De | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Sun, 24 May 2015 09:21:47 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.7 Winterkartoffelknödel (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2014/10/11/winterkartoffelknoedel-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2014/10/11/winterkartoffelknoedel-filmkritik/#respond Sat, 11 Oct 2014 04:00:57 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=18636 Es ist wieder einmal was passiert. Mehrere Mitglieder der Familie Neubauer versterben innerhalb kürzester Zeit unter merkwürdigsten Umständen. Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) glaubt allerdings, anders als sein Vorgesetzter, nicht an einen Zufall und beginnt mit der Hilfe seines Kumpels und … Weiterlesen

The post Winterkartoffelknödel (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Es ist wieder einmal was passiert. Mehrere Mitglieder der Familie Neubauer versterben innerhalb kürzester Zeit unter merkwürdigsten Umständen. Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) glaubt allerdings, anders als sein Vorgesetzter, nicht an einen Zufall und beginnt mit der Hilfe seines Kumpels und Privatdetektives Rudi Birkenberger (Simon Schwarz) zu ermitteln.

Winterkartoffelknoedel

Nach dem überraschendem Erfolg von Eberhofers eigentlich zweitem Abenteuer in Buchform mit dem Titel „Dampfnudelblues„, stand eigentlich relativ bald fest, dass es nicht sein letzter Auftritt auf der großen Leinwand sein sollte. Zum Glück war Autorin Rita Falk die letzten Jahre mehr als fleißig und ließ ihren Protagonisten in dem einen oder anderen Fall ermitteln.

„Winterkartoffelknödel“ ist eigentlich die erste Geschichte rund um Eberhofer und die Bewohner von Niederkaltenkirchen. Durch ein paar minimale Änderungen wird daraus aber eine Fortsetzung, die scheinbar zeitnahe nach den Geschehnissen von „Dampfnudelblues“ angesiedelt ist. Dabei hat man versucht, es noch ein Stück weit besser zu machen, vor allen in dem man sich näher an die Vorlage hält.

Nachdem man in „Dampfnudelblues“ genügend viel Zeit damit verbracht hat, das Land und die Leute vorzustellen und dem Zuschauer näher zu bringen, stürzt sich Eberhofer an dieser Stelle zeitnahe in die Ermittlungen. Diese stellen sich als verhältnismäßig schwierig heraus, aber zum Glück kann Eberhofer auf über zwanzig Jahre Berufserfahrung zurückgreifen.

Die braucht er dann auch, denn der Fall ist nicht nur verhältnismäßig schräg, sondern auch lange Zeit undurchsichtig. Lange Zeit hat Eberhofer (und der Zuschauer mit ihm) keine Ahnung, was hier wirklich läuft. Erst gegen Ende finden sich Hinweise und um den Fall vollständig lösen zu können, müssen Eberhofer und Birkenberger ins sonnige Spanien (Romantikurlaub?!) reisen.

Dabei wird wie immer der Humor groß geschrieben. Da zückt Eberhofer beispielsweise während der Vernehmung eines albanischen Kranführers seine Dienstwaffe, da ihn dieser nicht ganz ernst nimmt und die Aussage verweigern will. Ein anderes Highlight ist die Gesangseinlage von Eberhofers Freund und Installateur Flötzinger, der von „Sexualverkehr“ träumt (das entsprechende Musikvideo ist auf Youtube zu finden).

Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer hat an dieser Stelle wieder sein „Rock Rules“ Shirt ausgepackt, auch wenn man nur erahnen kann, dass es tatsächlich da ist. Bezzel verkörpert die Rolle auf seine gewohnt trockene Art und hat sofort wieder die Sympathien der Zuschauer auf seiner Seite. Unterstützung bekommt Eberhofer von seinem Kumpel Rudi Birkenberger, der von Simon Schwarz verkörpert wird.

Schwarz hatte sichtlich Spaß in seiner Rolle und vermittelt das auch erstklassig. Der Rudi besticht weniger als Detektiv, sondern als Eberhofers Freund und hilft ihm letzten Endes dann auch den Fall zu lösen. Besonders herausstechen kann dann noch Jeanette Hain, die als Mercedes nicht nur Eberhofers Privatleben ordentliche durcheinander bringt.

Alles in allem ist „Winterkartoffelknödel“ ein filmisches Schmankerl und eine gelungene Fortsetzung. Hier wird deutlich mehr ermittelt, statt sich auf das Leben in der bayrischen Provinz zu konzentrieren, was dem Film ein klein wenig den Unterhaltungswert nimmt. Dennoch darf der Humor nicht zu kurz kommen und es darf auch wieder gelacht werden. Dabei wird mehr als deutlich, dass sowohl Regisseur Ed Herzog, als auch die beteiligten Schauspieler sehr viel Spaß verstehen.

Der Film „Winterkartoffelknödel“ bekommt 8/10 den Fall erneut auf seine eigene Art lösende Empfehlungspunkte und startet in den Kinos am 17. Oktober 2014.

