P6,5 | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Fri, 13 Feb 2026 10:18:24 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.7 The Rip (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/02/17/the-rip-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/02/17/the-rip-filmkritik/#respond Tue, 17 Feb 2026 05:00:51 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38499 Captain Jackie Velez vom Miami-Dade Police Department wird ermordet und sofort machen Gerüchte über korrupte Cops die Runde und ihr gesamtes Team wird verdächtigt. Der nun aufgestiegene Anführer des Tactical Narcotics Teams (TNT), Lieutenant Dane Dumars (Matt Damon), bekommt gleichzeitig … Weiterlesen

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Captain Jackie Velez vom Miami-Dade Police Department wird ermordet und sofort machen Gerüchte über korrupte Cops die Runde und ihr gesamtes Team wird verdächtigt. Der nun aufgestiegene Anführer des Tactical Narcotics Teams (TNT), Lieutenant Dane Dumars (Matt Damon), bekommt gleichzeitig einen Tip mit einer Adresse für ein Haus, in dem illegales Geld versteckt sein soll.

Er bricht gemeinsam mit Detective Sergeant J.D. Byrne (Ben Affleck) und den restlichen drei Teammitgliedern sofort zu dem Haus auf, dass von Desi Molina (Sasha Calle) bewohnt wird. Als sie die gewaltige Summe von über 20 Millionen Dollar Drogengeld entdecken, hält sich Dumars nicht ans Protokoll und leitet dies nicht an die Dienststelle weiter, sondern er konfisziert die Handys seiner Leute und will die Sache mit und innerhalb seines Teams klären…

Stretch, Boss Level und Copshop, Regisseur und Drehbuchautor Joe Carnahan hat in den letzten Jahren immer wieder Thriller abgeliefert, die coole Action-Momente beinhalten und in Summe einfach Spaß machen. Seit Jänner 2026 läuft nun sein aktueller Film auf Netflix und für die beiden Hauptrollen, konnte er Matt Damon und Ben Affleck verpflichten können. Mit Damon gibt es auch ein aktuelles Interview, über das ich kurz ein paar Worte verlieren möchte.

Er spricht über das Thema, dass moderne Filme immer dümmer werden. Das zeigt sich darin, dass z.b. Auflösungen nach einem Twist nicht nur gezeigt, sondern auch erklärt werden. Das wiederum ist scheinbar nötig, weil immer mehr Menschen in abgelenkter Form Filme konsumieren, also etwa gleichzeitig mit dem Handy spielen. Deshalb sind doppelte Auflösungen laut Produzenten nötig geworden. Ich persönlich finde das schade, aber wenn man den Grund dafür hört, dann haben wir als Fans des Medium Film, diese Entwicklung wohl verdient.

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Erlebnis und im Vergleich zu meinen drei oben genannten Lieblingsfilmen von Carnahan, kommt dieser Rip völlig ohne Humor aus. Die Atmosphäre ist düster und angespannt, innerhalb des Teams kommt es zu Meinungsverschiedenheiten und das Vertrauen in die Kollegen leidet extrem. Als Zuseher ist man eigentlich durchgehend am Spekulieren, ob es gleich mehrere Verräter gibt, die das Geld über das Gewissen/den Job stellen.

Wer hier ein schmutziger Cop ist, wer für den Mord an ihrer Chefin verantwortlich ist, einfach wem man hier trauen kann, das – unterstützt von den engagierten Performances – macht den Reiz der ganzen Sache aus. Wenn man die Auflösung dann kennt, ist das im Rückblick kein Film, der bei einer Zweitsichtung noch spannend wäre bzw. bin ich einer, der sich oft nicht ganze Filme, sondern Lieblings-Szenen, immer wieder ansieht. Solche gibt es hier nicht.

Die Schießereien sind intensiv (und verwackelt), die Verfolgungsjagden kurz und knackig gehalten, Highlights sind keine dabei. Matt Damon (Jason Bourne) als Dumars und Ben Affleck (Hypnotic) als Byrne kennt man ihre Freundschaft im echten Leben an, ihre Figuren haben eine gewisse Vertrautheit und ihre Streitigkeiten wirken wie die zwischen Brüdern. Dennoch haben die zwei die intensivsten Momente. Der Lichtblick in all der Abgebrühtheit, ist dann aber Sasha Calle.

Sie habe ich als (verschenktes) Supergirl in The Flash kennengelernt und ihre Desi ist aufgeweckt, nicht auf den Mund gefallen und hat das Herz am rechten Fleck. Ebenfalls interessant war es für mich als Freund von Scott Adkins (Prisoner of War), ihn hier (als FBI Bruder von Afflecks Charakter) in einer Rolle zu sehen, die null Kämpfe beinhaltet. In Summe machen hier alle Darsteller einen guten Job, vor allem die Ladys sind auf natürliche Weise einfach lässig.

Was heißt das nun für den Film als Ganzes? Auf Carnahan bezogen nicht schlecht, aber nicht bei meinen Lieblingen dabei. Auf Netflix bezogen sicherlich einer der besseren Thriller, egal ob nun auf die Machart als auch auf Handlung und Schauspiel bezogen. Das Ende überrascht dabei kaum (außer vielleicht man hat zwischendurch aufs Handy geschaut), aber es ist sehr befriedigend und es gibt einen sehr schönen Moment zwischen – kleiner Spoiler – Desi und Dumars.

„The Rip“ bekommt von mir 6,5/10 den Verlockungen durch das liebe Geld, konstant widerstehende Empfehlungspunkte.

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Stranger Things – Staffel 5 (Serienkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/01/08/stranger-things-staffel-5-serienkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/01/08/stranger-things-staffel-5-serienkritik/#respond Thu, 08 Jan 2026 05:00:14 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38392 18 Monate ist es her, dass sich die Erde geöffnet hat und die Welt Risse bekam. In der Zwischenzeit wurden diese Risse in der Erde mit Metallplatten zugetuckert. Unsere Heldinnen und Helden leben in Hawkins, welches durch Militärblockaden von der … Weiterlesen

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18 Monate ist es her, dass sich die Erde geöffnet hat und die Welt Risse bekam. In der Zwischenzeit wurden diese Risse in der Erde mit Metallplatten zugetuckert. Unsere Heldinnen und Helden leben in Hawkins, welches durch Militärblockaden von der Außenwelt abgetrennt wurde, ihr fast normales Leben.

Und wann immer eine Lieferung an Material ins „Upside-Down“ gehen soll, dann wird ein Crawl durchgeführt, was bedeutet, dass sich Hopper (David Harbour), der ja wieder da ist, einschleicht und das in Quadranten unterteilte „Upside Down“ nach Vecna durchsucht, denn der ist auch verschwunden.

Dann wird plötzlich Holly Wheeler entführt und es sieht so aus, als ob die Demogorgans Kinder entführen. Vecna scheint sein Endgame zu planen, aber niemand weiß genau, wie dieses aussehen soll. Und wo ist er überhaupt?

Die finale Staffel von „Stranger Things“ wurde ja heiß herbeigesehnt und über drei Jahre mussten Fans auf den Abschluss der Serie warten. Ein Warten welches sich, das vorab, nur bedingt gelohnt hat. Denn irgendwie scheinen es die Drehbuchautoren im Jahr 2025 nicht auf die Reihe zu bekommen ihre Geschichten zu einem befriedigenden, fehlerlosen Ende zu bringen. Scheint eine wirklich schwere Sache zu sein. Find ich spannend, denn in meiner Welt schreibt man Dinge in die Drehbüchber bei denen man weiß, warum sie passieren, wie sie passieren und auch was diese für Auswirkungen haben. Aber das liegt vielleicht an mir und meiner viel zu hohen Erwartungshaltung, dass Menschen, die Geschichten schreiben, sich auch was denken dabei.

