Punkte | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Mon, 03 Aug 2026 09:34:28 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.8 The Devil’s Mouth (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/08/04/the-devils-mouth-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/08/04/the-devils-mouth-filmkritik/#respond Tue, 04 Aug 2026 05:00:12 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=39093 Ein Thailand-Urlaub von fünf College-Freunden, das klingt doch wie der Traum jedes jungen Menschen, bevor der Ernst des Berufslebens beginnt. Sara (Kathryn Newton) freut sich dabei aus (tragischen) persönlichen Gründen auf Unterwasserhöhlen namens The Devil´s Mouth. Die Stimmung bei dem … Weiterlesen

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Ein Thailand-Urlaub von fünf College-Freunden, das klingt doch wie der Traum jedes jungen Menschen, bevor der Ernst des Berufslebens beginnt. Sara (Kathryn Newton) freut sich dabei aus (tragischen) persönlichen Gründen auf Unterwasserhöhlen namens The Devil´s Mouth.

Die Stimmung bei dem an sich fröhlichen Trip leidet dabei immer wieder unter Max (Lana Condor), die zwar eigentlich die beste Freundin von Sara ist, doch immer alles bestimmen und kontrollieren muss. Als jedoch ein Bullenhai innerhalb der Höhlen auf sie Jagd macht, haben sie plötzlich ganz andere Probleme…

Regisseur Jeff Wadlow (Imaginary) ist hier am Blog unten durch, seit er Kick-Ass 2 verbrochen hat. Bei diesem Ende July 2026 auf Amazon Prime erhältlichen Film bin ich aber dennoch gelandet und zwar wegen Hauptdarstellerin Kathryn Newton. Ihre Energie besonders auch in Horror-Filmen (Freaky, Abigail, Ready or Not 2), mag ich einfach.

Hiermit geht auch der Mini-Boom heiter weiter und zwar geht es darum Creature Features zu drehen, die sich weg vom Trash entwickeln, in dem sie jahrelang verankert schienen. Dank Wadlow waren meine Erwartungen hier sehr gering und das ist auch gut so, denn dieser Film ist über längere Strecken vor allem eines und das ist langweilig.

Die Story rund um den Hai ist dabei der Rahmen, doch in Kern geht es um die von Kathryn Newton gespielte Sara und über ihre Beziehung mit ihrer besten Freundin Max. Max die Macherin, die organisiert, bestimmt, Sara aus einem Tief geholt hat, einfach ihre Meinung durchsetzt. Wenn etwas schief geht, ist es aber natürlich nicht ihre Verantwortung. Kurz: eine toxische Egomanin.

Vielleicht ist das ja der subversive Trick des Filmes, dass man einfach darauf wartet, bis der Hai – der sehr vom Drehbuch gesteuert und nicht natürlich agiert – endlich kurzen Prozess mit ihr macht. Immerhin ist sie durch ihre Entscheidungen an allen Toden ihrer Freunde mitverantwortlich. Davor sollte ihr Sara noch einmal nachdrücklich ihr Fehlverhalten darlegen, damit das Final Girl hier endgültig über sich hinaus wachsen kann.

Bis das passiert – und das ist 100 prozentig vorhersehbar – muss man aber noch die anderen Charaktere loswerden. Bei zwei von denen finde ich das richtig schade (obwohl es klar war) und das kann man dem Drehbuch und den Darstellern ruhig zu gute halten (sympathische Charaktere statt reines Kanonen..sorry, Haifutter), aber gestört hat mich ihr Ableben dennoch.

Was übrigens sehr harmlos inszeniert ist, sind die Hai-Attacken. Man sieht schon Blut, oder einen halbierten Körper, aber die Angriffe an sich bleiben schön zahm. Wie oft Newton dabei in Gefahr ist und wie sie agiert, zwischen Survival-Nerd und echtem Kampfmodus, habe ich sehr sympathisch gefunden. Lana Condor (Pretty Lethal) als Max ist dafür auf mehreren Leveln nervig und manipulativ, das ist schon gut gespielt.

In Summe besticht der Film mit seinen in Bangkok eingefangenen Bildern und mit Katheryn Newton, die von der Art her und im Bikini eine gute Figur macht. Der Film ist handwerklich in Ordnung und erlaubt sich keine Schnitzer, was die Effekte betrifft, aber er bringt so richtig gar nichts Neues für dieses Genre mit und das Drama zwischen den ums Überleben kämpfenden Menschlein, ist für mich unnötig und als „ups, jetzt ist durch einen Streit eine weitere Figur gefressen worden“ Gimmick, auch irgendwie ärgerlich.

„The Devil´s Mouth“ bekommt von mir 4,5/10 das nächste Mal lieber ohne den Tod sämtlicher Freunde den Mut zur Weiterentwicklung findende Empfehlungspunkte.

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Supergirl (2026 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/08/01/supergirl-2026-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/08/01/supergirl-2026-filmkritik/#respond Sat, 01 Aug 2026 05:00:39 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=39095 Kara Zor-El (Milly Alcock) lebte auf Krypton, aber der Plant wurde zerstört. Ein Teil jedoch wurde vom Rest des Planeten unter ein Schutzhülle abgekoppelt und es gab Überlebende. Aber die Hülle hat ein Ablaufdatum, also schickt ihr Vater sie in … Weiterlesen

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Kara Zor-El (Milly Alcock) lebte auf Krypton, aber der Plant wurde zerstört. Ein Teil jedoch wurde vom Rest des Planeten unter ein Schutzhülle abgekoppelt und es gab Überlebende. Aber die Hülle hat ein Ablaufdatum, also schickt ihr Vater sie in einem Rettungsversucht mit einer Raumkapsel zu ihrem Cousin Kal-El zur Erde. Dort fühlt sich Kara aber nicht heimisch.

Aktuell hat sie Geburtstag. Den 23. Geburtstag, um genau zu sein. Und sie lässt sich treiben, feiert, macht Party – das Gefühl, die Erde sei ihre Heimat, hat sie noch nicht. Also ist sie unterwegs, nutzt Planeten mit roter Sonne (die ihr die Kräfte raubt) um sich ins Koma zu saufen und zu vergessen. Allein ihr Hund Krypto ist immer bei ihr.

Eines Tages trifft sie in einer Bar Ruthye (Eve Ridley), deren Eltern und Bruder von Krem (Matthias Schoenaerts) umgebracht wurden. Sie sucht nach Hilfe, denn sie will Krem finden und ihn töten. Dabei stellt sie sich jedoch eher ungeschickt an und so muss Kara einschreiten, um ihr zu helfen.

Ehe sie sich versieht ist Krem mit ihrem Raumschiff auf und davon und Krypto tödlich verletzt. Er wurde vergiftet und sie hat nur ein paar Tage Zeit, um das Gegengift von Krem zu besorgen …

Gleich vorweg: Das mit Abstand beste an Supergirl ist Milly Alcock. Wer also mit ihr in der Rolle als Kara Zor-El nichts anfangen kann, der oder die kann die Finger (bzw. die Augen) von dem Film lassen. Für diese Version der bekannten Figur ist sie die perfekte Besetzung – egal ob von der Art wie sie sich bewegt, ihre Blicke, ihre Mimik – das passt alles wunderbar. Das ist ab der ersten Sekunde genau dieses Supergirl, dass sich selbst verloren hat, Party macht, einen Sinn sucht und trotzdem irgendwie auch das Richtige tun will. Und Millie Alcock bringt das alles super rüber. Aus meiner Sicht hilfreich ist natürlich, dass sie meiner Ansicht nach kein absolute Allerweltsgesicht besitzt, sondern gerade ihre Mundpartie ziemlich interessant aussieht. Das liest sich jetzt vielleicht komisch, aber wer die Trailer kennt weiß vermutlich was ich meine. Kara Zor-Els Mundpartie ist quasi das Gegenstück zu Robocops Kinn. Sie erzählt die halbe Geschichte.