Der dritte Fall von Franz Eberhofer ist bereits in der Vorbereitung und vielleicht dürfen wir uns schon bald auf „Schweinskopf al dente“ freuen.

The post Winterkartoffelknödel (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2014/10/11/winterkartoffelknoedel-filmkritik/feed/ 0
Best Of Worst Case: Hermann mit der Schneeschaufel (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2014/06/21/best-of-worst-case-hermann-mit-der-schneeschaufel-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2014/06/21/best-of-worst-case-hermann-mit-der-schneeschaufel-filmkritik/#comments Sat, 21 Jun 2014 04:00:02 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=16300 Hermann (Dominic Marcus Singer) ist jung und geistig nicht unbedingt hell. Er lebt bei seiner (sehr nervigen) Oma (Jolanta Warpechowski) und muss parieren. Als ihm sein (vermisster) Großvater eine Kiste Maroni schickt und er die nette Hannah kennenlernt, kann er … Weiterlesen

The post Best Of Worst Case: Hermann mit der Schneeschaufel (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Hermann (Dominic Marcus Singer) ist jung und geistig nicht unbedingt hell. Er lebt bei seiner (sehr nervigen) Oma (Jolanta Warpechowski) und muss parieren. Als ihm sein (vermisster) Großvater eine Kiste Maroni schickt und er die nette Hannah kennenlernt, kann er sein Glück kaum glauben. Aber dann wird sie entführt, er entdeckt, dass die Maroni Superkräfte verleihen, schnappt sich seine Schneeschaufel und macht sich auf den Weg sie zu retten.

Hermann mit der Schneeschaufel Film

Von Anfang an als Trashfilm konzipiert konnte ein Film wie „Hermann“ ja nur gut werden. Das war klar. Bei den „Vienna Fright Nights“ hat der Film den Publikumspreis gewonnen und noch dazu den Preis für die „Beste Verstümmelungsszene“. Alles klar und total super. Die Macher dahinter haben alles Recht auf sich und ihr Werk stolz zu sein, denn sowas gelingt nicht allen und nicht jeden Tag. An dieser Stelle also: Respekt.

ABER. Und das ist ein großes Aber. Der Film ist langsam. Und kommt leider bis zum Ende nicht so wirklich in die Gänge. Ist es am Anfang noch lustig dem Großvater und seinem Wüstenführer zu folgen, so verliert sich der Film rasch mal in belanglosen und nur beim ersten Mal witzigen Szenen. Leider wiederholen sich dann einige Witze für meinen Geschmack ein bisschen zu oft, um noch lustig zu sein.

Dominic Marcus Singer, der Hermann und auch den Großvater spielt, ist kein begnadeter Schauspieler, das sei mal so dahingestellt. Sicher – man versteht, was er mit seiner Mimik sagen will, aber letzten Endes reicht es leider nicht um den Film zu tragen. Zu billig ist die Art und Weise, wie er den „dummen“ Hermann spielt. Immerhin tut es auch nicht weh, ihm zuzusehen. Die anderen … Schauspieler schlagen in eine ähnliche Kerbe, haben aber auch nicht viel zu tun. Positive Ausnahme: Jolanta Warpechowski als Großmutter ist (bewusst) nervig und spielt das verdammt gut.

Wirklich nervig waren eigentlich nur zwei Dinge:

Einerseits gibt es ein paar Szenen, in welchen die entführte Hannah durch die Gegend getragen oder als Geschenk präsentiert wird und die gute Frau kreischt – verständlicherweise – die ganze Zeit über. Storytechnisch klar. Aber leider auf die Dauer einfach ein bisschen zu nervig. Zumal der Knebel seinen Zweck nicht erfüllt. Wenn das ein Witz gewesen sein sollte und Absicht, dann ging das an mir vorbei.

Andererseits ist der Film zu langsam. Die Kampfszenen versprühen keine Wucht, die Kamera ist zu lange drauf, es wird zu selten geschnitten bzw. hätte man vielleicht die Kampfszenen ein wenig öfter üben sollen, damit sie flüssiger wirken.

Positiv erwähnen muss ich die Kreativität in den Tötungsszenen – die meisten sind zwar vorhersehbar, aber zumindest gut gemacht. Vor allem die physischen Effekte sind wirklich super. Der „geteilte“ Mann sieht verdammt gut aus. Auch der „abgerissene“ Arm schaut super aus. Also … eigentlich alle physischen Effekte sind super. Das gleiche gilt für die Musik.

Was nichts daran ändert, dass der Film nichts zu bieten hat, außer eben diesen blutigen Szenen. Die Handlung ist simpel und wird eigentlich nicht persifliert. Die Szenen sind nicht übertrieben und nicht überzeichnet. Es sei denn, übertrieben lautes, langes und anstrengendes Lachen (der „Charaktere“ im Film) wird heutzutage bereits schon als Satire bezeichnet.

