Star Wars | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Fri, 07 Aug 2026 09:31:12 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.10 Star Wars: The Mandalorian and Grogu (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/08/08/star-wars-the-mandalorian-and-grogu-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/08/08/star-wars-the-mandalorian-and-grogu-filmkritik/#respond Sat, 08 Aug 2026 05:00:51 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=39071 Der mandalorianische Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) und sein Adoptivsohn und Schützling Grogu, arbeiten für die Neue Republik. Ihr aktueller Auftrag kommt von Colonel Ward (Sigourney Weaver) persönlich. Dieser führt sie zur Heimat der gefährlichen Hutt Zwillinge, die Informationen haben … Weiterlesen

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Der mandalorianische Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) und sein Adoptivsohn und Schützling Grogu, arbeiten für die Neue Republik. Ihr aktueller Auftrag kommt von Colonel Ward (Sigourney Weaver) persönlich.

Dieser führt sie zur Heimat der gefährlichen Hutt Zwillinge, die Informationen haben über einen Neo-Imperialistischen Kriegslord. Um an dieses Wissen zu gelangen, muss Mando aber natürlich zuerst etwas für sie tun und zwar einen Verwandten aus der Gefangenschaft befreien…

In den letzten Jahren hat es Disney ja geschafft, die früher leuchtenden Augen der Fans bei Ankündigungen neuer Projekte, fast völlig zu verdunkeln. Seit The Rise of Skywalker aus dem Jahr 2019, hat es auch keine Filme aus dem Franchise mehr gegeben. Dafür aber zahlreiche Serien, wie etwa zuletzt den furchtbaren The Acolyte.

Es gab aber auch Lichtblicke, wie etwa die erste Staffel von The Mandalorian. Zwischen 2019 und 2023 liefen drei Staffeln (24 Folgen) der Serie und es sollte auch eine vierte geben, doch diese Pläne haben sich geändert und so wurde schließlich ein Spielfilm aus der Story gemacht. Regie führte dabei Jon Favreau (Iron Man 2), der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, genau wie Dave Filoni, der derzeitige Boss des SW-Universums.

Noch kurz zur Klarstellung: ich habe keine der Disney+ Star Wars Serien bisher gesehen, bei Mandalorian habe ich aber zumindest bei der ersten Staffel hinein geschaut, was vielversprechend aussah. Die letzten beiden SW-Filme, haben mir zu viel an moderat vorhandenem Interesse an diesem Universum genommen. Dennoch ist dies kein Hate-Watch, denn ich wollte zumindest behaupten können, jeden SW-Film einmal gesehen zu haben.

Was auf Grund der Ausgangslage wenig verwunderlich ist, ist dass sich der Film nicht wie ein Kino-Erlebnis anfühlt, sondern wie ein fürs Streaming entwickeltes Abenteuer. Richtige SW-Atmosphäre, kommt ebenso kaum auf, dafür aber Mando-Serien-Stimmung. Wer genauer hinschaut kann auch das episodenhafte erkennen, wann jeweils die eine Folge aus gewesen wäre, hätte man das Serien-Format beibehalten.

Die Minimal-Story an sich stört mich nicht, extrem aufgefallen ist mir aber die Charakterentwicklung, denn die ist null vorhanden. Sowohl Mando als auch Grogu sind am Ende des Filmes – auf das bezogen wer sie sind – genau dort, wo sie auch am Anfang waren. Nur wie sehr einige Grogu-Momente auf das Verkaufen von Merchandise ausgelegt sind (vor allem er beim Essen), ist noch klarer zu erkennen.

Dass Grogu je nachdem ob es das Drehbuch gerade braucht, hin und wieder auf seien Kräfte vergisst, ist leicht irritierend. Das klingt jetzt alles negativ aber wisst ihr wie der Film wegen meines geringen Anspruchs dennoch funktioniert hat? Als anspruchsloses SciFi-Actionkino gepaart mit einer gehörigen Portion Creature Feature und etwas Puppentheater, um die beiden Teile zu verbinden.

Im Prinzip fliegt Mando nämlich von einer Action-Sequenz zur nächsten. Eine Bar, eine Arena, ein altes Gebäude, Raumschiffe, Luftkampf und natürlich die Fights gegen sämtliche Kreaturen des Weltalls. Diese sind so zahlreich wie zuletzt in Predator: Badlands, nur dass es hier nicht einmal grünes Blut zu sehen gibt, muss ja alles kinderfreundlich bleiben.

Grogu schwankt dabei zwischen niedlich, witzig und etwas lächerlich hin und her und immer wenn er alleine agiert, kommt die ansonsten schnelle Action, sofort zum Stillstand. Angst hat man um die beiden Helden natürlich null, denn denen passiert sowieso nichts. Dafür gibt es einige Anspielungen und auch Cameos rund um das SW-Universum und ja, Pedro Pascal (The Fantastic Four: First Steps) sieht man nur circa 5 Minuten, die restliche Zeit beschränkt er sich (in der OV) aufs Voice Acting.

Ist das jetzt Alles so schlimm, wie es klingt? Nun auf das moderne Star Wars bezogen, nicht wirklich. Unterschiedliche Sets und Welten, die galaktische Stimmung verbreiten, genug Grogu, damit die Kids jubeln und mehr als ausreichend Action, damit auch der Papa zufrieden ist. Nur Vergleiche mit SW der Prä-Disney-Ära, wären ziemlich vernichtend, aber das ist eigentlich schon seit Jahren so.

P.S.: Das einzige richtig gute hier, ist die Filmmusik von Ludwig Göransson, die ich derzeit sehr gerne beim Autofahren höre. Die wandert von mystisch hin zu einer Western ähnlichen Stimmung bis hin zur galaktischen Freak-Show und macht das gesamte Erlebnis, um einiges unterhaltsamer.

„The Mandalorian and Grogu“ bekommt von mir 6,5/10 die infantile Kopfgeldjagd als neuen Trend etablieren wollende Empfehlungspunkte.

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Star Wars: Andor – Season 1 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/08/23/star-wars-andor-season-1-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/08/23/star-wars-andor-season-1-serienkritik/#respond Sat, 23 Aug 2025 05:00:54 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37961 Cassian Andor (Diego Luna) stammt von Kenari. Einem Planeten, der nicht wirklich im Rampenlicht des Imperiums steht. Durch eine Reihe von Zufällen landet er aber auf Ferrix und wird dort von Maarva (Fiona Shaw) großgezogen. Er lebt unter dem Radar … Weiterlesen

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Cassian Andor (Diego Luna) stammt von Kenari. Einem Planeten, der nicht wirklich im Rampenlicht des Imperiums steht. Durch eine Reihe von Zufällen landet er aber auf Ferrix und wird dort von Maarva (Fiona Shaw) großgezogen. Er lebt unter dem Radar des Imperiums, hat sich aber eine Reihe an Fähigkeiten angeeignet. Um es zu sagen wie es ist: Er ist ein Dieb und ein Schmuggler.

Eines Tages passiert ihm ein Missgeschick und das Imperium wird auf ihn aufmerksam, deshalb muss er verschwinden und untertauchen. Seine Freundin Bix (Adria Arjona) hilft ihm dabei Kontakt zu einem bekannten „Käufer“ herzustellen. Dieser könnte Cassian eine Menge Geld beschaffen, damit er seine Flucht auch umsetzen kann. Aber dieser „Käufer“ will ihn persönlich treffen.

Leider hat das Imperium seine Spur bereits aufgenommen und das Treffen der beiden wäre eine perfekte Möglichkeit, sich zweier Stöfaktoren auf einmal zu entledigen …

Natürlich habe ich gehört, dass „Andor“ wirklich gut sein soll, aber – wer meine Kritik gelesen hat, weiß warum – ich hatte mit Star Wars abgeschlossen. Und ja, ich finde „Rogue One“ ist der beste Star Wars-Film seitdem Disney übernommen hat, aber so richtig Interesse an einem der Charaktere hatte ich jetzt per se nicht und die Trailer sahen zwar gut aus, aber das gilt auch für andere Trailer von eher … mittelmäßigen Shows.

Als ich jetzt aber gelesen habe, dass die ursprüngliche Idee, Andors Geschichte über fünf Staffeln zu erzählen (eine Staffel hätte ein Jahr abdecken sollen, da die Story fünf Jahre vor der Schlacht um Yavin – siehe „Krieg der Sterne – Eine neue Hoffnung“ anfängt, und sozusagen in „Rogue One“ münden) über Bord geworfen wurde und es jetzt nur zwei Staffeln geben wird, damit sei alles erzählt, nun, auch da dachte ich mir: Wieder ein gescheitertes Star-Wars-Projekt von Disney.

Und dann kamen die Stimmen, die meinten „Andor Staffel 2“ sei das beste Star Wars seit „Das Imperium schlägt zurück„. Da wird man als Fan der alten Filme dann schon ein wenig neugierig. Also dachte ich mir eines Freitag Abends, ich gucke mal in die Serie rein.

Und dann habe ich mir die gesamte Staffel in einem Zug durch angesehen. Ja, die Serie ist wirklich so gut.

Das für mich Spannendste dabei ist ja, dass die Geschichte die hier erzählt wird nicht wirklich eine Star Wars-Geschichte sein müsste. Die Story und die Figuren würden auch in vielen anderen Settings funktionieren, weil die Themen, um die es geht so universell sind. Aber das Star Wars-Setting und vor allem das Imperium werden richtig gut genutzt, um zu zeigen, wie die Mechanismen der Macht (oder des Bösen) funktionieren und wie ein eigentlich nicht williger Mann in einen Strudel gezogen wird aus welchem er nur durch eine Sache entkommen kann: Rebellion.

Tatsächlich finde ich den Titel der Serie ein wenig misslungen, denn auch wenn Cassian Andor (wirklich toll gespielt von Diego Luna) klar die Hauptfigur ist, so gesellt sich rasch ein relativ großer Kreis an weiteren Figuren um ihn, die ihm in nichts nachstehen. Auch auf der Gegenseite wird nicht an ikonischen Figuren gespart. Der (anfangs scheinbar ein wenig unnötige) Handlungsstrang um Syril Karn – ebenfalls großartig: Kyle Soller – wird immer wichtiger und der Karrieredrang kombiniert mit dem Willen alles zu tun, was notwendig ist, um Ordnung aufrecht zu erhalten wird dann noch sehr wichtig. Auch der Aufstieg von Dedra Meero (ein Hammer: Denise Gough) ist spannend mitanzusehen.