Das klingt jetzt vielleicht hart, aber ehrlich: Das hier hätte so viel besser sein können. Zugegeben: Es hätte auch viel schlimmer sein könne. Wenn ich die Serie bzw. das Finale in einem Satz bewerten müsste, dann würde ich sagen: „War schon okay.“

Das Potential für richtig Großes oder ein episches Finale … nun, das wurde halt nicht genutzt. Und die Art und Weise wie Netflix die Veröffentlichung gestaffelt hatten, die hat sicher ihren Teil zur Erwartungshaltung beigetragen. Zuerst ein paar Folgen, dann vor Weihnachten ein paar Folgen und dann die allerletzte Folge nach Silvester. Da baut sich schon Erwartung auf, was passieren wird im Finale. Nun, so stellt sich heraus, wissen wir: Nicht viel. Wirklich nicht viel. Und episch ist es nur, wenn man riesengroße Monster per se als episch empfindet.

Man merkt, ich bin unterwältigt, auch wenn ich über weite Strecken gut unterhalten wurde, das muss ich schon zugeben. Es ist halt schade, wenn so viel mögliches Potential liegengelassen wird und so viele Momente, die gut hätten sein können, einfach zu kitschig oder zu belanglos oder sogar zu verwirrend vorbeigehen. Und wie oft hier Dinge einfach zufällig passieren oder gelöst werden – sogar Gustav Gans, der ja bekanntlich immer Glück hat, würde skeptisch werden.

Also, was sind jetzt die Dinge, die mir nicht gefallen haben. Ich nehme ein paar Beispiele, deshalb folgen Spoiler. Nehmen wir eine Szene in der Nancy und wie auch immer ihr Partner heißt – der ist über die letzten zwei Staffeln so irrelevant geworden, dass ich nicht mal mehr seinen Namen weiß – in einer Situation sind, die vermutlich mit dem Tod endet. Dann folgt eine emotionale Szene in welcher sich die beiden freundschaftlich trennen. Ihr wird ein „Anti-Verlobungs-Ring“ überreicht und sind sie sind im guten auseinander gegangen. Und dann hört die Bedrohung auf. Einfach so. Sie werden nicht gerettet oder so, sie haben einfach Glück. Völlig daneben. Die Szene selbst war auch schräg und unpassend, wie ich finde, aber das nur am Rande.

Aber das ist symptomatsich für die Staffel. Es gibt ein paar emotionale Szenen zwischen den Akteur:innen und irgendwie wären die Konflikte und die Emotionen ja da, aber es wird einfach so … banal abgehandelt, dass quasi nichts bei mir ausgelöst wurde. Außerdem ein paar Mal innerlich zusammenzucken, weil es so peinlich war. Als weiteres Beispiel eine Szene in der mehrere Charaktere von Demo-Dogs gejagt werden, während sie laut(!) Kate Bush über eine Boombox abspielen (fragt nicht) und die Dinger suchen in Zeitlupe den gesamten Raum ab. Als ob man nicht hören würde, woher die Musik kommt. Es ist einfach so viel derart konstruiert auf Spannung gebürstet, dass es schon nicht mehr spannend ist.

Das für mich größte Manko sind jedoch die ellenlange Dialoge über „Theorien“. Wie oft hier jemand Theorien durch die Gegend posaunt um von jemand anderen gesagt zu bekommen wie unwahrscheinlich das ist, nur um mit einem „aber versuchen wir es“ zu enden – das hält man kaum mehr aus. Wie oft hier Dinge erklärt und konstruiert werden, damit auch nur irgendwas Sinn ergibt … es ist einfach mühsam, wie ich finde.

Und das Ende – oh Himmel – das Ende. Der Kampf gegen den Mind Flayer ist einfach nur schlimm, weil peinlich. Und das Ende von Vecna ist … nun, ich sage mal so: Das Wort antiklimatisch wurde hierfür erfunden. Das war also das große Finale, welches man sich für nach Silvester aufgespart hat. Na dann … sechzig Minuten, dann ist es vorbei. Dann kommt ein Epilog (etwa nochmals sechzig Minuten) in denen wir erfahren, was mit allen nach dem Ende passiert ist. Und das war einerseits cool (die Rede von Dustin) und andererseits zäh (die Erzählung von Mike) und außerdem bar jedweder Logik. Da wird niemand für irgendwas zur Rechenschaft gezogen. Hopper ist wieder Polizist. Wie das denn? Der Typ hat Dutzende Soldaten erschossen? Die große Böse in dieser Staffel namesn Dr. Kay (Linda Hamilton) bekommt nicht mal ein Ende. Der Storystrang mit dem Militär? Ist halt weg, pft.

Nein, nein und nochmals Nein. Das hat einfach nicht gepasst.

Andererseits gibt es viele Charaktermomente in der Staffel, die gut waren, die mich mitgenommen haben, Szenen, die Spaß gemacht haben und Momente, bei denen man das Gefühl hatte, dass wirklich was passiert. Aber jede dieser Szenen wurde dann torpediert von einer der folgenden Szenen, bei den ich mir unweigerlich den Kopf kratzen und mich fragen musste, was das denn jetzt war.

Und der große Elefant im Raum: Will hat sein Outing als homosexuell. Ja, eh. War eh klar. Stört mich jetzt auch nicht groß, aber Himmel – auch das wurde in den Sand gesetzt. Da hat wohl jemand zu oft „Herr der Ringe“ geguckt, denn die Szene endet wie das Treffen von Elronds Rat in welchem Frodo der Ring übertragen wird. „You have me“, „and me“, „and me.“ Ich habe nur darauf gewartet, dass jemand sagt: „One does not simply enter the upside down and destroys Vecna“ oder so. Hätte gepasst. Wäre lustig gewesen. Hätte die Szene sogar aufgewertet.

Also unterm Strich: Ja, es ist das Ende. Ja, es ist gut, dass es das Ende ist. Und ja, es gab ein paar Highlights, aber für mich überwiegen leider die Lowlights. Es ist keine Katastrophe geworden, es ist sogar streckenweise wirklich cool gemacht – vor allem in Folge 4 als die Militärbasis überfallen wird, aber in Summe eher „Meh“ als „Yeah“.

„Stranger Things – Staffel 5“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, leider hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibende, Punkte.

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Him – Der Größte aller Zeiten (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/10/30/him-der-groesste-aller-zeiten-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/10/30/him-der-groesste-aller-zeiten-filmkritik/#respond Thu, 30 Oct 2025 05:00:16 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38115 Schon als er ein kleiner Junge war, hatte Cam (Tyriq Withers) nur einen Traum. Er will wie sein großes Vorbild Isaiah (Marlon Wayans), einmal the GOAT (Greatest of all time) innerhalb des Football-Sports werden. Jahre später ist er ein Star, … Weiterlesen

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Schon als er ein kleiner Junge war, hatte Cam (Tyriq Withers) nur einen Traum. Er will wie sein großes Vorbild Isaiah (Marlon Wayans), einmal the GOAT (Greatest of all time) innerhalb des Football-Sports werden. Jahre später ist er ein Star, der kurz vor seinem großen Durchbruch steht.

Als er von Isaiah – von dem gemunkelt wird, dass er kurz vor dem Ende seiner Karriere steht – für eine Woche auf sein abgelegenes Anwesen in der Wüste eingeladen wird, damit dieser herausfinden kann, ob er ein würdiger Nachfolger ist, sieht Cam in seiner Zusage, die Chance seines Lebens…

Abgesehen von „Kicks“ aus dem Jahr 2016, ist Regisseur Justin Tipping vor allem mit dem Inszenieren von Serien und Kurzfilmen beschäftigt. Nun meldet er sich mit einem „Sport-Horrorfilm“ zurück – ja, ihr seid nicht alleine, auch mir fällt so schnell kein Vertreter dieses Subgenres ein – den Kritiker nicht so prickelnd fanden und der bei Kosten von 27 Millionen, nur 26 Millionen Dollar eingespielt hat. Ab jetzt folgen Spoiler.

Him, der passend zuvor den Arbeitstitel GOAT hatte, ist plakativ und sehr „in your face“ mit seinen Handlungssträngen, genau wie Sport oft auch für die Massen inszeniert wird. In diesem Fall geht es um Football, doch als Europäer kann man das ganz leicht auf Fußball ummünzen. Dabei werden sämtliche Themen abgehandelt, die der Sport von dir abverlangt. Was bin ich bereit für meinen Erfolg zu verkaufen (aka meine Seele), was bin ich willig zu opfern? Wie sehr stören dich Einsamkeit und wie sehr spürst du den Erfolgsdruck?