Bitte, versteht mich nicht falsch: Es handelt sich um eine Amateurproduktion. Das merkt man auf ganzer Linie. Und das Herz war sicher am richtigen Fleck, aber trotzdem kann ich nicht umhin, zu erwähnen, dass es vielleicht (angeblich um € 13.000,–) besser gewesen wäre, wenn man sich ein wenig mehr auf Handlung und Charaktere und Witze fokussiert hätte, also rein auf die Splatterszenen zu setzen.

Wer also auf reinen Splatter steht kann die ersten zwanzig Minuten des Films überspringen und gleich zum Blutbad übergehen. Alle anderen sollten ohnehin einen Bogen machen.

„Hermann mit der Schneeschaufel“ bekommt 4 von 10 möglichen, blutige, aber zu wenig lustige, Punkte.

Best-Of-Worst-Case-Urteil (Trashfaktor: Story, Drehbuch, Schauspiel):
Von einem großen Blutfaktor abgesehen hat der Film nicht wirklich viel zu bieten. Der ist zwar gut gemacht, aber aus dem Alter, in welchem mir das gereicht hat, bin ich leider bereits rausgewachsen. Schade. Ich habe ihn wirklich mögen wollen.

Fazit: Ab der Hälfte super für Splatterfans. Sonst nada.

The post Best Of Worst Case: Hermann mit der Schneeschaufel (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2014/06/21/best-of-worst-case-hermann-mit-der-schneeschaufel-filmkritik/feed/ 2
Das finstere Tal (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2014/03/12/das-finstere-tal-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2014/03/12/das-finstere-tal-filmkritik/#respond Wed, 12 Mar 2014 05:00:00 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=15351 Das Tal liegt eingeschlossen von hohen Bergen, einsam und verlassen. Keine fremde Seele lässt sich freiwillig im Dorf blicken – schon gar nicht, wenn der Winter naht. Die Familie des Brenner-Bauern hat ihre eigene kleine Welt fest Griff. Sie ist … Weiterlesen

The post Das finstere Tal (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Das Tal liegt eingeschlossen von hohen Bergen, einsam und verlassen. Keine fremde Seele lässt sich freiwillig im Dorf blicken – schon gar nicht, wenn der Winter naht. Die Familie des Brenner-Bauern hat ihre eigene kleine Welt fest Griff. Sie ist das Gesetz im Tal. Nach dem haben sich alle anderen zu richten.

Als ein Fremder mit dem Namen Greider auftaucht, um Fotos zu machen, sind alle skeptisch. Aber da er Gold hat, darf er bleiben. Wenn auch nur unter großer Skepsis. Dann beginnen die Söhne des Brenner einer nach dem anderen das Leben zu lassen.

Wer mag wohl dahinter stecken … ?

das-finstere-tal

„Das finstere Tal“ ist seit langer Zeit wieder einmal das, was man in Österreich als „Blockbuster“ bezeichnen kann. Wo „Blutgletscher“ als Satire durchging und auf witzige Art und Weise (unfreiwillig) unterhaltsam war, setzt „Das finstere Tal“ ganz woanders an und kommt damit durch. Der Film von Andras Prochaska, auf dessen Konto auch die beiden „In drei Tagen bist du tot“-Teile gehen, ist düster, dunkel und bedeutungsschwanger. Ich muss zugeben, den Roman von Thomas Willmann nicht zu kennen, der als Vorlage für den Film diente, aber auch so war der Film für mich zu 99% vorhersehbar.

Um die nächsten Zeilen besser einordnen zu können, muss ich anmerken, dass ich kein Fan von Prochaska bin – gerade seine beiden „In drei Tagen bist du tot“-Filme waren – trotz des kommerziellen Erfolgs – für mich eher peinliche Genrebeiträge („Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott“ war super, das lag aber mehr an den DarstellerInnen als am Drehbuch). Peinlich nicht in der Hinsicht, dass es per se schlechte Filme waren, aber wir haben damals im Kino bereits während dem Film begonnen, uns gegenseitig aufzuzählen aus welchem Film welche Szene geklaut war. Die Formulierung, die ich damals sehr treffend fand: „Wenn es das Ziel war, einen möglichst generischen, amerikanischen Film zu machen, dann hat es perfekt funktioniert.“ Das trifft für weite Strecken auch auf „Das finstere Tal“ zu.

Die positiven Seiten an dem Austro-Western ist die extrem gelungene Optik – die Bilder sind allesamt toll einfangen, die Düsternis, die Kälte, alles wunderbar und atmosphärisch – nahezu perfekt. Das Casting kann sich auch sehen lassen. Neben Tobias Moretti(„Speer und er“, „Midsummer Madness“, uva), der ja immer sehenswert ist und der hier einen der Brenner-Brüder gibt, ist es vor allem Sam Riley („Franklyn“), der als schweigsamer junger Rächer zu überzeugen weiß. Die paar Sätze, die der Mann spricht sind zwar nichts anderes als bedeutungsschwangere Floskeln, aber im Grunde braucht er nicht einmal zu reden. Es reicht, wenn er traurig und dennoch entschlossen in die Kamera blickt. Und das macht er oft. Sehr oft. Was nicht weiter stört, weil es die Stimmung des Films wirklich super transportiert. Auch Paula Beer macht ihre Sache als Erzählerin sehr gut.