Was ich damit sagen will: Das ist keine One-Man-Show. Das ist das Ergebnis von einer kompletten Gruppe an Menschen (und Aliens), die durch die äußeren Umstände dazu gezwungen werden Stellung zu beziehen und (teilweise freiwillig, teilweise durch bestimmte Vorkommnisse) einen Kampf gegen das in ihren Augen Böse auszufechten. Und mit „Das Böse“ meine ich nicht nur das Imperium sondern aus Sicht von Syril und Dedra durchaus auch die Aufständischen.

Und was hier alles passiert und los ist – ein Wahnsinn. Die Drehbücher sind dicht und großartig geschrieben. Die Inszenierung beherrscht eine Sache richtig gut: Spannungsaufbau. Gefühl 75% der Serie fühlen sich an wie der Spannungsaufbau vor der Schlacht in „Helms Klamm“ in die „Die zwei Türme„. Nervenkitzel pur. Die Macher:innen haben ein richtig gutes Gespür dafür, wie wenig man zeigen darf und wie viel man zeigen muss, damit die Rädchen im Kopf rattern und man einfach wissen MUSS wie es weitergeht.

Um zu meiner ursprünglichen Aussage zurückzukommen, was den Titel der Serie betrifft: Passender wäre gewesen „Star Wars: Rise Of The Rebellion“ oder „Star Wars: Machinations Of Evil“ oder so ähnlich. Ihr wisst was ich meine. Es wird eine (bzw. mehrere) persönliche Geschichten erzählt, die alle auf ihre Art mitreissen und am Ende steht die Erkenntnis: Entweder ich bekenne mich völlig zur Rebellion oder ich gehe unter.

Und da habe ich die ganzen großartigen Nebenfiguren noch gar nicht erwähnt. Und noch nicht mal alle Hauptfiguren. Weil es so viele sind – und jede einzelne ist großartig geschrieben. Jede einzelne. Das sind wirklich die besten Drehbücher die ich seit Jahren gesehen habe – völlig unabhängig vom Setting. Und was hier alles passiert … ein Heist, eine Flucht, ein Gefängnisausbruch, eine Jagd, ein Aufstand – alles in kleine Dosen gepackt und in Form von 12 Folgen, die rund 30 Minuten dauern auf euch losgelassen.

Es gibt mehrere, sogar ziemlich viele, Handlungsstränge (Mon Mothmas Geschichte, Cassians Geschichte, Syrils Geschichte, Dedras Geschichte, Luthens Geschichte und dann noch x andere), die aber alle zusammenhängen und jeder einzelne davon hätte vermutlich eine Staffel verdient. Und des funktioniert. Es wirkt nicht zusammengeschustert, sondern es bleibt übersichtlich und im Rahmen und – und das finde ich faszinierend – bei jeder Figur die man trifft weiß man, warum sie ist wo sie ist, was sie dazu gebracht hat und warum sie genau dort sein muss bzw. will. ich wiederhole: Hammer!

„Andor – Staffel 1“ ist eine Wucht und zeigt, dass die Kunst des Geschichtenerzählens durchaus noch ihre Meister hat. Und Tony Gilroy (der hier Hauptverantwortlicher ist) hat bewiesen, dass er drauf hat. Von ihm stammen übrigens auch die Drehbücher für „Im Auftrag des Teufels“ oder „Rogue One“ oder „Michael Clayton“ oder „Nightcrawler“ oder die ersten drei Bourne-Filme. Der Mann kann das. Und im Fall von „Andor“ hat er sich auch Menschen für die Regie, das Production Design, den Cast und überhaupt alle Ebenen des Filmemachens abedeckende Profis geholt.

„Andor“ liefert auf ganzer Linie. Und Nein, es ist weit und breit kein Skywalker, Darth Vader oder auch nur ein Lichtschwert in Sicht. Wie sich herausstellt braucht es das auch nicht. Es braucht einfach nur eine verdammt gute Story mit richtig guten, weil spannenden, ambivalenten und interessanten Charakteren. Erwähnen muss ich noch Andy Serkis, der hier wieder mal ohne Motion-Capture beweist, was für ein verdammt guter Schauspieler er ist und bei den wenigen Folgen bei denen er dabei war doch mächtig Eindruck hinterlässt.

„Andor – Staffel 1“ bekommt 10 von 10 möglichen, eine der besten und erwachsensten Star Wars-Geschichten überhaupt erzählende, Punkte.

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Star Wars: Squadrons (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2024/11/14/star-wars-squadrons-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2024/11/14/star-wars-squadrons-game-review/#respond Thu, 14 Nov 2024 05:00:48 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=36967 Ein wichtiger Kommandant des Imperiums weigert sich, auf Unschulige zu schießen. Sogar im Gegenteil: Er beschützt sie und desertiert. Jahre später trifft seine ehemalige Schülerin, die zu ihm aufgesehen hat, ihn wieder. Er ist mittlerweile ein ranghoher Captain der Rebellion … Weiterlesen

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Ein wichtiger Kommandant des Imperiums weigert sich, auf Unschulige zu schießen. Sogar im Gegenteil: Er beschützt sie und desertiert. Jahre später trifft seine ehemalige Schülerin, die zu ihm aufgesehen hat, ihn wieder. Er ist mittlerweile ein ranghoher Captain der Rebellion mit eigenem Geschwader und einem Plan für eine Superwaffe. Sie ist Captain an Bord eines Sternzerstörers, damit beauftragt, die Superwaffe zu finden und zu zerstören.

Und wenn möglich Rache zu nehmen für den Verrat vor all den Jahren …

Gleich mal vorweg: Man weiß schon wie die Sache endet noch bevor die Story richtig in Fahrt kommt, immerhin haben wir nie in irgendwelchen anderen Filmen und/oder Serien von der Superwaffe gehört, also – keine Spoiler hier. Gut, dann ist das mal aus dem Weg soweit.

Wobei – „Story“. Ja, doch, Story. Da wäre was da. Da wäre Potential vorhanden, denn jedes Geschwader besteht aus mehreren Piloten und -innen, die alle ihre eigenen Standpunkte und Geschichten haben und mit denen man sich zwischen den Missionen unterhalten kann um mehr über sie und ihre Beweggründe zu erfahren.

Da man zwei Charaktere spielt – eine:r davon auf Seiten Imperium, der/die andere auf Seiten der Rebellion – wäre das auch – wieder einmal (looking at you: „Battlefront 2„) die Chance die Sicht des Imperiums einzubringen und die Sache mal von ihrer Seite zu erzählen. Und zwar keine weichgekochte, eigentlich sind sie alle missverstandene, liebe Leute, sondern die heftige, reale „Wir lieben die Macht“-Imperium-Story der Figuren. Ansätze sind da, aber eben nur Ansätze.

Das Ganze ist aber so schlecht rübergebracht, dass es quasi keine Rolle spielt. Wenn Zwischensequenzen sind, dann sehen die super aus, aber die ganze Geschichte wird im Grunde in Dialogen erzählt während ihr im Hangar oder im Besprechungsraum steht. Und mit Dialogen meine ich: Ihr steht einer Figur gegenüber, die euch mit minimale Bewegung und Körperhaltung lange Zeit ganz viel erzählt. Während eure Spielfiguren zu 100% Schweigen. Ist in etwa so spannend wie sich das liest. Also wenig mitreissend.

Das Gameplay selbst macht Spaß und ich kann mir gut vorstellen, dass das im Multiplayer gut kracht und es macht auch im Single-Player Spaß. Die Steuerung ist einfach und weniger Simulation als Aracade-Shooter und es funktioniert gut. Man kann eine ganze Menge an bekannten Raumschiffen fliegen und ja, die unterscheiden sich tatsächlich in der Handhabung.

Während die Tie-Bomber langsamer sind, dafür mit schweren Torpedos aufwarten, so sind zB die X-Wings schnell und wendig. Das fühlt sich tatsächlich verschieden an und hat in den Missionen natürlich je nach Aufgabe auch Sinn. Ob ich jetzt wendige Flüchtlingsschiffe beschützen und Tie-Fighter abknallen oder ein fixes Minenfeld räumen oder einen Convoy an Frigatten aufhalten muss … je nachdem bieten sich verschiedene Raumschiffe auf beiden Seiten an und – völlig egal, was eure Lieblings-Star-Wars-Schiff ist: Es ist mit Sicherheit dabei.

Wie dem auch sei: Als Single-Player-Spiel ist es bestenfalls in Ordnung. Was man aber sagen kann: Die Grafik ist grandios. Es wird auch niemals alt über einen Sternzertörer zu fetzen und die Geschütze eines nach dem anderen in die Luft zu jagen, umzudrehen, den Schildgenerator zu zerstören und dann das Ding in die Luft zu jagen. Auch in Raumschiffe hineinfliegen kommt natürlich vor. Ja, es macht Spaß. Die Story ist zwar Nebensache, aber … wenn man so drüber nachdenkt … was man da alles daraus hätte machen können … schade. Wieder einmal.

„Star Wars: Squadrons“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, im Raumschiff die Gegner wegputzende, Punkte.

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Star Wars: The Acolyte (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2024/11/09/star-wars-the-acolyte-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2024/11/09/star-wars-the-acolyte-serienkritik/#respond Sat, 09 Nov 2024 05:00:54 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37109 Etwas ist faul in der Hohen Republik. In einer Zeit, in der eigentlich Frieden in der gesamten Galaxis herrscht, taucht plötzlich jemand auf, die Jedis tötet. Oder zumindest einen Jedi. Das passt dem Rat der Jedi natürlich überhaupt nicht und … Weiterlesen

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Etwas ist faul in der Hohen Republik. In einer Zeit, in der eigentlich Frieden in der gesamten Galaxis herrscht, taucht plötzlich jemand auf, die Jedis tötet. Oder zumindest einen Jedi. Das passt dem Rat der Jedi natürlich überhaupt nicht und da Augenzeugen der Meinung sind zu wissen, wer das war und es eine Verbindung zu Jedi-Meister Sol gibt, wird diese Person verhaftet.