Und das ist auch notwendig, denn da hapert es bei diesem Film hier mit Abstand am meisten. An der Geschichte. Am Drehbuch. Und teilweise an der Green-Screen-Arbeit, aber dazu später mehr.

Dreh- und Angelpunkt einer Geschichte sind ja die Figuren und ihre Beweggründe und auch wenn man sich bemüht, hier so etwas wie Charakterbögen zu schaffen – es gelingt einfach nicht. Gleiches gilt für eine Spannungskurve. Ich meine vom Setup her hat man ja schon mal frech bei „John Wick“ geklaut, was aber danach kommt, nun – das ist einfach schlecht im Ablauf. Die Szenen einzeln sind an sich gut und stimmig, was aber völlig – und ich meine völlig(!) – fehlt ist, ist das Gefühl der Dringlichkeit und der Sorge von Kara um Krypto.

Craig Gillespie schafft es als Regisseur nicht, irgendwelche Akzente zu setzen. Die emotionalen, humanen Momente ziehen sich zu lange und es gibt zu viel Bla-Bla und Exposition und quatschen über Gefühle. Die Action ist teilweise zu lang bzw. fühlt sie sich zu lange an, weil sie einfach nicht besonders toll ist. Und Momente, die heftig hätten ausfallen sollen (aufgrund einer Entscheidung von Kara sterben direkt drei Personen), plätschern einfach so vorbei.

Da ist also einiges schief gelaufen.

Das tut insofern doppelt weh, weil ich wirklich gehofft hatte, dass der Film gut wird. Mir hat Alcock von Anfang an in der Rolle gefallen und ich dachte mir, ja, das kann was werden. Dann kamen die Trailer und ich wurde skeptisch. Berechtigt, wie ich mittlerweile weiß.

Ich kann nicht mal den Finger richtig drauf legen, weil es einfach … so viel zu sagen geben würde. Die Choreografie ist langweilig. Die Schläge klingen heftig, aber es sieht einfach lahm aus und wenn gegen Ende dann Supergirl herumfliegt und aufmischt, dann fand ich zwar die Idee mit der Zeitlupe und der Musik großartig – es sieht nur leider streckenweise halt ziemlich schlimm und schlecht gemacht aus. Schade. Wirklich schade. Meines Erachtens ist da auch beim Schnitt einiges schiefgelaufen.

Dazu das Timing und die Spannungskurve: Wann immer der Film vom ersten Gang in den zweiten schalten will, fällt jemanden ein, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für einen Flashback oder irgendwas wäre. Und das zieht sich dann. So sehr ich die Aufrtitte von Superman genossen habe – sie sind zu lang. Und an den falschen Stellen.

Jason Momoa wird ohnehin verschenkt – der hat zwar ein paar gute Momente, aber in Summe hätte die Figur keiner im Film gebraucht, Eve Ridley ist mehr nervig als sympathisch und alle anderen sind ohnehin irrelevant. Manche Szenen sind dreist aus der Star-Wars-Kantine geklaut und – apropos: Das ist auch ein wirklich guter Punkt: Das Make-Up-Department hat richtig gute Arbeit geleistet. Was hier herumkreucht und -fleucht. Hut ab! Das sieht alles richtig cool und gut aus.

Anders gesagt: Ich hätte den Film echt gern gemocht und würde hier gern schreiben wie toll er ist. Ich kann’s nur nicht. Und wieder einmal das Tragische daran: Da steckt ein richtig guter Film drin (wenn man die Szenen in denen Kara ihre Kräfte verliert vielleicht um die Hälfte reduzieren würde und die andere Hälfte besser handlungstechnisch erklären), aber an dem wurde konsequenz vorbeinszeniert und vorbeigeschnitten. Wirklich, wirklich schade.

Vor allem für Milly Alcock, die mir in dieser Rolle tatsächlich richtig gut gefallen hat. Und natürlich Krypto. Aber der kommt im Film so wenig vor, dass man sich unweigerlich fragen muss, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre sich einen anderen Story-Aufhänger zu suchen, damit der Hund zumindest die Story retten kann. Aber – es hat nicht sein sollen.

Oh – und eine Frage: Wann können wir denn bitte mit dem Hollywood-Pseudo-Feminismus-für-Kinder aufhören? Ruthye ist da so ein Überbleibsel, welches echt nerven kann. „Warum ist er SuperMAN und du SuperGIRL?“ Mhm. Spart es euch einfach. Es findet niemand lustig und wie die Gleichstellung in Hollyood aussieht wissen wir nicht erst seit Harvey Weinstein.

Aber zurück zu Gillspie: Ich fand ja „I, Tonya“ einen spannenden Film und „Lars And The Real Girl“ ist ja auch halbwegs bekannt. Vielleicht liegt das Problem darin – und je länger ich darüber nachdenke, des wahrscheinlicher kommt es mir vor -, dass Gillspie die Charaktermomente durchaus drauf hätte. Das sieht man an ja an seinen anderen Filmen. Was er halt scheinbar nicht so drauf hat ist Action. Ohne die geht’s halt nicht in einem Superheld:innenfilm. Für mich also ein klarer Fall von falscher Regisseur für diesen Film. Ähnlich wie Nia DaCosta bei „The Marvels„. Nicht alle Independent-Regisseur:innen eigenen sich für Blockbuster.

„Supergirl“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, leider nicht richtig abhebende, Punkte.

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Chum (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/07/30/chum-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/07/30/chum-filmkritik/#respond Thu, 30 Jul 2026 05:00:50 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38924 Tina (Alice Eve) und Tom (Eric Michael Cole) sind frisch verheiratet. Sie haben jedoch bereits Probleme, wegen ihrem potentiellen neuen Job, der mit seiner Weltanschauung, nicht zusammen passt. Der Mittelmeer Yachtausflug, der ihnen von Freunden geschenkt wurde, kommt da genau … Weiterlesen

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Tina (Alice Eve) und Tom (Eric Michael Cole) sind frisch verheiratet. Sie haben jedoch bereits Probleme, wegen ihrem potentiellen neuen Job, der mit seiner Weltanschauung, nicht zusammen passt. Der Mittelmeer Yachtausflug, der ihnen von Freunden geschenkt wurde, kommt da genau richtig.

Auf hoher See kommt es jedoch zu einem Hai-Angriff und in Folge droht das Schiff zu explodieren. Roy (Jim Klock) und sein Fischfänger-Schiff sind zufällig in der Nähe und er rettet Tina und ihre Freunde aus ihrer misslichen Lage, wodurch der Ärger für sie, jedoch gerade erst anfängt…

Warum finde ich gut, dass Regisseur Jonathan Zuck (Meant to Be Broken) dieses Creature Feature abgeliefert hat? Weil man gute Zeiten nur zu schätzen weiß, wenn man auch schlechte erlebt hat. Dieser Film hat mir wieder mal vor Augen gehalten, dass Drehbuch, Schnitt, Effekte, Schauspiel usw. in unterhaltsamer Form, nicht selbstverständlich sind.

Nein, dies ist nicht Dangerous Animals auf trashig oder die AI Version davon (was vielleicht witzig gewesen wäre). Oft wird ja von vielen Seiten die Moral von modernen Filmen kritisiert. Mann oder Frau? Egal, eh das selbe. Gut oder böse? Egal, kommt nur auf die Sichtweise an. Was für ein absoluter Mist (nein, nicht Trash, sondern Mist).Ich kann ab jetzt nur spoilern um die Irritationen zu beschreiben, die hier ausgelöst werden.

