Gänsehaut-Momente | Darkagent http://darkagent.blogsit.net We love being entertained! Sat, 02 Jan 2021 13:25:23 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.5 Gänsehaut-Momente: Life Is Strange: Before The Storm – Rachels Wut http://darkagent.blogsit.net/2018/08/02/__trashed-7/ http://darkagent.blogsit.net/2018/08/02/__trashed-7/#respond Thu, 02 Aug 2018 06:00:32 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=29772 Teenagerjahre sind die Hölle. Hormone. Andere Teenager. Alles mies. Erwachsen werden ist schwierig und mit Heranwachsenden umzugehen kann noch schwieriger sein. Das weiß man selbst und konnte man im – mit übernatürlichen Elementen und einer Thriller-Handlung angreicherten – „Coming Of … Weiterlesen

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Teenagerjahre sind die Hölle. Hormone. Andere Teenager. Alles mies. Erwachsen werden ist schwierig und mit Heranwachsenden umzugehen kann noch schwieriger sein. Das weiß man selbst und konnte man im – mit übernatürlichen Elementen und einer Thriller-Handlung angreicherten – „Coming Of Age“-Drama „Life Is Strange“ selbst spielen. Im Nachfolger (und Prequel) „Before The Storm“ erfährt man mehr über die Hintergründe von Chloes (die beste Freundin von Max, Hauptdarstellerin des ersten „Life Is Strange“) Leben und ihrer Beziehung zu Rachel Ambers (DAS In-Girl der Schule).

Aber auch ohne Kenntnisse der ersten Season bzw. des ersten Teils kann man gut in die Story von „Life Is Strange: Before The Storm“ einsteigen. Wir treffen Chloe auf dem Weg zu einem Konzert ihrer Lieblingsband „Firewalk“. Sie steht auf den Gleisen, wartet auf den Zug, der in der Ferne näher kommt. Sie zündet sich eine Zigarette an und springt in letzter Sekunden (der Zug bremst, Funken fliegen) von den Gleisen. Wir verstehen sofort: Chloe interessiert sich einen Sch**ß für Regeln.

Dann trifft Chloe allerdings Rachel und diese Rachel ist der Inbegriff von „perfekt“. Sie ist gut in der Schule, sie hat viele Freunde, sie ist intelligent, sie hat einen super Sinn für Humor, ist charmant, loyal, hat reiche Eltern, ist Mitglied im Theaterverein, also – in kurzer Version – das wirklich perfekte Leben.

Und dann schnappt sie sich Chloe und fragt sie, ob sie diesen Schultag mit ihr blau machen will. Das ist erfreulich und super, aber auch ein wenig verwunderlich, denn … Rachel Ambers will Schule schwänzen? Irgendetwas stimmt da nicht.

Und ab jetzt folgen SPOILER.

Und tatsächlich verhält sich Rachel im Laufe des Tages immer seltsamer. Zuerst locker und entspannt, dann auf einmal zickig, dann will sie sich besaufen und dann schreit sie sogar auf Chloe ein und haut einfach ab.

Dann entdeckt man, weshalb Rachel von der Schule weg wollte, weshalb sie genau zu diesem Park, zu dieser Stelle, reisen wollte: Ihr Vater. Sie hat den Verdacht, dass ihr Vater eine Affäre hat. Ihr Weltbild bricht zusammen. Sie, die ihren Vater angehimmelt hat, ihn idealisiert hat, erkennt nun, dass auch er nur ein Mensch ist.

Von da an geht es flott und Schritt für Schritt wagt sich Rachel aus ihrer heilen Welt hervor, denn wenn schon ihr Vater sich nicht für Regeln und Normen interessiert, dann hat es auch Rachel nicht nötig, sich daran zu halten. Zuerst ist sie wütend, dann noch wütender, dann traurig und dann wieder wütender.

In der letzten Szene der ersten Episode steht sie im Park vor einem Mülleimer, zerreisst das Foto ihres Vaters und wirft es in einen hinein, um es brennen zu sehen. Sie verbrennt ihre Verbindung, ihre Regeln, ihre heile Welt.

Dann tritt sie den Eimer um und brüllt ihre ganze Wut hinaus. Welche das Feuer noch weiter anheizt und – den gesamten Wald in Brand setzt.

Es ist ein wenig plakativ, aber in Begleitung dieser Musik und dieser Inszenierung ein verdammt eindringlicher Moment – Rachels Wut steckt die Welt in Brand. Und ihre weiteren Taten werden das gesamte Tal/den gesamten Ort auf immer verändern.