Badest du in der Anerkennung der Fans und bereitet es dir Freude, deine Hater zum Schweigen zu bringen? Ist der Optimierungsfluch, für dich vielleicht sogar ein Segen? Mit diesen und noch mehr Gedanken im Kopf baut sich der Film langsam auf und streut dabei immer wieder Details ein, die unheilvoll auf ein schlechtes, explosives und vor allem blutiges Ende hindeuten. Dabei kommen immer wieder Body Horror Motive zum Einsatz – immerhin muss man den Zuchtbullen ja in Stand halten – und auch religiöse „unser Retter“ Motive kommen zum Einsatz.

Natürlich kann man erraten, wer im Hintergrund die Fäden zieht, denn wer fördert deinen menschlichen Verfall und steigert gleichzeitig deinen riesigen Erfolg als Superstar in der Welt? Richtig, das ist der Teufel und danach lässt er dich fallen. Beim blutigen Over the Top Finale werden dabei nur die menschlichen Hintermänner gezeigt, es könnte auch „nur“ ein Dämon hinter dem allem stecken, aber die von mir angesprochene Richtung stimmt auf jeden Fall.

Bis dahin ist der Film vor allem auch optisch extrem gelungen. Die Spielereien mit den Farben, die „dämonischen“ Filter, das Hineinzoomen in den Körper, das alles erzeugt ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Genau wie wenn die Hauptfigur von den sexy Ladys zum Feiern eingeladen wird, du weißt genau, dass du da jetzt nicht mit hinein gehen solltest und dennoch tust du es. Genau so fühlt man sich nach einiger Zeit als Zuschauer.

Tyriq Withers, den ich schon im heurigen I Know What You Did Last Summer Sequel wegen seinem Spiel als die beste männliche Figur bezeichnen würde, gibt als Cam zwar vor allem körperlich alles, aber auch seine Gefühlswelt ist eine emotionale Tour de Force, die man zu jeder Zeit von seinem Gesicht ablesen kann. Marlon Wayans (G.I.Joe) Isaiah als Trainer hat mich dafür überrascht, denn ich kenne ihn nur aus Komödien und sein Anführer hier ist manisch, manipulativ und durchgehend einschüchternd.

Liegen die Kritiker also falsch? Nun nicht im Sinne, dass dies ein guter Film wäre, aber er ist optisch bestechend, atmosphärisch einnehmend, stark gespielt und unterhaltsam. Er bleibt innerhalb dieser lobenswerten Tatsachen dennoch von der Story und der Zusammenführung der Elemente (auch der Realismus-Anspruch kommt und geht) ein Guilty Pleasure Film und vor allem wenn man einen gewissen Aufbau schätzt und eine Hauptfigur, mit der man mitfühlen/leiden kann, dann sollte man seine Tage als Sportmuffel, durchaus hinter sich lassen.

„Him“ bekommt von mir 6,5/10 das Beste aus sich rauszuholen, mit dunkelstem Egoismus verwechselnde Empfehlungspunkte.

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Wolf Hollow (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/09/11/wolf-hollow-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/09/11/wolf-hollow-filmkritik/#respond Thu, 11 Sep 2025 05:00:14 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38001 Alex (Christina Krakowski) und ihre „Freunde“ wollen einen Film drehen. Dazu bringt Ray (Noah J. Welter) sie zurück in seine Heimatstadt, weil seinem Bruder dort Land gehört und dieser das Geld vom Dreh gut brauchen kann. Leider bringt das alte … Weiterlesen

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Alex (Christina Krakowski) und ihre „Freunde“ wollen einen Film drehen. Dazu bringt Ray (Noah J. Welter) sie zurück in seine Heimatstadt, weil seinem Bruder dort Land gehört und dieser das Geld vom Dreh gut brauchen kann. Leider bringt das alte Themen auf den Tisch, denn Ray hat seine Familie damals verlassen und die hat das nicht gut weggesteckt.

Dazu kommt, dass überlegt wird – von Seiten der Stadt – das Gebiet mehr oder weniger gegen den Willen der Familie zu verkaufen, weil eben Geldschulden vorliegen, und außerdem ist dort etwas Schreckliches passiert.

Es kommt wie es kommen muss: Die Spannungen werden zu viel, jemand biegt im Kopf falsch ab und dann gibt es Tote. Es gibt nur noch ein Ziel: Entkommen. Was die Spannungen im Drehteam jetzt auch nicht zwingend weniger macht, denn da herrscht von Anfang an schon ein Machtkampf zwischen Produzentin und Regie …

„Wolf Hollow“ ist ein kleiner, gemeiner Film, der mit einem größeren Budget richtig, richtig gut hätte werden können. Bitte nicht falsch verstehen: Ich fand ihn auch so sehr unterhaltsam mit ein paar coolen Ideen, aber man merkt halt dennoch, dass von Seiten Produktionsteam Abstriche gemacht werden mussten. Ob die ins Gewicht fallen muss wohl jede:r für sich entscheiden – für mich waren es Kleinigkeiten.

Was mir grundsätzlich mal gut gefallen hat waren die Ideen im Drehbuch. Man beachte die Formulierung: Nicht das Drehbuch, sondern die Ideen im Drehbuch, denn die Story fand ich innerhalb der Genre-Grenzen richtig nett. Das fängt schon an, als wir in der ersten Szene eine (vor Klischees triefende) Metal/Goth-Feier bei Lagerfeuer sehen, die dann in einem Massaker endet. Das Interessante: Einer der Tpyen (der „normalste“), der vorher Teil der Feier war, steht am Rand und sieht zu – eher gelangweilt – wie alle anderen abgeschlachtet werden. Wer ist das? Warum nimmt er das, was hier passiert so emotionslos zur Kenntnis? Guter Auftakt, würde ich mal sagen.

Leider wird dann aus der Sache nicht richtig viel gemacht bzw. doch ja, wird es, denn Ray – so der Name des Herren – ist der Grund, warum das Filmteam in die Wälder zurückkehrt. Schlechtes Gewissen, weil er seine (Werwolf-)Familie verlassen hat. Und so bringt er mehr oder weniger unabsichtlich neues Futter für die Bande. Auch hat er Angst, dass das „Tier“ in ihm ebenfalls erwachen könnte. Und – die Story hat Potential. Im Kopf. In der Ausgangslage. Aber spüren tut man null. Das liegt auch daran, dass Noah J. Welter – ich kann es nicht anders sagen: es leider nicht drauf hat. Jede Szene mit ihm hat fast körperlich wehgetan. Aus der Rolle hätte man viel machen können, aber da ist nichts. Das ist ein weinerlicher Junge, der gegen Ende dann Sachen sagen muss, wie „I will burn this place to the ground!“ und dabei mächtig wütend oder bedrohlich wirken sollte. Bei mir hat es ein Lachen ausgelöst, weil mein erster Gedanke war: „Ja. Genau. Du. Mhm.“

Da hilft auch das Skript nicht, denn das ist von vornherein sicher, dass Star und Heldin des Films nämlich Alex ist (ja, der Nachname Romero ist natürlich eine Verbeugung vor dem Meister). Und ja, Alex ist cool. Das passt. Die funktioniert als Final Girl auch für mich, aber wozu braucht es dann Ray? Hätte man zB die beiden Charaktere zu einem zusammengefasst, dann wäre das doch genauso gut gegangen und hätte sicher (auch schauspielerisch) besser funktioniert.

Die Effekte sind cool geworden und teilweise wirklich blutig – das Massaker am Anfang ist übrigens der schwächste Teil des Films. Danach wird so gut wie alles besser. Naja. Fast zumindest. Die Werwölfe sehen gut aus und erinnern positiv an „Dog Soldiers„, auch wenn man immer nur einen im Bild sieht (Budget, Budget) und die Zwischenstadien bei den Verwandlungen sind … nicht optimal gelungen (erneut: Budget, Budget).

