DCEU | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Wed, 07 Feb 2024 10:34:25 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.8 Aquaman and the Lost Kingdom (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2024/02/10/aquaman-and-the-lost-kingdom-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2024/02/10/aquaman-and-the-lost-kingdom-filmkritik/#respond Sat, 10 Feb 2024 06:00:05 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=36244 Einiges hat sich getan, seit Arthur (Jason Momoa) König von Atlantis geworden ist. Mittlerweile hat er einen kleinen Sohn und sein Erzfeind Black Manta (Yahya Abdul-Mateen II) hat eine mächtige Waffe gefunden, mit der er zu einer riesigen Gefahr geworden … Weiterlesen

The post Aquaman and the Lost Kingdom (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Einiges hat sich getan, seit Arthur (Jason Momoa) König von Atlantis geworden ist. Mittlerweile hat er einen kleinen Sohn und sein Erzfeind Black Manta (Yahya Abdul-Mateen II) hat eine mächtige Waffe gefunden, mit der er zu einer riesigen Gefahr geworden ist. Dabei bezieht sich die Bedrohung auf beide von Arthurs Heimaten, sowohl die unter Wasser, als auch auf die Erde selbst.

Um Manta zu finden, befreit Arthur daraufhin seinen Halbbruder Orm (Patrick Wilson) aus dem Gefängnis, mit Hilfe seiner Mutter Atlanna (Nicole Kidman) und von König Nereus (Dolph Lundgren). Jetzt muss das ungleiche Duo nur noch ihre Streitereien überwinden, dann wird Manta und seine übermächtige Armee, sicherlich kein Problem mehr sein…

Das war es jetzt also mit dem DCEU, das im Jahr 2013 mit Man of Steel gestartet ist und es auf insgesamt sechzehn Filme (ja, beide Justice League Versionen sind dabei extra gerechnet) gebracht hat. Neben den Zack Snyder Beiträgen, war klar The Suicide Squad mein persönliches Highlight (auch den ersten Suicide Squad finde ich gut) und WW84 war der klare Tiefpunkt. Nicht zuletzt wegen des Neustarts namens DCU, waren die letzten Filme ja finanzielle weniger erfolgreich.

Als Vergleich nehme man den ersten Aquaman aus dem Jahr 2018, der über eine Milliarde Dollar eingespielt hat. Die Fortsetzung hat circa 420 Millionen gebracht und ist dennoch der erfolgreichste Film seit dem Erstling, obwohl es da noch neun weitere Filme dazwischen gab. Regie führt hier erneut James Wan (Malignant) und die Produktion hatte mit Verschiebungen und Umschnitten zu kämpfen, auch weil einige Cameos gestrichen wurden. Einige Fans riefen auf zum Boycott des Filmes auf, wenn nicht alle Szenen von Amber Heard gestrichen werden, wegen der Sache rund um ihren Prozess gegen Johnny Depp.

Man merkt auch von der Stimmung her deutlich, dass einige Szenen mit ihr gekürzt wurden, sie wirkt teilweise fast ein wenig wie ein Fremdkörper, obwohl ich nicht weiß, ob das ohne Kenntnisse der Situation, sich auch so anfühlen würde. Was ist „The Lost Kingdom“ aber nun in Summe wirklich geworden? Eine überdrehte Buddy-Komödie, eine Space-Opera unter Wasser mit all den Flash Gordon und Star Wars Einflüssen, dem plakativ erhobenen Zeigefinger, was den Klimawandel betrifft und Humor, der bei zwei Szenen daneben greift.

Bevor das jetzt so klingt, als hätte ich den Film furchtbar gefunden, ich hatte mehr „Feel-Good“ Momente und Freude an sich, als zuletzt bei Black Adam, Shazam 2, The Flash und Blue Beetle. Man soll hier schon eindeutig vorrangig Spaß haben (was der Name Buddy-Komödie ja suggeriert), aber die ernsten Momente, soll man dennoch ernst nehmen, was durchaus funktioniert. Die Beziehung der beiden ungleichen Brüder tritt in den Vordergrund und auch wenn man weiß, dass sie am Ende natürlich zusammen finden, ist die Reise dennoch witzig.

Nicht ganz geradlinig und nicht ohne Stolpersteine im Drehbuch, aber lustig. Durch die Story hat Bösewicht Black Manta Zugriff auf uralte Technologien und das ergibt nicht nur optisch Änderungen. Die Angriffe der Bösen fühlen sich dadurch teilweise wie aus einem Spionage-Film an und die Bewaffnung wirkt zunächst selbst auf Atlantis bezogen übermächtig. Diesen Feind aufzuhalten und das Erwachen von etwas noch viel Schlimmeren zu verhindern, das reicht locker um diese Reise unterhaltsam und auch spannend zu machen. Dass die wichtigsten Mitspieler nie wirklich in Gefahr sind, das könnte ich jedem Comicfilm vorwerfen, warum sollte ich es also hier tun?

Die Effekte sind großteils sehr gelungen, teilweise sind es nur die Haare, die das „Unterwasser-Feeling“ durch die Strömung erzeugen und das sieht dann doch auch ziemlich lustig aus. Wirkt auf mich aber wie eine „versteckte“ Eigenparodie (wir wissen genau, was wir für einen Film gemacht haben) und nicht so, als wäre dies unabsichtlich passiert. Voll verlassen ohne jegliche Abstriche, kann sich der Film dann auf seine Schauspieler.

Mein Highlight ist klar Patrick Wilson (Insidious) als Orm, der optisch ja viel mehr dem Aquaman aus den Comics entsprechen würde. Er ist cool im Kampf, smart im Planen und richtig witzig darin, als Kind des Wassers, auf dem Festland zurecht zu kommen. Er durchlebt als Einziger eine Entwicklung und der Tag wird am Ende nur wegen ihm gerettet. Yahya Abdul-Mateen II (Candyman) ist herrlich destruktiv manisch in seiner Suche nach einem Weg, Aquaman alles zu nehmen, was ihm lieb ist.

Amber Heard (One More Time) als Mera ist wie bereits erwähnt ein paar mal kurz dabei (Arthur wirkt zu Beginn deswegen öfters so, als wäre er allein erziehend) und macht ihre Sache gut genug, Temuera Morrison (The Marine 2) ist eine Ruhepol als Arthurs Vater und Dolph Lundgren (Acceleration) als König Nereus, hatte sichtlich Spaß und bringt eine weise Ausstrahlung mit, die ich so von ihm selten gesehen habe. Nicole Kidman (The Northman) als Arthurs Mutter hat kaum etwas zu tun und wirkt eher ihrer Hautfarbe entsprechend blass.

Jason Momoa selber, nun der wurde hier von der Leine gelassen. Offensichtliche Regie-Anweisung dürfte gewesen sein: zieh dein Ding durch und hab Spaß dabei. Lockere bis blöde Sprüche klopfen, für Ärger sorgen und böse (Fisch)Jungs vermöbeln, mit seinem Kind spielen und nebenbei nie aufs Guinness-Bier trinken vergessen. Mehr Momoa wie er sich selbst als Person inszeniert, bekommt man wohl sonst nirgendwo geboten.

Was das nun in Summe bedeutet? Hat dir der erste Teil gefallen, dann wirst du auch mit diesem hier deine Freude haben. Fandest du den ersten schlecht, nun dann wird dieser wohl furchtbar sein für dich. Für all die Probleme, die es im Vorfeld gab, ist das Endergebnis auf jeden Fall sehr unterhaltsam geworden (leichte Kost eben). Die allerletzte Szene des DCEU zeigt Orm, wie er eine Kakerlake mit samt seinem Cheeseburger ist, weil Arthur ihm zuvor gesagt hat, dass Menschen sie gerne essen. Ist das bezeichnend dafür, was aus diesem Franchise geworden ist? Ich sehe es wieder mal positiv, denn diese und eine weitere unpassende Szene (ja, ich meine das pinkelnde Baby), konnte ich dem Film locker verzeihen (den Kopf schütteln, musste ich natürlich dennoch).

„Aquaman and the Lost Kingdom“ bekommt von mir 7/10 sehr feuchte und ziemlich fröhliche Empfehlungspunkte.

The post Aquaman and the Lost Kingdom (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2024/02/10/aquaman-and-the-lost-kingdom-filmkritik/feed/ 0
Blue Beetle (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2023/12/14/blue-beetle-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2023/12/14/blue-beetle-filmkritik/#respond Thu, 14 Dec 2023 06:00:45 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35904 Jamie Reyes (Xolo Maridueña) will nicht, dass seine Eltern ihr Haus verlieren, in dem auch seine Großmutter und sein Onkel wohnen und er und seine kleine Schwester aufgewachsen sind. Dafür nimmt er so gut wie jeden legalen Job an. Bei … Weiterlesen

The post Blue Beetle (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Jamie Reyes (Xolo Maridueña) will nicht, dass seine Eltern ihr Haus verlieren, in dem auch seine Großmutter und sein Onkel wohnen und er und seine kleine Schwester aufgewachsen sind. Dafür nimmt er so gut wie jeden legalen Job an. Bei der Arbeit als Reinigung, verteidigt er eine Dame namens Jenny Kord (Bruna Marquezine) und wird ind Folge dafür von Victoria Kord (Susan Sarandon) für diese Aktion entlassen.

Jenny gibt ihm daraufhin ihre Nummer und meint er solle sich wieder melden, vielleicht hat sie einen anderen Job für ihn. Als er sie kurz danach an ihrer Arbeitsstätte besucht, wird gerade ein Alarm ausgelöst und Jenny drückt ihm ein Paket in die Hand. Dieses solle er mit seinem Leben beschützen, jedoch darf er es auf keinen Fall öffnen. Was er zunächst auch nicht tut, bis ihn seine Familie dazu überredet, es doch zu machen…

Blue Beetle wurde ursprünglich ja exklusiv für den Streaming Dienst HBO Max entwickelt, doch Warner Bros hat sich für einen Kino-Release entschieden. Dass sie damit das geringste Einspiel des gesamten DCEU einfahren würden (sogar weniger als WW84, dass während Corona gleichzeitig im Kino und Streaming erschien), damit haben sie sicherlich nicht gerechnet. Neben des nahenden Reboots ind das DCU, gab es hier genauso wie zuletzt auch bei The Flash noch weitere Gründe, warum das so sein könnte.

Man hat sich z.b. im ersten Trailer dazu entschieden, mit den Worten „Batman ist ein Faschist“ zu schließen. Als da wegen sämtlichen modernen Agendas bei einigen Fans die Alarmglocken geklingelt haben und diese das dann auch im Internet besprochen haben, meinte Regisseur Angel Manuel Soto (Twelve), er müsse auf präpotente Art und Weise darauf reagieren. „Mein Job ist erledigt, wenn ich diese Art von Menschen verärgert habe“. Meint er damit die Fans? Wie auch immer, aber das war eine dumme Aktion.