Nur – die hat eine Zwillingsschwester (die lange tot geglaubt wurde) und befand sich zum Tatzeitpunkt am anderen Ende es Universums. Auch vor Zeugen. Aber das spielt keine Rolle, denn man verhaftet sie und schickt die „Jedi-Mörderin“ in einem unbemannten und von Robotern gesteuerten Raumschiff Richtung Gefängnisplanet bzw. zurück zum Hohen Rat, um verhört zu werden. Dumm nur, dass andere Gefangene einen Ausbruch wagen und das Schiff abstürzt.

Zur gleichen Zeit sucht die tatsächliche Mörderin – die natürlich die lang vergessene Zwillingsschwester ist – nach weiteren Jedis, die sie töten muss. Und zwar „ohne Waffe“, wie ihr ihr seltsamer Mentor aufträgt. Und warum genau diese Jedis?

Nun, da gibt es – man glaubt es kaum – eine Verbindung zu Sol, denn vor Jahren war er mit mehreren anderen Jedis auf dem Heimatplaneten der Zwillinge und dort ist etwas passiert, was ihn bis heute verfolgt …

Es wäre jetzt leicht auf den Zug aufzuspringen und einfach mal auf „The Acolyte“ loszuhasssen. Ich sag es wie es ist. Tue ich aber nicht, denn ich bin tatsächlich der Meinung, dass „The Acolyte“ eine gute Grundidee hat, eine gute Hintergrundstory und auch durchaus gute Ideen. Ich mochte den Jedi-Meister Sol, die Padawan-Jedi Jecki und ja, sogar Yord fand ich ganz cool. Tatsächlich hat mir auch das Design der Maske vom „Fremden“ (aka „Sith“) nach einem anfänglichen Lachanfall sehr gut gefallen und viele der Lichtschwertkämpfe fand ich cool gemacht. Was ich befremdlich fand war das „Force Kung Fu“. Daran habe ich mich bis zum Ende nicht gewöhnen können (also Martial Arts Kämpfe, die Machtnutzung inkludieren. Ein bisschen wie „Hidden Tiger, Crouching Dragon“, nur halt im Star Wars-Setting).

Hat mir die Show also gefallen? Himmel, nein. Absolut nicht. Ich bin allerdings nicht der Meinung, dass alles an der Serie schlecht ist, wie so viele scheinbar. Es ist auch nicht die schlechteste Serie, die ich jemals gesehen habe – da gibt es ganz andere Kaliber.

Es ist aber mit Sicherheit jene Serie, die es tatsächlich geschafft hat so ziemlich alle guten Ideen mit Anlauf in den Sand zu setzen und sich selbst völlig in Aus zu stellen. Und damit meine ich nicht einmal die völlig grenzdebilen Auftritte mancher Mitwirkenden hinter den Kulissen (ich verweise auf den „Diss“-Track der Hauptdarstellerin Amandla Stanberg oder die „Yeeees, yeeees!“-Kommentare von Jodie Turner-Smith in diesem berühmten Interview).

Okay, ihr habt leider Recht, ich muss das wirklich kurz erwähnen, weil es einfach so viel in Bezug auf die Art und Weise, wie die Serie in den Sand gesetzt wurde erklärt. Offensichtlich haben die Macher:innen nämlich keine Ahnung von Star Wars oder von Drehbüchern. Damit meine ich nicht mal irgendwelche grenzdebilen Hintergrundinfos, die man aus Star Wars Comic #324 auf Seite 17 findet, sondern ganz banale Dinge, die man einfach weiß, wenn man auch nur einen der Filme gesehen hat. Ich habe auch kein Problem damit irgendeine Lore zu verändern – ich bin kein Die-Hard-Fan. Und ich erinnere mich noch als viele Leute George Lucas (der ja jetzt, wo Disney „alles kaputt macht“ quasi heilig und fehlerlos gesprochen wurde) seine Midichlorianer eingeführt hat … aber das nur am Rande.

Was in Interviews und Presseauftritten einfach völlig offensichtlich war: Zu behaupten, dass Star Wars eine Männer-Show, im Sinne von: Alle wichtigen Figuren waren Männer, sei, ist kompletter Schwachsinn. Ja, es gibt nur wenige Frauen im Star Wars-Universum deren Namen man sich merken muss – hallo, wir sprechen von Krieg, da sind halt doch primär Männer an der Front -, aber diese haben es in sich. Einfach nur zwei Namen: Leia. Padmé. Man mag von „Star Wars“ halten was man will, aber das sind zwei der zentralsten Figuren überhaupt in der Filmreihe und wenn das keine starken, durchdachten, komplexen und großartigen Figuren sind, dann weiß ich auch nicht. Sich jetzt in eine Pressekonferenz zu setzen und zu sagen „Meine Rolle ist eine mächtige Anführerin, weil das gab es bis jetzt in Star Wars nicht“, zeigt einfach eine grundlegende Unkenntnis. Alle in Star Wars auftauchenden Frauen waren bis jetzt großartige Anführerinnen. Alle. Was sie nicht waren, war präpotent, besserwisserisch und charakterliche Durchschnittsschablonen. Oder in Interviews darüber zu debattieren ob R2D2 und C3PO jetzt eigentlich schwul oder lesbisch sind … sorry, hab ich was verpasst? Ist es neuerdings relevant, welches Geschlecht Roboter/Androiden haben?

Naja, jedenfalls scheint es den Macherinnen sehr wichtig gewesen zu sein „Frauenthemen“ oder besser „feministische Botschaften“ in die Serie einzubauen. Und damit habe ich überhaupt kein Problem. Das kann gut funktionieren, das kann schlecht funktionieren, aber grundsätzlich finde ich das legitim.

Ein Problem wird es dann, wenn man dabei vergisst ein Drehbuch zu schreiben, welches funktioniert. Dann habe ich echt ein Problem. Und wenn zu diesem nicht funktionierenden Drehbuch dann noch Schauspieler:innen dazu kommen, die laut Drehbuch durch alle Emotionen gehen müssten, aber nicht zu mehr als zwei Gesichtsausdrücken fähig sind, dann hakt es wo. Und wenn ich dann noch Ereignisse so inszeniere, dass ich mir als Zuseher denke „habt ihr einen an der Waffel?“, dann ist die Sache einfach … vorbei. Da gibt es nichts zu diskutieren.

Und kein einziger dieser Fehler hat mit Feminismus oder Rassismus oder Gender oder Diversität zu tun. Das ist mir alles völlig egal. Das hast schlichtweg damit zu tun, dass man sich einen Dreck um so etwas wie eine in sich stimmige Welt oder glaubwürdige Charaktere bemüht. Und dann hat man irgendwann das Gefühl, dass es den Macherinnen egal war.

Dass dann die Idee aufkommt, dass denen die „Message“ wichtiger war als gute Charaktere … ich kann es verstehen. Es gibt aber auch eine zweite Möglichkeit: Nämlich Inkompetenz. Ich weiß nicht, was jetzt schlimmer ist oder ob es eine Kombination aus beidem war oder ob es überhaupt eine Rolle spielt. Tatsache ist, dass das Ergebnis auf ziemlich allen Ebenen einfach schlichtweg unterer Durchschnitt ist. Ganz weit unten.

Dabei klang die Grundidee so gut. Ein „Who done it“-Mörder-Krimi im Star Wars Universum. So cool! Will ich sehen. Das hat Potential.

Aber das hat man nicht bekommen. Ab Szene 1 weg weiß man, wer es war. Stattdessen hat man versucht Spannung aufzubauen in Richtung „Aber warum hast sie das getan? Was ist damals Schreckliches passiert?“ und ja, auch das hätte spannend werden können. Dann löst man die Sache aber innerhalb von ein paar Folgen auf und – sorry, aber … whaaaaat? Einerseits hätte man das was passiert viel, viel, viiiiiel besser inszenieren können/müssen. Und andererseits hätte man auch einfach den ganzen Weg gehen können und die Jedis etwas wirklich Schlimmes anstellen lassen. Aber das hier? Das ist so … so … egal. Die gesamte Handlung fusst auf einer Sache: Jemand hat (tragischerweise) überreagiert, weil er ein Kind retten wollte. Punkt. Mehr ist das nicht. Und dann haben alle beschlossen, dass dem Kind nicht zu sagen. Über Jahrzehnte(!). Kompletter Mist.

Oder vielleicht habe ich was falsch verstanden und die Macherinnen wollten einen Lehrfilm machen, wie wichtig es ist mit Menschen die man liebt und schätzt einfach offen zu reden? Tja, dann hätte man aber auch hier ein besseres, stimmigeres (und ganz ehrlich: völlig anderes) Drehbuch gebraucht.

Wie man es dreht und wendet – das Ding passt nicht zusammen. Streckenweise fühlt man sich, als ob komplette Teile der Handlung fehlen würden – und das obwohl sich die Serie meistens richtig, richtig zieht -, vor allem in Bezug auf Charaktermotivationen. Charaktere fällen Entscheidungen und Beschlüsse oder setzen Handlung, die allem was die davor gesagt und getan haben um 180 Grad widerspricht. Warum? Weil sie das halt tun. Und ja, in einigen Fällen kann ich mir als Zuseher ja selbst zusammenreimen was diese Figur sich vermutlich gedacht hat dabei und warum sie das getan hat. Aber doch nicht bei jedem einzelnen Charakter in gefühlt jeder zweiten Folge! Leute – das funktioniert so nicht.

Gleiches gilt für die „show, don’t tell“-Regel. Ein plakatives Beispiel: Es gibt einen Charakter, einen Jedi, der sich mit Sol auf dem Planeten mit den Zwillingen befindet. Der löst viel der Tragödie aus. Weil er einfach nach Hause will und die Schnauze voll hat von diesem Mist-Planeten.