Die Frau des Bösewichts wurde von einem Hai gefressen und deshalb jagt er ihn und wenn es das letzte ist, was er tut. So weit, so nachvollziehbar. Da der Hai nun Menschenfleisch gekostet hat, hat sich bei ihm ein Schalter umgelegt und er (ok, im Film ist es eine sie) lässt sich nur mehr von Menschenfleisch anlocken. Darum benutzt er Menschen als Köder.

Genau dieser Kerl hat das Voiceover zu Beginn und am Ende, als er besiegt wird. Da hört man er dachte es wäre Gerechtigkeit, aber er lag falsch (wirklich, Menschen opfern ist falsch..seit wann?) und nun ist es Zeit für Ruhe und ein nach Hause kommen zu seiner Frau. Hat er dieses romantisierte Finale verdient? Versteht ihr schon, wie daneben hier die Figurenzeichnung ist?

Und was ist mit den „Guten“? Nun das frisch verheiratete Ehepaar, will sich wieder scheiden lassen. Alle ihre Freunde sind nicht nur blass, sondern nervig. Chemie ist nicht mal ansatzweise vorhanden und die meisten hier Schauspieler zu nennen, wäre eine Beleidigung für diesen Beruf. Wenigstens als Chum, was auf deutsch Fischköder bedeutet, sind sie scheinbar gut genug.

Alice Eve (Take Cover) ist die einzige mir bekannte Darstellerin, die auch nichts retten kann. Dafür darf sie ihren Ausschnitt gut beleuchtet in die Kamera halten (sie ist auch als Produzentin dabei) und am Schluss selbstgerecht in die Kamera sprechen, dass der Klimawandel an den Hai-Attacken schuld ist. Echt jetzt, ich soll davon auch nur irgendwas ansatzweise ernst nehmen?

Wie der Hai auf den Menschen herum kaut und wie die Körperteile dann in CGI-Blut zerplatzen, das gehört zu den wenigen Sachen hier, die lustig trashig sind. Die Schnitte/Anschlüsse zum Finale hin, sind dagegen einfach nur lächerlich und schmeißen dich aus dem Geschehen. Der Versuch nicht vorhandenes Können und Charisma mit Damen in Bikinis auszugleichen, ist auf jeden Fall gescheitert.

„Chum: Gefährliche Bestien“ bekommt von mir 3/10 den unfähigsten Hai-Jäger der Welt präsentierende Empfehlungspunkte.

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Mockbuster (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/07/28/mockbuster-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/07/28/mockbuster-filmkritik/#respond Tue, 28 Jul 2026 05:00:10 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=39079 Anthony Frith hat ein Problem: Er wollte immer schon Filmregisseur werden, ist aber in seinem Job gefangen. Ja, er macht Filme, aber es sind Produktfilme und Werbevideos. Der letzte Auftrag kam von seinen eigenen Eltern. Jetzt wird er selbst Vater … Weiterlesen

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Anthony Frith hat ein Problem: Er wollte immer schon Filmregisseur werden, ist aber in seinem Job gefangen. Ja, er macht Filme, aber es sind Produktfilme und Werbevideos. Der letzte Auftrag kam von seinen eigenen Eltern. Jetzt wird er selbst Vater und irgendwie hat er das Gefühl, dass er seinen Traum jetzt angehen oder für immer vergessen muss.

Also tut er, was man so tut: Er bewirbt sich überall, bekommt laufend Absagen und wagt dann einen interessanten Schritt: Er schreibt „The Asylum“ an und fragt, ob er einen Film drehen darf. Und die sagen „Ja“.

Also macht sich Anthony von Australien auf zu „The Asylum“, bekommt einen Crashkurs, wie dort das Filme drehen läuft und wirklich spannend wird es, als er die Bedingungen hört: Er braucht ein Team vor Ort in Australien, das Drehbuch kommt von „The Asylum“ und das Budget bestimmen ebenfalls sie.

Außerdem wäre der Dreh in knapp drei Monaten und der geplante Drehzeitraum? Sechs Tage …

Dieser Film ist quasi für mich gemacht. Und Hut ab vor Anthony Frith, soweit mitgedacht zu haben, dass er gleich mitsamt dem Dreh des Aslyum-Films eine Dokumentation mitdreht. Das hat sich sicher ausgezahlt.

Im Kern ist es genauso, wie wir alle es immer vermutet haben: Kein Geld. Kein Budget. Keine Zeit. Und jetzt mach mal. Anthony bekommt quasi eine Woche vor dem Drehbeginn das Drehbuch. Sein interessierter Produzent winkt lachend ab, als er das Drehbuch und das Budget erfährt und fünf Tage vor Drehbeginn hat er noch nicht einmal Schauspieler:innen.

Ein kleiner Wahnsinn.

Wirklich cool sind auch die Einblicke in die Welt von Asylum selbst. Das waren für mich sogar die besten Momente – die Interviews mit den Verantwortlichen dahinter. Vor allem Paul Bales ist ein Hammer, der die ganze Zeit über Ansagen rauswirft, die zeigen, dass er absout weiß, was sie machen, wie sie es machen und warum sie es machen.

Egal, ob er die eigenen Film als „shitty movies“ bezeichnet, die Zuseher:innen als „very special crowd“ oder die Filmemacher, die sich bei ihnen bewerben als geisteskrank. „Why do we let you make a movie? Well, for one – we get a movie out of it for almost nothing and you are clearly mentally unstable.“ Großartig. Der ist die ganze Zeit über ein Hammer. „I am a sell-out-whore. I know.“

All die Einblicke hinter die Kulissen von „The Asylum“ sind viel spannender als der Dreh an sich, wie ich gestehen muss, denn der läuft genauso, wie man sich das vorstellt ab. Sechs Tage Zeit – da sind Spannungen vorprogrammiert und offen gesprochen, war das der für mich langweiligere Teil. Was ich spannend fand: Alle Kostüme mussten von „The Asylum“ genehmigt werden und das machen sie nicht ein paar Tage vor Drehstart (der ohnehin ja nur sechs Tage Drehzeit einkalkuliert hat), sondern am ersten Drehtag. Und dann brauchen die Stunden(!) um alles zu genehmigen. Dass da die Nerven bei allen blank liegen ist auch klar.

Auch als Anthony feststellt, dass es schwierig wird mit dem Budget eine Crew aufzutreiben und ihm Brendan – der Produzent auf Seiten von „The Asylum“ geschickt wird -, wird – da geht dann die Post ab. Und spätestens, als man dann sieht, wie doch alle Durchbeißen und Spaß bei der Sache haben und auch Anthony endlich – am letzten Drehtag – versteht, was er hier eigentlich macht und er die ganze Zeit über viel mehr Spaß hätte haben sollen – da ist man dann schon live dabei.

Großartig auch der Special-Effects-Meister, der Anthony sehr klar zu verstehen gibt, dass das VFX-Team genau drei Wochen Zeit hat, um die VFX zu produzieren, er sich also bemühen soll keinen Mist abzuliefern. Dann der Dreh. Dann die Nachbesprechung, weil es ein paar Probleme beim Schnitt gibt – zB laufen alle in Richtung X vor dem Dino davon, der eigentlich laut voriger Einstellung in Richtung X steht. Also laufen sie ihm alle in die Arme. Oder der Bildausschnitt ist so gewählt, dass wenn der VFX-Mann den Dino da einbaut, wo er hinsollte und zwar in der Größe, wie er aussehen sollte, dann würde man nur seine Zehen und, nun, „Balls“, sehen.

Großes Kino, diese Dialoge.

Was bleibt: Ja, „The Asylum“-Filme laufen beim Dreh genauso, wie man es sich dachte ab. Ganz genau so.

Und irgendwie hab ich Lust bekommen mir „The Land That Time Forgot“ anzusehen … ja, das ist der Film im Film, den Anthony mit seiner Crew dreht.