Ein weiteres Problem ist scheinbar die Darstellung der mexikanischen Familie. Dabei ging es wie so oft um Repräsentation, doch scheinbar hat man sich dabei zu vieler Klischees bedient. Für mich als sozusagen unvoreingenommen Seher, sehe ich die Fehler hier klar, doch auch einige Pluspunkte dieses Filmes, bei dem stellenweise doch seine „fürs Streaming gedachte“ Herkunft erkennbar ist. Ab jetzt folgen Spoiler. Dies ist nämlich kein Abenteuer, das dich so hineinzieht, dass man Fehler übersieht.

Stiehlt man Jemanden die Eintrittskarte, dann kann diese Person den versperrten Raum nicht mehr betreten. Logisch, oder? Hier sitzt der dann aber einfach wieder drinnen, keine Ahnung, wie der rein gekommen ist. Oder eine andere Ebene von Fehler bzw. Dummheit: wenn ich ein Familienmitglied habe, dass schon einmal einen Herzinfarkt gehabt habe, dann lerne ich auf keinen Fall Herzdruckmassage, damit ich beim nächsten Anfall hilflos daneben sitzen kann und weine. Aber Moment, den Tod dieser Person brauche ich ja noch als wichtigen Punkt beim Finale, jaja, toll durchdacht dieser Moment im Drehbuch.

Auch der Konflikt zwischen Jamie und seinem Käfer/Anzug Khaji-Da, wird etwas lächerlich gemacht. Sie will Gegner töten, er sagt wir töten nicht. Als sie dann völlig synchron funktionieren, teilt sie seine Haltung und hält ihn sogar von einer Racheaktion ab. Was tun parallel sein Onkel und vor allem seine Großmutter, während er sogar daneben steht? Richtig, reihenweise Soldaten töten. Aber gut, Oma kann schon ein Killer sein, ich aber nicht, jeder wie er will, Individualität siegt eben auch in der Familie.

Das sind Beispiele für Dinge, die ich unstimmig fand und die mich aus dem Geschehen geworfen haben bzw. der Sache einen gewissen Trash-Charme verliehen haben. Was mir dafür gut gefallen hat, ist der Anzug an sich, sowohl optisch, als auch wie Khaji-Da (im Original) von Becky G (Power Rangers) gesprochen wird und ihre Interaktion mit Jamie. Der Flug mit dem Käfer-Raumschiff, samt den damit verbundenen Aktionen, sowohl die Angriffe, als auch die Verwandlung und die dabei benutzte Musik, das macht schon richtig Laune. Eine gewisse Anbiederung an das bunte MCU, kann man dabei natürlich nicht wirklich abstreiten.

Xolo Maridueña (Cobra Kai) ist wirklich durchgehend großartig, was seine Präsenz und seine Art angeht, wie er mit seiner Familie umgeht. Das verbindet ihn auch mit Spiderman von der Marvel Konkurrenz, denn er ist auch noch im Herzen ein Kind und gibt den ein oder anderen unpassenden Spruch von sich, dabei ist seine Familie der Motor hinter seinen Aktionen und die ist nicht nur groß, sondern auch immer dabei. Bei Susan Sarandon (Snitch) hatte ich dafür eher das Gefühl, dass sie die Parodie einer bösen, reichen, weißen Dame spielt, die erlebt man nie als bedrohlich und ernst nehmen konnte ich sie auch nicht.

Xolo als Darsteller und Blue Beetle als seine Figur wurden ja bereits von James Gunn bestätigt, er ist beim DCU betitelten Reboot des DCEU wieder mit dabei. Der Film an sich, ist aber nicht Canon. Nein, man muss sich nicht wirklich auskennen, ich will damit nur sagen, dass der Film dadurch seine Daseinsberechtigung hat, nämlich uns einen Helden näher zu bringen, den außerhalb der Comic-Leser, so gut wie keiner kennt. Trotz all der Kritikpunkte ist dieser Käfer (im direkten aktuellen DCEU-Vergleich) sicherlich nicht weniger unterhaltsam als Black Adam und vom Herz her was die Familie betrifft, hat er die Sache trotz nerviger Übertreibungen, infantilen Humor und einigen Klischees viel stimmiger getroffen, als zuletzt Shazam 2.

„Blue Beetle“ bekommt von mir 6/10 seinen Platz im Universum gefunden habende Empfehlungspunkte.

The post Blue Beetle (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2023/12/14/blue-beetle-filmkritik/feed/ 0
The Flash (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2023/08/19/the-flash-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2023/08/19/the-flash-filmkritik/#respond Sat, 19 Aug 2023 06:00:05 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35654 Barry Allen (Ezra Miller) aka The Flash hat genug. Da er es wieder nicht schafft, brauchbare Beweise zu finden, um seinen unschuldig im Gefängnis sitzenden Vater zu entlasten, läuft er einfach drauf los und zwar so schnell wie nie zuvor. … Weiterlesen

The post The Flash (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Barry Allen (Ezra Miller) aka The Flash hat genug. Da er es wieder nicht schafft, brauchbare Beweise zu finden, um seinen unschuldig im Gefängnis sitzenden Vater zu entlasten, läuft er einfach drauf los und zwar so schnell wie nie zuvor. Dabei bemerkt er, dass er sich in der Zeit zurück bewegen kann. Den Warnungen von Bruce Wayne (Ben Affleck) zu trotz macht Barry sich auf die Reise in die Vergangenheit.

Bei der Rückreise wird er jedoch von einem unbekannten Wesen aus dem Zeittunnel herausgeworfen und trifft auf eine ein paar Jahre jüngere Version von sich selbst. Von da an beginnen die Probleme für Barry erst so richtig, denn er muss Ereignisse so herstellen, damit er die Zukunft nicht nachhaltig verändert. Oder haben seine Taten bereits mehr verändert, als er zunächst angenommen hat?

Damit haben die Verantwortlichen rund um das Warner Bros. Filmstudio sicherlich nicht gerechnet. Na gut, zahlreiche (auch Covid 19 bedingte) Verschiebungen und verschiedene Schnittfassungen bzw. Umschneiderei sind selten ein gutes Zeichen, aber dass es sich bei The Flash nach Black Adam und Shazam 2 um den dritten Flop in Folge handeln wird, der mit angeblich über 200 Millionen Verlust dem Studio sogar am Meisten Geld überhaupt kosten wird, das war dann doch eine negative Überraschung.

Ein paar offensichtliche Gründe dafür könnten sein: Ermüdungserscheinungen des Publikums, nach dem jahrelangem Superhelden-Overkill auf der Leinwand. Oder die Probleme von Hautdarsteller Ezra Miller mit dem Gesetz, weswegen ihn einige Leute aus dem Film werfen lassen wollten bzw. den Film als Ganzes boykottieren. Dann wäre da noch die Umstrukturierung des DC-Universums und dass alles „davor“ für viele Zuschauer somit an Wichtigkeit verliert.

Zumindest Regisseur Andy Muschietti (Mama, Es, Es Kapitel 2) wird offensichtlich nicht als Sündenbock hingestellt, denn er darf bei „The Brave and the Bold“ Regie führen, einen der ersten Filme im neuen DCU-Universum. Ich werde nun nicht weiter auf mögliche Gründe eingehen und euch viel lieber mitteilen, was mir gefallen hat und was weniger gut funktioniert. Ab jetzt folgen Spoiler. Die ersten 15 Minuten zeigen sehr schön den Ton und die Optik, der/die den Rest des 144 Minuten langen Filmes prägen wird.

Ich sag nur „baby shower“. Treffer, nicht lustig oder einfach daneben. Humor wird hier grundsätzlich groß geschrieben, aber die Gags zünden nicht immer oder sind eindeutig unpassend. Ganz unabhängig von seinem Privatleben und auch getrennt von seinem Schauspiel betrachtet, ist Ezra Millers Barry vom Charisma her (ich sage nichts gegen sein Schauspiel) für mich kein Leading Man, sondern eher eine Sidekick Figur. Um das zu kompensieren, bekommen wir fast den ganzen Film zwei Ezra Millers präsentiert. Hm, wäre nicht mein erster Einfall gewesen, aber gut.

Dabei ist sein Barry Allen ja so angelegt, dass er für sein Umfeld teilweise nervig ist, genau wie zeitweise für uns Zuschauer. Die Lösung ist also ihm eine jüngere Version von Barry gegenüber zu stellen, die es dann sogar schafft, den älteren Barry zu ärgern. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige bei dem Geplänkel geistig ausgestiegen sind und die ernsten Momente, nicht richtig wahrgenommen haben.

Was schade ist, denn im Gegensatz zu den beiden letzten DC-Flops, hat die Sache hier durchaus Herz und man kann Barrys Grundgedanken sehr gut nachvollziehen. Ich finde die Botschaft geht dann auch nicht unter, sie wird nur zeitweise zerstreut. Die Emotionen am Ende kann man deutlich spüren und es bewegt auch, bis dann der finale Gag es wieder untergräbt (ein bißchen wie bei Thor: Ragnarok, nur vom Humor her etwas anders).

Dann wären da die Spezialeffekte, ja, was soll ich sagen. Irgendwann spätestens während der Corona-Zeit haben irgendwie zahlreiche Special Effect Spezialisten, ihr gesamtes Können eingebüßt. Wie stark vieles nach CGI aussieht und auch wie billig es wirkt, da ist es gut, dass man durch viele Produktionen der letzten Zeit, an schwächere Leistungen schon gewohnt ist. Es gibt auch viele gut passende/aussehende Momente, aber einige irritieren einfach und werfen aus dem Geschehen.

Kommen wir zum Thema Cameos, die man in zwei Teile trennen muss. Erst mal kommen die aus dem jetzigen DCEU. Einzig Ben Affleck als Batman und Jeremy Irons als Alfred Pennyworth fand ich schön geerdet und charmant, Gal Gadots Auftritt als Wonder Woman war peinlich, Jason Momoa als Aquaman nach dem Schlussspann ist völlig umsonst und Michael Shannon als General Zod richtig lustlos. Was den Rest der Miniauftritte der DC-Stars betrifft, das ist eindeutig weniger Fanservice als viel mehr Clickbaiting. Einzig CGI-Cage (ja, den Nicolas meine ich) als Superman fand ich witzig, aber eigentlich nur, weil es Cage ist, ich meine „sein soll“.

Von den Schauspielern in den „normalen“ Rollen, habe ich persönlich zwei Highlights. Erstens wäre da Sasha Calle (Schatten der Leidenschaft) als Supergirl. Weiblich, sexy, emotional und irgendwie ziemlich lässig, wenn man schon die Hautfarbe einer Figur ändern muss, dann bitte so und mit so einer Performance. Leider kommt sie erst in der zweiten Hälfte des Filmes vor, gutes CGI ist nicht immer auf ihrer Seite und die ganze Aktion mit dem zum Scheitern verurteilten Kampf gegen Zod, das nimmt ihr schon einiges an Momentum (und übrigens, weil ja keiner mehr Henry Cavill mögen darf bzw. über ihn reden soll: sein Superman hat das alleine geschafft, wobei dieses Team ständig scheitert).