Was dafür cool ist, sind ein paar Szenen, in denen man dann zum Beispiel merkt, wie die Polizei im dem Ort tickt. Oder wie eine Polizisten sich nicht so einfach von den Bestien überwältigen lässt (diese Figur hätte weit mehr Platz im Drehbuch gebraucht). Der wirkliche Joker ist jedoch Lucky Steve, gespielt von Brendon Krum. Diese Figur wirkt anfangs lächerlich, wird dann aber später der heimliche Star des Films. Nicht nur weil er die coolsten One-Liner hat, sondern auch, weil er der größte Badass ist und außerdem super spielt. Brendon Krum wirft sich mit vollem Elan in die Rolle. Und ja, seine Storyline ist … schräg und völlig überdrüber, aber irgendwie passt das und sowas hat der Film auch gebraucht.

Dafür, dass dieser Film über Crowdfunding finanziert wurde (man merkt auch an manchen technischen Dingen, wie Farbkorrektur und so weiter, dass hier nicht alles völlig glatt lief), ist er sehr gut geworden und liefert auch ab, was versprochen wurde. Wie gesagt: Mit Abstrichen.

Mark Canto hat hier die Regie geführt und auch das Drehbuch, basierend auf einer Idee/Geschichte von Brian Ceponis, geschrieben. Ja, man merkt dem Film an, dass der Mann hier sein Herzblut reingesteckt hat – bei allen Abstrichen, die er machen musste – so war der Film dennoch mit der richtigen Erwartungshaltung sehr unterhaltsam.

„Wolf Hollow“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, wie so oft am Budget und nicht am Herzblut mangelnde, Punkte.

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Troll (2022 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/08/28/troll-2022-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/08/28/troll-2022-filmkritik/#respond Thu, 28 Aug 2025 05:00:39 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37934 Ein Tunnel wird gebaut, es wird gesprengt und – dann passieren seltsame Dinge. So seltsam, dass man sich an die Forscherin Nora Tidemann (Ine Marie Wilmann) wendet, denn diese ist Expertin auch auf „seltsamen“ Themengebieten, war doch ihr Vater einer … Weiterlesen

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Ein Tunnel wird gebaut, es wird gesprengt und – dann passieren seltsame Dinge. So seltsam, dass man sich an die Forscherin Nora Tidemann (Ine Marie Wilmann) wendet, denn diese ist Expertin auch auf „seltsamen“ Themengebieten, war doch ihr Vater einer von denen, die immer behauptet haben, dass es Trolle geben würde und ihre Existenz auch fast beweisen konnte. Nur hat man ihn eben aus dem Verkehr gezogen und in ein Heim für psychisch kranke Menschen gesteckt.

Und nun soll Nora eben beratend zur Seite stehen, denn eine Welle von ungewöhnlichen „Naturkatastrophen“ erschüttert die Berge.

Und bereits am ersten Ort entdecken Nora und ihre Crew Fußabdrücke. Riesengroße Fußabdrücke. Aber Nora scheut sich vor dem, was das bedeuten könnte und entscheidet, sich an ihren Vater zu wenden. Immerhin ist dieser der Profi.

Es dauert aber nicht lange und dann sehen es alle: Ein riesengroßer, echter Troll …

Okay, ich gebe es zu: Ich haben mir „Troll“ angesehen, weil ich ihn mit „Troll Hunter“ verwechselt habe. Man verzeihe mir den Fehler, auch wenn es zwei grundlegend verschiedene Filme sind, wie ich mittlerweile weiß. Auch von der Machart her. Aber darum geht es jetzt nicht, jetzt geht es um „Troll“ und ob er gut ist.

Nun, das hängt in erster Linie wie immer von eurer Erwartungshaltung ab. Denn „Troll“ ist sozusagen die norwegische Antwort auf „Godzilla“ (in der Emmerich-Version) und auf diesem Film hier lastet mehr oder weniger die Tatsache, dass man sich auch um so etwas wie eine Legitimation bemühen muss bzw. sich darum bemüht, egal, ob sie wer braucht oder nicht, dass es Trolle gibt.

Nun, wie sich herausstellt, gab es Trolle schon immer und sie herrschten einst wie Könige. Und da heutzutage Monster keine Monster und rein böse sein dürfen, ist es so, dass der gute Troll der da durch die Gegend stapft und seine Schneise der Verwüstung zieht, eigentlich ein klares Ziel hat. Und das hat so seine Gründe in der – Überraschung! – Vergangenheit.

Der Vergleich mit Godzilla kommt nicht von irgendwo, sondern klar von der Struktur und Machart des Films als auch von Storyseite her. Alles was wir hier sehen ist eigentlich altbekannt. Forscherin. Politiker-Treffen. Großes Monster macht Krach-Bumm. Einer der Typen will es mit Raketen in die Luft jagen, andere finden das nicht so gut. Zuerst findet man nur die Rückstände und zerstörtes Eigentum dort wo der gute Troll war und dann auf einmal taucht er auf.

Wie so ein Riesending so lange – selbst in der Bergwelt von Norwegen – herumlaufen und nicht gesehen werden kann ist eine Frage, die im Film nicht gestellt wird und wenn man das mal außer Acht lässt, dann passt das alles erstaunlich gut zusammen und ist eigentlich auch wirklich, wirklich gut gemacht.

Schauspielerisch ist alles in Butter und die Figuren harmonieren gut miteinander – inklusive ein paar Seitenhiebe auf Rassismus im Militär, der hier ins Gegenteil verkehrt wird – und tatsächlich sind bis auf eine Figur alle eigentlich sympathisch. Aus meiner Sicht ist die Hackerin Sigrid, gespielt von Karoline Viktoria Sletteng Garvang, allerdings die mit Abstand beste Figur. Kann auch daran liegen, dass ich mich in diese Frau auf Anhieb verknallt hätte, wenn es sie im echten Leben geben würde. Das fängt schon bei der Begrüßung mit ihrem Kollegen Andreas, gespielt von Kim Falck, an – die beiden grüßen sich mit dem Spock-Gruß aus Star Trek. Nerdig. Und großartig – jede einzelne Szene mit ihr.

Auch Falcks Figur ist witzig und cool – der typische Nerd, der in diesem Fall sogar der Berater der Regierung ist, aber eigentlich will er schriftstellerisch tätig sein und erzählt mehreren Personen im Film seine Idee für ein Buch. Und seine Begeisterung ist spürbar. Ich würd’s übrigens lesen. Weil es so schön irre klingt. Aber das nur am Rande.

Jedenfalls macht der Film Laune und Spaß. Das Ende soll wohl melancholisch sein und ist es irgendwie auch, aber so richtig emotional getroffen hat es mich nicht. Und ja, hin und wieder wirkt das Ganze wie ein Trashfilm-Projekt von der Kamera her (siehe Bild im Beitrag oben) und ich musste kurz an „The Asylum“s „Bigfoot“ denken, aber das ist eine Ausnahme – üblicherweise scheut man sich nicht die Effektkreatur zu zeigen und sie sieht sogar gut aus.

Alles in allem erfindet „Troll“ das Rad nicht neu und wenn man ganz ehrlich ist, so werden wirklich zu 100% bekannte Filmmuster inklusive gesamter Szenen kopiert, aber das Drehbuch ist frech genug und die Charaktere liebenswürdig genug, dass man dran bleibt. Und die paar Dinge, die „Troll“ aufgrund seines Monsters anders macht sind anders genug um auf ihre eigene Art beeindruckend oder zumindest unterhaltsam zu sein (ich denke an die Szene des „Aufwachens“ des Trolls – das sieht richtig cool aus).

Der Film war übrigens erfolgreich genug, dass ein zweiter Teil produziert wurde, der heuer auf die Welt losgelassen wird.

Ich bin es Roar Uthaug vergönnt, dass er hier einen Treffer gelandet hat, denn immerhin hat der gute Mann (Regie) auch „Hellfjord“ gemacht. Leider auch den – meiner Ansicht nach – Reinfall namens „Tomb Raider 2018“ (für mich ein Beispiel, welches zeigt, dass gut kopieren nicht immer erfolgreich ist).

„Troll“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, nichts neu machend, aber kreativ kopierende, Punkte.