Ehrlich: Das ist ein völlig legitimer Grund. Das kann funktionieren. Dann muss ich diesen Charakter zeigen, wie er auf seinem Planten war. Seine Freunde, seine Familie, seinen Grund, warum er nach Hause will, dann muss man zeigen, dass er vielleicht gar nicht an der Mission teilnehmen wollte, gezwungen wurde, sich voller Herzschmerz von Zuhause verabschiedet hat (da es ein Jedi ist müsste man vielleicht sogar seine Mentorin sagen lassen, dass er sich zu viel von seinen Gefühlen leiten lässt und er aufpassen muss, dass ihn diese nicht etwas Schlimmes machen lassen), dann wie schlecht es ihm auf dem Planeten geht, wie er sich nach Zuhause sehnt und dann – als er die Chance sieht, dass dies möglich ist, knickt er. Und am Ende muss er vor uns stehen, völlig fertig, weil er begreift, was er angerichtet hat. Und alles nur, weil er seine Gefühle nicht unter Kontrolle hatte. Er bittet seine Meisterin um Verzeihung und dann gibt es ein paar Möglichkeiten, wie diese Charakterentwicklung enden kann. Das wäre alles möglich gewesen.

Und tatsächlich, wenn man genau hinhört, dann ist es auch genauso passiert. Diese gesamte emotionale und eigentlich – richtig geschriebene und inszenierte – Storyline kommt genau so(!) in der Serie vor. Man bekommt es nur nicht wirklich mit, weil das alles so völlig belanglos und langweilig im Vorbeigehen erwähnt wird. Die Information wird vermittelt. Aber die Emotion nicht. Und deshalb ist es in diesem Fall auch so, dass der erwähnte Charakter sich quasi selbst umbringt. Aus Schuldgefühlen. Erneut: Das kann funktionieren. Die Story ist da. Die Beweggründe sind da. Nur sehe und fühle ich sie nicht, weshalb meine Emotion ausbleibt und sich mein Kopf einschaltet: Und der sagt „Spinnt der?“. Weil ich es emotional nicht nachvollziehen kann. Weil ich nur die Info „will heim“ bekomme. Ohne Emotion. Aber ohne Emotion und nur mit Info schafft man Distanz. Schade. Das hätte wunderbar funktionieren können (ich musste gerade an „WW84“ denken und das es da ähnlich war: Die 1:1 gleiche Story hätte mit besserem Skript und Regie absolut toll funktionieren können).

Und dann hat man das so in den Sand gesetzt. Und die Kritiken, die ich höre sind „da brennt eine Burg aus Stein“ oder „Da ist Feuer im Weltraum – das geht nicht, weil da kein Sauerstoff ist“. Eh alles schön und gut, aber sorry – wir reden von einer Filmreihe in der Laser im Vakuum Geräusche machen und Raumschiffe auch mitten im Weltraum in einem Feuerball explodieren. Erzähl mir nichts von Physik, wenn dir sowas egal ist, dann kann das andere hier auch keine Rolle spielen.

Was ich viel schimmer finde, ist wie schlecht die Autoren einfach dabei waren ihre Figuren mit Werten, Geschichten und vor allem Beweggründen auszustatten. Dabei dreht sich in allen Geschichten immer alles um Beweggründe.

Ihr wollt wieder Beispiele? Okay, ich nenne euch ein paar. Nehmen wir Sol (in meinen Augen wirklich cool gespielt von Lee Jung-jae, mit cooler Optik und lustigem Akzent, in seiner ersten englischsprachigen Rolle für die er überhaupt erst einmal Englisch gelernt hat). Der Mann mag Kinder (im positiven Sinne). Er hat offensichtlich einen stark ausgeprägten Beschützerinstinkt. Das wissen wir, das sehen wir. Das ist auch der Grund, warum er aus Reflex die scheinbare Bedrohung tötet. Und das ist auch völlig nachvollziehbar bis dahin. Warum er dann aber ein Kind in den scheinbaren Tod fallen lässt (kommt mir nicht mit „er hatte zu wenig Kraft beide Brücken zu halten“ – dann hätte er halt die Brücke nicht gehalten sondern beide Kinder zu sich gezogen) bleibt mir schleierhaft. Zumal er „zufällig“ das Kind fallen lässt, welches eh kein Jedi werden will. Das widerspricht sich schon mal. Und dann lügt er dieses Kind jahrelang an bzw. verschweigt ihr etwas? Lässt sie ziehen und hat keinen Kontakt mehr? Da gab es kein einziges klärendes Gespräch? Und wenn er doch Kinder so mag … sind das die einzigen in seinem Leben die er getroffen hat und denen er helfen wollte? Gibt es andere? Wo sind die?

Die Frage bleibt aber – weil dieser Charakterzug für die Logik der Handlung so wichtig ist -, warum denn? Woher kommt dieser Charakterzug (und jeder Charakterzug kommt irgendwo her)? War er bevor er Jedi war ein Vater und hat sein Kind, vielleicht sogar Zwillinge, verloren? Oder einen jungen Padawan, dem die beiden ähnlich sehen? Gibt es irgendein Ereignis in seiner Vergangenheit, welches diese (man muss es so nennen) Obession auf die Zwillige rechtfertigt? Keine Ahnung. So sehe ich einen Typen, der irgendwie bedenklich stark auf die beiden Kinder abfährt. Ich meine, okay, er scheint nett zu sein und wir wissen ja, dass er nichts Schlimmes mit ihnen gemacht hat, aber die Folge in der Vergangenheit … das war teilweise schon ein bisschen creepy. Würde man ein Drama über Kindesmissbrauch drehen wollen – an diesem Teil des Drehbuchs bräuchte man nicht allzu viel zu ändern.

Oder die Mutter der Zwillinge (nur so viel zu den „The Power Of One“-Gesangsdings: Isses gut? Nein. Ist es so schlimm, wie es oft aufgeblasen wird? Nein. Es ist schlichtweg eines: Unnötig.), die ein paar Szenen mit ihren Kinder hatte, die mich wirklich und ehrlich berührt haben. Ganz ehrlich. Da gab es Gespräche und da hat sie Dinge gesagt bzw. Emotionen gezeigt, die ich meinen Kindern 1:1 so sagen könnte (sinngemäß: Wenn meine Pläne für mich nicht deine eigenen Pläne sind, dann liebe ich dich genug um meine elterlichen Pläne fallen zu lassen und dich bei der Umsetzung deiner eigenen zu unterstützen). Das war richtig herzerwärmend. Warum die dann auf einmal zu einem – ich finde keine bessere Beschreibung – Nebelmonster wird und scheinbar eine ihrer Töchter „aufzulösen“ beginnt – vor völlig Fremden, die sie als Bedrohung sieht, wohlgemerkt – anstatt einfach rüberzugehen, sie zur Seite zu nehmen und mal ein Wörtchen mit ihr zu reden (wie man das als Elternteil halt macht), ist auch komplett im Kontrast zu den Dingen, die sie vorher (siehe die herzerwärmenden Szenen) gesagt hat. Das passt einfach nicht zusammen.

Vielleicht gibt es einen Grund? Vielleicht hat sie Angst ihre Tochter könnte zur „bösen Seite“ kippen oder sie kann sie ohnehin nicht leiden oder oder oder. Fakt ist: Keine Ahnung. Ich kenne den Beweggrund nicht. Ich sehe halt was passiert und muss es ohne Kontext als gegeben nehmen. Irgendwann stellt man sich halt die Frage, wie oft man „Weil es so im Drehbuch stand“ als Grund für eine Handlung einer Figur heranziehen kann, ohne dass es peinlich wird. Wie sich herausstellt: Nicht oft.

Und das kann man für alle Figuren so weiterführen. Der „böse Sith“? Der will Jedis töten, weil sie ihn nicht seine Macht ausüben lassen wie er will. Okay. Geschenkt. Aber wozu dann eine unfähige Dame anheuern und ihr sagen, sie „soll ohne Waffe töten“? Das sind doch völlig sinnfreie Spielereien, die ich als Info zur Kenntnis nehme, aber halt einfach nicht nachvollziehen kann, weil ich die Beweggründe dafür weder verstehe noch gezeigt bekomme. Null.

Und das sind alles schwerwiegende Dinge, die man vielleicht mit viel Krach-Bumm überspielen kann und mit guten Schauspieler:innen. Und viele der Schauspieler:innen sind sogar gut. Wirklich gut sogar. Wenn dann aber so plakative Dinge passieren, wie bereits in der ersten Folge, als der Sith seine „Töte ohne Waffe“-Rede hält um dann völlig grundlos uns seiner Rede sogar widersprechend sein Lichtschwert auszufahren. Okay … warum macht er das? Für uns Zuseher:innen, damit wir ja checken, dass das ein böser Sith ist. Danke. Aber ich brauche, dass Aktionen von Charakteren in einer Geschichte von Dingen motiviert sind, die in der Geschichte passieren und nicht von der Tatsache, dass es ein Publikum gibt. Und solche Dinge passieren die ganze Zeit über. Da suchen ein paar Jedi (ein Teil davon wohnt in dem Haus!) einen Mann, der vielleicht ermordet wurde. Unsere Hauptfigur spaltet sich ab (kennt das Haus nicht), kommt aber weit schneller zum Toten als die anderen. Nochmals: Die Leute, die den Mann kannten und sich Sorgen machen, ob ihm was passiert ist gehen scheinbar einen Umweg um zu ihm zu kommen! Also nicht den kürzesten Weg, sondern einen Umweg. Sorry, aber … was? Das kann doch nicht euer Ernst sein. Ist euch sonst nichts eingefallen, wie sie vor den Jedis dort ankommen kann? Das war eure beste Idee?

Es ist einfach so ärgerlich. Letztes Beispiel: Das Finale. Ich spoilere jetzt gewaltig: Seine ach so geliebte Ziehtochter erwürgt Sol mit einem Machtgriff, weil sie gesagt bekommt, dass er ihre Mutter getötet hat. Okay. Auch das hätte funktionieren können – wenn jemand das so inszeniert hätte, dass es Emotionen geweckt hätte. Wenn Stanberg zu mehr als einem Gesichtsausdruck fähig wäre. Und wenn die simple Tatsache, dass der Satz „Sie wollte dich töten! Ich habe dir dein Leben gerettet!“ nicht alles geklärt hätte. Ein Satz, der übrigens in so ziemlich allen Lebensjahren davor auch mal fällig gewesen wäre. Aber das nur am Rande.