Ein weiterer Grund zur Freude ist Michael Keatons (The Protégé) Rückkehr als Batman, inklusive Nachbau seiner Batcave aus dem Tim Burton Film. Seine Ausstrahlung in Kombination mit den Sprüchen und den Kampfszenen, das ist trotz der Tatsache, dass er alt und in „Pension“ ist ein Batman, dem man zujubeln möchte. Mehr Screentime als beide zusammen hat jedoch klar Ezra Miller (We Need To Talk About Kevin) und auch wenn man seinen Barry wie bereits erwähnt nervig finden kann, der bringt das schon rüber, sowohl witzige Momente (wenn die mal nicht zünden, liegt das nicht an ihm), als auch typische Flash-Momente und besondern die tragischen im Bezug auf seine Eltern.

Reduziert auf das Wesentliche, ist dies ja eine sehr intime Geschichte, über den plötzlichen Verlust eines Elternteiles. Das kann das eigene Leben nachhaltig beeinflussen und dich mit dem Willen ausstatten, die gesamte Welt zu gefährden, um diese Tatsache ändern zu können. Ein Junge, der seine Mutter vermisst. Unter all dem Bombast erdet das immer wieder zwischendurch die Story und genau darum geht es, die Narben machen uns eben zu den Menschen, die wir sind und Zeitreisen sind da auch keine Lösung.

Darum ist auch nur Barrys Entwicklung am Ende wichtig und all die Reisen, Kämpfe und Figuren waren nur das Mittel zu seinem Wachsen als Mensch. Fühlt sich das Gesehene deswegen sinnlos an, nun das muss wohl jeder selber entscheiden, Gefühle in diese Richtung, flackern mitunter schon auf. Rein von der Metaebene her muss ich noch immer Grinsen bei dem Gedanken an Keatons Batman und auf den Supergirl Film, der angeblich mit Calle in der Vor-Produktion ist, freue ich mich jetzt auch, was ich so nicht erwartet hätte. Positives bleibt also auch in Erinnerung.

All die „einer der besten Super-Heldenfilme aller Zeiten“ Stimmen diverser Stars sind also extrem übertrieben, ich habe aber auch schon zahlreiche, in Summe viel schlechtere Genre-Beiträge gesehen. Dennoch eben ein Riesenflop und es folgen noch zwei Filme, bevor es der Neustart wieder hinbiegen soll und die werden es nicht leicht haben. Blue Beetle kommt ja noch dieses Jahr und den kennt Niemand, der kein Comic-Leser ist und Aquaman 2 ist mit Nachdrehs, Umschnitten und Verschiebungen beschäftigt, weswegen wohl kaum der Erfolg des Erstlings wiederholt werden kann. WB sollte also durchaus weiter zittern, sonst muss es ihnen der Flash eben mittels Zeitreise richten.

„The Flash“ bekommt von mir 6,5/10 den „Normalzustand“ niemals wieder ganz herstellen könnende Empfehlungspunkte.

The post The Flash (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2023/08/19/the-flash-filmkritik/feed/ 0
Shazam! Fury of the Gods (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2023/04/25/shazam-fury-of-the-gods-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2023/04/25/shazam-fury-of-the-gods-filmkritik/#respond Tue, 25 Apr 2023 06:00:35 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35387 Billy Batson (Asher Angel) genießt sein Leben als Superheld Shazam (Zachary Levy). Er hat jedoch Angst, dass er schön langsam zu alt wird, um bei seinen Adoptiveltern mit dem Rest seiner Geschwister zu wohnen. Außerdem haben alle ihre eigenen Dinge … Weiterlesen

The post Shazam! Fury of the Gods (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Billy Batson (Asher Angel) genießt sein Leben als Superheld Shazam (Zachary Levy). Er hat jedoch Angst, dass er schön langsam zu alt wird, um bei seinen Adoptiveltern mit dem Rest seiner Geschwister zu wohnen. Außerdem haben alle ihre eigenen Dinge am laufen, weswegen die gemeinsame Zeit weniger wird. Bald gibt es aber ganz andere, die Welt bedrohende Probleme.

Kalypso (Lucy Liu) und Hespera (Helen Mirren), die Töchter vom Titanen Atlas, fühlen sich um ihre Kräfte betrogen und wollen sich an Billy und seiner Familie rächen. Dabei gibt es einen Disput zwischen den Schwestern, ob sie nach ihrem Sieg die eigene Welt retten wollen oder lieber alle Menschen bestrafen und die Erde wie wir sie kennen, vernichtet werden soll…

Als im Jahr 2019 der erste Shazam das (Blitz)Licht der Leinwand erblickte, war dies für mich auf einen Punkt reduziert, aus folgendem Grund ein Erfolg: unter der Effekt-Fassade und der Schutzschicht der infantilen Scherze, steckte eine greifbare Story (Zugehörigkeit und Familie) mit echten Figuren. Nun ist Regisseur David F. Sandberg (Lights Out) mit der Fortsetzung zurück und auch vor der Kamera, hat sich kaum etwas geändert, was sollte dabei also schon schiefgehen?

Nun mittlerweile ist klar, dass Shazam 2 nach Black Adam der zweite DC-Film ist (nicht eingerechnet Filme, die während der Pandemie gleichzeitig mit dem Kino-Release, digital erschienen sind), der Geld verliert aka ein Flop ist, ja sogar der bisher größte innerhalb des aktuellen Laufs des Comic-Franchise. Bei der Suche nach einem möglichen Grund kam dann die Tatsache ins Spiel, dass dieses Film-Universum ja gerade umstrukturiert wird und die letzten bereits gedrehten Filme etwas in der Luft hängen und es unsicher ist, ob die Figuren auch einen Platz in der Zukunft haben.

Für mich ist aber etwas anderes offensichtlich und ich brauche den Grund gar nicht außerhalb, sondern im Film selbst suchen. Der Charme ist einfach zur Gänze verschwunden, was sich am meisten auf die Schauspieler auswirkt. Zachary Levi (Office Uprising) spielt Shazam noch immer wie ein Kind, obwohl er in „normal menschlicher Form“ mittlerweile auch schon 18 Jahre alt wird. Keine Form von Reifung seit dem ersten Teil, wo sein Verhalten noch sympathisch war.

Jack Dylan Grazer (Es Kapitel 2) als sein Bruder Freddy hat eine „verliebter Teenager“ Storyline spendiert bekommen, sonst hat er rein gar nichts mehr zu tun. Grace Caroline Currey (Fall) als Mary spielt nun auch ihre Heldenversion und man hat das Gefühl, dass da irgendetwas fehlt, so als sollte sie greifbarer sein, als sie ist. Wenn man dann die Deleted Scenes sieht dann weiß man, wie viele ihrer Charakter-Szenen der Schere zum Opfer gefallen sind und warum man so gefühlt hat.

Lucy Liu (Ballistic) ist eine der schwächsten DC-Bösewichte überhaupt, blass und so überhaupt nicht Angst einflössend. Auch ihr Spiel ist furchtbar gelangweilt. Helen Mirren (Anna) zu verschenken, ist die noch größere Schande, ist ist völlig austauschbar und die Kampfszene wirkt irgendwie befremdlich (als würde man seine Großmutter verprügeln). Warum man die eigens für den Film erfinden musste und nicht auf Feinde aus den Comics zurückgegriffen hat, ich habe ehrlich keine Ahnung.

Rachel Zegler ist der einzige echte Lichtblick hier, sie wurde ja gerade erst im Jahr 2021 für Stephen Spielbergs West Side Story entdeckt, dies ist ihr zweiter Film, sie wirkt frisch und unverbraucht und durchlebt sogar eine minimale Charakter-Entwicklung. In dieser Konstellation hat man dann natürlich auch um Niemanden Angst aka es geht um Nichts, denn am Ende wird sowieso alles gut, das spürt man einfach. Was den aufkeimenden Effekt-Overkill, dann freilich in keinerlei Form spannender macht.

Über Kollateral-Schäden fängt man am Besten gar nicht an zu denken, dafür braucht man optisch keine Angst zu haben, denn die Effekte sind sehr gelungen und kommen ohne peinliche CGI-Patzer aus. Das klingt jetzt alles sehr negativ, was vor allem im Vergleich mit dem Erstling auch so ist. Ich würde ihn mit seinem Comic-Erzfeind Black Adam in einen Topf werfen, denn beiden Film fehlt das Herz, dass die Sache erdet und im Original so gut geklappt hat. Keine Ahnung wo die Atmosphäre verloren gegangen ist, vielleicht ja beim Drehbuch.

P.S.: Anspielungen auf die Fast and Furious Saga oder Game of Thrones sind schon witzig, auch die Gastauftritte von Emilia Harcourt und John Economos aus The Suicide Squad oder von Wonder Woman Gal Gadot sind nett. Dass aber eigentlich Henry Cavill als Superman am Ende von Shazam angedeutet wird, das wurde völlig fallen gelassen. Der wurde leider mittlerweile als Superman in die Pension geschickt, was nach diesem Film wohl auch Zachary Levy passieren wird.

„Shazam! Fury of the Gods“ bekommt von mir 6/10 das Magische hinter der Magie ordentlich eingebüßt habende Empfehlungspunkte.

The post Shazam! Fury of the Gods (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2023/04/25/shazam-fury-of-the-gods-filmkritik/feed/ 0
Black Adam (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/11/29/black-adam-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/11/29/black-adam-filmkritik/#respond Tue, 29 Nov 2022 06:00:14 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=35010 Adrianna (Sarah Shahi) und ihre drei Gefährten, wollen eine mächtige Krone in Sicherheit bringen, bevor sie in die falschen Hände fällt. Dabei betreten sie unwissentlich ein uraltes Grab und als es zu einem tödlichen Konflikt mit feindlichen Soldaten kommt, weckt … Weiterlesen

The post Black Adam (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Adrianna (Sarah Shahi) und ihre drei Gefährten, wollen eine mächtige Krone in Sicherheit bringen, bevor sie in die falschen Hände fällt. Dabei betreten sie unwissentlich ein uraltes Grab und als es zu einem tödlichen Konflikt mit feindlichen Soldaten kommt, weckt Adrianna die hier seit 5000 Jahren schlummernde Kreatur namens Black Adam (Dwayne Johnson). Der hat scheinbar unendlich magische Energie in sich, rettet sie und bringt alle Soldaten um.

Sein Handeln bleibt in Folge natürlich auch im Rest der Welt nicht unbemerkt, weswegen das vierköpfige Team der JSA auf den Plan gerufen wird, unter der Führung von Hawkman (Aldis Hodge). Bald werden die Helden jedoch merken, dass Adam ihnen weit überlegen ist und die Menschen in der Gegend, ihn als Helden verehren. Während die beiden Seiten sich bekämpfen, droht im Hintergrund etwas Böses wieder zu erwachen, dass die gesamte Erde bedrohen könnte…

Über zehn Jahre soll es ja gedauert haben, bis Dwayne Johnson in seiner Traumrolle (für die er geboren wurde) des Black Adam, groß im Kino herauskommen sollte. Körperlich hat er dafür so hart wie nie zuvor trainiert, er fungiert als Produzent und hat des öfteren seinen „die Machtverhältnisse im DC-Universum werden sich ändern“ Spruch von sich gegeben. Als Regisseur konnte er Jaume Collet-Serra gewinnen, mit dem er bereits in Jungle Cruise erfolgreich zusammen gearbeitet hat.