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Eenie Meanie (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/08/26/eenie-meanie-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/08/26/eenie-meanie-filmkritik/#respond Tue, 26 Aug 2025 05:00:06 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37985 Edie (Samara Weaving) hatte als Kind nach dem Tod ihrer Mutter zahlreiche unterschiedliche Pflegeeltern. Als Flucht-Fahrerin für diverse Überfälle unter anderem für Gangsterboss Nico (Andy Garcia), hat sie sich im weitern Verlauf auch auf der falschen Seite des Gesetzes, einen … Weiterlesen

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Edie (Samara Weaving) hatte als Kind nach dem Tod ihrer Mutter zahlreiche unterschiedliche Pflegeeltern. Als Flucht-Fahrerin für diverse Überfälle unter anderem für Gangsterboss Nico (Andy Garcia), hat sie sich im weitern Verlauf auch auf der falschen Seite des Gesetzes, einen Namen gemacht.

Dieses Leben hat sie nun aber schon eine Zeit lang hinter sich gelassen. Zumindest bis sie aus aktuellem Anlass, wieder Kontakt zu ihrer Jugendliebe John (Karl Glusman) aufnimmt, denn schon beim ersten Treffen kommen Waffen zum Einsatz, es sterben Menschen und Edie ist wieder mitten drin in dem Schlamassel, aus dem sie eigentlich fliehen wollte…

Regie bei diesem seit Ende August auf Disney+ als Stream verfügbaren Film, führte hier erstmals (Serien)-Drehbuchautor Shawn Simmons (Wayne) und natürlich stammt auch die Story von ihm. Vom Mix her handelt es sich um ein Gangster-Heist-Roadmovie, dass am Leben gehalten wird von einer toxischen (ich mag den Ausdruck nicht, aber er passt hier wirklich gut) Beziehung und dem Wunsch, aus der Gewaltspirale auszusteigen und ein normales Leben zu führen.

Auf den Film aufmerksam geworden, bin ich durch die Hauptdarstellerin, denn ein wenig Samara Weaving (Borderline), geht einfach immer. Um gleich bei ihr zu bleiben: das ist der bisher unblutigste Film, den ich bis jetzt von ihr gesehen habe (keine Sorge, natürlich gibt es hier auch Blut und nicht jeder erlebt das Ende des Filmes). Ihre Edie ist dabei einfach – wie ein Freund von mir sagen würde – eine richtig coole Socke, genau wie ich Weaving selbst auch einschätze.

Was mich zur zentralen Beziehung führt und den Reiz dahinter, der der wahre Kern des Filmes ist (nicht die Gangster-Story) und den ich durchaus nachvollziehen kann. Wenn dich dein Partner immer in eine Richtung bringt, wo dein Leben chaotisch und sogar lebensgefährlich wird, es aber keinen Menschen auf der Welt gibt, der dich so liebt wie er/sie und du dich in deinem Leben nie so lebendig fühlst, wie an seiner/ihrer Seite, was tust du dann?

Beendest du rein aus nüchterner Denkweise heraus diese Liebe, klappt das auf Dauer und geht das überhaupt? Wie es im Film dann gelöst wird kann man durchaus als Metapher sehen, denn etwas Radikales ist fast zwingend, um etwas Radikales zu beenden. Karl Glusman (The Bikeriders) als John verströmt perfekt die Chaos-Energie, die von so einem Menschen ausgeht. In fast jeder Szene denkst du dir, er macht gleich etwas richtig Dummes, er denkt einfach nicht nach und merkt seine Fehler erst kurz darauf (oder gar nicht und man muss ihn erst darauf hinweisen).

Wenn der liebt dann ganz und nicht nur ein wenig. Neben diesem Zentrum der Geschichte gibt es einige coole Auto-Verfolgungsjagden, die neben der Musik vor allem deshalb nie fad werden, weil Weaving hinter dem Steuer optisch und von ihrem Benehmen her, einfach richtig lässig wirkt. Ein paar plötzliche Schreck-Momente sind ebenfalls eingebaut, die genau das ohnmächtige Gefühl von Edie einfangen, dass sie immer wieder zu spüren bekommt.

Auch schön ist es Andy Garcia in einer Nebenrolle zu sehen, die ihn nicht auf ein „ich bin hier auch dabei“ beschränkt, wie etwa seine Rolle zuletzt in The Expendables 4. Die Gespräche zwischen ihm und Edie gehören (vor allem das zweite) auch emotional zu den Highlights. Beide Menschen haben das Grundproblem des Filmes als Thema, die Angst eine ungesunde Liebe aufzugeben, da man vielleicht nie wieder einen Menschen finden wird, der dir genau so das Gefühl gibt, geliebt zu werden.

Ein Spinner ohne Selbsterhaltungstrieb also, der eine an sich ganzheitlich coole Lady hinunterzieht, also weg mit dem Idiot? Ja, aber so einfach ist es eben nie im Leben. Kein spektakulärer Film und auch keiner, der durchgehend die Spannungskurve halten kann (dummes Verhalten erzeugt einfach auf die Dauer eine lähmende Reaktion), dafür ein zu Schau stellen, wie unterschiedlich Menschen funktionieren können und sich dennoch gegenseitig anziehen. Ach ja, immer auf alles impulsiv zu reagieren, das ist ebenfalls daneben, auch das kann man hier lernen 🙂

„Eenie Meanie“ bekommt von mir 6,5/10 von einer Beziehung niemals einfach nur so davon fahren könnende Empfehlungspunkte.

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Orion And The Dark aka Orion und das Dunkel (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/08/14/orion-and-the-dark-aka-orion-und-das-dunkel-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/08/14/orion-and-the-dark-aka-orion-und-das-dunkel-filmkritik/#respond Thu, 14 Aug 2025 05:00:59 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37913 Der gute Orion hat Angst. Vor allem. Allem was ist. Und noch viel mehr vor allem was sein könnte, denn der gute Junge hat noch dazu eine richtig überbordende Fantasie. Am allermeisten hat er jedoch Angst vor der Dunkelheit. Das … Weiterlesen

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Der gute Orion hat Angst. Vor allem. Allem was ist. Und noch viel mehr vor allem was sein könnte, denn der gute Junge hat noch dazu eine richtig überbordende Fantasie. Am allermeisten hat er jedoch Angst vor der Dunkelheit.

Das passt dem Dunkel aber nicht. Es ist genervt, weil es immer als etwas Böses gesehen wird und es hat die Nase voll davon, dass es alle immer nur negativ sehen. Also besucht es Orion und beschließt, ihm zu zeigen, dass Dunkelheit auch was Cooles sein kann.

Warum? Weil man ja mit irgendwem irgendwo anfangen muss und wenn Dunkelheit Orion dazu bringen kann, ihn als Freund zu sehen, nun, dann kann das ja auch mit anderen woanders klappen.

Also machen sich die beiden auf die Reise – Orion wird gar nicht groß gefragt – und da lernt er dann auch das Team von Dunkelheit kennen: „Seltsame Geräusche“, „Traumbringerin“, „Schlaflose Nächte“ und andere.

Und auch die Helligkeit, die – sagen wir es, wie es ist – ein bisschen ein arroganter Großkotz ist …

Diesen Film wollte ich sehen als ich den ersten Trailer erblickte. Im besten Fall mit meinen Kindern gemeinsam, denn sind wir ehrlich: Welches Kind hat nicht irgendwann zumindest ein kleines bisschen Angst vor der Dunkelheit. Und es hat eine Weile gedauert, aber dann haben wir es geschafft und ich muss sagen … ich habe gemischte Gefühle.

Was völlig klar ist: Dreamworks will hier frech Pixar zu ihren besten Zeiten kopieren. Nämlich ganz konkret „Alles steht Kopf“ bzw. „Inside Out“. Das erkennt man klar an dem Team von Dunkel und wie es dargestellt wird. Das ist einerseits ziemlich dreist und andererseits funktioniert es hervorragend. Ich fand die Bande von Dunkelheit und die Ideen dahinter (schlaflose Nächte sind nicht per se schlecht, und so weiter) auch wirklich cool.

Es hat vermutlich geholfen, dass das Drehbuch, welches auf einem Buch von Emma Yarlett basiert, von Charlie Kaufman verfasst wurde. Ihr wisst schon: Der Mann hinter „Eternal Sunshine Of The Spotless Mind“ oder „Being John Malkovich“ oder „I’m Thinking Of Ending Things“.