Und ja, das werden sie. Rachel Ambers hat Arcadia Bay für immer ihren Stempel augedrückt.

Und ich meine nicht den Brand.

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Gänsehaut-Momente: Mass Effect 3 – Tali und Legion http://darkagent.blogsit.net/2018/06/10/gaensehaut-momente-mass-effect-3-tali-und-legion/ http://darkagent.blogsit.net/2018/06/10/gaensehaut-momente-mass-effect-3-tali-und-legion/#respond Sun, 10 Jun 2018 05:00:27 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=29768 Ich habe ja bereits mehrfach erwähnt, was für ein Epos „Mass Effect“ 1 bis 3 in meinen Augen sind und seine Stellung im Videospielbereich ist – unabhängig davon, wie euch das Ende gefallen hat – bis dato unerreicht. Was Bioware … Weiterlesen

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Ich habe ja bereits mehrfach erwähnt, was für ein Epos „Mass Effect“ 1 bis 3 in meinen Augen sind und seine Stellung im Videospielbereich ist – unabhängig davon, wie euch das Ende gefallen hat – bis dato unerreicht. Was Bioware da jahrelang durchgezogen haben einfach fantastisch.

Kritik kam immer wieder weil die Rollenspiel-Anteile zurückgefahren wurden, was ich nachvollziehen kann, mich aber in Anbetracht der grandiosen Charaktere und der Story nicht wirklich gestört hat. Der große Krach kam dann mit dem Ende des dritten Teils inklusive (bzw. hauptäschlich) dem Vorwurf, es würde keinen Unterschied machen, was man in den ersten beiden Teilen für Entscheidungen getroffen hätte, weil es immer „fast gleich“ ausgehen würde.

Das mag stimmen. Denn ich kann mir schwer vorstellen, wie viele mögliche Enden man programmieren müsste, wenn tatsächlich alle Kleinigkeiten berücksichtigt werden müssten und allein die Planung, was in „Mass Effect 3“ alles passieren muss inklusive aller „Wenn, dann…“-Fragen ist schon eine Leistung, die ich Bioware so nicht zugetraut hätte.

So berechtigt die Kritik am „Such dir eine Farbe aus“-Ende auch sein mag – was in meinen Augen oftmals übersehen wird, ist die Tatsache vom Spielverlauf BEVOR dem Ende. Denn „Mass Effect 3“ ist in Summe ein Finale. Es gibt so viele Elmente bereits während dem gesamten Spiel, die sich ändern, je nachdem, was ihr in den Vorteilen getan habt – dass ich einfach nur ob der Leistung des Teams meinen Hut ziehen kann.

Und ab jetzt folgen SPOILER.

Ein Moment, der mich wieder mal zu Tränen gerührt hat, war klar die Konfrontation zwischen Tali und Legion. Beide sind sehr einzigartige Charaktere und auch wenn Legion klar der ungewöhnlichere ist, so ist Tali wohl diejenige, die man einfach ins Herz schließen muss. Da gibt es nichts groß zu diskutieren.

Es gibt einen Punkt, an welchen (je nachdem wie ihr gespielt habt) Tali und Legion sich auf einem Planeten gegenüberstehen, während weiter oben die Flotten der Geth (Legion’s Leute) und der Quarianer (Tali’s Leute) sich bekriegen. Die Quarianer haben Angst vor den Geth und haben begonnen sie anzugreifen. Die Geth widerrum haben Angst davor von den Quarianern endgültig vernichtet zu werden und wehren sich vehement. Wirklich gewinnen kann keine der beiden Seiten.

Da man als Shepard beide Seiten und deren Standpunkte kennt und gerade Legion viel zum Verständnis der beiden Völker beigetragen hat, während Tali im Laufe der drei Spiele immer mehr Empathie gegenüber dem Robotervolk (und allen voran natürlich Legion) zeigt, ist es ein Moment, in welchen ich einfach nur vor dem Monitor saß und hoffte, das möge doch alles irgendwie gut ausgehen können.

Tali versucht den Anführer ihrer Flotte davon zu überzeugen mit dem Beschuss aufzuhören, aber der kerl ist so verbohrt, dass er nicht daran denkt. Legion fleht Shepard an, ihm zu erlauben einen Code ins kollektive Bewusstsein der Geth hochladen zu dürfen, der die Geth befähigt sich angemessen zu wehren und ihnen damit eine Chance auf das Überleben zu sichern.