Kudos an Michael Paré, der wie ein sympathischer Profi wirkt und auch Eric Roberts, der aus seiner Sicht absolut klarstellt, dass es keinen Unterschied gibt zwischen einem Dreh wie „The Dark Knight“ oder „Sharknado“. Du gehst hin und machst deinen Job – nämlich Schauspiel. Sicher – im ersten Fall gehst du auf ein Set und steht ins Gotham City – das ist … wow. Im zweiten stehst du bei irgendwem im Garten, aber das Schauspiel – das bleibt gleich.

Kommt richtig sympathisch rüber, der gute Mann.

Ich fand es auch toll, wie viele Leute Anthony anfragt, um mit ihnen über seinen Dreh zu reden und die das auch machen. So sitzt er (als Beispiel) mit den Machern von „Talk To Me“ und „Bring Her Back“ beisammen. Als Anthony ihnen den Drehzeitplan und das Budget nennt kriegen beide einen Lachkrampf und lassen sich zur Aussage hinreißen, dass man dafür gerade mal ein halbwegs gutes YouTube-Video hinbekommen würde.

Alles in allem eine charmante Doku über die Enstehung eines Films von einer Filmschmiede, die wohl mehr berüchtigt als berühmt ist (und ja auch auf diesem Blog öfter mal erwähnt wird).

„Mockbuster“ bekommt von mir 6,5 von 10 möglichen, interessante Einblicke bietende, Punkte.

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Der Astronaut – Project Hail Mary (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/07/25/der-astronaut-project-hail-mary-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/07/25/der-astronaut-project-hail-mary-filmkritik/#respond Sat, 25 Jul 2026 05:00:46 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=38797 Im Jahr 2032 erwacht Ryland Grace (Ryan Gosling) aus seinem künstlichen Tiefschlaf in einem Raumschiff. Er ist alleine und ohne Erinnerung, warum er sich hier befindet. Langsam erkundet er das Schiff und bemerkt, dass er sich Lichtjahre von der Erde … Weiterlesen

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Im Jahr 2032 erwacht Ryland Grace (Ryan Gosling) aus seinem künstlichen Tiefschlaf in einem Raumschiff. Er ist alleine und ohne Erinnerung, warum er sich hier befindet. Langsam erkundet er das Schiff und bemerkt, dass er sich Lichtjahre von der Erde entfernt befindet.

Langsam kommen seine Erinnerungen zurück und somit das Ziel seiner Mission: die Sonne wird von einem Organismus befallen, wodurch alles Leben auf der Erde in naher Zukunft einfrieren wird. Grace Reise führt ihn zum einzigen Planeten im bekannten Sonnensystem, der nicht von der sogenannten Astrophage befallen ist…

Zu Beginn eine kurze Frage: Wann habt ihr zum letzten Mal zu Beginn des Abspannes eines Filmes, Hoffnung verspürt? Einfach das Gefühl, nicht Angst vor der Zukunft zu haben, sondern gemeinsam mit seinen Liebsten allen Herausforderungen der Welt gewachsen zu sein? Ich kann mich nicht daran erinnern, wann das zuletzt ein Film bei mir geschafft hat. Willkommen bei Project Hail Mary.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Autor Andy Weir aus dem Jahr 2021, haben die beiden Regisseure Phil Lord und Christopher Miller (The Lego Movie, 22 Jump Street) gemeinsam mit Hauptdarsteller und Produzent Ryan Gosling hier etwas auf die Beine gestellt, was Hollywood scheinbar seid Jahren verloren hat.

Ich spreche davon einen Blockbuster zu schaffen, der Herz und Hirn hat und statt modernen Agendas Themen behandelt, die jeden Menschen betreffen oder man zumindest nachvollziehen kann. Was bist du bereit zu geben, für geliebte Wesen? Was für das Wohl der gesamten Menschheit? Wo hört der Egoismus auf und die Empathie beginnt? Und nur ganz nebenbei: die Leichtigkeit, die hier durch Humor erzeugt wird, ist dennoch immer wieder spürbar, jedoch ohne der Spannung zu schaden.

Selbst wenn man es als Metapher nimmt: „nur Leben kann das Nichts/den die Sonne fressenden Organismus“ eindämmen, ich finde diese der Unendlichen Geschichte ähnlichen Botschaft (nur Fantasie kann das Nichts stoppen) einfach universell. Ebenfalls ein spannendes Thema ist die Art und Weise, wie sich Menschen durch Unsicherheiten selbst bremsen können.

Das macht Ryland Grace auch zu einer perfekten Hauptfigur, denn er hat mehr spezifisches Wissen, als die meisten Menschen auf der Welt, doch ebenso groß ist seine Unsicherheit. Ich muss Ryan Gosling (The Fall Guy) hier wirklich ein riesiges Lob aussprechen, denn ich kann mir keinen anderen Darsteller in dieser Rolle vorstellen.

Wie charmant, spielerisch und auch tollpatschig er agiert und dabei ohne es zu merken ständig „mikro über sich hinauswachs Aktionen“ liefert, das ist großes Kino. Passend dazu sind die eingefangenen Bilder so, als würde man sich selbst im Weltall befinden und der Soundtrack fesselt und ja, auch der liefert dieses „alles wird gut“ Gefühl.

Was mich zu Rocky bringt, gesteuert und gesprochen von James Ortiz und seiner Puppenspieler-Crew. Wer glaubt, für einen Felsen kann man keine Gefühle entwickeln, nun der hat Rocky noch nicht kennen gelernt. Von seinen Bewegungen über seine Art zu sprechen bis hin zu seinem Verständnis von richtig und falsch, er ist schon ein echter Fels in der Brandung und seine Interaktionen mit Grace porträtieren in Summe einfach eine wundervolle Freundschaft.

Nach circa 50 Minuten trifft Grace auf Rocky und nach weiteren 100 Minuten, ist der Film zu Ende und nein, trotz längeren ruhigeren Sequenzen vor allem zu Beginn und zahlreichen Rückblicken, würde ich hier keine Minute streichen wollen. Gosling hat ja in einem Interview gesagt, es sei nicht die Aufgabe der Zuschauer ins Kino zu gehen sondern Aufgabe der Filmemacher/Darsteller etwas zu schaffen, dass Menschen ins Kino lockt.

Eine selbstverständliche Aussage könnte man meinen doch nicht in Zeiten, in denen wir als Kunden, wenn wir etwas schlecht finden, als die Bösen hingestellt werden. Warum ich das nun am Ende noch erwähne? Nun ich will euch zeigen, dass man auch im Jahr 2026 rund um einen Film (auch die Promotion) alles richtig machen kann, man benötigt nur die richtigen Leute mit dem richtigen Mindset.

P.S.: Ich habe den Film mittlerweile drei mal gesehen und ich muss sagen, das ist vor allem auf menschlicher Ebene großartig und das obwohl man die Art und Weise, wie Grace auf dem Raumschiff gelandet ist, leicht moralisch angreifen könnte. Der Film nützt sich nicht ab, sondern wird bei mehrmaliger Sichtung irgendwie noch besser, weil die Bindung zum Geschehen noch mehr wächst. Höchstens Menschen, die sich das Kind in sich als Erwachsener nicht behalten haben, könnte die Sache zu infantil sein. Aber genug geschrieben, ich schließe mit Rockys Worten, als perfekte Werbung für diesen Film: „Amaze, Amaze, Amaze“!

„Project Hail Mary“ bekommt von mir 10/10 keine Flucht vor der Realität porträtierende, sondern eine Erinnerung wozu wir fähig seiende Empfehlungspunkte.