Das hat aber auch einen Nachteil, denn jemand wie Kaufmann kann wohl nicht einfach ein Drehbuch ohne das „gewisse Extra“ schreiben. Und ich weiß leider nicht, ob das im Buch auch so war, aber der Film hat zwei Ebenen: Zum einen die Story von Orion und dem Dunkel und zum anderen die Story von Orion und seiner Tochter, welcher er die Geschichte „dieser Nacht“ erzählt.

Und das ist dann für Kinder schon halbwegs verwirrend bzw. für mich war es – obwohl ich kreativen Ideen gegenüber nicht abgeneigt bin – sogar störend, weil es eine Meta-Ebene einführt, die per se nicht schlimm ist, würde nicht diese „Erzähl-Ebene“ dann auf einmal Einfluss auf die Handlung nehmen. Es geht dann nicht mehr um die Angst vorm Dunkel, sondern um das Erzählen von Geschichten und wie Kreativität helfen kann. Was ich gut finde. Aber hier finde ich es nicht besonders gut gelöst.

Kleiner Spoiler, um zu erklären, was ich meine: Die Geschichte mit Orion endet mehr oder weniger in einer Sackgasse, weil der Erzähler sich aus Dramaturgiegründen leider verheddert und er keinen Plan hat, wie er aufhören soll. Seine Tochter mischt sich dann ein und schreibt sich sozusagen selbst in die Geschichte. Und dann hat auch die keinen Plan mehr, weshalb dann noch jemand dazu kommt und dann geht es um Zeitreisen.

Alles für sich nachvollziehbar – für mich -, aber leider finde ich es schlecht gemacht und in der Story zu schlecht eingearbeitet. Mein Hirn sagt: Ich verstehe es, aber mein Herz fragt sich, was das jetzt soll. Und meine Kinder haben die Optik genossen, weil aus der Story sind sie ausgestiegen.

Nicht das beste Ergebnis für so eine Art Film. Dabei ist die Message, die darunter liegt, nämlich: „Wenn du dich zu sehr fürchtest, dann verpasst du das Leben.“ bzw. anders formuliert „Um etwas zu gewinnen, muss man auch mal ins Ungewisse gehen“ ja eine coole Sache. Das möchte man Kindern ja auch vermitteln und so ist das Leben meiner Ansicht nach auch – aber es wird hier leider nicht so richtig funktionierend umgesetzt. Idee top. Umsetzung … naja.

Alles in allem also ein Film den ich gern allen mit Kindern empfehlen möchte, es aber nicht kann. Der Film ist ab 7 Jahren freigegeben. Ich würde jedoch – nicht weil der Film schlimm ist, sondern weil er storytechnisch viele Bögen macht – ein höheres Alter angemessen finden.

Was ich anmerken muss: Am Anfang des Films beschreibt Orion wovor er sich fürchtet und das ist richtig gut gemacht. Das ist fast schon ein Film im Film. Hammer. Ich hatte kurz Bedenken, ob das meine Kinder jetzt auf Ideen bringt, wovor man sich alles fürchten kann, aber das hat sich zum Glück als unbegründete Furcht (Haha – Wortspiel) herausgestellt.

„Orion und das Dunkel“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, leider am Zielpublikum eventuell ein wenig vorbeibrausende, Punkte.

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Tornado (2025 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/07/29/tornado-2025-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/07/29/tornado-2025-filmkritik/#respond Tue, 29 Jul 2025 05:00:32 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37882 Schottland im Jahr 1790. Eine junges Mädchen namens Tornado (Kôki) zieht mit ihrem Vater durch das Land. Er war früher ein Samurai und hat sie auch in der Kunst des Schwertkampfes unterrichtet, jedoch führen sie ein friedliches Leben als Betreiber … Weiterlesen

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Schottland im Jahr 1790. Eine junges Mädchen namens Tornado (Kôki) zieht mit ihrem Vater durch das Land. Er war früher ein Samurai und hat sie auch in der Kunst des Schwertkampfes unterrichtet, jedoch führen sie ein friedliches Leben als Betreiber eines wandernden Puppentheaters.

Als der Gangster Sugarman (Tim Roth) und seine Bande mit zwei Säcken voll Gold auftaucht und sie einen kleinen Jungen sieht, der diese Beute stehlen will, trifft Tornado eine folgenschwere Entscheidung, die ihr Leben für immer verändern wird…

Kann sich noch Jemand an „Slow West“ mit Michael Fassbender aus dem Jahr 2015 erinnern? Nun Regisseur und Drehbuchautor John Maclean, hat nun zehn Jahre später, seinen zweiten Film gedreht. Der lässt sich also offensichtlich Zeit und dreht nur das, was er wirklich will. Eigenständig oder für manche wohl eigenwillig ist dann auch das Ergebnis, denn dies ist ein Mix, den man entweder irgendwie mag oder ihn eigenartig und unstimmig findet.

Für den Regisseur typisch, ist dies eine langsam erzählte Geschichte. Ich beschreibe die Handling mal am Besten als Coming of Age Drama mit einem „Geburt einer Legende“ Finale, eingebettet in ein Fluchtszenario inklusive kurzer Samurai-Action am Schluss. Falsche Entscheidungen, für die andere Menschen büßen müssen, führen zu Trauer und dem Wunsch zu flüchten und sich zu verstecken. Dann wird aus dieser Trauer Wut, auf sich selbst und ihre Verfolger.

Keine Beschreibung einer neuen Idee? Richtig, diese Thematik dann aber ein japanisches Mädchen durchleben zu lassen, dass sich durch die schottische Wildnis vor dem 18en Jahrhundert kämpft, das habe ich so noch nie gesehen. Hauptdarstellerin Kôki (Touch) ist eine junge Japanerin, aufsteigend im Bekanntheitsgrad als Sängerin und Schauspielerin, die fließend englisch spricht. Bei uns kennt sie natürlich keiner.

Das sollte sich aber durchaus ändern, denn der Film gewinnt viel durch ihr Spiel, das ehrlich, direkt und der Handlung entsprechend auch roh wirkt. Man mag keinesfalls alle ihre Motive, aber sie basieren eben auf ihren Emotionen, ohne Manipulationen oder Hintergedanken. Als Gegenpol zu ihrem aufstrebenden Ast, hat man hier einen gealterten Tim Roth (Resurrection) als Bandenchef Sugarman.

Er ist berechnend und kalt und irgendwie hat man das Gefühl, dass er von diesem seinem verbrecherischen Leben aka dem Leben an sich, die Nase schön langsam voll hat. Getragen von diesen beiden sehr unterschiedlichen Darstellern und Lebensenergien und ihrer Reise durch die Wälder und Täler (also die Weite der Wildnis) Schottlands, hat dieser Film dann am Ende etwas elegisch/nachdenkliches.

Den etwas irreleitenden Trailer sollte man dabei ignorieren, denn sowohl Rache als auch Action sind nur sehr kleine Bestandteile dieses Abenteuers. Für mich in retrospect ein sehr interessanter Film, den ich gerne gesehen habe, was ich auf den Film als Ganzes beziehe, nicht auf einzelne Teile. Massentauglich ist aber klar was anderes, was man jedoch bereits nach dem ersten Film von MacLean, durchaus erahnen konnte. Manchmal mal was anderes, ist ja auch eine gute Sache.

„Tornado“ bekommt von mir 6,5/10 den Tornado im Herzen freien Lauf lassende Empfehlungspunkte.

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Influencer (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/07/26/influencer-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/07/26/influencer-filmkritik/#respond Sat, 26 Jul 2025 05:00:46 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37894 Madison (Emily Tennant) ist eine Influencerin. Sie fährt in der Welt herum, macht Fotos (aka Werbung) und lebt „das Leben“. Nur dieses Mal passt was nicht. Ihr Freund Ryan (Rory J. Saper) hätte mitkommen sollen, musste aber überraschend absagen. Also … Weiterlesen

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Madison (Emily Tennant) ist eine Influencerin. Sie fährt in der Welt herum, macht Fotos (aka Werbung) und lebt „das Leben“. Nur dieses Mal passt was nicht. Ihr Freund Ryan (Rory J. Saper) hätte mitkommen sollen, musste aber überraschend absagen. Also ist Madison frustriert.