So weit, so vielversprechend. Ab jetzt folgen Spoiler. Gleich vorweg, die Geschichten rund um den Film, sind viel spannender als das Produkt selbst. Kritiker haben den Film schlecht bewertet, doch Zuschauer fanden ihn sehr unterhaltsam. Johnson reagierte darauf logisch und meinte, dass er seine Filme eben genau für die Zuschauer macht, nicht für die Kritiker. Warum diese ihn nicht gut finden, das hat wiederum nichts mit meiner Meinung zu tun, denn was darf man im Jahr 2022 nicht bringen? Richtig, einen starken Mann, der es wagt eine Frau zu retten.

Ja, der Film ist im Gegensatz zu den letzten Marvel-Filmen, nicht „woke“. Ist er auch wirklich nicht, aber wenn hier dann einer sterben muss, dann ist es natürlich dennoch der weiße Mann, auf den aktuell scheinbar jeder verzichten kann. Finanziell hat der Hass der Kritiker Black Adam wohl kaum geschadet, eher die Tatsache, dass das DC-Abenteuer nicht in China gezeigt wird, da Pierce Brosnan (der weiße Mann) ein bekannter Freund des Dalai Lama ist, was wiederum der chinesischen Regierung sauer aufstößt.

Aber gut, komme ich mal zum eigentlichen Film und da gibt es mehrere Baustellen. Erstens mal zur Handlung aka Black Adam selbst, der kein Ziel zu haben scheint. Nein, ich korrigiere mich, er hat eindeutig keines, er reagiert einfach nur auf sein Umfeld. Die meiste Zeit über, muss er dabei kämpfen. Hier kommen zwei weitere Probleme ins Spiel. Erstens bekommt man immer wieder die selben Action-Szenen präsentiert. Entweder Adam ist blitzschnell, schleudert Feinde durch die Gegend oder blitzt sie. Dann sind auch die Schnitte einigermaßen hektisch.

Oder Zeitlupen-Sequenzen werden dermaßen überstrapaziert, dass sie nach einer Zeit regelrecht einschläfernd wirken (das kann eben nicht jeder so gut wie Zack Snyder). Zweitens sind die Effekte entweder protzig und übertrieben, oder schwach und wie aus einem billigen Computerspiel. Für 200 Millionen erwarte ich bessere Arbeit, aber gut, auch Marvel ist in dieser Hinsicht schwächer geworden.

Auch das Wort Spannung ist klar ein Fremdwort. Adam ist sowieso unbesiegbar und wer verletzlich ist und wichtig für die Story, nun die rettet er natürlich. Die beste Figur ist die von Pierce Brosnan (The Misfits) mit viel Charme und umgeben von einer wissenden Aura gespielte Figur des Dr. Fate, der besonders in der Interaktion mit Adam (z.b. erklärt er ihm Sarkasmus) für ein paar sympathische Lacher sorgen kann. Was macht man also mit dem besten Charakter im Film? Richtig, man bringt ihn um. Logisch, oder?

Die sonstigen Darsteller? Von denen kann eigentlich keiner Akzente setzen. Dwayne Johnson (Red Notice) wirkt steifer als sonst – was zur Figur des Adam passt – aber er war mir einfach egal bzw. ist mir seine Arroganz nach einer Weile auf die Nerven gegangen. Aldis Hodge (The Invisible Man) als Hawkman wäre eigentlich cool, wird aber immer wieder von Adam ausgebremst. Die beiden Jungstars haben zu wenig zu tun um Eindruck zu hinterlassen und vom wie so oft schwachen Bösewicht, fange ich lieber erst gar nicht an.

Das klingt jetzt alles ziemlich negativ, was ich aber eigentlich empfunden habe, ist dass Black Adam in Summe einfach extrem mittelmäßig und auch beliebig ist. Die Langeweile des Bombast-Kinos mit all den CGI-Overkill-Schlachten, die einige Kritiker bei Marvel als negative Norm wahrnehmen, genau so ist es mir hier gegangen. Als Comicfreund hat man mit einer einmaligen Sichtung hier sicherlich nichts falsch gemacht, aber auf DC-Projekte der letzten Jahre bezogen, ist dies für mich der schwächste Film (abgesehen von WW84 versteht sich).

„Black Adam“ bekommt von mir 6/10 sämtliche guten Ansätze wieder abfangende Empfehlungspunkte.

The post Black Adam (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2022/11/29/black-adam-filmkritik/feed/ 0
Injustice (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2022/02/01/injustice-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2022/02/01/injustice-filmkritik/#respond Tue, 01 Feb 2022 05:00:09 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=34181 Superman ist glücklich. Er wird Vater. Der Zeitpunkt ist nur denkbar schlecht, denn der Joker ist aus Gotham nach Metropolis gekommen und hat einen perfiden Plan ausgeheckt. Da er Batman nicht aus der Reserve locken kann, versucht er nun, den … Weiterlesen

The post Injustice (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Superman ist glücklich. Er wird Vater. Der Zeitpunkt ist nur denkbar schlecht, denn der Joker ist aus Gotham nach Metropolis gekommen und hat einen perfiden Plan ausgeheckt. Da er Batman nicht aus der Reserve locken kann, versucht er nun, den „Mann aus Stahl“ zu Untaten zu verleiten.

Und der Plan geht auf. Das Schreckliche passiert und in letzter Konsequenz liegt ganz Metropolis in Schutt und Asche. Aber Superman tickt aus. Er tötet den Joker und beschließt seine gottgleiche Macht nun so einzusetzen, wie er es lange Zeit für bedenklich gehalten hat: Alle Menschen müssen sich an die Gesetze (seine Gesetze) halten, oder er vernichtet sie.

Das teilt die anderen Superhelden in zwei Lager. Die einen freuen sich, dass Superman endlich seine Verantwortung übernimmt. Die anderen sind entsetzt, wie radikal er vorgeht.

Batman gehört zu letztgenannter Gruppe und versucht mit Unterstützung einen Weg zu finden ihn aufzuhalten. Aber wie? Wie hält man einen Superhelden auf, der quasi allmächtig ist?

Ja, ich kenne die beiden Videospiele der Injustice-Reihe und ich finde sie – vor allem den Story-Teil – wirklich gut. Die Comics dazu habe ich allerdings nie gelesen. Ich weiß nicht mal, ob zuerst die Comics existiert haben und dann die Spiele daraus entwickelt wurden oder umgekehrt. Ich glaube, mich daran zu erinnern, dass zuerst die Spiele da waren, bin mir aber nicht mehr sicher und tut auch nichts zur Sache (deshalb werde ich mich jetzt im Internet nicht schlau machen).

Es ist auch egal, denn der Film hält sich nur von der Prämisse her an die Story. Die einzelnen Subplots sind stark verändert und natürlich stark gekürzt. Der Film dauert gerade mal knappe 70 Minuten, ist also überschaubar in seiner Länge (Ha! Ein Wortspiel!). Dass die Abweichungen so stark ausfallen war mir vor Ansicht des Films nicht klar. Hätte ich nachgedacht, dann hätte es das aber sein müssen, denn die Story ist mit all ihren Nebenschauplätzen in den Spielen schon ziemlich lang.

Also hat man bei DC beschlossen, sich in erster Linie auf Superman und Batman zu konzentrieren und es funktioniert grundsätzlich. Es ist ein wenig schade, aber es funktioniert.

Diese Interpretation der Geschichte hält sich auch nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf, sondern startet ziemlich rasch ziemlich schnell durch. Der Plan des Jokers ist abartig und jenseitig, aber das ist auch irgendwie klar gewesen und die Reaktion von Superman ist … nachvollziehbar. Tatsächlich hat man sich als geneigter Comicleser ja schon vor Jahren gefragt, was denn wäre, wenn Superman mal durchdreht. Hier habt ihr die Antwort in Kurzfassung.

Ein paar heftige Szenen werden natürlich auch eingebaut, auch wenn nicht übermässig auf die Brutalitätsschiene gesetzt wird. Jokers Tod ist entsprechend blutig, aber spätere Szenen halt sich relativ angenehm zurück. Dennoch sind manche Situationen starker Tobak. Als zum Beispiel Superman bemerkt, dass es einen geheime Fete gibt und er diese stoppen will, da entdeckt er, dass die Leute auf dem Fest einer bestimmten Person huldigen. Genau. Dem Joker. Denn diesen haben sie als Helden der Freiheit hochstilisiert, also zum genauen Gegenteil von Superman. Was diesen dazu veranlasst durchzudrehen und – ja, ihr lest richtig – alle umzubringen. Alle Besucher:innen der Fete.

Batman beobachtet die Szene von der Ferne und will Superman stoppen, wird aber (zu seinem Glück) zurückgehalten.

Freundschaften und Familien zerbrechen und am Ende bleibt ein Trümmerhaufen übrig. Tatsächlich kann niemand gewinnen. Im Endeffekt ist es ein „Civil War“ im DC-Universum, der halt dank der Figur des Supermans ziemlich „over the top“ ist. Ja, ein paar der Szenen werden durch ziemlich viele Zufälligkeiten gelöst, aber in Summe war es ziemlich unterhaltsam, den Film zu sehen. Wenn einen die Abänderungen der Story nicht stören. So gibt es auch am Ende, anders als im ersten Spiel, eine Art Buße für Superman. Das kam unerwartet. Auch der finale Gegner kam unerwartet, wie ich sagen muss, aber den fand ich mehr Mittel zum Zweck.

Die Action ist gut gemacht. Die Zeichnungen passen. Und man glaubt nicht, wie viele seiner Helden DC hier den Bildschirmtod erleiden lässt. Das zeigt zum Einen wie unglaublich mächtig Superman ist, aber eben auch zeitgleich, was für eine Gefahr von ihm ausgeht.

Alles in allem ein netter Film für zwischendurch. Als Highlight würde ich ihn in keiner Weise bezeichnen, aber er ist jetzt definitiv auch nicht schlecht. Wie bereits erwähnt: Wenn man offen ist und sich mit den Abweichungen in der Story anfreunden kann.

„Injustice“ bekommt 6,5 von 10 möglichen, in einer abgespeckten Version dennoch unterhaltsame, Punkte.

The post Injustice (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2022/02/01/injustice-filmkritik/feed/ 0
The Suicide Squad (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/08/28/the-suicide-squad-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/08/28/the-suicide-squad-filmkritik/#comments Sat, 28 Aug 2021 06:00:38 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33699 Eine Gruppe von Verbrechern bekommt von Amanda Waller (Viola Davis) einen speziellen Auftrag. Sie werden nach Südamerika geschickt und sollen dort das geheime Projekt namens „Starfish“ und alle Hinweise darauf auslöschen. Was das Team rund um Harley Quinn (Margot Robbie), … Weiterlesen

The post The Suicide Squad (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Eine Gruppe von Verbrechern bekommt von Amanda Waller (Viola Davis) einen speziellen Auftrag. Sie werden nach Südamerika geschickt und sollen dort das geheime Projekt namens „Starfish“ und alle Hinweise darauf auslöschen. Was das Team rund um Harley Quinn (Margot Robbie), Bloodsport (Idris Elba) und Peacemaker (John Cena) dann erlebt, übersteigt jedoch schnell selbst die verrücktesten Vorstellungen.