Nochmals: Alle anderen Dinge, die innerhalb des Star Wars-Universums eigentlich nicht möglich sind (ich denke, diese Linie hat „Ich heile Wunden und bringe Tote mit der Macht zurück“-„The Rise Of Skywalker“ ohnehin nach ganz weit oben verschoben), mögen ärgerlich sein, ja, aber das kratzt mich wenig. Da bin ich zu wenig Fanboy dazu.

Wenn ich aber eine ganze Serie lang in erster Linie Emotionen als Fakt präsentiert bekomme und man mir keine Chance gibt, mich emotional abholen zu lassen oder mitzufiebern oder auch nur im Ansatz nachzuvollziehen, was hier passiert … das klappt nicht. Jemanden sagen zu lassen „Er war so nett“ löst nicht die gleiche Emotion aus, wie jemanden zu zeigen, der etwas sehr nettes tut. Das ist nicht dasselbe. Und auch nicht das Gleiche. Vielleicht hätte man das den Macherinnen sagen sollen bevor man ihnen 200 Millionen Dollar in die Hand gedrückt hat, um das hier abzuliefern.

Also, ja – „The Acolyte“ ist ganz einfach richtig schlecht geschrieben. Richtig schlecht. Und zwar für mich nicht abhängig von Star Wars-Kanon oder anderen Dingen, sondern ganz grundsätzlich auf Basis so ziemlich aller Regeln was Drehbuchschreiben betrifft.

Und trotzdem: Es ist eine Serie mit Carrie-Ann Moss, die ein Lichtschwert schwingt. Und in einer Episode sterben auf einmal 80% der wichtigen Charaktere, was ich richtig überraschend und cool und mutig fand – weil ich dachte, dass dies Auswirkungen auf Story und Charaktere hat. Hat es nicht. Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass die Autor:innen scheinbar einfach nicht wussten, was sie weiter mit denen anfangen sollen, deshalb haben sie sie halt aus dem Drehbuch geschrieben. Was schade ist, weil zwei davon waren zumindest im Ansatz so interessant, dass es mir gefallen hätte, von denen noch eine Weile mehr zu sehen.

Naja, wie dem auch sei. Ich finde es keine Sekunde schade, dass es keine zweite Staffel gibt. Eigentlich müsste man die Macherinnen verklagen für diese Frechheit von Drehbuch. Oder sie sind schlau und vekaufen die Serie als Lehrstück, wie man es nicht machen sollte. Je nachdem.

„The Acolyte“ bekommt von mir 3,5 von 10 möglichen, ja, ich fand ein paar der (wenigen) Lichtschwertkämpfe richtig cool, Punkte.

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Star Wars Jedi: Fallen Order (Game-Review) http://darkagent.blogsit.net/2024/08/13/star-wars-jedi-fallen-order-game-review/ http://darkagent.blogsit.net/2024/08/13/star-wars-jedi-fallen-order-game-review/#respond Tue, 13 Aug 2024 05:00:34 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=36777 Die Republik ist Geschichte. Lang lebe das Imperium! Seit Cal Kestis (Cameron Monaghan) zusehen musste, wie sein Jedi-Meister aufgrund von Order 66 ermordet wurde, lebt er inkognito und von der Macht getrennt auf dem Schrottplaneten Bracca. Dort fristet er sein … Weiterlesen

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Die Republik ist Geschichte. Lang lebe das Imperium! Seit Cal Kestis (Cameron Monaghan) zusehen musste, wie sein Jedi-Meister aufgrund von Order 66 ermordet wurde, lebt er inkognito und von der Macht getrennt auf dem Schrottplaneten Bracca. Dort fristet er sein Dasein, indem er alte Schiffe ausschlachtet. Es ist nicht viel, aber es ist ein Leben. Bis ein Arbeitsunfall ihn dazu zwingt seine Machtfähigkeit(en) einzusetzen und seine Tarnung auffliegt.

Die Inquisitoren des Imperiums, Jedi-Jäger, werden auf ihn aufmerksam und er kann nur mit Mühe und Not und durch die Hilfe der ihm bis dato unbekannte Cere (Debra Wilson) und Greez (Daniel Roebuck) fliehen. Als Passagier auf deren Raumschiff Mantis, erklären ihm diese, warum sie ihm geholfen haben und warum sie schon lange nach genau jemanden wie ihm gesucht haben: Ceres alter Jedimeister Cordova hat ein Artefakt versteckt, auf welchem eine Liste von Kindern zu finden ist, die Anzeichen von Machtfähigkeiten gezeigt haben. Er soll helfen diese Liste zu finden und den Jedi-Orden neu aufzubauen.

Auf dem Planeten Bogano findet Cal einen Druiden namens BD-1, der früher Cordova gehörte und gemeinsam machen sich alle vier auf den Weg, um die Liste zu finden, denn auch die Inquisitoren haben davon gehört und machen einerseits Jagd auf die Liste und andererseits auf Cal …

2019 war ein gutes Jahr für Star Wars-Fans. Zumindest was Videospiele angeht, denn da erschien „Star Wars Jedi: Fallen Order“ und bewies, dass es doch möglich war ein gutes, sogar sehr gutes, Star Wars-Spiel zu machen. Gerade jetzt, im Jahr 2024, war es bei mir dringend notwendig, mich daran zu erinnern, warum ich „Star Wars“ lange Zeit geliebt habe. Mit dem – meiner Ansicht nach – Absturz namens „Sequel-Trilogie“ hatte ich die Hoffnung verloren nochmals eine gute Star Wars-Story zu erleben. Und dann kamen all die Serien, die ich großteils eher mittelprächtig fand. Und dann kam „The Acolyte“. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls hatte ich dringend das Bedürfnis nochmals eine Star Wars-Geschichte zu erleben, die auch Spaß macht und die ich ernst nehmen kann.

Und da habe ich mich daran erinnert, dass ich ja vor Jahren mal „Fallen Order“ gespielt hatte und es mir gefallen hat. Und da 2024 ja der Nachfolger „Survivor“ erschienen ist, war es an der Zeit mal wieder reinzuschnuppern.

Was ist „Fallen Order“ nun und warum ist es so gut? Die Frage hat zwei Antworten, die sich einerseits auf das Gameplay und andererseits die Präsentation beziehen.

Beim Gameplay ist Respawn Entertainment keine großen Risiken eingegangen, sondern hat das beste aus mehreren Welten geschnappt, das ganze in ein Star Wars-Setting überführt und fertig ist der Mix. Das liest sich jetzt ernüchternd, aber tatsächlich funktioniert das wunderbar.

Geschicklichkeits- bzw. Klettereinlagen aus „Uncharted“ und der neuen „Tomb Raider“-Trilogie, Schwertkämpfe in einer Mischung aus den „Souls“-Spielen und „Ghost Of Tsushima“, das ganze garniert mit Erkundungen um Sammelkram zu finden, der entweder die Macht oder die Gesundheit aufwertet, neue visuelle Veränderungen bei Cal, BD-1 oder der Mantis zulässt und die Fähigkeit so genannte „Force Echos“ zu finden und zu lesen, um wie bei Audiologs ein wenig mehr über die Hintergründe der Orte zu erfahren, die man besucht.

Und es funktioniert. Mit dem Laserschwert Blastersalven abzuwehren und auf die Sturmtruppen retour zu schleudern, Kämpfe gegen übermächtige Biester und Boss-Gegner – es macht Spaß. Das liegt vor allem am Sounddesign, welches sich speziell bei Kämpfen Lichtschwert gegen Lichtschwert nicht lumpen lässt. Generell ist das Sounddesign richtig großartig geworden, inklusive der grandiosen Filmmusik und den Soundeffekten. Die Geschicklickeitseinlagen machen auch Spaß und werden nie frustig, was daran liegt, dass manche Fähigkeiten, die man lernt eben an bestimmten Oberflächen funktionieren und die Umgebung kann man sehr gut lesen. Das geht relativ flott sehr intuitiv von der Hand. Bei den Kämpfen kommt es in erster Linie auf das rechtzeitige Blocken und, wenn sich Gegner rot färben, ausweichen an und die Zeitfenster dann zu nutzen, um Gegenschläge auszuführen. Liest sich langweiliger als es ist und wird bis zum Ende nicht langweilig.

Positiv auch, dass die Planeten, die man besucht, zwar gerade am Anfang sehr verschachtelt und unübersichtlich wirken, aber wenn man die Kartenfunktion von BD-1 erstmal hat und durchschaut, dann ist die Karte sogar sehr hilfreich, weil der Gute auch anzeigt, welche Wege mit dem aktuellen Fähigkeiten noch verschlossen bleiben, welche man öffnen kann und welche schon offen sind, die man aber noch nicht besucht hat. Finde ich gut.

Der zweite große Punkt ist die Inszenierung, die großartig geworden ist. Cameron Monaghan (bekannt als „Jerome“ aus „Gotham„) spielt Cal wirklich gut und durch das Motion Capturing findet man auch die passenden Emotionen in seinem Gesicht und seine Synchro ist richtig gut geworden. Die Dialoge mit BD-1 sind ebenfalls toll geworden und die Animationen von BD-1 sind … hach, der kleine Kerl ist nicht nur euer bester Freund, weil er hilfreich ist, sondern er wird euch richtig ans Herz wachsen. Cere und Greez sind ebenfalls super vertont und meine geheime Lieblingsfigur ist klar die Nachtschwester Merrin, gesprochen von Tina Ivlev. Die ist einfach super. Ich kann es nicht anders sagen. Ihre Art Sachen schlichtweg auf den Punkt zu bringen und immer bierernst zu wirken. Das ist eine unglaublich tolle Figur, die ich gern viel früher im Spiel gehabt und viel mehr Zeit mit ihr verbracht hätte.

Die Story ist eine typische Star Wars-Story mit Planetenhüpferei, die sich wie oben erwähnt nach und nach öffnen, interessanten Gegenspieler:innen (Ausnahme: Ninth Sister, die bleibt ziemlich blass), allen voran die Second Sister, die eine spannende Verbindung zu Cere hat. Optisch (gesprochen von Elizabeth Grullon) einfach das perfekte Pendant zu Darth Vader.