In der Hotelanlage lernt sie CW (Cassandra Naud) kennen und die beiden verstehen sich auf Anhieb. Wie das halt so ist bei Mädels, die allein unterwegs sind: Man ist sofort verschwestert gegen die bösen Männer, vor denen frau sich schützen muss. Dann wird in Madisons Luxus-Apartment eingebrochen und ihr Zeug inklusive ihres Passes ist weg. Es wird ein wenig dauern, bis ein neuer Pass kommt. Derweil kann sie nicht ausreisen. Also bleibt sie und macht mit CW Road-Trips. Alles ist gut. Und weil alles so gut ist, beendet Madison per Videoanruf die Beziehung mit Ryan, der absolut nicht weiß, wie ihm geschieht, weil – sie braucht ihn ja nicht mehr in ihrem Leben.

Als Madison und CW zu einer einsamen Insel fahren, wird jedoch alles anders …

Ich habe null Erwartungshaltung an diesen Film gehabt und deswegen hat er mir vermutlich auch gefallen. Er ist per se jetzt nichts Besonderes und vom ursprünglichen bzw. relativ „anfänglichen“ Twist mal abgesehen bietet er auch nichts Neues, bringt unsere Hauptperson allerdings in ein paar Situationen, die ich weder kommen gesehen hätte, noch hätte ich geahnt wie sie diese löst.

Naja, was soll ich sagen: Das hier ist in erster Linie die Cassandra Naud-Show und die trägt den ganzen Film auf ihren Schultern – und zwar mit Leichtigkeit. Egal was sie spielen muss – und das Drehbuch verlangt einiges von ihr – sie kann das und sie kann es gut. Ob das jetzt Fröhlichkeit ist oder Angst oder Frust oder Bedenken oder auch nur sexy sein – ja, sie kann das. Absolut.

Die zweite Geige spielt tatsächlich Rory J Saper als Ryan, der mehr im Film vorkommt und eine größere Rolle spielt als ich dachte. Aber das Drehbuch gibt ihm emotional nicht sehr viel zu tun und auch wenn ich alles was er tat grundsätzlich nachvollziehbar fand (nicht, dass ich es machen würde, aber ich glaubte ihm, dass er es machen würde), so war er mir anfangs wenig sympathisch. Das wurde gegen Ende dann besser.

Madison selbst blieb mir trotz aller inneren Monologe bzw. für ihre Follower gesprochenen Monologe leider die ganze Zeit über unsympathisch. Ich mochte ihre „Opfer“-Haltung nicht. Ich mochte nicht, wie rasch sie auf CW einsteigt. Ich mochte nicht wie sie Ryan abserviert. Nun, es gibt ganz viele Dinge an ihr, die ich von Anfang nach nicht mochte. Und das hat sich auch bis zum Ende nicht verändert, wenn ich ehrlich bin.

Alle anderen Figuren – bis auf Jessica (Sara Canning) – sind eigentlich völlig irrelevant, aber das Drehbuch macht aus den wenigen Figuren und den wenigen Versatzstücken dann doch durchaus einen spannenden Film, der absolut auch seine Momente hat, bei denen man mitfiebert – allerdings ist nicht immer ganz klar mit wem. Zu viel zu verraten wären jetzt Spoiler, drum halte ich hier inne.

Nun, ich jedenfalls – erneut: ohne irgendein Vorwissen – fand den Film spannend und handwerklich gut gemnacht. Die Location in Thailand ist wunderschön, wenn auch klar aus dem Katalog für reiche Menschen geklaut (man sehe sich nur an, in welchen Hotels die absteigen) und hat mit dem „echten Thailand“ null zu tun, aber für diesen Film in dieser „Welt“ passt der Glamour ganz gut. So auch die Menschen, die hier mitspielen – Ryan vielleicht mal außen vor gelassen -, die sind alle wunderschön. Ob das jetzt Emily Tenannt oder Cassandra Naud oder Sara Canning ist: Da wird man niemand hässlichen finden. Was ob des Titels des Films und des Themas ja auch passt.

(Randnotiz: Das große Muttermal auf der Wange von Cassandra Nauds Charakter ist kein Make-Up, sondern sie sieht wirklich so aus. Wieder einmal ein Beweis für mich, dass eine schöne und natürliche Ausstrahlung absolut nichts mit irgendwelchen Pseudo-Makeln zu tun hat, denn die gute Frau ist trotzdem einfach ein Hammer und wunderhübsch. Es gibt da ein paar Momente im Film in denen sie ein „entwaffnendes Lächeln“ aufsetzt – glaubt mir: Jedweder Gedanke an Muttermale ist weggeputzt aus eurem Kopf – wenn man auf Frauen steht, klarerweise).

Wie dem auch sei: Ich rechne es dem Drehbuch auch hoch an, dass nicht versucht wird billige Witze zu bringen, sondern die Story und die Figuren ernst genommen werden. Einen großartigen Moment muss ich aber kurz spoilern, weil es der einzige ist, den ich tatsächlich als schwarzen Humor der Macher:innen sehe: Eine Person erklärt einer anderen, dass dies hier nicht ihre Story sein. Woraufhin die andere mit einem Glas Alkohol in der Hand herumzutanzen beginnt und der anderen erklärt, dass dies hier absolut ihre Story sei und nur ihre allein. Nach dem Ende der Szene bzw. dem Beginn der nächsten ist völlig klar, dass es, nun, *räusper*, nein, es ist tatsächlich nicht ihre Story. Tja.

Fand ich witzig und cool. Weil es auch einfach nicht kommentiert wird. Bis auf die Tatsache, dass dann erst der Vorspann des Films beginnt (sechsundzwanzig Minuten nach Beginn) und der Film erst „richtig“ anfängt. Mehr zu schreiben wäre wieder spoilern.

Zusammengefasst: Der Film ist mutig, hat ein paar Twists (auch wenn man die gegen Ende vielleicht ein wenig zu übertrieben oder unrealistisch finden mag) und ist wirklich gut gemacht. Die Synthie-Musik passt auch gut, auch wenn das nie meine Lieblingsmusik werden wird, aber für diesen Film hier passt sie. Die Kamera ist gut dabei, die Optik ist auf Hochglanz-Reich-und-schön getrimmt und passt zum Setting. Landschaft und Hotels, nun, ja die sind auch 1A.

Kurtis David Harder, der hier Drehbuch und Regie gemacht hat, hatte Glück: „Influencer“ kam so gut an, dass es einen Nachfolger (scheinbar schon abgedreht) geben wird mit dem Titel „Influencers“ (ja, Mehrzahl). Bin gespannt, wie das weitergehen soll, denn die Story wäre meiner Ansicht nach ja bereits fertig erzählt. Aber, lassen wir uns mal überraschen …

„Influencer“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, gut gemachter und gespielter, kleiner Triller, der mehr Wirkung erzielt, je weniger man vor Ansicht darüber weiß, Punkten.

PS: Ich habe keine Ahnung, wer die Person auf dem Plakat sein soll, die untergeht. Wirklich. Keinen Schimmer.

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Bring Her Back (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2025/07/12/bring-her-back-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2025/07/12/bring-her-back-filmkritik/#respond Sat, 12 Jul 2025 05:00:19 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=37852 Andy (Billy Barratt) und Piper (Sora Wong) haben vor Jahren ihre Mutter verloren und nun auch ihren Vater. Da beide minderjährig sind werden sie bei einer Pflegemutter untergebracht und auf Andys Bitte hin auch nicht getrennt. Denn Andy kümmert sich … Weiterlesen

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Andy (Billy Barratt) und Piper (Sora Wong) haben vor Jahren ihre Mutter verloren und nun auch ihren Vater. Da beide minderjährig sind werden sie bei einer Pflegemutter untergebracht und auf Andys Bitte hin auch nicht getrennt. Denn Andy kümmert sich um seine sehbeeinträchtigte Schwester – sie kann nur Formen und Schemen erkennen. Diese Fehlfunktion der Augen führt auch dazu, dass ihre Augen die ganze Zeit umherwandern und schielen und ähnliche Dinge, was dazu führt, dass andere sich natürlich gern über sie lustig machen. Andy hat da einen Beschützerinstinkt entwickelt und die beiden halten zusammen.