Neben dem örtlichen Militär, den Rebellen, Streitigkeiten innerhalb des Teams und einem verrückten Professor, ist es dann das Projekt selbst, dass sich als unüberwindbarer Gegner herausstellt. Doch sie müssen ihren Auftrag erfüllen, sonst detoniert Waller die Sprengsätze in den Köpfen ihres Teams…andererseits würden sie so ihrem Namen, mehr als gerecht werden…

Für mich als Freund von Fantasy und schrägem Humor, gibt es gleich mehrere Gründe, warum James Gunn (Slither, Super, Guardians of the Galaxy Volume 1 und Volume 2) einer meiner Lieblingsregisseure ist. Dass er kurzzeitig wegen alten Tweets von Disney entlassen wurde und so beim Konkurrenten Warner bzw. DC landete, bezeichne ich dabei klar als Glücksfall, denn laut eigenen Aussagen konnte er hier wirklich ohne Einschränkungen seine Vision seiner Story präsentieren.

Ich erkenne zwar die Schwächen, dennoch hatte ich mit der ersten Realverfilmung des Suicide Squad aus dem Jahr 2016 ziemlich viel Spaß. Trotzdem ist diese weitere Inkarnation des Squads, eine Steigerung in so gut wie jedem Bereich. Dabei kommen klar die oben erwähnten Stärken von Mister Gunn ins Spiel. Zunächst mal hat er ein sehr intimes, präzises Gefühl dafür, wer seine Figuren sind. Mehr oder weniger kleine Spoiler folgen ab nun.

Klar meine ich dabei die Hauptfiguren, doch das sind nicht gerade wenig. Besonders faszinierend ist seine Fähigkeit, Sonderlinge und Außenseiter so zu inszenieren, dass man sie ins Herz schließt und ihnen zujubelt, ja sie sogar besser findet als klassische Helden. Das wiederum hat auch mit seinem Gespür für Schauspieler zu tun und wie er (wohl weil sich laut Interviews Darsteller unter seiner Führung sehr wohl und wertgeschätzt fühlen) die bestmöglichen Performances aus ihnen heraus holt.

Funktioniert das dann auf finanzieller Ebene? Trotz Kritikerlob ist das Einspiel bisher hinter den Erwartungen. Schade finde ich das nur aus der Sicht, dass es schwieriger wird, weitere Abenteuer zu finanzieren. Doch aus meiner Nerd-Sicht Ebene gefällt es mir auch irgendwie, dass die breite Masse einen bekannten Darsteller wie Will Smith oder eine populäre Figur wie den Joker braucht (beide waren beim Erstling dabei), um Interesse für eine Comic-Verfilmung zu entwickeln.

Harley Quinn ist als bekanntester Charakter hier scheinbar zu schräg und zu wenig massentauglich. Ich bin jetzt kurz abgeschweift aber ihr wisst glaube ich, was ich damit meine, wer dafür empfänglich ist, der wird diesen Film lieben, viele andere werden wohl einen großen Bogen um ihn machen. Wer von diesen beiden Gruppen glaubt ihr sind für mich die interessanteren Menschlein da draußen? Sorry, das war es nun wirklich von dieser Ebene.

Warum ich das Bild von Daniela Melchior für den Beitrag gewählt habe, die außerhalb ihres Heimatlandes Portugal wohl vor diesem Film Niemand gekannt hat (dort ist sie für hunderte Auftritte in diversen Serien bekannt), möchte ich euch als nächstes erzählen. Nun sie ist ein Charakter, der Ratcatcher 2 heißt und Ratten kontrollieren kann. Das klingt nun schräg, uninteressant oder gar abstossend? Oder inspiriert es euch, wieder mal A Plague Tale zu spielen?

Nun ich muss euch sagen, dass sie hier eine wundervolle Performance abliefert und klar das Herz des Filmes darstellt. Einerseits ist sie ein extrem zartes Wesen, ständig müde, in ihrer liebevollen Art auch naiv, andererseits ist sie durch ihre Armee von Ratten, die mächtigste Figur überhaupt. Und bitte, sie bittet King Shark (der keine Freunde hat) und sie vorher fressen wollte, die Freundschaft an, denn Freunde isst man nicht, wenn ich so einen Charakter nicht lieben kann, wen dann?

Und wenn wir schon bei King Shark sind kommt eine weitere Fähigkeit von Gunn zum Einsatz, nämlich dass man CGI-Figuren als echte (in dem Fall) Mutanten wahr nimmt und nicht als Gimmick aus der Effekt-Abteilung. Herrlich tumb, animalisch und dennoch zum Knuddeln ist er und wird von Sylvester Stallone so gesprochen, dass man ihm trotz seiner blutrünstigen Aktionen, schon bald zujubelt.

Nachdem aufgesetzter Feminismus etwas die Freude bei Birds of Prey gebremst hat, ist Margot Robbie (Terminal) hier eine richtig schön unberechenbare Version einer Harley Quinn. Überhaupt steht ihre Art, typische Szenen, bei denen man einen bestimmten Ablauf erwartet, mit völlig unpassenden oder die Stimmung störenden Sprüchen zu stören, stellvertretend für den Grundtenor des Filmes. Ja, sie weiß auch noch immer nicht, wann sie aufhören sollte zu reden.

Idris Elba (Hobbs and Shaw) als Bloodsport liefert ebenfalls eine seiner überzeugendsten Darstellungen überhaupt ab, als resignierter und sich innerlich aufgegeben habender Killer, der vor allem mit Ratcatcher 2, eine echt schöne Vater/Tochter Beziehung entwickelt. Wer den „Längeren“ hat, darum geht es dann ständig zwischen ihm und dem von John Cena (Bumblebee) gespielten Peacemaker, der nächstes Jahr auch eine bereits abgedrehte, eigene Serie spendiert bekommen hat und ein stumpfsinniger Kerl ist, der die Mission über alles stellt (besonders über die Moral).

Das waren schauspielerisch meine Highlights, doch es gäbe noch einige mehr, die man lobenswert erwähnen sollte, jeder gibt hier einfach sein/ihr Bestes und noch etwas mehr. Bis zum bitteren Ende zumindest und da muss man schon sagen, dass das hier eindeutig der blutigste Film von DC überhaupt ist. Ich meine dabei nicht mal nur die abgetrennten Gliedmaßen und zerschossenen Köpfe, aber wie viele Unschuldige hier auf Grund ihrer Assimilation durch das außerirdische Kaju sterben, ist sowieso ein Wahnsinn.

Ist bei der Handhabung der Situation Kritik an den USA mit dabei? Und ob, aber lassen wir nun einfach noch einmal wirken, dass hier ein riesiger extraterrestrischer Seestern der Hauptfeind ist, der im Godzilla-Style die Stadt platt macht…und was ist noch einmal die Kunst dabei? Richtig, man steht da nicht geistig drüber und denkt sich nur „was soll das jetzt sein“ und man sieht eben keine Action-Szenen, bei denen dir das Schicksal der Figuren egal ist.

Der Killer, das Rattenmädchen, die Verrückte und der Hai-Gott (super wie seine Herkunft locker erklärt wird) müssen einfach die Welt retten und dabei selbst überleben und wir fiebern mit. Und wenn dabei der traumatisierte Polka-Dot Man im Geiste seine Mutter zerlegt, dann bin ich endgültig angekommen in dieser Welt, von der man gerne noch viel mehr sehen möchte. Die hier Überlebenden vom Squad als Dream-Team, oh yeah, here we go!

Weiter jubeln könnte ich noch viel länger und über die Cinematographie, den Humor oder die Setups rund um einige „Crowd Pleaser“ Momente schwärmen, doch ich schließe lieber mit einem Vergleich, bei dem sich Film-Nerds auskennen müssten. Wieviel Gunn hier drinnen steckt und was er machen durfte, ist vergleichbar mit der Verwirklichung der Vision, die Zack Snyder bei Sucker Punch hinbekommen hat (dabei sind sich die Filme sonst nicht ähnlich). Man liebt das hier eben einfach, oder man hasst es. For me it´s all about love (and rats).

„The Suicide Squad“ bekommt von mir 10/10 die Grenzen zwischen Schwach und Stark, ständig verschwimmen lassende Empfehlungspunkte.

The post The Suicide Squad (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/08/28/the-suicide-squad-filmkritik/feed/ 1
WW84 – Wonder Woman 1984 (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2021/02/20/ww84-wonder-woman-1984-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2021/02/20/ww84-wonder-woman-1984-filmkritik/#respond Sat, 20 Feb 2021 06:00:01 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=33059 Viele Jahre sind vergangen seit Diana Prince (Gal Gadot) die Welt vor dem Kriegsgott Ares im ersten Weltkrieg gerettet hat. Den zweiten Weltkrieg hat sie ausgelassen und jetzt lebt sie in den 80iger Jahren. Sie arbeitet im Museum, genauso wie … Weiterlesen

The post WW84 – Wonder Woman 1984 (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Viele Jahre sind vergangen seit Diana Prince (Gal Gadot) die Welt vor dem Kriegsgott Ares im ersten Weltkrieg gerettet hat. Den zweiten Weltkrieg hat sie ausgelassen und jetzt lebt sie in den 80iger Jahren. Sie arbeitet im Museum, genauso wie ihre Kollegin Barbara (Kristen Wiig). Eines Tages gerät ein „Wunschstein“ in ihre Hände und durch einen dummen Zufall wünscht sie sich, dass ihre erste und einzige Liebe Steve Trevor (Chris Pine) wieder bei ihr wäre.

Gleichzeitig will Maxwell Lord seinem Sohn und der ganzen Welt beweisen, dass er kein Verlierer ist und deshalb „leiht“ er sich den Stein, denn er hat etwas ganz Besonderes vor.

Allerdings hatte Barbara zuerst noch einen Wunsch, den sie dem Stein verrät: Sie möchte wie Diana sein: Schön, sexy, begehrenswert und einzigartig.

Das Chaos nimmt seinen Lauf …


WARNUNG – diese Kritik könnte ein wenig länger werden – WARNUNG

Und mit Chaos meine ich mehr den Film selbst, als die Handlung innerhalb des Films. Vorweg muss ich anmerken, dass ich kein großer Fan des ersten „Wonder Woman“ bin. Ich finde ihn stark überbewertet. Klar, es ist der erste SuperheldINNENfilm, der in Summe ganz okay ist (man denke mit Schaudern an „Catwoman„), was ihn in dieser Sub-Kategorie eigentlich schon großartig macht.
Das kann ich nachvollziehen. Gemessen an normalen Standards geht er für mich als „okay“ durch, solange man sein Hirn ausschaltet. Die Optik war über weite Teile wirklich gut (von den furchtbar schlechten Sprung-Animationen mal abgesehen), was meiner Ansicht nach allerdings stark am Einfluss von Zak Snyder lag, denn dessen Optik und Farbgebung hat Patty Jenkins einfach stark kopiert. Das (sehr bescheidene) Drehbuch stammte übrigens (basierend auf der Grundidee von Snyder) von Allan Heinberg.