Das Ende finde ich ein wenig überhastet und gerade das Ende der Second Sister halbwegs unterwältigend (schade), aber bis dahin ist es eine Freude dabei zu sein und die Wendungen und Offenbarungen mitzubekommen. Die Story ist auch überraschend düster für Star Wars-Verhältnisse und hat mir richtig gut gefallen, da man sich auch für Umwege Zeit nimmt und diese mit gleicher Liebe inszeniert und darstellt wie die Highlights. Und auch vor düsteren Themen schreckt das Spiel nicht zurück, was auch an der Timeline (zwischen Episode III und „Episode IV“) liegt.

Alles in allem ist „Fallen Order“ das Star Wars-Spiel, das ich mir immer gewünscht habe. Perfekt ist es sicher nicht (ich sage nur: Wenn man kein Fell passend darstellen kann, dann sollte man verdammt nochmal keinen Wookie-Planeten einbauen), aber es macht so viel richtig, dass man über die kleinen Mängel gerne hinwegsieht.

„Star Wars Jedi: Fallen Order“ bekommt von mir 8,5 von 10 möglichen, die Macht mit sich habende, Punkte.

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Star Wars: Obi-Wan Kenobi (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2023/03/07/star-wars-obi-wan-kenobi-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2023/03/07/star-wars-obi-wan-kenobi-serienkritik/#respond Tue, 07 Mar 2023 05:00:21 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35234 Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) ist auf Tattoine und wacht über Luke Skywalker, der bei Verwandten untergebracht wurde. Zehn Jahre lang hält er seine schützende Hand über ihn und versucht dabei unentdeckt zu bleiben, denn Order 66, welcher den Tod für … Weiterlesen

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Obi-Wan Kenobi (Ewan McGregor) ist auf Tattoine und wacht über Luke Skywalker, der bei Verwandten untergebracht wurde. Zehn Jahre lang hält er seine schützende Hand über ihn und versucht dabei unentdeckt zu bleiben, denn Order 66, welcher den Tod für (fast) alle Jedi bedeutete, ist noch immer aufrecht. Und nicht nur das: Das Imperium hat nachgerüstet und eine Inquisition gegründet, welche die Aufgabe hat, das Universum nach überlebenden Jedi zu durchkämmen (der Wortwitz musste sein).

Als aber der Ziehvater von Leia Organa plötzlich bei ihm auftaucht und ihm offenbart, dass Leia entführt wurde, da packt ihn nochmals sein Pflichtbewusstsein und er macht sich auf die Suche nach ihr.

Aber wie könnte es anders sein? Es ist eine Falle. Den ohne Obi-Wans Wissen hat Anakin Skywalker überlebt und sich in Darth Vader verwandelt. Dessen oberste Direktive lautet: Findet Obi-Wan.

Ich habe mit Star Wars schon vor langer Zeit abgeschlossen. Ganz ehrlich. Das war schon vor „The Last Jedi“ und die Serien, die aktuell so rumgeistern – so gut sie sein mögen – lassen mich absolut kalt. Sei es „The Mandalorian“ oder „The Book Of Boba Fett“ oder „Andor“ (wobei mich das fast reizen würde …), juckt mich nicht wirklich.

Aber wenn es eine Figur gibt, welche für mich aus den Prequels ohne Schaden rausgekommen ist, so ist es die Interpretation von Ewan McGregors Obi-Wan Kenobi. Das liegt natürlich daran, dass ich Ewan McGregor einfach als Schauspieler mag.

Das heißt also, ich habe mich nach langem hin und her dazu hinreißen lassen, mir endlich mal die Obi-Wan Kenobi-Serie anzusehen und ich muss sagen, ganz ehrlich: Sie ist okay. Nicht großartig, aber in Summe auch nicht schlimm. Sicher, es ist halt schon auffällig, wie ewig man auf der gleichen Familie sprichwörtlich herumreiten kann (Skywalker, für jene, die sich wundern), aber damit rechnet man ja fast schon. Und entgegen meiner Erwartung war die kleine Leia (gespielt von Vivian Lyra Blair) tatsächlich ein sympathisches Mädchen mit Grips und nicht nervig.

Auch die anderen zurückkehrenden Schauspieler:innen machen ihre Sache gut. Ja, ich spreche vom Vaders Stimme James Earl Jones. Immer noch Gänsehaut. Was weniger gut funktioniert für mich, ist die Art und Weise wie Darth Vader hier portraitiert wird. Damit meine ich nicht das Schauspiel von Hayden Christensen, das ist solide und passt gut, auch wenn man bei der Rückblende in die Akademie der Jedis die digitale Verjüngung ziemlich merkt bzw. hab ich mich ein paar Mal gefragt, ob sie ihn überhaupt verjüngt oder einfach über seine Falten gemalt haben. Aber gut – man drückt ja bei solchen Dinge ein Auge zu.

Kein Auge zudrücken werde ich allerdings bei all den kleinen Fehlern, die man mit ein bisschen Drehbuchpolitur locker wegmachen hätte können. Das beginnt bei der völlig unnötigen Inklusion von Luke Skywalker in der letzten Folge (wie aufgesetzt ist denn bitte der Weg dahin?), geht über die Tatsache, dass scheinbar niemand mehr daran stirbt, wenn er/sie von einem Laserschwert aufgespießt wird (Qui-Gonn wird sauer sein, wenn er das rausfindet) und hört nicht damit auf, dass das Drehbuch halt immer wieder Deus-Ex-Machina-Momente hat, die einfach an den Haaren herbeigezogen wirken.

Ja, es gibt coole Szenen, ja, zwischendurch (nach den ersten beiden Folgen) wird die Sache sogar spannend, aber die letzte Folge vergeigt dann meiner Ansicht nach viel, wenn nicht alles.

Sorry, es folgt ein mächtiger Spoiler. Oder auch nicht, weil man ja genau weiß, wie die Sache laufen muss, denn in Episode 4 treffen die beiden ja wieder aufeinander. Also: Es gibt einen „letzten“ Zweikampf zwischen Darth Vader und Obi-Wan, der sich seiner Macht-Kräfte erinnert, weil er an die kleine Leia denkt, der er versprochen hat, dass sie sich wiedersehen. Und dann natürlich – tritt er Vader mächtig in den Hintern. Er macht die Maske kaputt, was vermutlich bedeutet, dass Vader sterben wird/würde, aber darum geht es nicht, denn Vader spricht Obi-Wan mehr oder weniger frei, denn er sagt ihm: „Nicht du hast Anakin ermordert, sondern ich!“. Woraufhin hin Obi-Wan antwortet: „Dann ist mein Freund tatsächlich tot.“ Lässt den besiegten Vader wieder(!) lebendig zurück und geht einfach.

Warum? Weil: Episode 4. Nämlich.

Aber – Entwarnung: Alles in allem habe ich mich nicht geärgert, die Serie gesehen zu haben. Ja, es gibt ein paar absolut billige und sinnfreie Momente (Obi-Wan lässt sein Gesicht scannen bevor er alle über den Haufen schießt. Warum nicht gleich? Eine Laser-Schranke versperrt den Weg, zu mindestens … 80 bis 90%. Und Obi-Wand muss den Schranken abschalten, sonst geht es nicht weiter … vermutlich weil er müde ist und die zehn extra Schritte einfach nicht möglich gewesen sind … aber ich schweife schon wieder ab.

Ja, Obi-Wan ist immer noch Obi-Wand und McGregor rockt die Sache. Die Serie selbst ist in Ordnung, man muss halt über hanebüchene Story-Entwicklungen stehen (warum schreit man laut auf, bevor man jemanden von hinten erstechen will?) und akzeptieren, dass viele Charaktere einfach dumm wie Stroh sind. Aber das ist ja immer wieder mal der Fall bei Star Wars.

„Obi-Wan Kenobi“ bekommt 6,5 von 10 möglichen, sein Potential nicht ausschöpfende und sich viele dumme Fehler leistende, Punkte.

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Star Wars – Episode 9: The Rise Of Skywalker aka Der Aufstieg Skywalkers (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2019/12/31/star-wars-episode-9-the-rise-of-skywalker-aka-der-aufstieg-skywalkers-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2019/12/31/star-wars-episode-9-the-rise-of-skywalker-aka-der-aufstieg-skywalkers-filmkritik/#respond Tue, 31 Dec 2019 06:00:09 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=31853 Rey (Daisy Ridley) ist also die letzte Jedi und alle anderen sind tot. Da taucht eine mysteriöse Nachricht auf, die durchs All geschickt wird – der Imperator Palpatine (Ian McDiarmid) lebt! Und er hat eine Flotte von 10.000 Sternzerstörern, die … Weiterlesen

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Rey (Daisy Ridley) ist also die letzte Jedi und alle anderen sind tot. Da taucht eine mysteriöse Nachricht auf, die durchs All geschickt wird – der Imperator Palpatine (Ian McDiarmid) lebt! Und er hat eine Flotte von 10.000 Sternzerstörern, die jeder für sich einen Planeten zerlegen können. Was bleibt Rey also übrig, als nach ihm zu suchen und sich ihm zu stellen?

Zeitgleich sucht auch Kylo Ren (Adam Driver) nach Palpatine, findet ihn jedoch rascher und unterwirft sich seinem neuen Meister, denn nur, wenn er alle Jedi auslöscht, bekommt er die Macht, die ihm auch seiner Ansicht nach zusteht.

Währenddessen formiert sich der letzte Rest des Widerstands, um der „Final Order“ (löst die „First Order“ ab) auch nur irgendwie im Ansatz entgegentreten zu können. Das wird schwer, denn die Reihen um General Leia (Carrie Fisher) sind stark gelichtet und auch um Leia selbst steht es nicht gut. Können Poe (Oscar Isaac) und Finn (John Boyega) helfen?

Eigentlich eine spannende Ausgangslage für den letzten Teil der neuen Star Wars-Trilogie. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich bin mit dem Gefühl aus dem Kino gekommen, dass es vorbei ist und alle Fragen, die ich hatte beantwortet sind. Zufriedenstellend beantwortet? Nein. Aber beantwortet. Und es tauchen durch den dritten Teil ganz neue Fragen auf, die allerdings scheinbar zu egal sind, um näher beleuchtet zu werden.

