erinnert: Ihr habt Recht. Wurde von den Macher auch so bestätigt, dass sie schwer von „Elfen Lied“ inspriert wurden. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass sie komplette Handlungsstränge (und teilweise Szenen) geklaut haben.

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Code Violet (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2026/01/22/code-violet-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2026/01/22/code-violet-game-review/#respond Thu, 22 Jan 2026 07:42:40 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38434 Violet Sinclair wurde entführt. Aber sie weiß es nicht mehr. Sechs Jahre nach dem Tag an dem sie aus dem Dimensionstor gestiegen ist, hat sie sich an das Leben auf der Kolonie gewöhnt. Die Erde existiert angeblich nicht mehr. Violet … Weiterlesen

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Violet Sinclair wurde entführt. Aber sie weiß es nicht mehr. Sechs Jahre nach dem Tag an dem sie aus dem Dimensionstor gestiegen ist, hat sie sich an das Leben auf der Kolonie gewöhnt. Die Erde existiert angeblich nicht mehr. Violet wurde hierherg geholt, um Kinder zu gebähren, damit die Menschheit überleben kann. Und sie ist nicht die einzige. Warum aber seltsamerweise immer mehr Kinder auftauchen, die reptilienhafte Augen haben, ist verwirrend. Vielleicht eine Art Virus oder Mutation?

Eines Tages wacht Violet auf, weil eine Freundin gegen ihre Schlafkammer klopft, aber bevor sie noch etwas erklären kann, wird sie brutal fortgerissen und nur noch Schreie sind zu hören. Scarlett kann sich aus ihrem Pod befreien und stellt fest, dass die Alarmsirenen heulen – Dinosaurier sind in der Station und fallen Menschen an. Über das Funkgerät eines toten Wachsoldaten kann sie schließlich Kontakt mit Jason aufnehmen, der einen Plan hat, zu entkommen.

Also reißt sich Violet am Riemen, packt die Waffen, die sie findet ein und macht sich auf den Weg, um Jason zu treffen und aus der Station zu entkommen. Völlig egal wie viele und welche Dinosaurier sich ihr in den Weg stellen …

Da haben wir es also: Das schlechteste Spiel aller Zeiten. Zumindest, wenn man den ganzen Leuten im Internet glaubt. Auch diverse „seriöse“ Gaming-Journalist:innen überschlagen sich gerade, um das Spiel zu zerlegen. Weil so unglaublich schlecht ist.

Finde ich spannend.

Was ich mich frage, ist: Warum muss man Dinge erfinden, die nicht stimmen, um ein Spiel schlecht zu machen? Wenn es wirklich so schlimm ist, dann sollte man doch wohl bei der Wahrheit bleiben und einfach schreiben können, was man erlebt hat, oder nicht? Sowas finde ich immer wieder irre.

Beispiele?

Auf einer sehr bekannte Seite für Playstation-Spiele schreibt der Kritiker, dass Violet in ihrer Unterwäsche aufwacht – ihre Kleidung befinde sich am anderen Ende der Station, weshalb man quasi die halbe Station durchqueren müsse, damit sie endlich „was anhat“. Er überlegt dann weiter, dass das ja bedeuten würde, dass sie am anderen Ende der Station quasi Zähneputzen und sich ausziehen muss, dann in ihrer Unterwäsche ans andere Ende der Station (die groß ist) gehen muss, um sich ins Bett zu legen. Aja. Danke für diese wichtige Überlegung.

Wie kommt man auf sowas?

Noch dazu ist es völliger Schwachsinn. Die „normale“ Kleidung, die Violet am anderen Ende der Station holt ist ein Kampfanzug(!), den sie aufgrund der neuen Situation braucht. In Unterwäsche läuft sie am Anfang herum, weil sie durch einen verdammten Raptorenangriff aus dem Schlaf gerissen wurde und fliehen musste.