Nachdem der erste Teil ein Riesenerfolg war und als DER Film für die kommende Generation der Frauenpower gefeiert wurde, wurden die Regisseurin Patty Jenkins und der Star Gal Gadot als die neuen Heldinnen der #metoo-Ära gehandelt (aus Gründen, die mir persönlich unverständlich sind, aber ich muss ja nicht alles verstehen).

Deshalb hat man Patty Jenkins und Gal Gadot absolut freie Hand für den nächsten Teil gelassen, denn offensichtlich waren es die beiden, welche den ersten Teil so großartig (nochmals: Ich fand ihn nur okay) gemacht haben.

Nun, diese Annahme hat sich jetzt als falsch herausgestellt. Nämlich grundlegend. Der zweite Teil namens „WW84“ hat nämlich viele, ganz viele Probleme, die jedoch primär Symptome für eine Sache sind: Man hat die falschen Personen die Entscheidungen fällen lassen.

Nämlich Patty Jenkins und Gal Gadot.

Das führt zu einer Menge an Problemen. Damit meine ich nicht zwingend die Handlung (ein Stein, der Wünsche erfüllt. Ganz ehrlich: Wir haben die letzten Jahre damit verbracht zuzusehen, wie ein pinker Typ sechs Steine für einen Handschuh gesammelt hat, da ist ein Wunsch-Stein auch nicht dümmer), sondern die handelnden Personen und die gezeigten Situationen.

Konkrete Beispiele:
Die Interaktion von Diana aka Wonder Woman mit anderen Menschen, die im ersten Teil von naiver Liebe, Ehrlichkeit und Wertschätzung geprägt war, wirkt hier präpotent und arrogant. Es gibt zB eine Szene, in der Barbara und Diana gemeinsam zu Abend essen und die zeigt für mich das Problem sehr gut auf: Barbara himmelt die gesamte Zeit über Diana an und möchte sein wie sie. Und Diana ist gönnerhaft und arrogant. Ich glaube nicht, dass das so Absicht war oder im Drehbuch stand. Aber so wirkt es. Schon allein die Einladung zum Abendessen passiert nicht aus Interesse an der Person Barbara, sondern aus Gründen der Informationsbeschaffung. Mehr als sinnfreies Blablabla wird übrigens nicht besprochen. Es wirkt wie eine Szene aus einer langweiligen „Sex In The City“-Folge. Peinlich und deplatziert.

Schauspielerisch wirkt Gadot, als hätte man ihr ein einzige Regieanweisung gegeben: „Wirke über den Dingen stehend.“ In den Actionszenen wirkt sie meist gelangweilt und in anderen nicht gefordert und sogar in denen, in denen sie die Kämpfe verliert wirkt sie nicht, als würde sie geschlagen wo liegen, sondern als würde sie „spielen, geschlagen wo zu liegen“. Nochmals: Vermutlich nicht Gadots Schuld, aber trotzdem eher zum Fremdschämen. Und warum Diana kein Schwert und Schild mehr haben darf, ist mir auch nicht klar. Liegt vielleicht am Rating oder was weiß ich, aber ich fand es seltsam, da doch gerade ihr Schild im Vorteil ziemlich im Vordergrund stand. Jene, die sich den Film ansehen, weil sie Gadot so hübsch finden: Sorry, Leute, aber das reicht in diesem Fall nicht aus. Ja, es gibt wieder ein paar sehr tolle Kleider, aber das unterstreicht in Summe eigentlich nur die Überheblichkeit, welche die Figur Diana hier für mich ausstrahlt (auch interessant übrigens: Als Steve wieder da ist, ist Barbara trotz essentieller Unterstützung plötzlich nicht mehr vorhanden).

Dann die Figur von Barbara selbst. Mal ganz abgesehen davon, dass es eine bescheuerte Idee ist, jemand wie Kirsten Wiig als „Mauerblümchen“ präsentieren zu wollen, sind noch dazu die Szenen und Methoden, wie ihr Charakter präsentiert wird, vom vorigen Jahrhundert. Sie ist nerdig. Das wissen wir, weil sie ein Brille hat, mit Stöckelschuhen nicht gehen kann und ihr ihre Papiere runterfallen. Natürlich hilft ihr kein Mann die Sachen aufzuheben. Das würde doch nie jemand tun. Weil einem Mauerblümchen hilft halt nie jemand, oder? Genau (an dieser Stelle bitte ungläubiges Kopfschütteln vorstellen). Normale Menschen gehen auch an wildfremden Menschen vorbei, denen im Supermarkt ihr Einkauf runterfällt. Da bückt sich nie jemand, um denen zu helfen. /SarkasmusEnde

Zum Glück lebe ich einer Welt in der ich das tagtäglich (gerade in Zeiten wie diesen) trotzdem anders erlebe.

Kurz gefasst: Der Wunsch von Barbara zu werden wie Diana basiert auf dem Wunsch, die Aufmerksamkeit von Männern zu erregen, die sie im echten Leben ohnehin hätte, selbst wenn sie sich so benimmt wie im Film dargestellt. Die gesamte Charakterentwicklung basiert also darauf, dass alle die Regieanweisung bekommen haben: Ignoriert euren normalen Hilfsreflex und benehmt euch wie Idioten wenn Kirsten Wiig in der Nähe ist. Kaum zu glauben, dass man da keine besseren Ideen hatte.

Abgesehen davon: Der Weg, den diese Entwicklung dann geht, oder besser: Die Auswahl der Momente, die wir von diesem Weg gezeigt bekommen, ist einfach nur peinlich. Glaubwürdigkeit, wo bist du? Dabei macht Wiig im Rahmen der Möglichkeiten einen sehr guten Job. Ganz ehrlich: Die meiste Zeit über ist Barbara sympathischer als Diana (Was ist eigentlich die Aussage der „Betrunkener belästigt Barbara“-Szene? Dass Frauen ohne Superkräfte sich nicht wehren können? Dass niemand helfen würde, wenn jemand sexuell belästigt wird? Was sollten diese Szenen aussagen? Dass „normale Frauen“ einfach „Opfer“ sind? Kann mir das bitte jemand erklären?). Als Mann möchte ich übrigens anmerken, dass die Barbara am Anfang des Films weit mehr Sex-Appeal hatte als die „begehrenswerte Barbara“ später. Aber das nur am Rande. Die Motivation von Barbara sich später in Cheetah zu verwandeln (mit dem legendär schlechten Satz „I want to be an apex predator.“) ist völlig jenseitig und das Design von Cheetah (nicht die Animationen, die sind eine andere, im Vergleich halbwegs gelungene, Geschichte) ist übrigens wirklich misslungen.

Die Rolle von Chris Pine hätte man zu einhundert Prozent aus dem Film nehmen können, denn sie hatte keinerlei Funktion außer einer: Diana muss etwas aufgeben, was ihr wirklich wichtig ist, um ihre Kräfte wiederzubekommen (nicht um die Welt zu retten! Um ihr Kraft zurückzubekommen! Dazu muss sie den Mann aufgeben. Metapher, anyone?). Und das muss natürlich der Mann sein, dem sie Jahrzehnte(!) nachgetrauert hat. Dieser Mann steckt übrigens im Körper eines anderen. Und sie hat Sex mit ihm. Gilt das eigentlich technisch jetzt als Vergewaltigung oder wie ist das (ich will damit keine Vergewaltigungen schönreden oder lächerlich machen, aber … ernsthaft jetzt: Was ist das?)?. Das ist vor allem umso peinlicher, weil es zB eine Szene im Film gibt, in der die beiden nach Ägypten müssen und Diana sagt: „Du kannst nicht einfach mitfliegen, du hast keinen Pass.“ Äh, doch. Hat er. Er steckt ja im Körper dieses Typen und der hatte ziemlich sicher Ausweise. Peinlicher Drehbuchfehler. Aber zurück zur Sinnhaftigkeit: Man hätte durch den „Trick“ namens „Zauberstein“ ja einfach Steve zurückbringen können. Völlig ohne Körpertausch. Das hätte viele Probleme einfach außen vor gelassen.

Oder ein anderer Vorschlag: Streicht ihn aus dem Drehbuch, denn seine Rückkehr schwächt sogar den ersten Teil nachträglich (weil sein Opfer nichts mehr wert ist). Und Ja, natürlich sehe ich auch die andere Metapher: Nämlich, dass Diana „den falschen Steve“ loslassen muss, weil er ja in Wahrheit ein anderer ist und sie ihn nur liebt, weil sie Steve „in ihm sieht“. Bis sie loslässt, dadurch ihre Kraft wieder gewinnt und am Ende kann sie ihn (keine Ahnung mehr, ob der überhaupt einen Namen im Film hatte) sehen, wie er wirklich ist (und er gefällt ihr sogar völlig ohne Steve „in ihm“). Wie gesagt: Schöne Metapher. Falscher Film dafür.

Randnotiz: Ihre Amazonen-Kriegerinnen/Mutter/etc vermisst sie übrigens keine Sekunde lang. Nur damit es erwähnt ist.

Apropos Amazonen: Die Eröffnungsszene des Films spielt auf der Amazoneninsel und bringt nach fünf Minuten die erste Message des Films auf den Punkt. „Die Wahrheit ist wichtig.“ Dann passiert knapp eine Stunde und vierzig Minuten nichts Wichtiges (von ganz vielen peinlich inszenierten Szenen wie einem Kampfjetflug durch ein Feuerwerk (stürzen die nicht ab, wenn das Ding so langsam fliegt?); eine Schlacht gegen Panzerfahrzeuge mitten in der Wüste in der plötzlich zwei Kinder auf der Straße spielen; der Moment in dem Diana begreift, dass sie fliegen kann (nein, stopp: Sie fliegt nicht, sie lässt sich von der Luft tragen wie ein Flugzeug. Danke für das erklärende Voice-Over, Steve, wir wollen ja nicht den Eindruck erwecken, dass hier jemand Superman kopiert) usw). Dann kommt das Finale.

Und die Idee dahinter fand ich richtig, richtig gut.

Nicht den Zweikampf zwischen Barbara und Diana (der erneut eigentlich nur eine Aussage hat: Wer schön und stark geboren ist, ist eben eine Gewinnerin. Wer sich anstrengen muss oder auf fremde Hilfe zurückgreift, die wird entstellt und verliert alles), denn der ist kurz, völlig unwichtig und beinhaltet die wohl am leichtesten zu zerstörende „unzerstörbaren Rüstung“ überhaupt. Ich verstehe schon: Das soll zeigen, wie stark Barbara geworden ist, aber tatsächlich sehen wir ja nie, was die Rüstung wirklich aushält also ging das auch schief. Im Rückblick in dem Diana Steve erklärt, was das für eine Rüstung ist, sehen wir nur wie jemand darin zerquetscht wird. Zumindest wirkt es so. Nein, ich meinte die finale Auflösung, wie das Böse bzw. der Stein besiegt wird.