Bevor ich weiterschreibe, muss ich noch anmerken, dass ich mit der neuen Trilogie nie ganz warm geworden bin. Episode VII war eine Kopie von Episode IV, nur halt politisch korrekt, aber immerhin unterhaltsam. Episode VIII war interessant, weil endlich Luke wieder dabei war, allerdings hat sich der Film so viele Schnitzer in Bezug auf den Umgang mit Charakteren und auch in der Handlung geleistet, dass ich zwar unterhalten aus dem Kino kam (gut gemacht ist er ja), aber trotzdem der Meinung war, ich hätte meinen letzten Star Wars-Film in Kino gesehen.

Und jetzt ist Episode IX da. Der Abschluss. Angeblich von allen 9 Filmen. Dazu nur die Anmerkung: Nein, das stimmt so nicht. Episode I bis VI sind nämlich schon davor abgeschlossen gewesen. VII bis IX hätte kein Mensch gebraucht. Also ist IX der Abschluss der neuen Trilogie und – man hat sich bemüht. Ganz ehrlich. Man hat sich wirklich bemüht.

Geglückt ist es für mich dennoch nicht wirklich. Sicher, ein paar der Witze sind super. Ein paar der Dialoge großartig. Ein paar (wenige) Szenen haben Gänsehaut erzeugt, aber von einem Finale hätte ich mehr erwartet. Vor allem hätte ich mehr „wichtige“ Momente erwartet und nicht 2/3 Schnitzeljagd von A nach B nach C auf der Suche nach Artefakten, die vor diesem Film keiner kannte und die niemand interessiert haben. Die erste Stunde hätte man in den „Title-Crawl“ packen können, weil eh nichts wesentliches passiert und dann hätte man Zeit gehabt, den Rest ordentlich zu erzählen. So aber wirkt es gehetzt. Es wirkt, als würde viel passieren, aber defakto passieren genau vier Dinge (Vorsicht: leichte Spoiler):

a) Leia stirbt (und man merkt in jeder einzelnen Szene, dass das Drehbuch um bereits vorhandene Aufnahmen herum geschrieben wurde. Sogar die Betonungen von Leia sind falsch. Von ihren Reaktionen und kurzen Antworten, die gar nichts mehr mit der coolen Leia aus Episode IV bis VI gemein haben, gar nicht erst anzufangen).
b) Rey erfährt, wer ihre Eltern sind (sie sind immer noch unwichtig. Nur der Großpapi ist wichtig).
c) Kylo Ren bekommt eine Charakterentwicklung (die man schon kennt, bevor man den Film gesehen hat).
d) Lando und der Imperator sind zurück. Einer davon stirbt (Ihr wisst, wer).

Das war es. Alles andere rundherum ist bunt und laut, sieht toll aus und klingt gut, aber es ist im Grunde nicht wirklich wesentlich. Es werden eine ganze Menge neuer Charaktere eingeführt, die ich scheinbar mögen soll, die aber zu kurz vorkommen, um wirklich Eindruck zu hinterlassen (Babu ausgenommen, der ist einfach cool). Meinungen verändern sich drastisch im Laufe von diesen 2 1/2 Stunden. So fragt eine Person in der Mitte des Films, ob Poe nicht einfach abhauen könnte und mit ihr ein neues, gutes Leben anfangen, denn das sei nicht ihr Krieg. Und eine Stunde später sitzt sie in einem Raumschiff um den „Last Order“ zu besiegen. Dazwischen sieht man sie nicht mal.

Das soll jetzt kein Härchen-zählen werden, ganz ehrlich nicht, ich möchte nur anmerken, dass der Film viel zu gehetzt ist (und gegen Ende, dann viiiiel zu in die Länge gezogen) für das bisschen Story, das er erzählt. Dass man Episode 8 quasi links liegen lässt, ist da schon Nebensache. Auch die Ausrede, dass Rian Johnson mit Episode 8 alles verpfuscht hat, lasse ich nicht gelten, denn nicht Rian hat es verpfuscht, sondern die Produzenten. Wenn man keinen Plan für eine dreiteilige Geschichte hat, dann soll man halt keine machen. Und wenn man einen Plan hat (scheinbar hatte JJ einen), dann sollte man das Ruder nicht jemanden überlassen, der einfach mal am Weg rechts abbiegt, um sich die Blümchen anzusehen. Symbolisch gesprochen.

Aber ich schweife ab. Ist „The Rise Of Skywalker“ nun ein guter Film? Jein. Er ist schrecklich durchschnittlich. Es gibt, wie erwähnt, tolle Momente, die reißen den Film als Ganzes allerdings für mich nicht raus. Die Ideen sind da. Man merkt auch wirklich, was JJ vorhatte, als er Episode VII gedreht hat, man hat es halt dann fallen gelassen und jetzt baut er dieses Flickwerk zusammen, damit alles wieder Sinn ergibt. Oder ergeben sollte. Denn nach Logik innerhalb der Gesetze des Star Wars-Universums darf man nicht mehr fragen.

Die „Macht“ kann jetzt Tote zurückbringen und offensichtlich geht das ziemlich einfach. Hand auflegen, Wunden heilen und fertig. Das geht ohne Training. Das kann Rey. Das kann Kylo. Gratulation: Warum konnte Palpatine, dann Anakin durch die Angst von Padmes Tod zur dunklen Seite ziehen, wenn er sie doch ganz leicht wiederbeleben hätte können? Warum hat Obi-Wan seinen alten Lehrmeister nicht wieder erweckt? Warum hat Yoda nicht Mace Windu zurückgeholt? Wenn doch eh niemand wirklich tot ist? Oder warum können „Macht-Geister“ plötzlich Gegenstände fangen und X-Wings aus Sümpfen heben? Denn wenn die das können, dann Leute – reißt euch mal am Riemen, hört auf Sprüche zu klopfen und nehmt euch die Sith vor! Ach, so viele Dinge, die in in diesem Film nicht stimmig sind, das ist wirklich schade.

Auch die neue Menge an Charakteren tut dem Film nicht gut. Was zum Beispiel hat Dominic Monaghan im Film verloren? Dessen Zeilen hätte man irgendwem(!) in den Mund legen können, den es schon gegeben hat in der Geschichte. Warum musste man Zorii einbauen? Warum Jannah? Warum überhaupt hat man Palpatine wieder gebraucht für die Story? Den hätte man rausnehmen können und sich stattdessen auf die Geschichte von Kylo und Rey konzentrieren können. Die Ideen sind ja da. Sie sind sogar gut, wie ich finde, weil es was Neues ist, aber die Umsetzung fand ich ehrlich gesagt ziemlich peinlich. Apropos peinlich: Was für Waschlappen sind denn bitte die Knights Of Ren in Episode 9? Peinlich, peinlich.

Ich sag es ja nicht gern, aber emotional war der Kampf am Ende von Episode 8 (Kylo und Rey gegen alle, Kylo und Rey gegeneinander) weit involvierender als dieses Zeug hier.

Um es kurz zu fassen: Das Problem von Episode 9 ist, dass es keine stimmige Geschichte davor gab, die dazu geführt hat. Und die Idee, alle neun Episoden in diesem letzten Storyteil zusammenzufügen hat für mich nicht funktioniert. Das World-Building, wie man das Neudeutsch so schön nennt, hat nicht funktioniert. Das Kopieren von den Handlungsbögen von Episode IV bis VI hat dazu geführt, dass die neuen Ideen nicht genug Gewicht bekamen und die neuen Figuren – die mögen sympathisch sein, aber wenn ihr die alten Helden (Solo, Luke, Leia, Chewie) einbaut, dann müsst ihr bei den „Neuen“ schon schwere Geschütze auffahren, damit die nicht im Vergleich verblassen. Was sie für mich tun. Interessanterweise fand ich Kylo Ren in letzter Konsequenz den interessantesten Charakter der neuen Trilogie. Fand ich ihn in Episode VII noch nervig und peinlich, so fand ich ihn hier stark. Und Adam Driver spielt die verschiedenen Seiten tatsächlich so, dass man bereits an der Art wie er steht merkt, ob man nun Ben oder Kylo vor sich hat. Fand ich super.

Trotzdem ist der Film ein Flickwerk, der sich für mich an den falschen Stellen zu viel und an den anderen zu wenig Zeit nimmt. Fast kommt es einem so vor, als ob es pro Film wichtiger gewesen wäre, neue und niedliche Figuren oder coole Fahrzeuge einzubauen, anstatt sich wirklich um eine stimmig Handlung Gedanken zu machen. Schade. Das wäre mehr drin gewesen.

Und das ist wohl der größte Kritikpunkt an der neuen Trilogie: Da wäre (selbst mit diesen Figuren!) so viel mehr drin gewesen (oder: gerade mit diesen Figuren!) und was hat man bekommen? Das hier.

Man kann von der „Prequel-Trilogie“ halten was man will, man kann Entwicklungen mögen oder nicht mögen, was man aber immer bekommen hat, war eine stimmige Handlung, die nachvollziehbar erzählt wurde und deren Charakterentwicklungen (Obi-Wan, Anakin mit Abstrichen bei der Wandlung zu Darth Vader, Palpatine) gut gemacht waren und für die man sich Zeit gelassen hat. Es gab auch keine MacGuffins („Finde die Hasenpfote und du rettest die Welt!“). Man kann von „Handelsembargos“ halten was man will, aber zumindest sagen sie etwas über die politische Situation in der Welt herum aus. Finde Artefakt X sagt nichts über niemanden (außer vielleicht über die Drehbuchautor*innen) aus. Oh – und all die Dinge, die ihr an Episode 8 nicht mochtet: Sie werden jeweils mit einem einzigen Satz erklärt („Your parents were no-one because they chose to be no-one. I never lied to you!“ oder „That is not the way to treat a lightsaber!“).