Was am Film halt wirklich auffällt ist folgendes: Das Wort „Austro“ ist das einzige, was daran wirklich an Österreich erinnert. Natürlich hat man im Original noch den Dialekt, klar, aber ansonsten – der Film könnte überall spielen oder überall produziert worden sein, es macht keinen Unterschied. Das ist natürlich an sich mal zu einhundert Prozent wertneutral, denn das kann man super finden – weil die Geschichte „universell“ ist – oder auch doof, weil die Geschichte dadurch „beliebig“ wird. Je nachdem, wie man die Sache dann sieht.

Dazu kommt – und das kann ich gar nicht genug betonen – die Erwartung an den Film ist das tatsächlich Ausschlaggebende. Denn der Film ist langsam. Elegisch. Gemächlich. Laaaangsam. Wer von euch des Öfteren bereits Western gesehen hat, wird sich vermutlich an die Anfangsszene von „Spiel mir das Lied vom Tod“ erinnern, oder? Haltestelle für den Zug. Warten. Fliege. Warten. Schild im Wind. Warten. Und so weiter.
Das trifft hier in ähnlicher Form auf den ganzen Film und auch auf die einzelnen Szenen zu. Geübte KinogängerInnen sehen das Ende einer Szene meist schon fünf Sekunden nach Anfang derselben. Und vom Anfang zum Ende einer Szene kann es teilweise schon halbwegs dauern. Wer sich also Action erwartet – dämpft eure Euphorie. Der Film ist wirklich – hab ich das schon erwähnt? – langsam. Viele bedeutungsschwangere verbale Andeutungen und Blicke. Viele ebenso bedeutungsschwangere Schwenks wenn Leute auf Pferden durch die Gegend reiten. Sicher sorgt das für Atmosphäre, keine Frage. Aber spätestens ab der Halbzeit dachte ich mir, wenn ich jetzt nochmals fünf Minuten Herumreiterei sehe, dann krieg ich einen Anfall.

Die Action – wenn sie dann kommt – ist blutig und hart inszeniert. Da kann Prochaska, das wissen wir. Die Musikauswahl allerdings – das kann er nicht. Das gleich mal zum Anfang „Sinnerman“ entweiht wird (ja, ich finde diese Version ist Mist) mag ja Geschmacksache sein. Dass die Musik die Stimmung trifft gebe ich unumwunden zu, auch, dass der Text zum Teil perfekt zutrifft auch – aber das hätte man ja auch neu schreiben können. Was soll’s? Das ausgerechnet beim finalen Showdown in Zeitlupe diese seltsame Synthiemusik kommt, das war dann doch eher wieder lustig als spannend.

Eine Sache noch, die ich loswerden möchte: Da die Story und die Auflösung ja wohl eh für alle Menschen, die bis drei zählen können, klar ist, brauche ich hier jetzt nicht großartig aufzupassen und verrate auch nicht zu viel, wenn ich sage: Die Tatsache, dass Greider nur aufgrund eines technischen Vorsprungs (Sechslader-Gewehr) gewinnt, bleibt für mich im Film zu nebensächlich (Eine englisch sprechende, technisch überlegene Macht dringt in ein abgeschlossenes System ein und befreit es, ohne darum gebeten worden zu sein – erinnert euch an was? 😉 ). Auch der Übergang zum Showdown (verschlafen? Bitte, was? Verschlafen!?) war für mich seltsam unpassend. Das gilt auch für den riesengroßen Typen am Ende, der aus dem Nichts auftauchte. Neben mir fragte jemand „Wer ist denn das jetzt?“ und ich gestehe – ich hatte auch keine Ahnung. Das war wie in einem Computerspiel als plötzlich ein Zwischengegner irgendwo aus dem Nichts kommt, Hauptsache, da kommt noch ein Kampf vor. Im Abspann hab ich dann erkannt, wer das war – im Film kam mir die Person vorher nie bewusst unter.

„Die Freiheit ist ein Geschenk, dass sich nicht jeder gerne machen lässt“ – die Prämisse des Plakats und ein Hauptgrund für mein Interesse am Film (ist ja eine super Tagline!), bleibt über weite Strecken und kleine verbale Erklärungen nebenbei allerdings unbedeutend. Das Thema – anstatt der reinen Rachegeschichte – wäre sicher auch interessant genug gewesen, um es noch ein bisschen näher zu beleuchten. Der Film wäre gleich lang geworden und vielleicht doch nicht sooo langsam.

Das alles ist in Summe klarerweise Jammern auf hohem Niveau. Einem österreichischem Western als Kritik zu unterstellen, dass er a) zu elegisch und b) zu wenig österreichisch ist, kann man ja sogar indirekt als Lob auffassen. Das kommt darauf an, was der Regisseur erreichen wollte.