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Christopher Nolan’s The Odyssey (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/07/23/christopher-nolans-the-odyssey-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/07/23/christopher-nolans-the-odyssey-filmkritik/#respond Thu, 23 Jul 2026 05:00:56 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=39059 Nachdem Odysseus (Matt Damon) durch einen Trick die Belagerung von Troja beendet hat, macht er sich mit seiner Crew auf die Heimfahrt. Dumm nur, dass er eine Abkürzung nehmen möchte, die ihn zu einer Insel bringt. Dort wollen sie ihren … Weiterlesen

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Nachdem Odysseus (Matt Damon) durch einen Trick die Belagerung von Troja beendet hat, macht er sich mit seiner Crew auf die Heimfahrt. Dumm nur, dass er eine Abkürzung nehmen möchte, die ihn zu einer Insel bringt. Dort wollen sie ihren Proviant aufstocken, folgen einem Schaf und treffen in einer Höhle auf den Schafhirten. Der ist allerdings ein Riese und ein Zyklop. Der gleich mal ein paar von Odysseus Männern frisst. Durch einen Trick schaffen sie es zu entkommen, blenden allerdings den Zyklopen – soll heißen: Sie machen ihn blind.

Das war ein Fehler. Denn der Zyklop ruft im Schmerz immer wieder einen Namen: Poseidon! Deshalb denken Odysseus Männer, der Zyklop wäre ein Sohn von Poseidon und der Gott des Meeres hätte Odysseus deshalb verflucht.

Das zeigt sich darin, dass der Schiffweg nach Hause, der im schlimmsten Fall Monate dauern sollte, mehrere Jahre dauert.

Und Zuhause warten seine Frau Penelope (Anna Hathaway) und sein Sohn Telemachus (Tom Holland) auf seine Heimkehr, während viele Freier seit knapp drei Jahren dort warten und auf ihre Kosten leben. Aber Penelope will keinen neuen Mann. Lange allerdings wird das nicht mehr klappen …

Es gibt vermutlich bereits Tausende Kritiken da draußen, die sich um Nolan’s „The Odyssey“ drehen. Und grob die Hälfte davon zerlegt den Film, weil er historisch nicht akurat ist. Die andere Hälfte zerlegt ihn, weil er ein optisches Wunderfest darstellt. Irgendwo gibt es eine Schnittmenge von jenen, die es großartig finden, dass Nolan noch auf echte Effekte und Drehen vor Ort setzt.

Ich lasse jetzt mal den ganzen technischen Schnickschnack außen vor, denn in Wahrheit ist es völlig egal wie der Film gedreht wurde. Was man merkt, ist, dass die Leute vor Ort waren – an echten Stränden und Wiesen. Da gibt es keinen bzw. wenig Greenscreen und nur ein bisschen Sound Stage. DAS ist wirklich großartig. Weil man das merkt. Weil die Leute sich einfach im echten Rauam realistischer und sicherer bewegen. Also für das – Hut ab. Die ganze Story mit den IMAX-Kameras und all dem anderen Zeug? Juckt mich nicht.

Der Backlash für das Casting. Ich möchte da gar nicht viele Worte darüber verlieren, nur so viel: Page ist nicht Achilles und auch kein Stand-In für Achilles. Es ist ein eigener Charakter und der passt sehr gut in die Story, die Nolan erzählen will. All die Memes und all die Wortmeldungen á la „Page würde im Krieg in Troja keine zehn Minuten überleben“ – stimmt. Nolan weiß das auch. Stellt euch eine Person vor, von der ihr mit einem Blick wisst: Diese Person ist für niemanden eine Gefahr. Genau. Page. Nach einer Minute im Film stirbt der Charakter. Zack. Aus. Der Grund dafür ist logisch. Erzählt Odysseus später mal, es sei der großartigste Krieger überhaupt gewesen? Ja. Aber das ist eine klare Lüge, die er erzählt um jemand anderen zu beschämen.

Zweite Sache: Lupita Nyong’o. Passt sie in die Rolle(n)? Nein. Hat sie gestört? Nein. Sie kommt vielleicht in Summe fünf Minuten vor. Und für die Handlung ist sie im Kern sogar unwichtig. Die Odyssee startet NACH dem trojanischen Krieg. Auch wenn dessen Auswirkungen natürlich der Grund für die „Odyssee“ darstellt.

Kurz zum Casting generell: Ich bin völlig beeindruckt gewesen, welche Schauspiel-Kaliber Nolan um sich scharen kann – sogar für völlige Nebenauftritte, die eben quasi „du zwinkerst und sie sind vorbei“-Momente sind. Komplett irre.

Schade dabei: Es gibt ein paar Casting-Entscheidungen, die einfach nicht gut waren. Zum Beispiel Jon Bernthal. Der ist völlig fehlbesetzt und wirkt wie im falschen Film. Oder Zendaya (die übrigens keine Göttin spielt, sondern das schlechte Gewissen von Odysseus – er nennt es nur Athena) – allerdings halt ich die generell schlecht aus. Tom Holland – der war okay, aber der ist und bleibt Spider-Man. Der kann nichts anderes mehr spielen. Nie wieder. Der Rest – okay.

Matt Damon: Hammer! Der war für mich einfach großartig. Charlize Theron? Hab jede Sekunde im Film mit ihr geliebt – ja klar will Odysseus jahrlang bei der bleiben. Die Frau hat einfach Charisma. Die braucht nur stillstehen und in die Kamera gucken und ich würde mir das stundenlang ansehen.

Ansonsten: Der Film ist kein audiovisuelles Fest. Er ist auch nicht episch. Er erzählt eine Geschichte, die sich über mehrere Jahre erstreckt, ja. Aber das macht ihn noch nicht episch. Die Größe der Geschichte ist in diesem Fall sogar sekundär, denn Nolan hat sich entschieden, sich auf Odysseus zu konzentrieren. All die Massenschlachten im Trailer bzw. die Eindrücke, die ihr habt, die wie Massenschlachten wirken – es gibt keine. Nicht wirklich.

Was wir dafür haben: Einge Szenen in denen der Fokus verrutscht und das Bild unscharf ist (kann passieren mitten im Regen und Sturm) und viele Szenen in denen Odysseus mit seinen Männern flieht. In Richtung Boot. Das wirkt manchmal glaubwürdig (die Flucht vor dem Zykklopen) und manchmal extrem(!) unglaubwürdig, wie die Flucht vor den Riesenkriegern in den Silberrüstungen (Laestrygonians, wer es genau wissen will – oder zumindest angelehnt an diese).

Um die Story kurz zu umreissen: Nolan klappert nicht alle vierzehn Stationen der Odysee ab. Er kürzt zusammen und er verpasst vielen sogar eine extreme Kurzversion (die erwähnten Laestrygonianer – Insel, Kind, Hallo sagen, Kind schreit – Krieger kommen und killen alle. Kein Palast, keine Königin, kein König, der gleich mal zwei Krieger frisst, kein Hafen, kein Steinwurf, kein Versenken von 11 von 12 Schiffen, usw).

Es ist also jederzeit möglich Nolans Film aus dieser Perspektive zu zerlegen und zwar in kleinste Einzelteile. Absolut. Das geht sogar für Laien, die nur zum Teil wissen, was die Odysee überhaupt sein soll, weil Nolan oftmals auch keinen Kontext liefert – warum nochmals greifen die Laestrygonianer an? – nur als Beispiel. Ich hatte Leute im Kino neben mir, die haben nach dem Film bei ein paar Szenen laut beratschlagt, was das eigentlich passiert ist und warum.

Also der Film ist mit Sicherheit weder ein visuelles – dazu bietet er zu wenig Schauwerte – noch ein storymäßiges – dazu hat er zu viele Storylücken in sich – Meisterwerk.

Was er auf jeden Fall ist: Audiovisuell für das Kino gemacht. Im Heim-TV kann er nur verlieren. Gibt’s gar nicht anders.