Die Message des Films ist nämlich nicht „Sei vorsichtig, was du dir wünschst“. Dazu ist sich sogar dieser Film hier zu billig, nein, die Message lautet: „All die Ausbeutung und all die Gier können innerhalb eines Moments aufhören. Die Ausbeuter und Gierigen müssen sich nur dagegen entscheiden.“
So einfach kann die Welt gerettet werden.
Es geht schlichtweg um eine Entscheidung.

Wann enden Kriege? Wenn die Generäle entscheiden, keinen Krieg mehr zu führen.
Wann endet die Ausbeutung von Rohstoffen? Wenn die Entscheidung fällt, damit aufzuhören.
Wann endet das Ausnutzen von anderen Menschen? Wenn jene, die das tun, sich dagegen entscheiden.

Das ist in meinen Augen die Message des Films. Es gibt NICHTS was uns daran hindert als Menschheit besser zu sein. Friedlicher. Liebenswerter. Nichts. Außer wir selbst. Außer die ganze simple Entscheidung, besser zu sein. oder Umgedreht: Um das Böse in deinem Herzen zu bezwingen musst du dich nur dagegen entscheiden. Punkt. Das ist alles. Mehr braucht es nicht. Ich fand das herrlich erfrischend.

Eine Entscheidung zum Guten. Mehr braucht es nicht.

Nur wird das dermaßen von der Inszenierung in den Sand gesetzt, dass es fast körperlich wehtut: Diana liegt in eine Ecke gedrückt am Boden und spricht direkt in die Kamera (ich bin mir sicher, dass sich Jenkins absolut toll vorkam, als sie die Idee hatte). Und zwar einen dermaßen platten und peinlichen Monolog, dass es so richtig zum Ko***n ist. Dann sieht der „Bösewicht“ Maxwell Lord sie noch an und sagt irgendwas, woraufhin sie (noch immer in die Kamera schmachtend) sagt: „I did not talk to you. I was talking (Blick in die Seele des absolut gerührten Publikums) THEM!“. Würg.

Oh – und wisst ihr, warum Maxwell sich entscheidet, alles sein zu lassen und seine Macht herzugeben? Weil sein Kind in Gefahr ist. Er selbst bringt sein Kind in Gefahr. Daraufhin hört er sofort auf. Fand ich auch super. Und natürlich auch eine Metapher (Ein Ölbaron, der die Erde ausbeutet (hallo, Klimawandel!) und damit aufhört, weil er sein Kind gefährdet (erneut: Hallo, Klimawandel!). Was für eine glorreiche und grandiose Metapher und ziemlich subtil und überhaupt … *SEUFZ*. Ihr wisst, worauf ich hinauswill.

Und das wirklich, wirklich, wirklich Tragische daran: In den Händen von jemand, der oder die etwas von Regie versteht und von Schauspieler*innenanleitung hätte das wirklich gut funktionieren können. Die gesamte kitschige Message, die kaum verhüllten Metaphern, die an sich guten Geschichten, die sich aufgrund der stümperhaften Inszenierung peinlich und zum Fremdschämen anfühlen, die hätten gut inszeniert funktionieren können.

Haben sie aber nicht.

Und das macht den Film in Summe zu einer Lachnummer, die so schlecht ist, dass es nicht einmal mehr witzig ist.

Schade. Das passiert, wenn zwei Menschen im Größenwahn vergessen auf jene zu hören, die vielleicht ein bisschen besser gewusst hätten, wie man es machen muss. Und ich meine damit nicht zwingend Snyder. Jenkins hätte ja auch Kathryn Bigelow („Zero Dark Thirty“, „The Hurt Locker„) fragen können. Oder Sofia Coppola („Lost In Translation“). Oder Sarah Polley („Mein Leben ohne mich“). Oder Greta Gerwig („Lady Bird“). Oder Jennifer Kent („The Babadook„). Oder Jennifer Lee („Frozen„, „Frozen 2“). Es ist ja nicht so, als ob es keine guten und coolen Regisseurinnen geben würde.

Noch ein Wort zu den Effekten: Es wirkt den ganzen Film lang als hätte Diana genau kein Gewicht. Das Herumgehüpfe und das rasend schnell laufen sieht in beiden Fällen einfach nicht gut aus. Nämlich so richtig NICHT GUT aus (jetzt mal ehrlich: Allein die Szene als sie hinter dem Truck nach oben geschleudert wird im Trailer; dachte sich da irgendjemand, dass das gut aussieht?). Spannend, weil das mit dem „Gewicht“ funktioniert bei ziemlich allen anderen Superheldenfilmen und wie man das mit dem „schnell laufen“ gut hinkriegt kann man sich bei „The Flash“ oder „Quicksilver“ abgucken. Aber das nur am Rande.

Ich finde wirklich in fast allen Filmen etwas Gutes, aber bei „WW 84“ mache ich mir nicht einmal mehr die Mühe, etwas zu suchen (doch: 1. fand ich Pedro Pascal immer besser, je länger er dabei war. Dieser Comic-Bösewicht war zum Ende hin echt cool anzusehen mit seiner Extrem-Mimik. 2. Der Witz mit dem „I wish I had a coffee“. Da musste ich von Herzen lachen. 3. Als am Anfang des Films im Einkauszentrum einer der Räuber ein Mädchen als Geisel nimmt und ihr Leben bedroht, da rufen ihm sogar seine Komplizen zu, er soll das lassen. Das fand ich super).

Tragischerweise ist es so, dass die Figur „Diana Prince“ mit jedem weiteren Outing einfach an Glanz verliert. Die beste (und mysteriöseste) Inkarnation bleibt jene von „Batman v Superman: Dawn Of Justice„. Punkt.

„WW84“ bekommt von mir 4 von 10 möglichen, an ziemlich allen Ecken und Enden gescheiterte Punkte.

The post WW84 – Wonder Woman 1984 (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2021/02/20/ww84-wonder-woman-1984-filmkritik/feed/ 0
Shazam (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2019/04/20/shazam-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2019/04/20/shazam-filmkritik/#respond Sat, 20 Apr 2019 07:00:56 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=31188 Der 14 jährige Billy Batson (Asher Angel) ist ein Waisenjunge, seit er seine Mutter in einer Menschenmenge verloren hat. Doch er hat die Suche nach ihr nie aufgegeben, weshalb er immer wieder von einem möglichen neuen Zu Hause davon läuft. … Weiterlesen

The post Shazam (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Der 14 jährige Billy Batson (Asher Angel) ist ein Waisenjunge, seit er seine Mutter in einer Menschenmenge verloren hat. Doch er hat die Suche nach ihr nie aufgegeben, weshalb er immer wieder von einem möglichen neuen Zu Hause davon läuft. Aktuell hat die Sozialarbeiterin Billy in ein Gruppenzuhause gesteckt, in dem neben den Eltern, fünf weitere Kinder wohnen.

Als Billy seinem „Bruder“ Freddy (Jack Dylan Grazer) gegen zwei stärkere Schüler hilft und daraufhin in eine U-Bahn flüchtet, passiert etwas Unheimliches. Er ist plötzlich alleine und die Bahn hält in einer uralten Höhle. Dort spricht ihn ein sterbender Magier an, der ihm die Worte „Shazam“ aussprechen lässt, woraufhin Billy sich in einen extrem machtvollen, erwachsenen Superhelden (Zachary Levi) verwandelt.

Zuerst mal zwei Sachen drum herum. Erstens mal das Ganze „DC hat nun verstanden, dass ihre düster philosophischen Werke keiner sehen will, mit ihren neueren, fröhlicheren Filmen, haben sie das Ruder herum gerissen“ Gerede, das ist Blödsinn. Als Beispiel ist Batman v Superman im Directors Cut richtig stark und Suicide Squad hat mich perfekt unterhalten. Wonder Woman – die erste des Wandels bei DC – finde ich hingegen überbewertet, mit Aquaman hatte ich dafür viel Freude. So klar früher schlecht jetzt gut, ist die Sache sicher nicht.

Zweitens freut es mich persönlich als Horrorfilm-Fan, dass das Können von Genre-Regisseuren, auch für große Blockbuster-Produktionen genutzt wird, das Genre für mich somit durchaus ernster genommen wird. Das hat auch Marvel mit Scott Derrickson (er drehte Sinister und danach Doktor Strange) gemacht und DC ist nach James Wan (unter anderem Insidious und dann durfte er Aquaman machen) nun für Shazam bei David F. Sandberg (Lights Out) gelandet.

Ein paar meiner Freunde meinten nach den Trailern ja, Shazam kann man getrost auslassen. Das finde ich schade, jedoch nicht mal bezogen auf die in diesem Fall unverbraucht frische, weil noch nie zuvor verfilmte Helden-Genese. Viel mehr geht es um die Art und Weise mit der Sandberg ein mal mehr beweist, dass er seine Charaktere glaubwürdig und ehrlich inszenieren kann. Als Zuschauer wird man so sofort abgeholt, ist emotional in der Geschichte und ist mitten bei einem unglaublich charmanten Abenteuer mit dabei.

Dabei setzt man nicht auf subversiven Erwachsenen-Witz, sondern bringt diesen Kinder/Jugendlichen Humor sehr gekonnt/realistisch herüber, ohne dabei jemals in Richtung Klamauk zu gehen. Das Erwachsen werden und die überwältigenden Superkräfte liefern genug Potential für spaßige Momente, jedoch dienen sie für Billy ja eigentlich nur dazu, seine Trauer zu überwinden. Er will im Prinzip nur seine Mutter wieder finden und einen Platz, an dem er Zu Hause ist mit Menschen, die er Familie nennt.

Seine neue Familie könnte dabei nicht bunter zusammen gewürfelt sein und es ist eine eigene Kunst wie es hier nur mit wenigen Szenen geschafft wird, dass keiner der fünf „Geschwister“ und auch nicht die „Eltern“ von Billy, unwichtig erscheinen oder deren Schicksal egal wäre. Wie ihr nun vielleicht schon gemerkt habt, habe ich noch kein Wort über die Superhelden-Ebene verloren. Das kommt daher, dass ich die Bindung zu den Figuren als Basis hervorheben wollte, damit klar wird, warum das Ganze so gut funktioniert.

Wohlfühlfilme und das Prädikat „für die ganze Familie“ sind normal nicht meine Filme, doch Shazam ist eine echte Ausnahme. Das Testen der Kräfte hat mich dann sogar in angenehm nostalgischer Weise, an den ersten Spider-Man von Sam Raimi erinnert (plus Zeitgeist und Trending im Internet versteht sich). Der Bösewicht selbst ist eine Art Spiegel für Billy, sozusagen eine verbitterte ältere Version von ihm, was aus ihm werden hätte können/werden könnte, wenn er nie seinen Platz findet und Menschen, die er liebt.