Ist es plakativ, die Hauptdarstellerin die erste Stunde (oder länger) in Unterwäsche herumlaufen zu lassen und ihren gut gebauten Körper zu präsentieren? Oder dass die erste Kameraperspektive inkl. Kamerafahrt so ausgerichtet ist, dass ihr Dekolleté und ihre Brüste sehr gut ins Bild gerückt sind? Ja. Absolut. Aber das ist auch nicht schlimmer als Eves „Aussteigen“ aus ihrem Pod in „Stellar Blade„.

Es gibt noch eine zweite Sache, die ich schräg finde (gleicher Artikel): Es gibt grob 20 Outfits, die man im Spiel freischalten kann (die keine Auswirkungen auf irgendwas haben, von der Optik abgesehen) und ja, viele davon sind sehr figurbetont und zeigen viel nackte Haut. Der Kritiker schreibt, dass das die Seriösität der Story kaputtmachen würde, weil zB bei einer tragischen Szene die Kamera zurückfährt und man dann Violet in einem Cowboy-Kostüm sieht, inklusive „ausgeschnittener Pobacken“ bei der Hose.

Also zuerst einmal: Das Outfit ist nicht Teil der Story und sagt mehr über den Kritiker aus als über das Spiel (zur Info: Die meisten Outfits passen NULL in die Story oder die Atmosphäre des Spiels, machen teilweise sogar die Immersion kaputt. Sie sehen gut aus, klar, aber ich hab mich relativ rasch auf den Anzug, den man am Anfang holt festgelegt – der passt einfach perfekt zum Setting (für die pingeligen Leser:innen: Ja, beim Bild oben hat sie etwas anderes an). Zum anderen wird Violets Optik in den Cutscenes nicht(!) an die Kleidungsauswahl angepasst. Heißt: Egal, was man(n) ihr anzieht: Sie hat in den Zwischensequenzen immer den Anzug vom Anfang an. Also auch hier wieder: Warum muss man sowas erfinden?

Das kotzt mich an. Echt.

Oder eine bekannte YouTuberin namens Vera irgendwas, die sich über das Kommentar von Teamkill Media (die das Spiel gemacht haben) beschwert, dass sie das Spiel nicht auf den PC portieren werden, weil sie nicht wollen, dass Modder ihre Figur in vulgären Szenen oder so zeigen (ich nehme an, sie meinen Nackt-Patches und so Zeug). Sie prangert an, dass die Typen ja ohnehin ihre Figur extrem sexuell in Szene setzen.

Ich sag nur: Das kann schon sein, Vera, dass die Jungs die Optik und den guten Körperbau sehr betonen – aber das wurde vermutlich mit der Synchronsprecherin vorher abgesprochen und es war okay für sie. Jemanden „sexy“ aussehen zu lassen, ist etwas anderes wie vulgär zu sein. Wenn du das nicht verstehst, dann brauchen wir da nicht weiter drüber zu reden.

Ich wiederhole: So ein Mist kotzt mich einfach an. Clickbait. Es niedermachen, einfach weil es gerade „in“ ist. Auch bei vielen anderen Reviews lese ich von Dingen, die (ich hab’s durchgespielt und hab gerade das New Game+ begonnen) im Spiel einfach nicht vorkommen.

Gleichzeitig wirft man den Machern (korrekterweise, wie ich anführen muss) vor, sie hätten ihr Spiel bewusst überzeichnet beworben. Und ja, es gibt mehrere Trailer, die scheinbar aus älteren Builds stammen, aus denen es Szenen nicht ins Spiel geschafft haben. Und die Optik von Violet und anderen Figuren hat sich auch nochmals drastisch im Vergleich zu machen Ankündigungsvideos verändert. Aber das ist doch alles nicht neu und kommt immer wieder vor. Und es ist kein Freifahrtschein um selbst zu lügen.