Kurzfassung: Erwartet ihr Antworten, dann bekommt ihr sie. Erwartet ihr einen in sich stimmigen Film und schafft ihr es die Fragen, die euch ins Auge und Ohr springen zu ignorieren, dann bekommt ihr ihn. Wollt ihr einen Film, der die Saga (alle neun Teile) zu einem grandiosen Ende bringt, dann vergesst das gleich mal. Sucht ihr einen Film, der im Stil der neuen Trilogie weitermacht und der halt jetzt der letzte in der Reihe ist, dann habt ihr ihn. Mehr ist er nicht.

Erstaunlicherweise hat mich an Episode VII am meisten aufgeregt, dass er dreist Episode 4 kopiert und bei Episode IX ist es nun umgekehrt und die Querverweise auf die alten Teile (Setpiece alter Todesstern, die Hommage an das Gespräch am Ende von „Return Of The Jedi“) sind für mich die emotional besten.

„Star Wars IX: The Rise Of Skywalker“ bekommt 5,5 von 10 möglichen, die Macht entwertende, Punkte.

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Auf dem Schiffbau-Planeten Corellia, plant ein kleiner Ganove und sehr talentierter Pilot namens Han (Alden Ehrenreich) gemeinsam mit seiner Herzensdame Qi’ra (Emilia Clarke) die Flucht vor einer lokalen Gangsterbande. Der Plan gelingt, doch in letzter Sekunde werden die beiden getrennt und Han schwört sich, so bald es ihm möglich ist, zu ihr zurück zu kehren.

Drei Jahre später – nachdem er wegen Insubordination aus der imperialen Flugakademie geschmissen wurde – befindet er sich als Mitglied der Infanterie mitten in einem Kampf, als er den Gangster Beckett (Woody Harrelson) und seine Truppe kennen lernt, die sich als Soldaten verkleidet haben und etwas zu verbergen scheinen. Eine haarige Begegnung mit einem Wookiee später, befindet er sich auf deren Schiff und macht sich auf, zum bisher größten Abenteuer seines Lebens…

Zuerst mal kurz zu den vielen wohl bereits bekannten Hintergründen. Im Vorfeld gab es so einige Probleme mit dieser Produktion. Die Regisseure Chris Lord und Christopher Miller (The Lego Movie) wurden wegen kreativen Differenzen gefeuert und Ron Howard (Apollo 13, A Beautiful Mind) wurde angeheuert, um die Sache wieder hinzubiegen. Der Hauptdarsteller könne angeblich nicht spielen und Disney selbst glaubt sogar daran, dass sie hier einen Flop produziert haben. Hätten sie nach Die letzten Jedi auch verdient, haben sich dabei sicherlich ein paar treue Fans gedacht.

Ich persönlich habe zwar alle gesehen, bin aber kein Fan der Star Wars Filme (auch nicht von den drei Originalen, die sind nur Kindheitserinnerungen für mich). Was ich jedoch sehr spannend finde, ist die Welt, die George Lucas hier geschaffen hat. Passend dazu ist Solo auch kein Star Wars Film sondern „nur“ ein Abenteuer, dass in diesem Universum spielt. Seit Disney die Rechte an Star Wars erworben hat ist dies der vierte Film und nach Rogue One der zweite, sogenannte Anthologie-Beitrag. Ein „Stand Alone Abenteuer“ also, zeitlich angesiedelt irgendwo nach Episode 3 und noch vor Rogue One.

„Rooting for the underdog“. So und nun kommt etwas, womit ich selbst nicht gerechnet hätte: Ich kann von allen Star Wars Filmen, mit Solo am Meisten anfangen. Ja, jetzt hab ich es gesagt. Mal schnell rekapitulieren: Die alte Trilogie (Episode 4-6) ist Kult, ich fand aber die drei Indiana Jones immer schon besser (irgendwie musste man sich da bei uns damals für eines entscheiden). Episode 1-3 haben sehr viele Stellen, die mich einfach ärgern, bzw. beim Ansehen weh tun. Episode 7 ist zu sehr Kopie und ich mag die meisten Charaktere nicht. Rogue One hat mich seltsam kalt gelassen und Episode 8 fühlt sich so an, als hätte man auf die alten Fans völlig gepfiffen (und ich spüre das, obwohl ich nicht einmal einer bin).

Solo schafft es hingegen, den Charme der ursprünglichen drei Teile mitzunehmen, der auch dann nicht verloren geht, wenn er auf die moderne Optik trifft. Natürlich funktioniert dieser Film nur bzw. am Besten, wenn man sämtliche Figuren kennt und ein Gefühl für sie, im Hinterkopf/Unterbewusstsein hat. Darauf setzen auch die Macher und deshalb gehören Szenen, in denen Han seinen Nachnamen bekommt, auf Chewbacca und Lando Calrissian trifft oder wie er zum Millennium Falken kommt, klar zu den Highlights und ich musste bei jeder von diesen Szenen breit Grinsen.

Ja, man weiß jeweils bereits kurz vorher was kommen wird, jedoch will man es dennoch unbedingt sehen. Nun zu einer Grundsatzfrage: ist ein Film schlecht, wenn ich von den Charakteren gerne mehr gesehen hätte, weil er sozusagen die Figuren zu wenig zeigt oder hat so ein Film gerade alles richtig gemacht, weil man eben mehr von diesen Leuten sehen möchte? Ich bin klar bei der zweiten Antwort-Möglichkeit. Dieses Thema schneide ich jetzt nicht nur wegen den bekannten Figuren an. Wie einfach wäre es wohl gewesen, ein paar Langweiler neben die uns vertrauten Helden zu stellen, damit sie noch großartiger wirken?

Passiert ist dann das Gegenteil, denn mir fallen spontan mehr als eine Hand voll neue Persönlichkeiten ein, die ich gerne wieder sehen würde. Da fällt mir sofort die von Phoebe Waller-Bridge (Goodbye Christopher Robin) genial lakonisch gesprochene Droidin L3-37 ein, die ihre Bestimmung sucht, sich auflehnt gegen das System und zu ihrem Besitzer Lando eine Beziehung hat, über die man wohl länger diskutieren könnte. Oder Emilia Clarke (Terminator 5) als Qi’ra, spannend auf Grund ihrer Ambivalenz und der Ganove Beckett (Woody Harrelson, wie immer in bester Spiellaune) plus seine beiden Crewmitglieder. Für meinen Liebling unter den neuen Figuren, gibt es jetzt einen kurzen Absatz mit SPOILERN:

Enfys Nest (souverän gespielt von Newcomerin Erin Kellyman), Anführerin der Cloud-Rider Piraten. Als wir ihr erstmals begegnen, wird sie als Gegnerin unserer Helden in die Handlung eingeführt und man glaubt sie sei ein Mann. Das Ende mit ihr ist dann für mich wirklich eine Überraschung gewesen. Ist sie der Funke, der die Rebellion gestartet hat? Die Kraft und die Coolness dieser Figur ist einfach jenseits sämtlichen Zeitgeistes angesiedelt und ich stehe voll hinter Fans die wollen, dass sie einen eigenen Spin-Off Film spendiert bekommt. SPOILER ENDE

„Han shot first…again“. Alden Ehrenreich (Hail, Caesar!) lebt für mich die Figur des Solo, deshalb ist er auch so gut. Arrogant, vorlaut, draufgängerisch und im Herzen ein richtig guter Kerl, wovon er aber nichts wissen will. Ebenfalls perfekt gecastet ist Donald Glover (Der Marsianer) als Lando und die Chemie mit Han stimmt einfach. Chewabacca war schon lange nicht mehr so lebendig und ist hier echt ein eigenständiger Charakter, nicht nur ein Kerl in einem Kostüm. Paul Bettany (Avengers: Infinity War) schließlich als Bösewicht Dryden Vos macht seine Sache gut, hat eine bedrohliche Ausstrahlung, ist aber einfach eine eher beliebige Figur. Dass die wahre Gefahr von der Organisation für die er arbeitet ausgeht, das wiederum spürt man klar.

Was gibt es noch zu sagen. Die Effekte sind wie immer bei Star Wars perfekt, die Kostüme, Aliens, Raumschiffe und Settings sind einfallsreich und wirken detailreich/liebevoll designed und saugen in diese andersartige Welt hinein. Der Score von Komponist John Powell ist klassisch, aber doch eigenständig (vor allem die Chöre bei den Auftritten von Enfys Nest haben mir gefallen). Die Action ist spannend, vom Bild her übersichtlich und streckenweise wirklich atemberaubend inszeniert. Und die Story, da habe ich nichts Neues erwartet oder wollte erfahren, was Han für ein Mensch ist, denn das habe ich bereits „gewusst“. Alten Charme in neuem Gewand habe ich jedoch noch nie so stimmig gesehen wie hier. P.S.: Vergesst die Trailer, die sind allesamt um einiges schlechter, als der Film selbst.

Hat der Film also eine Daseinsberechtigung oder melkt Disney nur sein Hit-Franchise, bis die Fans nicht mehr mitspielen? Ja, das tun sie, aber nicht mit Solo. Schon alleine bei den Easter Eggs, zum Beispiel als Qi’ra ihren Kampfstil kommentiert und dies einen Bezug zu einem alten Playstation Star Wars-Spiel hat oder der Cameo-Auftritt eines beliebten Charakters, dessen weiteres Schicksal – nach seinem ersten Auftritt – man in den Clone Wars und Rebels Serien verfolgen konnte, das nenne ich Fan-Service und das lässt Nerd-Herzen höher schlagen. Besonders auch für mich, der ja nicht die Filme am meisten schätzt, sondern diese Welt und viele der Figuren.

Nachtrag: Mittlerweile ist klar, dass wohl die Wut über Star Wars 8 (plus diverse andere Gründe), nun Solo abbekommen hat und deshalb wird das Einspielergebnis, weit hinter den Erwartungen liegen. Das bedeutet aber nicht, dass wir Figuren aus dem Film, nicht in einem anderen Star Wars Abenteuer wieder treffen könnten. Ich habe den Film mittlerweile vier Tage nach der Erstsichtung ein weiteres Mal gesehen und muss sagen: ich bleibe bei meinem Ersteindruck und musste keinen einzigen Satz meiner Kritik abändern.

„Solo: A Star Wars Story“ bekommt von mir daher 8,5/10 seinen Weg mit einigen prägenden Umwegen gehende Empfehlungspunkte.

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