Alles in allem kann ich „Das finstere Tal“ durchaus, die richtige Erwartungshaltung vorausgesetzt, empfehlen und gebe ihm 7,5 von 10, die Alpen von einer tyrannischen Familie befreiende, Punkte.

The post Das finstere Tal (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2014/03/12/das-finstere-tal-filmkritik/feed/ 0
Fack Ju Göhte (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2013/11/10/fack-ju-goehte-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2013/11/10/fack-ju-goehte-filmkritik/#comments Sun, 10 Nov 2013 05:00:49 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=13518 Zeki Müller (Elyas M’Barek) wird aus dem Gefängnis entlassen und will sich seine Diebesbeute abholen, die eine Freundin auf der Baustelle der Göthe-Gesamtschule vergraben hat. Zu seinem Leidwesen hat man dort allerdings eine Turnhalle gebaut und Zeki versucht an der … Weiterlesen

The post Fack Ju Göhte (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Zeki Müller (Elyas M’Barek) wird aus dem Gefängnis entlassen und will sich seine Diebesbeute abholen, die eine Freundin auf der Baustelle der Göthe-Gesamtschule vergraben hat. Zu seinem Leidwesen hat man dort allerdings eine Turnhalle gebaut und Zeki versucht an der Schule zwecks Universalschlüssel den Posten des Hausmeister zu bekommen. Aber auch damit wird es nichts und so nimmt er kurzerhand die Stelle des neuen Aushilfslehrers an. Um die Sache noch zusätzlich zu komplizieren, kommt ihm nicht nur seine neue Kollegin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) auf die Schliche, sondern Zeki muss auch noch die „Problemklasse“ der Schule unterrichten.

Fack Ju Göhte

Wie hieß es im Film mit einem dezenten Seitenhieb auf den Filmtitel sinngemäß: „Nur gut dass du nicht bei mir Englisch hast!“ Allerdings kann man davon ausgehen, dass der Titel des Filmes nicht auf fehlende Englischkenntnisse zurückzuführen ist, als vielmehr auf einen geschickten (und ja offensichtlich gelungenen) Trick, den Filmtitel zwecks Genehmigung so zu verfremden, dass man sich dann doch irgendwie auskennt.

Maßgeblich beteiligt sind hier vor allem Regisseur und Drehbuchautor Bora Dağtekin und Schauspieler Elyas M’Barek. Beide haben uns voriges Jahr mit „Türkisch für Anfänger“ eine, wenn nicht sogar die deutsche Komödie des Jahres beschert, um uns jetzt erneut herzhaft zum Lachen zu bringen. Dabei schaffen sie nicht nur das, sondern leisten mit „Fack Ju Göhte“ ihren eigenen Beitrag zur lange notwendigen Bildungsreform.

Zu Beginn nimmt sich der Film relativ viel Zeit um Zeki Müller dem Publikum vorzustellen und um ihn anschließend in eine für ihn völlig unbekannte Umgebung zu werfen. Dass Zeki im Knast nicht einmal seinen Hauptschulabschluss geschafft hat (immerhin hat er da ja nur mitgemacht, weil es Kakao gab) vermittelt einen ungefähren Eindruck, was er vom Lernen allgemein und Schule im Speziellen hält.

Später landet er dann bei einer Klasse, die ihre Lehrer schon einmal geteert und gefedert haben, weil die sich ja bekanntlich eh nicht wehren dürfen, was schon schräg genug ist und für einige lustige Momente sorgt. Doch seine Schüler haben ihre Rechnung ohne Herrn Müller gemacht, denn der hat keine Angst sich mit unkonventionellen Mitteln durchzusetzen und beendet die Pause schon einmal mit einem Paintball-Gewehr.

Gerade die erste Hälfte des Films ist sehr gut gelungen und tierisch komisch, auch wenn ich noch nie einen deutschen Film gesehen habe (und schon gar keine Komödie), in der dermaßen viel geflucht wurde. Später werden die lustigen Momente ein bisschen weniger, was daran liegt dass Zeki anfangt seinen Beruf ernster zu nehmen und er und seine neue Kollegin zusammenfinden. Auch wenn der Themenwechsel voraussehbar ist, wirkt die Umsetzung sehr gelungen bzw. ist mit viel Herz inszeniert.

Etwas das ein Stück weit schade ist, ist das die Erzählgeschwindigkeit in der zweiten Hälfte des Films doch sehr anzieht und die eine oder andere Sache etwas auf der Strecke bleibt. Man hat hier das Gefühl, dass Bora Dağtekin noch einige gute Ideen gehabt hätte, die aber der Schere zum Opfer gefallen sind, um die Laufzeit von „Fack Ju Göhte“ auf unter zwei Stunden zu halten. Wovon der Film in erster Linie (neben dem gelungenem Drehbuch) lebt sind die Hauptdarsteller, wobei drei besonders heraus stechen.