Und die „Todsünden“ sind einfach hässliche Monster, die Menschen fressen oder diese auseinander nehmen. Hätte man da nicht ein paar mal in den richtigen Momenten den Blickwinkel geändert, wäre leicht ein richtig brutales Erlebnis daraus geworden, ähnlich wie dies bei „Venom“ ein Leichtes gewesen wäre. Das „Prügeln“ der Superwesen wirkt dann frisch und nicht wie etwa „Man of Steel“ nachgemacht, weil Billy eigentlich ständig auf der Flucht ist und ja gar nicht kämpfen will.

Ist es dann soweit dass er zu seiner Bestimmung steht, setzt die Sache erneut auf Teamwork und Familie, was einfach eine wunderschöne Botschaft ist. Ja, man muss einige Kämpfe im Leben alleine austragen, doch man darf auch nie zu stolz dafür sein, Hilfe von Menschen die einen lieben anzunehmen. Natürlich kennen die sich im Film erst eine Stunde, doch genau das ist ja die Kunst der Inszenierung, dass man die Bindung spürt und die wachsende Sympathie sichtbar wird.

Zachary Levi (Office Upsrising) ist die perfekte Besetzung für Shazam. Diese infantile Freude, der Spieltrieb, die Entdeckungslust, was er sagt und wie er es tut, in beinahe jeder Einstellung ist klar, dass hier ein Kind im Körper eines Erwachsenen steckt. In Jack Dylan Grazer (Es) als Freddy hat er einen genialen Bruder aka Partner, der das mangelnde Wissen von Billy über Superhelden ausgleicht und somit zum unentbehrlichen Sidekick wird. Sympathisch ist seine direkte Art obendrein auch noch.

Asher Angel (Andi Mack) als „normaler“ Billy bringt die verlorene, menschliche Seite ins Spiel, hier genießt er es wohl er selbst zu sein, Shazam ist anfangs eine Flucht vor der Realität, dann wird er eher zum Weg damit umgehen zu können. Von seinen Geschwistern hat jeder seine Momente, vor allem Grace Fulton (Fall) – hat Regisseur Sandberg von Annabelle 2 mitgebracht – als Mary mochte ich, die versprüht einfach diese Wärme und Beschützerinstinkt auf ihre Geschwister bezogen. Mark Strong (6 Days) muss sich nicht anstrengen, hat aber sichtlich Freude als wütender und überheblicher Bösewicht.

Insgesamt daher eine Comic-Verfilmung, die mehr als die meisten Kollegen, schon rein von den Charakteren (bis zu den Nebenfiguren hin) sehr gut lebt. Der Humor wirkt ehrlich, die Action macht Spaß und die Effekte sind stimmig und optisch ansprechend. Shazam selbst ist für mich (als Comic-Leser) als Held immer ziemlich uninteressant gewesen, doch als Team-Player, ist er für mich nun ganz oben mit dabei. Der zweite Teil ist auf Grund des Erfolges bereits beschlossen und ich freue mich darauf.

„Shazam“ bekommt von mir 8,5/10 trotz unglaublicher Kraft auf charmante Weise und nicht durch Magie alleine gewinnende Empfehlungspunkte.

The post Shazam (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2019/04/20/shazam-filmkritik/feed/ 0
Aquaman (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2019/01/12/aquaman-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2019/01/12/aquaman-filmkritik/#respond Sat, 12 Jan 2019 07:00:55 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=30843 Arthur (Jason Momoa) ist das Ergebnis einer verbotenen Liebe. Sein Vater (Temuera Morrison) ist ein Mensch und arbeitet in einem Leuchtturm, seine Mutter Atlanna (Nicole Kidman) stammt aus der versunkenen Stadt Atlantis. Sie ist Königin und bereits einem anderen versprochen. … Weiterlesen

The post Aquaman (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
Arthur (Jason Momoa) ist das Ergebnis einer verbotenen Liebe. Sein Vater (Temuera Morrison) ist ein Mensch und arbeitet in einem Leuchtturm, seine Mutter Atlanna (Nicole Kidman) stammt aus der versunkenen Stadt Atlantis. Sie ist Königin und bereits einem anderen versprochen. Als sie aufgespürt wird, verlässt sie ihre Familie zur Sicherheit ihres Kindes und Arthur muss ohne Mutter aufwachsen.

Jahre später – Arthur ist mittlerweile erwachsen und setzt seine atlantischen Kräfte für das Gute ein – wird er von Prinzessin Mera (Amber Heard) aufgesucht. Sie bittet ihn, seinen rechtmäßigen Platz als König von Atlantis einzunehmen, denn sonst werde sein Halbbruder Orm (Patrick Wilson) einen Krieg gegen all die Menschen der Erde beginnen, die sein Königreich verschmutzen und mit ihren kriegerischen Handlungen gefährden…

Denkt man an den originalen Arthur Curry aus den Comics – ein blonder, langweiliger weißer Schönling – der mit zu den Helden gehört, die am meisten parodiert wurden, kann man sich kaum vorstellen, wie es zu dieser Filmversion gekommen ist. Nie hätte ich als junger Comicfan daran gedacht, mir ein Aquaman Heft zu kaufen. Dank Zack Snyders Vision, der uns erstmals in Batman V Superman einen Blick auf Jason Momoas Version des Halb-Atlantiers gegeben hat und der bereits für die amüsantesten Momente in Justice League gesorgt hat, ist Arthur nun plötzlich ein cooler Charakter.

Und das kommt auch an und funktioniert ebenso finanziell, denn Aquaman ist bereits der erfolgreichste Film des oft mit Problemen konfrontierten DCEU. Dabei ist dieses Abenteuer ein klares Trip-Erlebnis, auf das man sich entweder einlässt, oder hier die geballte Ladung an Farben und Fantasie, einfach nur furchtbar lächerlich findet. Für mich hat dies hier großartig funktioniert. Wie ich bereits bei Suicide Squad erwähnt habe, macht DC für mich keine Comicverfilmungen, sondern Comicfilme.

Es gibt hier dann auch gleich dutzende Momente, in denen ich mich wie ein Kind gefühlt habe und förmlich sehen konnte, wie die Bilder direkt aus dem Comic hüpfen (wie etwa die Schlacht am Ende). Dann wiederum gibt es Actionszenen, die rein aus filmischer Sicht atemberaubend sind. Ich denke da konkret an die Verfolgungsjagd über die Dächer (ich glaube das war in Italien). Und dann werden auch Comic- und Filmaction kombiniert. Vielleicht sieht da nicht jeder einen Unterschied, er muss auch nicht zwingend da sein nur weil ich ihn erkenne, doch ich sehe ihn und finde diesen Mix extrem gelungen.

Die Action ist somit optisch beeindruckend und unterhaltsam. Der Humor geht großteils von Arthur selbst aus und der ist einfach ein großes Kind, der es gewohnt ist, zuerst zu zu schlagen. Danach werden manchmal nicht mal Fragen gestellt. Einfach zu hauen und ein Bier trinken gehen. Hat doch bis jetzt gut funktioniert, wieso sollte man da was ändern? Er kommentiert das Geschehen mit seinen teils infantilen Sprüchen und so hat man ihn auch ohne ihn aus seinen vorherigen Auftritten zu kennen, sofort ins Herz geschlossen.

Die Welt von Atlantis und all ihre Kostüme und Kreaturen, das hat etwas frisches, unverbrauchtes an sich. Ja, im Vergleich zu Fox und ihren schwarz gekleideten X-Men (ohne Original-Kostüme), wirkt dies wie ein Faschingsball, irgendwo zwischen Barbarella und Star Wars angesiedelt. Doch stört das? Immerhin ist dies doch das totale Gegenkonzept zur Düster-Welt eines Batman. Man taucht hier wörtlich in eine andere Welt ein, die eigene Physik bei den Bewegungen und der Klang der Stimmen unter Wasser erzeugen ein ganz neues Gefühl für „sich im Element Wasser befindend“, das ich so noch nie gesehen habe.

Schauspielerisch lebt der Film klar von Jason Momoa (Braven) und das klappt hervorragend. Die Grenzen zwischen Jason und Arthur verschwimmen (sorry, letzter Wasser-Metapher für heute), für mich ist er einfach Aquaman, ohne es spielen zu müssen. Amber Heard sehe ich eigentlich nicht so gerne doch erstmals seit Drive Angry, finde ich sie hier wieder richtig gut. Nein, das reduziere ich nicht auf die Optik, am Besten an ihr hat mir die Mimik gefallen und die Beziehung zu Arthur, die sich lange (trotz offensichtlicher Love-Story) wie eine Bro-Mance zwischen zwei Kumpeln anfühlt.

Regisseur James Wan (Fast and Furious 7) weiß klar was Patrick Wilson kann, weshalb er nach Insidious und den Conjuring Teilen, nun wieder auf ihn setzt, nun jedoch in einer negativen Rolle und zwar als der machtgeile Halbbruder von Arthur. Das macht er eiskalt, mit diesem verbissenen Gesichtsausdruck und einer gefährlichen Ideologie der überlegenen Rasse ausgestattet. In Nebenrollen überzeugen Willem Dafoe (What Happened to Monday?) als weiser Berater, Nicole Kidman (Big Little Lies) als liebende Herrscherin und Dolph Lundgren (War Pigs) als kämpferischer König.

Innerhalb des ganzen Abenteuers, dass man zum bestmöglichen Genuss sicherlich nicht ernst nehmen sollte, sind dann sogar doch auch noch ernste Botschaften „versteckt“. Einerseits wird nebenbei die Umweltverschmutzung angesprochen, ganz ohne Zeigefinger, indirekt und sogar so, dass ich dabei grinsen musste. Andererseits ist das Thema Rassismus ein Großes. Andere in Gruppen je nach Rasse einteilen und sich ihnen überlegen fühlen und einen „Mischling“ als schwach/unrein statt als Möglichkeit zur Stärke und Option für Neues anzusehen, das tun wir Menschen sowieso viel zu oft.

Insgesamt daher ein Film, bei dem ich bestens unterhalten wurde und zwei Stunden die Welt da draußen völlig vergessen habe. Darum gehe ich persönlich ins Kino. Schön, dass das DCEU nun endlich auf festeren Beinen steht und vielleicht trauen sich die Macher nun endlich wieder mehr und versuchen nicht krampfhaft, entweder als Gegenpol zum MCU extrem düster zu sein, oder den Humor einfach zu kopieren. Neben Venom ( bei Deadpool 2 wusste ich, dass er mir gefallen würde) für mich einer der erfreulichsten Überraschungen der Comic-Verfilmungen des Jahres 2018.

„Aquaman“ bekommt von mir 8,5/10 die Gefahr abzusaufen ständig gekonnt vermeidende Empfehlungspunkte.

[amazon template=multinational&asin=B07KZHBP78,B07KZKCXTH,B07M6LBGNJ]

The post Aquaman (Filmkritik) first appeared on Darkagent.]]>
http://darkagent.blogsit.net/2019/01/12/aquaman-filmkritik/feed/ 0