Was mich überrascht hat – ich bin kein Nolan-Fanboy, ich kenne „Following“, „Memento„, „The Prestige“ und die „Batman“-Filme von ihm. „Inception“ fand ich so langweilig, dass ich ihn nicht mal fertig geguckt habe – das war wirklich ein Film von Mr. Filmtechnik, bei dem ich beim letzten großen Monolog von Odysseus Tränen in den Augen hatte. Weil alles an diesen Punkt geführt hat – die gesamte Reise mitsamt allen Stationen und ganz viel Kleinigkeiten am Weg hat dorthin geführt. Das fand ich wirklich großartig und Matt Damon hat schwer geliefert. Das hat mir fast das Herz gebrochen.

Es wird im Film ja immer wieder mal erwähnt bzw. wird Odysseus unterstellt, er wolle ja gar nicht nach Hause – Hammer. Oder die „People From the Sea“, die brandschatzend übers Meer brausen – all das wird aufgelöst und ich hatte wirklich – ich wiederhole: Bei einem Nolan-Film! – Tränen in den Augen.

Und ja, das hat mit Troja zu tun. Und um auch diesen Punkt gleich mal klarzustellen: Dieser Film baut seine Story nicht nur aus der Odysee zusammen. Es spielt auch die Illias (der Krieg bzw. die Belagerung von Troja) mit rein oder Virgils Aeneid (hab ich nie gelesen), wenn es um das Rundherum und Kontext (was passierte mit Agamemnon, aus „Agamemnon“ von Aeschylus, als Beispiel) geht. Also all die Argumente á la „Das ist nicht Homers Odyssee“ – Korrekt. Ist es nicht. Na und?

Also all die „Experten“ – schon klar. Ihr kennt die Odyssee auswendig. Und jene, die meinen, die „Götter“ im Film hätten göttlicher aussehen sollen, nun – es gibt keine Götter Film. Überhaupt keine. Gar keine. Nicht ein einziges Mal. Für jene, die die „irdische Optik“ der „Götter“ ankreiden.

Ich denke, man kann an dem Film auch so einiges aussetzen – ohne Sachen erfinden zu müssen.

Was ich auch eher so mau fand waren 50% der Musik. Trommeln (oder ähnliche Instrumente), die immer schneller und schneller schlagen – minutenlang! Das ist einfach mühsam. Ja, es funktioniert. Aber ich würde es nicht mal als Musik bezeichnen. Percussion. Okay. Aber nicht wirklich gut. Am Ende dann – der oben erwähnte Monolog – da war es dann toll. Da hat es gelickt. Da haben Bild, Musik, Sprache und alles zusammen mehr ergeben als die Summe der einzelnen Teile. Das war Gänsehaut.

Alles in allem: Ja, „The Odyssey“ war ein Erlebnis im Kino. Viel wird von dem Film allerdings nicht bleiben. Die Kontroverse rund um den Film wird größer bleiben als der Film. Denn dieser ist sicher sehenswert, aber mehr nicht. Ist der große „aha“-Moment gegen Ende die zweieinhalb Stunden vorher wert? Vermutlich nicht. Vor allem hätte man den Effekt auch mit weit kürzerer Laufzeit erzielen können. Und ich war auch deswegen so ergriffen, weil ich ihn nicht kommen gesehen habe.

Ist es völlig abartig, dass null Griechen im Film gecastet wurden? Ja. Absolut. Macht das den Film schlechter oder besser? Nein.

„Christopher Nolan’s The Odyssey“ bekommt von mir 7,5 von 10 möglichen, sehenswerte, aber nicht umwerfende und sicher nur im Kino richtig funktionierende, Punkte.

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Mike & Nick & Nick & Alice (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/07/21/mike-nick-nick-alice-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/07/21/mike-nick-nick-alice-filmkritik/#respond Tue, 21 Jul 2026 05:00:00 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=39047 Quick Draw Mike (James Marsden) wurde ermordet für einen Verrat, den er gar nicht begangen hat. Zumindest lief die Sache das erste Mal so ab. Nick (Vince Vaughn) hat nämlich eine Zeitmaschine im Keller eines Erfinders entdeckt und will die … Weiterlesen

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Quick Draw Mike (James Marsden) wurde ermordet für einen Verrat, den er gar nicht begangen hat. Zumindest lief die Sache das erste Mal so ab. Nick (Vince Vaughn) hat nämlich eine Zeitmaschine im Keller eines Erfinders entdeckt und will die Sache wieder hinbiegen.

Das einzige Problem ist der Nick aus der Gegenwart, aber den wird er mit Hilfe von Mike, schon überzeugen können. Zeit für Alice (Eiza González) muss ebenfalls sein in der Geschichte, immerhin ist sie Nicks Frau und Mike hat eine Affäre mit ihr…

Nach Happily ist dies erst der zweite Spielfilm von BenDavid Grabinski, der hier auch wieder alleine für das Drehbuch verantwortlich war. Es ist ein wilder Mix geworden, der seine Zeitreise Story mit vor allem wegen den Gesprächen schräger Situationskomik verbindet und mit wilden, gar nicht mal so unblutigen Action-Einlagen, das Ganze verbindet.

Wie man von dieser Beschreibung bereits erkennen kann, ist dies ein rein auf Unterhaltung ausgelegtes Abenteuer, dass mit seiner Kurzweiligkeit und seinem spielfreudigen Cast besticht. Wie essentiell Gespräche über Gilmore Girls und die Frage, wer denn der beste Boyfriend für Rory gewesen ist, wirklich sind, wird hier ebenfalls aufgeklärt.

Was ich auch gelernt habe: für zwei Vince Vaughn´s (Freaky) auf einer Leinwand, ist definitiv genug Platz. Dabei machen es die feinen Nuancen im Gesicht aus, der eine will etwas wieder gut machen, der andere ist ein Egoist, der aber nur ein, zwei falsche Entscheidungen davon entfernt ist, wie sein zukünftiges Ich zu werden.

Egal ob sie sich zunächst bekämpfen oder später gemeinsam Gangster beseitigen, das macht Spaß. James Marsden (Sonic) als Quick Draw Mike vereint zwischenmenschliche Unsicherheiten und Angst um sein Leben mit effektiver Coolness und der Humor kommt weder bei ihm noch bei Eiza González (In The Grey) als Alice zu kurz.

Reaktionen, Oneliner, Gespräche, wo zwei Beteiligte völlig aneinander vorbei reden und wie der gesamte Cast diese präsentiert, machen für mich auch die kleinen, sich summierenden Freuden aus, die mir bei diesem ansonsten eher schneller wieder in Vergessenheit geratenen Spaß, in Erinnerung geblieben sind.

Der Cameo-Auftritt von Dolph Lundgren (Aquaman 2) hat eine „grinsendes Kopfschütteln“ Reaktion bei mir erzeugt und Jimmy Tatro (Scream 7) als Jimmy Boy ist herrlich übercool mit völliger Funkstille zwischen seinen Ohren und einem Musikvideo im Schlussspann, in dem sich noch ein paar weitere, witzige Deleted Scenes befinden.

Die Atmosphäre am Set wird von den Darstellern eins zu eins aufs Publikum übertragen und das ist in diesem Fall sehr gut. Ein typischer Streaming Film der guten Kategorie (läuft auf Disney+), schnelllebig und ohne echte Substanz, aber einmalig wirklich unterhaltsam. Und jetzt legt los, baut euch eure eigene Zeitmaschine und behebt Fehler, die ihr in der Vergangenheit begangen habt!

„Mike & Nick & Nick & Alice“ bekommt von mir 6,5/10 mit der Ex und dem besten Kumpel, doppelten Spaß habende Empfehlungspunkte.