Elyas M’Barek (Die Welle) als Zeki Müller spielt den Ex-Knacki, der nicht nur noch weniger Lust hat seinen Schülern etwas beizubringen als die Lust haben zu lernen, sondern mit seiner prolligen Art auch gerne bei seiner Umgebung aneckt, perfekt. Dabei wirkt er bereits zu Beginn der Geschichte durchaus sympathisch, schafft es später durch seine „besonderen“ Unterrichtsmethoden selbst aus gewissen Quälgeistern passable Schüler zu machen, um letzten Endes nicht nur von seinen Schützlingen ins Herz geschlossen zu werden.

Karoline Herfurth (Wir sind die Nacht) als Lisi Schnabelstedt ist hier das genaue Gegenteil. Lisi ist eine leicht neurotische Streberin mit einem Herz aus Gold, deren einzige Achillesferse als Lehrerin ihr mangelndes Durchsetzungsvermögen ist – man muss sie als Zuschauer einfach gerne haben. Aber Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an und da die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmt, funktioniert dieser Part auch im Film ohne in schnulzige Romantik zu verfallen.

Die Dritte in dieser Aufzählung ist Katja Riemann (Der bewegte Mann), die die Direktorin Gudrun zum Besten gibt. Zwar hat Frau Direktor dank einer ausgefeilten Überwachungstechnik die gesamte Schule perfekt im Blick, aber selbst genug Probleme den Laden am Laufen zu halten und daher kein bisschen Verständnis für die Probleme der Lehrkräfte (immerhin darf sich der Kollege der geteert und gefedert wurde ausnahmsweise umziehen!). Riemann ist klar ein Highlight des Films und stielt ihren Kollegen mit ihrem trockenen Humor stellenweise die Show.

Auch optisch ist der Film sehr gelungen, und wenn man nicht wüsste, dass Bora Dağtekin hier erst das zweite Mal hinter der Kamera steht, gäbe es keinen Moment in dem man es merken würde. Er hat nicht nur ein unglaubliches Talent was das Drehbuch (das vor markanten One-Linern nur so strotzt) betrifft, auch an der Umsetzung gibt es zu keinem Zeitpunkt etwas auszusetzen. Sehr gelungen ist auch der Soundtrack, der eine Klasse für sich ist.

Alles in allem ist „Fack Ju Göhte“ nicht nur eine sehr gelungene Komödie, sondern auch der Beweis dass sich jeder unter den richtigen Umständen ändern kann.

Der Film „Fack Ju Göhte“ bekommt von mir 8/10 der Mitarbeit des gesamten Lehrkörpers (und natürlich auch der Schüler) zu verdankende Empfehlungspunkte. Der Film läuft ab sofort in allen heimischen Kinos!

P.S.: Constantin Film hat es möglich gemacht, dass uns Bora Dağtekin und Elyas M’Barek im Cineplexx Linz besuchen und sie haben dabei gleich noch ein paar Schüler mitgebracht. Die beiden haben uns gebeten, sollte uns der Film gefallen, Allen davon zu erzählen (und ja, das hat er uns)!

[amazon template=multinational&asin=B00GJJ13NO,B00GJJ131Q]

The post Fack Ju Göhte (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2013/11/10/fack-ju-goehte-filmkritik/feed/ 2
Dampfnudelblues (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2013/08/23/dampfnudelblues-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2013/08/23/dampfnudelblues-filmkritik/#comments Fri, 23 Aug 2013 04:00:51 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=9636 Nach einem Zwischenfall mit einem Pädophilen wird der Polizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) in das verschlafene bayrische Nest Niederkaltenkirchen versetzt. Als auf die Hauswand des örtlichen Direktors (Robert Palfrader) in großen roten Buchstaben „Stirb du Sau“ geschrieben wird und der … Weiterlesen

The post Dampfnudelblues (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Nach einem Zwischenfall mit einem Pädophilen wird der Polizist Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) in das verschlafene bayrische Nest Niederkaltenkirchen versetzt. Als auf die Hauswand des örtlichen Direktors (Robert Palfrader) in großen roten Buchstaben „Stirb du Sau“ geschrieben wird und der dann auch noch spurlos verschwindet, wirkt das kurz einmal mysteriös. Noch mysteriöser wird es allerdings als besagter Direktor wieder auftaucht, nur um kurze Zeit wirklich zu sterben. Auch sonst ist in Niederkaltenkirchen mehr los, als es Eberhofers straffer Dienstplan zulässt.

Dampfnudelblues

Auch wenn man es als Zuschauer nur schwer glauben kann, dass alles was während des Films passiert ist nur einer Person allein eingefallen ist, scheinbar ist es doch so. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman von Autorin Rita Falk. Der „Dampfnudelblues“ ist weder das erste, noch das letzte Abenteuer des bayrischen Vorzeigepolizisten Eberhofer in Buchform (denn es ist das zweite), denn insgesamt gibt es noch drei weitere – und alle haben etwas Essbares im Titel.

