Best Of Worst Case: Water Park Shark (Filmkritik)

Austin Dillard (Matthew Dame) kommt nach vielen Jahren zurück in seine Heimatstadt. Dort nimmt er einen Job als Bademeister an. Und trifft auf alte Bekannte, wie zum Beispiel seine alte Liebe Peyton (Chelsea Gilson), die mittlerweile Sheriff ist. Passend, dass seine Rückkehr mit dem Verschwinden von ein paar Leuten zusammenfällt. Außerdem passieren im Park und in der Stadt regelmäßig seltsame Stromschwankungen, als ob irgendetwas Energie absaugen würde.

Stellt sich heraus: Unterhalb des Parks wird Energie abgezapft (wofür wäre ein Spoiler) und die Batterien haben ein Leck. Sie tropfen ins Grundwasser, welches aus dem Meer in den Park fließt – weil’s billig ist. Dieses Batteriesäure lockt Haie an und macht sie irre. Außerdem mutieren sie ein klein wenig.

Und – sie sind im Wasserpark. Was für die Besucher:innen nicht gesund sein kann …

Anthony C. Ferrante kennt man vermutlich nicht. Was man jedoch kennt, ist seine Filmreihe für die er wohl ewig in die Filmgeschichte eingebrannt sein wird. Vielleicht weniger er, aber die Reihe selbst kennen wohl alle: „Sharknado!„. Unter seiner Regie sind alle sechs (ja, sechs) Teile entstanden.

Das hier ist also sein neuer Film. Und er ist wieder mit Haien. Und … er ist tatsächlich besser als die oben erwähnte Reihe, aber dadurch leider auch schlechter. Das klingt jetzt im ersten Moment vermutlich wie ein Widerspruch, ist aber leicht zu erklären: Sind die Sharknados so schlecht, dass sie einfach unglaublich lustig sind, weil sie ja so schlecht sind und den Trashfaktor einfach mit jedem Teil weit nach oben schrauben. Irre. Großartig.

„Water Park Shark“ kann da nicht mal im Ansatz mithalten. Der Irrsinn hält sich in Grenzen und es wirkt wie ein Film von der Stange. Das Setting im Wasserpark wird wenig bis nicht genutzt. Es ist halt eine Location. Die Haie selbst kommen vor, sind aber eher eine Randerscheinung und wirklich bedrohlich oder sonstwas sind sie nicht. Die Fressattacken sind auch die üblichen – Schrei. Unter Waser. Blut. Fertig. Es gibt vielleicht zwei, drei Momente die okay sind. Als zum Beispiel jemand die Wasserrutsche nach unten fetzt und dann auf einmal ein Hai mit offenem Maul in der Röhre steckt. Aber das ist alles nur im Vorbeigehen und wird weder zelebriert noch ist es witzig gemacht.

Schade. Da wurde meines Erachtens viel Potential liegen gelassen. Offensichtlich hat sich hier niemand hingesetzt und überlegt, wie man das Setting für ein Maximum an Irrsinn nutzen kann. Es fühlt sich eher an wie, „Hey. Wasserpark. Passt. Machma.“ – „Wie?“ – „Schauen wir mal, was sich ergibt und möglichst wenig Aufwand darstellt“.

Erneut: Schade.

Interessant, dass sich hier auf die Figuren konzentriert wird. Vor allem die Beziehung zwischen Austin und Peyton steht im Vordergrund und das hat Potential, denn Peyton hat durchaus ein paar coole Sprüche auf Lager und man versteht sofort, warum Austin in die verknallt war (oder ist). Umgedreht … eher weniger. Matthew Dame ist mit Sonnenbrille ein Chris-Evans-Look-Alike, aber ohne … nein. Da wirkt er von der Mimik her als würde nicht bis drei zählen können.

Da kommt es dann aus der ganz abgedrehten Seite, als er während dem Film dann irgendwann erwähnt, dass er eigentilch beim FBI war und einen Fall am Laufen hatte – dieser hat ihn zurück in die Heimatstadt gebracht. Genau. Der Typ war beim FBI. Mhm. Sicher.

Wer sich trotz allem rundherum gut schlägt ist Chelsea Gilson, die einfach das gewisse Etwas in ihrem Schauspiel hat. Die Figur ist schlecht geschrieben, keine Frage, aber ihre Peyton ist zumindest eine Person, die man länger begleiten würde. Und Gilson bringt ihre One-Liner und alles andere absolut gut auf den Punkt. Außerdem hat sie Comedy-Timing. Was vielen anderen fehlt. Außerdem positiv: Sie braucht nicht mal im Bikini rumlaufen, damit man ihr zusehen will. Das geht einfach aufgrund ihrer coolen Ausstrahlung.

Naja. Ein weiteres „Highlight“ ist auf jeden Fall David Chokachi (bekannt als „Cody“ aus „Baywatch“), der hier den ehemaligen Coach von Austin spielt. Der hat die besten Momente. Und bringt die auch super rüber. Der Rest ist Beiwerk, wobei hier die Nebenfiguren tatsächlich am meisten Spaß machen. Auch wenn sie nur wenig vorkommen. So ist zum Beispiel Snow Fang als desillusionierte Rettungsschwimmerin ein Highlight. „You go one by one. Don’t stand up. And don’t hurt yourself. Because you’ll be on your own. I’ll have a break in five minutes.“

Alles in allem ist der Film zu handzahm und nimmt seine völlig irre Prämisse viel zu ernst. Außerdem wird das alles ohne Highlights inszeniert. Alle Enthüllungen, die eigentlich witzig hätten sein können (siehe FBI weiter oben), werden seriös und im Vorbeigehen inszeniert. Schade. Auch da verschenktes Potential.

Ich denke mit Gänsehaut an den Kultdialog von Sharknado 3 zurück, als David Hasselhoff sagt „I’ll do it. So I can be, what I always wanted to be!“ – „An astronaut?“ – „No.“ (dreht sich zu seinem Sohn um, legt ihm bei heroischer Musik die Hand auf die Schulter) „Your hero!“. Hätte man diese Szene so inszeniert wie diesen Film hier … langweilig. Oder umgedreht: Hätte man die Szenen in „Water Park Shark“ mit so viel Witz und Overacting inszeniert – das wäre um Welten besser.

So bleibt ein kleiner, leider enttäuschender Trashfilm übrig, der aufgrund seiner Prämisse viel mehr Spaß machen müsste, als er eigentlich macht.

„Water Park Shark“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen, einen Punkt einfach nur, weil ich Trashfilme mag, draufgegebene, Punkte.

Best Of Worst Case – Urteil (Trashfaktor: Prämisse, CGI, Drehbuch, Schnitt):

Leider ein Durchhänger. Hat nicht mal Momente, bei denen am sich denkt, das könnte noch was werden. Plätschert ohne Highlights dahin (Wortspiel ist Absicht). Schade.

Fazit: Kann man sehen, muss man aber nicht.


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