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The Whistler (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/07/18/the-whistler-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/07/18/the-whistler-filmkritik/#respond Sat, 18 Jul 2026 05:00:34 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=39033 Nicole (Diane Guerrero) und ihr Mann ziehen zurück aufs Land bzw. nach Venezuela. Passend, dass auch ihr Schwiegervater vor kurzem verstorben ist und ihr Mann jetzt der Mann im Haus ist. Laut ihrer Schwiegermutter. Und der Mann im Haus ist … Weiterlesen

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Nicole (Diane Guerrero) und ihr Mann ziehen zurück aufs Land bzw. nach Venezuela. Passend, dass auch ihr Schwiegervater vor kurzem verstorben ist und ihr Mann jetzt der Mann im Haus ist. Laut ihrer Schwiegermutter. Und der Mann im Haus ist dringend notwendig, denn die Farm bzw. Ranch hat Probleme: Die Felder im Besitz der Familie werden von „Squattern“ genutzt, die es sich dort gemütlich gemacht haben.

Und außerdem geht irgendetwas um in den Reihen der Felder. Etwas, dass der Folklore nach „The Whistler“ heißt. Und wenn du ihn sein Lied pfeifen hörst, dann bist du kurz darauf Geschichte.

Alles nur Gerüchte, so Nicoles Mann. Das sind sicher die Squatter, die Leute über den Jordan schicken. Immerhin machen die Voodoo oder so Zeug. Aber Nicole glaubt der Sache nicht …

Wenn ich den Film auf einen Satz zusammenfassen darf: Ein Monster, dieses Mal pfeift es, geht am Land um und killt mehr oder weniger wahllos Leute bis es aufgehalten wird.

Das ist es. Mehr ist es nicht. Das Monster ist neu, aber auch nur dem Namen nach – alles andere an ihm ist zu 100% generisch. Es gibt auch keinen Twist. Man sieht in der ersten Szene wie es entsteht. Ja, nach knapp zwei Drittel sehen wir, dass die erste Szene uns – oh Schock! – etwas vorenthalten hat, was damals passiert ist und das soll wohl unseren Blick auf einen Charakter im Film verändern. Mir war’s völlig egal, weil auch alle Figuren im Film zu 100% austauschbar sind.

Ich musst ehrlich gesagt sogar den Namen der Hauptfigur nachschlagen, weil ich ihn zehn Minuten nach dem Film nicht mehr wusste. Die zwischenmenschlichen Momenten zwischen Nicole und ihrem Mann sind fast ein wenig schmerzhaft. Ich habe vergessen zu erwähnen, dass die beiden ihr Kind verloren haben und auch deshalb in Venezuela sind – Abstand. Neuanfang.

Klappt wie in jedem anderen Horrorfilm natürlich wunderbar.

Ich kann es nicht sagen, zumindest kann ich den Finger nicht auf die Wunde legen, aber der Film hat es zu keinem Moment geschafft, mich abzuholen. Vielleicht liegt es dann der Werbekatalog-Optik von Diane Guerrero – ja, sie sieht gut aus. Sie kann spielen. Aber irgendwie hat sie für mich nicht in den Film gepasst. Zu sauber, zu adrett, zu „schön“.

Der Rest des Films hat einen dreckigen, natürlichen Look. Man merkt, es ist Venezuela und nicht irgendein High-Tech-Vorort in Amerika. Der Dschungel ist da. Die Männer auf der Farm, die Squatter – das sind Personen, die wirken als hätten sie schon dort gelebt und gehörten zu Land – also kudos in diese Richtung.

Die Entscheidung Diane Guerrero so wirken zu lassen, war vermutlich eine bewusste Entscheidung, weil das „Großstadtmädel“ aufs Land kommt und dort nicht hinpasst. Was allerdings ja nicht stimmt, denn sie spricht ja perfekt spanisch und überhaupt, wenn man die Backstory … ach, egal. Ich denke da mehr drüber nach als die Macher:innen.

Es gibt wie üblich nach knapp zwei Drittel mal einen so genannten Twist, der einer war, der auch gut gemacht war, aber er wird quasi sofort aufgelöst – man sieht es ja! – nur, um dann einige Zeit später als „Twist“ aufgegriffen zu werden. Äh – Nein. Das war kein Twist. Das habt ihr ja vorher schon gezeigt. Aber gut. Haben sie vielleicht vergessen.

Naja, ich formuliere es mal nett: Der Film ist absolut in Ordnung. Er macht nichts grundlegend falsch, aber auch nichts grundlegend anders oder Interessantes. Das Schauspiel passt schon. Die Kameraarbeit funkt. Die Optik ist (großteils) passend.

Es scheitert halt an einem Drehbuch, welches irgendwie zumindest für mich nie wirklich zündet. Und dann plätschert es noch eine Weile herum und dann ist er aus. Es gibt dann noch – natürlich! – eine Szene in welcher Nicole mit ihrem verstobenen Kind sprechen kann – immerhin will sie das ja nachdem sie von all dem Voodoo erfährt – und tja, was soll ich sagen?

Ich verweise auf den ersten Absatz dieser Review.

„The Whistler“ bekommt von mir 5 von 10 möglichen, als grundlegend okay, aber halt auch völlig generisch seiende, Punkte.

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Passenger (2026 Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/07/16/passenger-2026-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/07/16/passenger-2026-filmkritik/#respond Thu, 16 Jul 2026 05:00:35 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=39024 Die eigenen vier Wände als Gefängnis sehen, als feststecken an einem Ort. Für Tyler (Jacob Scipio) ist gerade sein Traum in Erfüllung gegangen, denn er und seine Freundin Maddie (Lou Llobell) haben ihre Wohnung aufgegeben und einen Van gekauft. Nach … Weiterlesen

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Die eigenen vier Wände als Gefängnis sehen, als feststecken an einem Ort. Für Tyler (Jacob Scipio) ist gerade sein Traum in Erfüllung gegangen, denn er und seine Freundin Maddie (Lou Llobell) haben ihre Wohnung aufgegeben und einen Van gekauft.

Nach ein paar Wochen auf der Straße, überholt sie eines Nachts ein Auto, dass kurz darauf einen Unfall hat. Die beiden bleiben stehen um zu helfen und ab diesem Zeitpunkt, geschehen seltsame Dinge und vor allem Maddie fühlt sich irgendwie verfolgt…

Regisseur André Øvredal fühlt sich sichtlich Zu Hause innerhalb des Horror-Genres, zuletzt kam von ihm 2023 The Last Voyage of the Demeter. 2026 ist ja grundsätzlich ein sehr starkes Jahr für Freunde der gruseligen Kunst, aber es gab auch Filme wie Psycho Killer. Leider ist dieser extra für den Film erfundene „Passagier“, ebenso nicht gerade allzu spannend geraten.

Das Setting finde ich dabei aber sowohl interessant alas auch unverbraucht, denn dass es einen modernen Trend gibt hin zum „Van-Life“, also das nomadische Leben im Campervan, war mir bisher nicht bewusst. Sich im Wald eine kleine Leinwand aufzustellen um Filmabend zu machen oder am Parkplatz am Strand zu übernachten, da kommt die Atmosphäre dieses Lebensstils sehr schön zur Geltung.

Das ist jedoch nur der Rahmen, denn die langen, dunklen Straßen mit den geflüsterten urbanen Legenden und der dazugehörigen Roadside-Folklore, sind der eigentliche Hauptdarsteller. Der Passagier als Gegenspieler ist schön klassisch gestaltet und kaum von anderen Geistern/Dämonen in Filmen zu unterscheiden. Ein paar gut getimte Jump Scares, verfehlen dabei ihre Wirkung nicht, falls man auf solche anfällig ist.

Gestört haben mich manche zu sehr konstruiert wirkende Sequenzen, bei denen „künstlich“ Spannung erzeugt werden soll. Wenn sich etwa eine Person vom Van wegdreht, die Kamera mit ihre eine Runde dreht und das Auto dann plötzlich weiter weg parkt, hat mich das schon beim ersten Mal genervt und es kommt mehrmals vor.

