Ghost Divers aka Curse Of The Shark (Filmkritik)

Buck (Mark Clark) rettet bei einem Tauchgang seinem Freund Costa das Leben. Während alle auf seine Erholung warten, entdeckt Buck etwas Seltsames: Alle Haie, die sie mit Sendern ausgestattet haben, scheinen sich an einem Ort zu sammeln. Also trommelt er einen überschaubar große Truppe zusammen und will wissen, was dort los ist.

Mit dabei auch ein Frischling, der gut mit der Kamera umgehen kann, sowie Costa und dessen (schwangere) Verlobte. Und der Kapitän, dessen Boot sie chartern scheint ein kleiner Betrüger zu sein, denn das angeheuerte Boot ist in einem schlimmen Zustand. Außerdem gibt es noch ein einheimisches Bootsmitglied. Man hat ja keine andere Wahl, also nimmt Buck den Deal an.

Vor Ort passieren dann ein paar Dinge, die allesamt Unwohlsein auslösen. Die Haie benehmen sich komisch und außerdem denkt der Kameramann unter Wasser immer wieder Gesichter zu sehen. Und der Wahn scheint um sich zu greifen. Oder stimmt das, was ihnen ein Einheimischer gesagt hat: Dass die Taucher vor Ort von reichen, weißen Männern ausgenutzt wurden, um mit schlechter Ausrüstung nach Hummern zu tauchen und sie zu Hunderten dabei starben. Die Geister dieser Taucher sind angeblich noch im Wasser und warten auf ihre Rache …

Ich muss gleich mal loswerden, dass ich am Anfang des Films wirklich kurz dachte, es würde sich um eine Dokumentation handeln. Die Machart, die Dialoge. Alles das … das wirkte wirklich, wirklich echt. Man merkt, dass hier Leute am Drehbuch und hinter der Kamera saßen, die eine Ahnung vom Tauchen haben. Von wegen Dekompressionskammern und so weiter. Jedenfalls: Respekt.

Irgendwann fiel dann aber der Groschen und mir wurde klar, dass ich mir hier einen interessant gemachten Spielfilm ansehe, der halt bewusst so realistisch wie möglich gehalten wurde. Dem zugutekommt, dass die Schauspieler:innen von der Kamera allesamt unbekannt sind, auch wenn ich glaube, dass ich Mike Bolton schon mal wo gesehen habe, ich finde aber nicht raus, wo. Egal.

Der Film ist also interessant gemacht, rasche Schnitte und interessante Ideen. Auch wenn der richtige Anfang des Films – also der Einstieg per se, wie eine schlechte gemachte Pay-TV-Folge wirkt, in welcher ein Massaker von schlechten Schauspieler:innen nachgestellt wird. Soll vielleicht so sein, vielleicht ging auch das Geld aus. Was weiß ich.

Jedenfalls war es dann spannend für mich, weil ich mir anfangs dachte, der Film wirkt irgendwie langweilig und meine Gedanken waren mehrmals kurz davor in völlig andere Gefilde abzudriften, aber irgendwie bin ich dran geblieben. Zum Glück, wie ich finde. Es gibt nämlich ein paar richtig coole Unterwasser-Szenen, die man so in noch keinem anderen Film gesehen hat. Noch dazu gibt es hier keine CGI-Computer-Haie. Das sind ausnahmslos richtige Haie.

Mal zu sehen, wie zwei Taucher unter Wasser eine Haiattacke abwehren – auch, wenn ich nicht sicher bin, ob dieses Wort es trifft – das ist schon so richtig spannend. Wie man das macht? Man bleibt ruhig, fixiert den Hai und wenn er zubeißen will, dann schnappt man ihn am Maul und schiebt ihn zur Seite. Was, wenn das mehrere Haie sind, die testweise versuchen, den Taucher anzuknabbern? Nun, dann hat man entweder einen Kumpel und steht Rücken an Rücken oder man hat am besten rund um den Kopf Augen. Also, das was richtig cool und spannend gemacht.

So wie es überhaupt ein paar Szenen gibt, die ich so noch in einem Film dieser Art gesehen habe. Respekt. Ehrlich.

Später kommt dann die anfangs angedeutete übernatürliche Ebene dazu und ja, der Film bleibt zwar spannend, die Neuheit der Dinge, die man sieht, die nimmt halt einfach ab. Aber trotzdem muss ich eine Lanze für ihn brechen. Es gibt nämlich auch ein paar Dialoge, die ich toll fand („It will get better, when time has passend. Slowly. But it will.“). Und vielleicht hab ich mich daran gewöhnt, aber mir kam auch vor, dass das Schauspiel besser wird.

Alles in allem fand ich den Film wirklich gut gemacht – laut Interview waren es 20 Drehtage auf See und ein Minibudget. Also wirklich: Respekt vor Mark Clark und seiner Crew, die das hier durchgezogen haben. Inklusive Message, die zwar wenig subtil, aber auch nicht mit dem Zeigefinger daher kommt. Respekt.

„Curse Of The Shark“ oder „Ghost Divers“ bekommt von mir 7 von 10 möglichen, independent, aber interessant gemachte, Punkte.


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