Erzählerisch beginnt der Film zwar mit der Verunstaltung von Direktor Höpfels Hauswand und seinem Verschwinden, nimmt sich dann aber genug Zeit, um an der Seite von Eberhofer in das gesellschaftliche Leben in der bayrischen Provinz einzutauchen. Eberhofer hat auch abseits der Ermittlungen zu besagtem Fall alle Hände voll zu tun – da verkommt der Mord an einem Direktor den anscheinend niemand mochte (jaja undankbarer Beruf und so) schon fast zur Nebensache.

Der Grund warum „Dampfnudelblues“ aus der Menge an momentan wöchentlich startenden Hollywoodblockbustern heraussticht ist neben einer Erzählweise, die es schwierig macht den eigentlichen Ermittlungen zu folgen (Aufmerksamkeit von Seitens des Zuschauers ist klar von Vorteil) auch der extrem trockene Humor, der mich ein wenig an „Der Knochenmann“ erinnert hat. Die Bayern sind uns Österreicher halt doch irgendwie am nächsten.

Ein Beispiel: Eberhofer geht ins örtliche Beisel um mit seinen Kumpels und einem gewissen Jack Daniels einen zu heben, um die Tatsache zu verarbeiten, dass seine Freundin bei ihrem Italienurlaub jemand neues kennengelernt hat. Als er zu später(er) Stunde sturzbetrunken an ihrem Haus vorbeitorkelt und sieht, dass in ihrer Wohnung noch Licht brennt, versucht er einen Stein an ihre Fensterscheibe zu werfen, zerdeppert aber die Fensterscheibe des Nachbaren. In der benachbarten Wohnung geht das Licht an, Eberhofers Telefon klingelt und der Nachbar beschwert sich das ein Randale seine Scheibe zerstört hat. Eberhofer reißt sich zusammen und sagt „Ich werde mich darum kümmern sobald mein straffer Dienstplan es zulässt“ und versucht dabei so wenig betrunken wie möglich zu klingen.

Wenn einem bei Szenen wie dieser nicht zumindest ein Schmunzeln auskommt, ist man hier vermutlich falsch. Bei den Schauspielern machen alle ihre Sache extrem gut, auch wenn ich hier einen noch einmal explizit erwähnen muss. Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer ist wohl der wahrscheinlich coolste Polizist überhaupt und hat dank seiner betonten Lässigkeit in Verbindung mit seinem trockenen Humor, sofort die Sympathie des Zuschauers.

Eberhofer trägt während des gesamten Films sein Lieblingsshirt mit der Aufschrift „Rock Rules“ (ja auch unter seiner Uniform), drückt sich erfolgreich vor einem zugegeben sinnlosen Veranstaltungsschutz des örtlichen Fußballvereins und merkt als einziger, dass am vermeintlichen Selbstmord von Direktor Höpfel dann doch irgendwas faul ist. Bezzel vermittelt in seiner Rolle perfekt die subtile Deprimiertheit über seine Zwangsversetzung in Kombination mit einer Menge Hausverstand, der ihm unterm Strich ermöglicht, den Fall am Ende zu lösen.

Zu guter Letzt hervorheben möchte ich die optische Inszenierung. Regisseur Ed Herzog durfte bereits sein Können bei diversen deutschen Serien wie z.B. „Tatort“ unter Beweis stellen. „Dampfnudelblues“ wirkt technisch perfekt und dennoch elegant, wobei Herzog es sogar schafft Slow-Motion-Effekte so als Stilelement einzubauen, dass sie passen und wirken können.

Alles in allem ist „Dampfnudelblues“ ein gelungener Blick in eine vermeintlich typische bayrische Provinz. Ich für meinen Teil hoffe dass Eberhofer wieder auf die Leinwand zurückkehrt – genug Stoff dafür scheint es ja zu geben.

Der Film „Dampfnudelblues“ bekommt von mir 8,5/10 den Fall auf seine eigene Weise lösende Empfehlungspunkte.

The post Dampfnudelblues (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2013/08/23/dampfnudelblues-filmkritik/feed/ 5
Der Knochenmann (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2009/03/14/der-knochenmann-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2009/03/14/der-knochenmann-filmkritik/#respond Fri, 13 Mar 2009 22:00:11 +0000 http://www.blogsit.net/darkagent/?p=1129 Nachdem Brenner (Josef Hader) von vor einiger Zeit, wegen wie er sagt schlechten Schwingungen, die Polizei verlassen hat ist er momentan für seinen Freund Berti (Simon Schwarz) bei einem Inkassounternehmen tätig. Sein aktueller Auftrag führt ihn in die ländliche Gegend … Weiterlesen

The post Der Knochenmann (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Nachdem Brenner (Josef Hader) von vor einiger Zeit, wegen wie er sagt schlechten Schwingungen, die Polizei verlassen hat ist er momentan für seinen Freund Berti (Simon Schwarz) bei einem Inkassounternehmen tätig. Sein aktueller Auftrag führt ihn in die ländliche Gegend wo er die Schulden eines gewissen Horvaths eintreiben soll. Angekommen beim Wirtshaus Löschkohl, wo der besagte Mensch wohnen soll behauptet man allerdings keinen Horvath zu kennen. Brenner merkt das irgendetwas nicht stimmt und nimmt sich kurzerhand ein Zimmer.