Auch typische vorhersehbare Dinge, z.b. wie ein Beamer gehalten wird als Lichtquelle, wo sofort klar ist, dass der kurze Zeit später vor Schreck fallen gelassen wird, haben mich aus dem Geschehen geworfen. Den Rest erledigt Jacob Scipio, den ich wenn er hart Jungs spielt (siehe Massive Talent oder Expendables 4), eigentlich ganz gut finde.

Als Tyler kann er vor allem mit den übernatürlichen Teilen nicht wirklich etwas anfangen. Sein ausgesprochenes „ich glaube dir“ seiner Verlobten gegenüber ist richtig irritierend, da es so unglaubwürdig klingt und er hat mehrere Momente, wo er Sätze mit einem „there is something off“ Charakter versieht und nein, das gehört nicht zu seiner Rolle.

Lou Llobell (Foundation) als Maddie agiert da viel stimmiger, mit ihr kann man auch besser mitleiden. Vor der Mittelmäßigkeit kann diesen Film aber Niemand retten, auch nicht kleine Gewaltspitzen mit fast abgetrennten Köpfen. Ergibt in Summe einen soliden Genre-Beitrag, der in keiner Weise im Gedächtnis bleibt und einige Seher wohl durchaus auch langweilen könnte.

„Passenger“ bekommt von mir 5/10 den Reiz des Lebens auf der Straße, völlig verloren habende Empfehlungspunkte.

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Louis Theroux: Inside The Manosphere (Filmkritik) http://darkagent.blogsit.net/2026/07/14/louis-theroux-inside-the-manosphere-filmkritik/ http://darkagent.blogsit.net/2026/07/14/louis-theroux-inside-the-manosphere-filmkritik/#respond Tue, 14 Jul 2026 05:00:25 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=39031 Louis Theroux hat schon ein paar spannende Dokumentationen gemacht, keine Frage. Da ging es um Nazis, Boybands, Girlbands und allerlei anderes Zeug. Dieses Mal hängt er sich in die Welt der Influencer und verbringt Zeit mit drei sehr berühmten Männern, … Weiterlesen

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Louis Theroux hat schon ein paar spannende Dokumentationen gemacht, keine Frage. Da ging es um Nazis, Boybands, Girlbands und allerlei anderes Zeug.

Dieses Mal hängt er sich in die Welt der Influencer und verbringt Zeit mit drei sehr berühmten Männern, die mit Frauenhass und Männlichkeitsklischees großes Geld machen. Und – leicht widersprüchlich – zB OnlyFans-Girls promoten, während sie gleichzeitig behaupten, diese Art des sich verkaufens würden sie widerlich finden.

Die Frage: Wie sind die Typen wirklich und glauben die den ganzen Mist, den sie erzählen?

Louis geht der Frage auf den Grund …

Louis Theroux hat schon einige Dokumentationen produziert und als Moderator bzw. als derjenige, der im Bild die unangenehmen Fragen stellt, geleitet und geführt. Also quasi was Michael Moore machte, nur mit weniger Populismus.

In diesem Fall hat er sich drei Influencer geschnappt, um mit Ihnen Zeit zu verbringen. Da wäre mal HS, das muskelbepackte Mama-Bubi, der denkt, er hätte dicke Eier und wisse wie das Leben läuft, weil er x Follower auf Insta hat und viel Kohle – dank Product-Placement. Und so weiter.

Dann gibt es noch Myrone (oder so ähnlich geschrieben), der absolut viele – natürlich männliche – Follower hat. Der Hauptgrund dürfte seine absolut wilden Aussagen über die Beziehung zwischen Männern und Frauen sein. Also, ich sag mal so: Wenn jemand eine strikte Hierachie und Gewalt in Beziehungen propagiert, dann erreicht er halt ein wenig gewisses Publikum. Spannend vor allem: Der Typ hat ne Freundin. Die richtig, richtig nett wirkt.

Und natürlich noch Sneako – der ein Maga-Mann ist und schrägerweise irgendwann dann zum Islam konvertiert. Wie das zusammenpasst? Was weiß denn ich. Und da gibt tes dann noch jemand. Niemand besonderes, aber mir fällt der Name nicht ein und er ist mir zu unsympathisch, um ihn zu googeln.

Wie dem auch sei – der Blick auf diese Personen ist amüsant, schmerzhaft, abstoßend und faszinierend zugleich. Was man vor allem sieht: Das sind alles noch kleine Kinder im Kopf, die nie erwachsen geworden sind und einer Fantasie nachlaufen, die es nicht gibt. Und sie verkaufen diese Fantasie auf Social Media an viel zu junge Leute, die diesen Mist glauben.

Der zweite Punkt: Da gibt es genug junge und – offen gesprochen – sehr hübsche Frauen, die ebenfalls den leichten Weg gehen wollen und mit ihrem Aussehen Geld machen möchten, während sie gleichzeitig den Eindruck erwecken möchten, alles sei easy. Das wird ein ganz anderes, schräges Erwachen werden eines Tages, aber um die geht es hier nicht.

Der dritte Punkt: Es ist absolut klar, dass die Typen das Leben von dem sie reden (mit einer! Ausnahme) nicht leben. Die sind einfach 100% im Social Media-Modus. Und spannend: Sie alle sind ohne Vaterfiguren aufgewachsen. Sie lieben ihre Mütter, sagen sie lieben Frauen und zwar in dem Sinn, dass sie (die Männer) Feministen sind und besser als die Frauen wissen würden, was für die Frauen gut sei. Großartige Logik. Das Problem des Feminismus (oder seinem Ruf) in einem Satz zusammengefasst. Hammer.

Ich finde die Fragen, die Louis immer wieder stellt absolut nachvollziehbar und gut. Wirklich gut. Zum Beispiel interviewt er auch Angie, die Freundin von Myrone und die wirkt richtig nett. Und neben ihr bzw. in ihrer Anwesenheit – da wirkt der Typ auch nett. Man merkt, sie ist ihm wichtig, er spricht mit ihr ab, wie weit er gehen darf, was er sagen darf und sie bestätigt auch, dass alles nur Show ist und er zuhause ganz anders.

Dumm nur, dass er kurz nach dem Interview die Beziehung beendet. Scheinbar war das Feedback seiner Fans zu diesem Interview, dass er ein Weichei sei und zu freundlich zu seiner Freundin. Lasst das mal sickern. Und seine Reaktion: Beziehungsende. Mhm. Was für ein Vorbild.

Und am schlimmsten ist HS: Wenn der Typ nicht die Scheinheiligkeit in Person ist, dann weiß ich auch nicht. Die Szene, die wirklich offenbart, wie er ist, kommt gegen Ende des Films – als er Louis in Anwesenheit seiner Mutter trifft und das gesamte Ding live streamt, ohne Louis etwas davon zu sagen. Und diese Inszenierung für die Kamera – Hallelujah ist das peinlich.

Und dann die Aussage in die Kamera „you see him filming – it’s gonna show up in his documentary edited. We don’t edit. all the truth all the while.“ Tags darauf erscheien snippets (also edits) aus dem stream auf Social Media. Mhm. Leicht scheinheilig.

Wie dem auch sei – alles spannend anzusehen. Aber die Frage ist: Was ist schlimmer? Jemand, der diesen Mist wirklich glaubt oder jemand, der ihn nicht glaubt und ihn nur vor der Kamera verzapft, um Geld zu machen?

Schwere Frage. Die Konsequenzen für Fans und Follower dieser Dogmen – und noch schlimmer: Für alle Frauen, die diesen Typen über den Wegen laufen, sehen wir ja jeden Tag. Wie viele Frauenmorde in allein in Österreich in diesem Jahr? Und in Deutschland? Und den USA?

2026. Und immer noch dieser Mist.

„Louis Theroux: Inside The Manosphere“ bekommt von mir 8 von 10 möglichen, man hätte sicher noch tiefer gehen könnende, Punkte.

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