Vor allem, weil das Spiel an sich einfach nur das ist: Ein Spiel. Ohne dieses ganze Gebashe wäre es vermutlich völlig untergegangen und hätte keinen Menschen gejuckt. Also was soll das? Ich check es nicht. All diese ganzen präpotenten, von Klicks abhängigen, Profi-Zerleger. Ich kann die alle nicht mehr hören. Mühsam. Einfach mühsam.

Ist „Code Violet“ also in meinen Augen ein großartiges Spiel? Nein. Sicher nicht. Ist es ein neues „Dino Crisis“? Naja. Es kommen Dinos drin vor. Wenn das reicht, dann ja. Sonst nicht. Hat es irgendwas, was es von anderen AA-Produktionen abhebt? Nein, außer den Dinos und Violets Optik nicht. Aha – es hat keine Innovationen und erreicht nicht die Qualität eines über zwanzig Jahre alten Spiels, das aus Nostalgiegründen gefeiert wird (damals hatte es eine Durchschnittswertung von 60%)? Oh Nein. Böses, böses, böses Spiel. Was hast du dir dabei gedacht?

*kopfschüttel*

Naja, dann mal zum Spiel selbst: „Code Violet“ ist ein Third-Person-Game, in welchem ihr streng linear durch mehrere Anlagen und dazwischen kurze Außenwelten in Gestalt von Violet Sinclair marschiert, joggt oder schleicht, während euch immer wieder mal Dinos (meistens Raptoren) über den Weg laufen, die ihr in relativen kurzen Gefechten mit verschiedenen Waffen wegputzen müsst. Die Atomsphäre ist düster und bedrohlich, die Umgebungen variieren jedoch relativ wenig. Man merkt, dass die Macher sich bemüht haben ein wenig optische Abwechslung in die Anlagen zu bringen (eine ist eher gotisch angehaucht, eine andere modern-steril, eine andere kaputt und verschlissen), aber eine Sache stimmt völlig: Man ist meistens in relativ engen Gängen unterwegs, öffnet Türen, sammelt Ressourcen, löst Mini-Rätsel oder sucht Teile, um diverse Türen zu öffenen oder pumpt Wasser ab, um bestimmte Bereiche zu betreten und so weiter.

Alles nicht neu, aber für mich stimmig und eigentlich gut gemacht. Die Belichtung stimmt (auch wenn ich das Spiel in Summe als zu dunkel empfinde, ich hab Gamma raufdrehen müssen) und das Spiel mit Dunkelheit und den Schatten gelingt gut. Was richtig gut funktioniert ist meiner Ansicht nach die Soundkulisse, denn die lässt auch oft mal einfach Stille wirken. Bedrückende und bedrohliche Stille. Dann hört man wieder von irgendwoher einen Dino schreien und hofft, dass er nicht im nächsten Raum ist, denn Munition ist teilweise rar. Außerdem gibt es Giftspritzer-Dinos – für die muss man ein Gegengift im Inventar haben und der Platz da drin ist sehr beschränkt.

Die Außenwelten sind keine Grafikkracher, aber vom Design her wirklich gut gelungen – wenn man in der Ferne schwebende Inseln sieht oder Wasserfälle vorbeirauschen – ja, es ist kein grafischer Meilenstein in Summe und das Design bzw. die Optik der Gegenden wird auch keinen Innovationspreis gewinnen, aber für ein Team bestehend aus vier(!) Personen – alle Achtung. Respekt. Wirklich.

Das Gameplay funktioniert, ich hatte keinen einzigen(!) Bug und zwei Tage nach Veröffentlichung gab es sogar schon einen Patch, der die schwarzen Balken oben und unten entfernt und endlich Vollbild eingeführt hat. Ja, hin und wieder gibt es Clipping-Fehler, zum Beispiel sieht man Dinokrallen oder -schwänze durch die Türen oder so Zeug, aber nichts davon ist wirklich schlimm, wie ich finde.