Die neue Pflegemutter bei der sie landen heißt Laura (Sally Hawkins) und freut sich, die beiden aufzunehmen. Auch wenn sie klar mehr Freude mit Piper hat – denn, wie sich herausstellt hat Laura vor kurzem ihre Tochter Cathy verloren. Außerdem wohnt noch Oliver (Jonah Wren Philipps) bei ihr, ebenfalls ein Pflegekind. Aber Oliver ist seit dem Tod von Cathy verstummt und hat ein paar Eigenarten entwickelt, die dazu führen, dass er, wenn niemand außer ihm Zuhause ist, im Zimmer eingesperrt werden muss.

Andy merkt rasch, dass er das sprichwörtliche zweite Rad am Wagen ist, aber er ahnt nicht, wie sehr Laura ihn loswerden will und was sie eigentlich vorhat …

Es ist ja jetzt nicht so, dass Filmtitel nicht klar sagen sollten bzw. ein klares Bild vermitteln sollten, worum es in dem Film geht, aber „bring her back“ als Titel für diesen Film hier zu wählen ist schon sehr aufs Auge gedrückt. Spätestens wenn man von Laurs toter Tochter hört, ist klar, was Sache ist. Die Spannung, die durch ein Mysterium aufgebaut werden sollte, kann man also schon mal knicken. Das muss auch den Regisseuren Danny und Michael Philippou klargewesen sein, immerhin haben sie mit „Talk To Me“ ja bewiesen, dass sie wissen, was sie tun.

Also müssen sie einen Plan gehabt haben, der es sich leisten kann so einen „Spoiler“ in den Titel zu packen, nicht wahr?

Ja. Definitiv. Und dieser Plan ist relativ simpel: Man weiß die ganze Zeit über, was Laura vorhat. Man fragt sich nur hin und wieder, warum sie das macht, was sie gerade macht. Warum zum Beispiel eine ziemlich simple, aber einfache, Gemeinheit ihr dabei hilft, ihren Plan umzusetzen. Und ja – es gibt öfter diesen „aha“-Effekt und wenn man dann versteht, dann versteht man auch, wie absolut hinterhältig die gute Frau ist. Das wäre Thriller-Stoff. Ist hier aber nicht das Hauptthema, denn wir haben einen Horrorfilm vor uns und keinen Thriller.

Und der Horror hier kommt auf zwei Ebenen: Emotional und physisch. Die physische Seite mal zuerst: Der Film beginnt mit kurzen Ausschnitten aus einem Ritual, welches einen Kreidekreis, Besessenheit, das Aufhängen von Menschen, Beschwörungen und … nun, Essen zu tun hat. Das bekommt man aus kurzen Ausschnitten immer wieder mit, ohne das jetzt viel Hintergrund dazu geliefert wird. Das was man so hört und sieht muss man halt so akzeptieren. Und das, was man sieht, ist halbwegs brutal und verstörend. Ich sehe jetzt nicht so unbedingt richtig gern, wie Person A Stücke aus Person B rausbeißt und isst. Noch dazu wenn das Sounddesign so gelungen – und damit verstörend – ist wie hier. Das sind richtig heftige Szenen, die es meiner Ansicht nach nicht gebraucht hätte.

Außer vielleicht für den viel zititerten „Shock-Value“. Aber auch für diesen bräuchte man ihn nicht, denn da gibt es ganz andere Szenen, die mich wirklich dazu gebracht haben buchstäblich(!) die Hand vor die Augen zu halten und nur kurz zwischen den Fingern durchzugucken, ob eh schon alles vorbei ist. Ich sag nur drei Stichworte: Melone. Tischplatte. Eigene Hand. Drei Szenen und drei Mal richtig, richtig verstörend. Erneut: Sounddesign und praktische Effekte. Heftig, sag ich nur. Heftig.

Aber das kann ja nicht alles sein, oder? Nun. Hm. Doch. Großteils doch. Man bemüht sich zwar ordentlich Laura als ambivalente Figur hinzustellen, die man doch streckenweise mögen soll, aber ehrlich: Nein, das ging nicht. Es gibt Szenen in denen sie wirklich wie eine fürsorgliche Mutter da ist, aber im Kern dienen diese nur dazu Vertrauen aufzubauen, um dann mit den erhaltenen Informationen manipulieren zu können. Ist sie eine abgrundtief böse Person? Himmel, nein. Absolut nicht. Aber in ihrer Trauer halt so verzweifelt geworden, dass sie alles tun würde, um ihre Tochter wiederzubekommen.

Was uns zum Schauspiel bringt und hier die gute Nachricht: Absolut kein Ausfall. Sora Wong hat hier ihren ersten Filmauftritt und die liebenswerte Schwester hat sie in Auftreten als auch Ausstrahlung perfekt drauf. Billy Barratt darf schon mehr Emotionen zeigen und ja, er kann das. Er wirkt absolut natürlich und auch seine Angst und Verzweiflung oder seine mehr verletzlichen Momente funktioneren prächtig. Allerdings muss ich auch hier wieder anmerken, dass wir einen neuen Teilnehmer im Spiel „Wer fügt den nettesten Charakteren die schlimmsten Dinge zu“ haben. War ja irgendwie klar.

Wie dem auch sei – Sally Hawkins ist natürlich im Rampenlicht und die macht ihre Sache gut. Man merkt, dass sie keine böse Person ist, aber ihre Trauer sie zu dem treibt, was sie da macht. Das macht ihre Aktionen nicht sympathisch, nicht mal verzeihbar, aber zu einem gewissen Teil versteht man, woher die Motivation dazu kommt. Auch wenn man sie ganz, ganz lange nicht eine Sekunde zweifeln sieht an dem was sie tut. Aber das ist eine andere Sache.

Jonah Wren Philipps als Oliver ist wirklich furchteinflößend. Weniger wegen dem was er anderen antut, sondern viel mehr wegen dem was er generell tut. Er ist einfach völlig unberechenbar und manche Szenen (erneut: Melone) werden nicht so aufgelöst, wie ihr es erwartet. Ich war völlig von der Rolle und war kurz vorm Erbrechen. Ich mein das völlig ernst. Heftig.

Auf dieser Front also alles paletti. Auch das Ende des Films ist für mich stimmig, weil es einen letzten Rests Menschlichkeit offen lässt, der dem restlichen Film fast zur Gänze fehlt. Das hier ist kein Film mit Witzen oder dummen Sprüchen zwischendurch. Er beginnt schlimm und wird schlimmer. Zwischendurch wird es mal ein wenig „lang“, aber wenn dann das Finale losgeht, dann holt die Spannungskurve wieder alles auf, was zwischenzeitlich verlorenging.

Ist „Bring Her Back“ also ein toller Film?

Nein. Also die schauspielerischen Leistungen und die Effekte: Hammer. Das Drehbuch ist eher so „meh“, wie man neudeutsch sagt. Ich finde hier nichts an der Story was man nicht schon woanders so oder so ähnlich gesehen hätte. Von den drei oben erwähnten Szenen abgesehen. Die habe ich so wirklich noch nie gesehen. Aber von der Story her, von dem was der Film uns sagen will (wenn er das überhaupt will), dann ging es daneben. Was ist die Message hier? Verzweifelte, tieftraufige Mesnchen sind zu allem fähig? Guten, rücksichtsvollen Menschen passieren die schlimmsten Dinge? Vertrau niemand, der nett zu dir ist? Was? Ich finde nichts.

Wem das egal ist, der oder die wird hier sicher gut unterhalten, wenn man/frau auch im Vorfeld wissen sollte, dass es fast unmöglich ist und positiver Stimmung und gut gelaunt aus dem Film zu kommen. Wenn ja, dann läuft in eurer Psyche was gewaltig schief und ihr solltet euch Hilfe holen. Ernsthaft.

„Bring Her Back“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, eine alte Geschichte hart und kompromisslos erzählende, Punkte. Wer auf heftige Szenen steht und keinen Anspruch auf eine „neue“ Story hat, kann gut und gern sicher 1,5 Punkte draufschlagen.

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