Scary Movie (Filmkritik)

Es ist wieder so weit: Cindy Campbell (Anna Faris) muss zurück in ihre Heimatstadt, denn ihre Töchter Sara (Olivia Rose Keegan) und Tuesday (Savannah Lee Nassif) brauchen Hilfe. Ein neuer Killer geht um. Wie es aussieht, hat er es auf die Nachfahren der Überlebenden aus dem ersten Film abgesehen. Nur … Überlebende aus dem ersten Film? Hm.

Nicht nur Cindy hat überlebt, da gibt es noch ein paar Leute mehr, denn irgendwie ist auch Shorty (Marlon Wayans) wieder zurück. Und Doofy (Dave Sheridan). Und überhaupt irgendwie alle, die in den letzten Filmen nach und nach vorgekommen sind.

Und Cindy hat mit der Rückkehr des Killers gerechnet und sich deshalb darauf vorbereitet …

Ah – ein neuer Scary Movie. Vom Originalteam. Mit Trailern, die versprechen, dass „Jede Linie überschritten wird“. Das ist mal eine Ansage. Kein politischer korrekter Film stattdessen flache Sex- und Furz-Witze. Alle kriegen ihr Fett weg. Es gab in den letzten Jahren ja genug Horrorfilme, die es verdient haben, sie heftig durch den Kakao zu ziehen. Und wer die ganzen Plakate für den neuen Teile der Satire-Filmreihe kennt, der oder die muss ja wohl anerkennend nicken. Angefangen von „Get Out“ über „Terrifier“ und „Sinners“ und „Michael“ bis hin zu „Scream 7„. Alles dabei.

Nur kann der Film einfach nicht mithalten. Und zwar auf gar keiner Ebene.

Ich hab’s bereits am Anfang gemerkt, dachte mir aber, vielleicht ist das halt die Szene und es wird später besser, aber leider, leider nicht. Das Problem des Films auf einen Punkt gebracht: Alle (und ich meine ausnahmslos alle) Szenen reiten viel zu lange auf den Witzen herum – jeder und jede muss noch einen Satz dazu sagen und das geht so im Kreis herum, bis es einfach nicht mehr lustig ist, sondern einfach nur noch langweilig.

Dazu kommt die Handlung des Films: Eigentlich ist es eine Nacherzählung von „Scream 7“. Das betrifft so ziemlich alle Ebenen des Films. Es wird sich Szene von Szene entlang gearbeitet und dann halt jeweils ein endloser Witz daraus gemacht. *Gähn* Ist es witzig, wenn Sara – also Cindys Tochter -, völlig bekifft (oder unter dem Einfluss von anderen Drogen) Tuesday im Krankenhaus besucht und sie anstatt sie zu beruhigen sie eigentlich völlig irremacht, weil sie ihr erklärt, dass der/die Killer:in ja jede Person sein könnte – er könnte sogar dort vor der Tür stehen. Und die Kamera schneidet auf den Blick durch die Tür und wir sehen Saras Freund dort stehen. Kenner der neuen Scream-Teile wissen ja, warum. Okay. Ja. Da ist witzig. Einmal. Nicht alle paar Minuten. Und die Szene geht dann ja noch weiter. Sara meint dann, sie würde nicht zulassen, dass irgendjemand Tuesday wehtut und schlägt, um zu unterstreichen wir ernst sie das meint, auf das Bett, trifft die Fernbedienung und das Bett saust nach oben und Tuesday kracht gegen die Decke. Witzig. Sicher. Bei dem Bett-Hochfahren wird der Stecker aus dem Herzmonitor gerissen und die Krankenschwester kommt rein, schnappt sich einen Defibrillator und schockt Tuesday mehrmals, bis die bekiffte Sara merkt, dass nur der Stecker gezogen wurde.

Ja, das liest sich witzig. Aber beim Ansehen ist es irgendwie … langatmig und es bremst den Film einfach komplett aus. Wobei das noch eine der besseren, gelungeneren Szenen ist.

Es gibt zum Beispiel auch eine Szene, die stark an „Sinners“ angelehnt ist und eine Person zu einer Kirche mitten in der Wüste kommt. Dort outet sich die Person, als geläutert. Sie hat ihre „wilden Wege“ hinter sich. Und dann beschreibt diese Person, was für wilde Wege das waren – diverseste Sexpraktiken halt. Dabei wird das Publikum in der Kirche dermaßen angeturnt, dass die Sache quasi in eine Orgie eskaliert. Idee: Witzig! Umsetzung … nein. Die Szene dauert gefühlt zwei Stunden und zieht sich einfach viel, viel zu lang. Da ist der Witz längst witzig gewesen und man hat schon mal kurz geschmunzelt und es geht immer weiter und weiter und weiter.

Und so zieht sich das dahin.

Und das ist schade, weil es ein paar Dinge gibt, die richtig gut geworden sind. Etwa die Witze auf Kosten der Pronomen oder der Transgender-Thematik. Das ist schon makaber und grenzüberschreitend lustig, das muss ich zugeben. Hier habe ich wirklich ein-, zweimal richtig lachen müssen. Aber auch hier: Zu lange. Viel zu lange.

Richtig cool fand ich allerdings das Ende.

Da gibt es dann eine Sequenz, die an „John Wick“ erinnert und wer dann der oder die Killer sind – das ist auf einer Meta-Ebene schon richtig cool. Die Idee finde ich super. Und auch das „richtige“ (bzw. finale) Ende fand ich genial. Leider auch hier: Viel zu sehr in die Länge gezogen. Viiiel zu sehr.

Hätte eine Rückkehr mit Trompeten und Fanfaren sein können. So wie es dann gekommen ist, bleibt es aber ein kurzer, banaler Furz.

„Scary Movie 2026“ bekommt von mir 3 von 10 möglichen, unglaublich weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibende, Punkte.


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