Der-Knochenmann

Der Knochenmann ist nach „komm, süßer Tod“ und „Silentium“ die dritte Verfilmung eines Wolf Haas Romans in der Josef Hader in gewohnter Manier die Rolle des Brenners spielt. Der Film hält sich allerdings nur bedingt an die Vorlage, was dem Film aber in keinster Weise schadet.

Als echter Patriot freue ich mich wenn ich zwischen unzähligen Hollywood-Produktionen hin und wieder einen guten österreichischen Film zu sehen bekomme. Dabei zeigen gerade Filme wie der Knochenmann das sich der österreichische Film in keinster Weise auch nur irgendwie verstecken müsste. Man merkt zwar schon das es ein solcher ist, was sich aber hauptsächlich darin zeigt wie der Film arbeitet und auch funktioniert – was in diesem speziellen Fall aber nicht negativ gemeint ist.

So erzählt der Knochenmann seine Geschichte etwas anders als man es gewohnt ist. So bringt ein Auftrag seines Freundes Brenner zwar an den Ort des Geschehens, baut dort aber man viele parallele Handlungsstränge auf ohne dabei etwas wirklich zu vernachlässigen und führt gegen Ende alles zu einem spannenden Ende. Das funktioniert nur durch einen guten Erzählstiel, einen erstklassigen Schnitt und tolle Hauptdarsteller.

Josef Hader, man kann ihn sympathisch finden oder auch nicht, ist ein toller Schauspieler. Mit seinem ganz speziellen trockenen Humor – von dem, so scheint es, auch einiges im Drehbuch Platz gefunden hat – weiß er auch in Alltagssituationen zu unterhalten. Josef Bierbichler spielt die Rolle eines relativ normalen Menschen der von der Liebe zu einer Frau getrieben eine Wahnsinnstat nach der anderen begeht und dabei den Eindruck vermittelt als würde er jedes mal ein kleines Stück Menschlichkeit verlieren so gut das es schon ans Unheimliche grenzt. Birgit Minichmayr gibt die Sorte Frau die zwar etwas naiv zu sein scheint aber da sie das Herz am rechten Fleck hat muss man sie einfach gerne haben. Simon Schwarz gibt als Berti einen tollen Sidekick und sorgt abseits des Wirtshauses für viel Humor.

In Zusammenspiel mit der Bildgebung und dem Schnitt entsteht ein Feeling das sich vor Big-Budget Produktionen nicht zu verstecken braucht. Man merkt vom ersten Moment das Regisseur Wolfgang Murnberger ein Händchen dafür hat eine Szene für die optische Präsentation von Situationen hat.

Zwei Beispiele (auch zu sehen im Trailer):
Herr Löschkohl zerlegt grade ein Stück Fleisch – als Zuseher weiß man auf Grund vorangegangener Ereignisse was oder vielmehr wer hier zerlegt wird. Die Kamera zeigt dabei Löschkohl von leicht unterhalb wobei man es schafft mittels Beleuchtung das Gesicht des Wirts blass und eingefallen wirken zu lassen.

Zweites Beispiel: Der Freund des verschollenen Russen – der übrigens mit Gipsbein und Rollstuhl unterwegs ist – ist auf dem Weg zum Ort des Geschehens mit dem Auto hängen geblieben und sucht nach einer Mitfahrgelegenheit. Nachdem man ihn bereits mit den Worten „des is a Russ – foarma weida“ stehen hat lassen stellt er sich mit seinem Rollstuhl mitten auf die verschneite Alpenstraße und zückt seine Knarre – wobei in so einer Situation nur ein Auto kommen kann und zwar das der Polizei. 🙂

Abgerundet wird das Ganze durch eine gesunden Priese besten österreichischen Humors. Ob dieser auch außerhalb unserer schönen Alpenrepublik funktioniert lässt sich schwer sagen und wird sich noch zeigen müssen. Auf alle Fälle hat man es geschafft den „österreichischen Schmäh“ gut in den Film einzubauen ohne das es eine Sekunde lang gekünstelt oder mies wirkt. Ich würde es dem Film auf Fälle gönnen das er einerseits erfolgreich ist und andererseits das ihm noch viele weitere gute österreichische Filme folgen.

Der Film bekommt von mir deshalb 9/10 patriotisch- unterhaltsame Empfehlungspunkte.

Zitat: Hom sie a Lizenz ois Privatdedektiv? I hob an Staplerführerschein!

The post Der Knochenmann (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2009/03/14/der-knochenmann-filmkritik/feed/ 0