Die Story hat gute Ansätze, wird aber leider supoptimal erzählt. Da müssen die Jungs noch üben, wirklich. Die Inszenierung mancher Szene ist 1A, leider können die Animationen der Gesichter mit der Emotion die vermittelt werden soll und von den Sprecher:innen (allen voran Alaina Wis) sehr gut bis gut vermittelt werden, nicht mithalten. Aber auch hier: Ein Team aus 4 (vier!) Personen. Erneut: Respekt.

Was ich leider schon anmerken muss, sind zwei Dinge, die mich gestört haben. Zum einen gibt es zwei Passagen, die ich aufgrund der Steuerung (Wasser-Rutsche) und aufgrund der Belichtung (T-Rex-Jagd) wirklich mühsam fand. Hätte cool werden können, fand ich aber wirklich einfach anstrengend. Da wäre mehr drin gewesen. Abwechslung ist eine gute Idee, aber dann bitte zumindest stimmig einbauen.

Die zweite Sache bezieht sich auf die Inszenierung von Szenen: Es gibt relativ früh eine Szene in der man durch einen Glasgang geht, umgeben von Wasser. Der bricht, Wasser bricht herein und Violet wird weggespült. Cut. Violet steht am anderen Ende des Gangs (wo man ja hinwollte) und die Tür hinter ihr – also in Richtung des „überfluteten“ Gangs – ist offen. Nur ist da kein Wasser drin. Es wäre doch nicht schwer gewesen, einerseits die Tür zu schließen und andererseits die Cutscene vielleicht so auszubauen, dass Violet rausgeschwemmt wird, mit Müh und Not die Türtaste zum Verschließen drücken kann und so gerettet wird, oder?

Und eine zweite Szene in der Violet von Jason vor einem hybriden Wesen gerettet wird indem er eine Tür kurzschließt – sie öffnet sich, Violet fällt Jason entgegen und die Tür geht wieder zu. Dann steht Violet auf und – Jason ist weg. Man hört Jason über Funk sagen, dass er die Tür nicht mehr aufbekommt, er also auf der anderen Seite (der Kuppel, nicht der Tür) gefangen ist und sie sich an Punkt X wieder treffen werden. WTF? Violet ist doch gerade dort rausgekommen wo Jason stand? Auch hier hätte man meiner Ansicht nach relativ leicht korrigierend eingreifen können. Das sind schon richtige Patzer.

Aber – erneut erneut – ein Team aus vier (4!) Personen.

Alles in allem – mir hat’s gefallen. Mit allen Abstrichen und allem Trash-Charme, den es vermittelt. Gibt es Luft nach oben? Sicher. Haben die Macher ihr Spiel ein wenig zu optimistisch beworben? Mit Sicherheit. Aber niemand der auch nur einen Gameplay-Trailer gesehen hat, hat doch bitte ernsthaft geglaubt, dass das hier ein Meilenstein der Spielgeschichte wird, oder? Habt ihr keine Augen? Und noch was: Wenn ihr ein Spiel vorbestellt in einem Store, der keine Rückerstattungen macht, dann beschwert euch bitte nicht, wenn ihr kein Geld zurückbekommt. Was ist denn bitte aus Eigenverantwortung geworden, hm? Ebenfalls: Zum Kotzen.

Was mich betrifft: Würde ein zweiter Teil kommen – ich würde ihn mir kaufen.

Persönliche Anmerkung: Das Coverbild hat null mit dem Spiel zu tun. Von der Farbe Violett und der Tatsache, dass eine schwarzhaarige Frau drauf zu sehen ist, mal abgesehen. Aber das Titelbild ist gleichzeitig ein Bild/Gemälde im Spiel welche Save-Rooms kennzeichnet (dort könnt ihr übrigens auch Violets Kostüme tauschen und euer Inventar in einer alle Save-Rooms übergreifenden Kiste abladen).

„Code Violet“ bekommt von mir 7 von 10 möglichen, primär von der Atmosphäre und der Optik der Protagonistin lebende, Punkte. Ach ja – und Dinos. 🙂

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