In meinem ersten Durchlauf von Mass Effect habe ich zugestimmt: Legion soll den Code hochladen, denn die Geth haben es nicht verdient ausgelöscht zu werden. Alle haben ein Recht auf Überleben und wenn die Quarianer angreifen, so ist es doch völlig in Ordnung, wenn die Geth sich wehren.

Dachte ich.

Dass durch den hochgeladenen Code (der Legion umbringt, weil er sich „im Code auflöst“) dazu führt, dass die Geth sozusagen … menschlicher werden, damit die Quarianer besiegen können – und damit aber nicht aufhören, sondern aus Angst(!) vor möglichen Gegenschlägen gleich die gesamte Flotte und das Volk der Quarianer auslöschen … damit hatte ich nicht gerechnet.

Und das alles bekomme ich in erster Linie über Funk mit, während Tali neben mir steht, meine Entscheidung mitbekommt und als Resultat tatenlos mitansehen muss, wie ihre gesamte Familie und alles, was von ihrem Volk übrig ist, im Himmel über ihr von der – dank meiner Entscheidung – überlegenen Geth-Flotte zerlegt wird.

Einen dermaßen großen Kloss hatte ich schon ewig nicht mehr im Hals.

Als dann noch Tali ihren Helm abnimmmt und sich von einer Klippe stürzt war es vorbei mit mir.
Das hatte ich nicht kommen sehen. Ich hatte es verbockt.

Und dann sind mir die Begegnungen mit Tali und Legion in Teil 2 eingefallen. Die Gespräche über die Geth, über die Quarianer. Über das Problem zwischen den beiden. Alle die Argumente, Diskussionen und Streitereien und – mein Verhalten bei diesen.

Dann dämmert mir.
Ich habe das ausgelöst.
Ich habe den Flottenadmiral dazu gebracht, das Feuer zu eröffnen bzw. ihn davon abgehalten, das Feuer einzustellen. Nicht indem ich etwas getan habe. Aber indem ich etwas NICHT getan habe.
Schweigen ist Zustimmung.
Selten habe ich das deutlicher gesehen, als hier.

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Gänsehaut-Momente: Dragon Quest Heroes II – Macht der Freundschaft http://darkagent.blogsit.net/2018/06/03/gaensehaut-momente-dragon-quest-heroes-ii-macht-der-freundschaft/ http://darkagent.blogsit.net/2018/06/03/gaensehaut-momente-dragon-quest-heroes-ii-macht-der-freundschaft/#respond Sun, 03 Jun 2018 05:00:24 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=29766 Ich habe ja schon erwähnt, dass ich „Dragon Quest Heroes“ primär wegen der tollen Optik gespielt habe und dann doch von der Story und den Charakteren positiv überrascht war. Das gilt immer noch, aber vor allem gab es im ersten … Weiterlesen

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Ich habe ja schon erwähnt, dass ich „Dragon Quest Heroes“ primär wegen der tollen Optik gespielt habe und dann doch von der Story und den Charakteren positiv überrascht war. Das gilt immer noch, aber vor allem gab es im ersten Teil eine Szene, die ich wirklich, wirklich super fand. Sogar so super, dass ich immer noch kurz kichern muss, wenn ich daran denke.

Das ganze Spiel dreht sich im Grunde darum, dass man als Team, als Freunde, gegen jede Übermacht und gegen alles Böse bestehen kann. Das wird immer und immer wieder mal subtil, mal wortwörtlich betont und gerade gegen Ende, wenn es dann zu einem Kampf gegen den „Oberbösewicht“, der die ewige Dunkelheit heraufbeschwören will, kommt. Lange hat es gedauert an diesen Punkt zu kommen und tatsächlich – der Zusammenhalt unserer bunt gemischten Heldentruppe, die aus verschiedenen Dimensionen hierher gebracht wurde, um die Welt(en) zu retten, sichert ein ums andere Mal den Sieg.

Und ab jetzt folgen SPOILER.

Und dann kommt doch tatsächlich der Moment, nach einem halbwegs langen Kampf, an dem der Bösewicht verwundet und scheinbar geschlagen zu Boden geht. Er liegt da, besiegt von den Helden, den Kriegern des Lichts (Coelho hätte seine Freude) und dann – dann geschieht es.

Der Bösewicht erhebt sich, blickt sich leicht verunsichert um und … lächelt. Er grüßt freudestrahlend unsere Helden, wirkt auf einmal nett und freundlich und voller Unglauben sagt er so etwas wie: „Ich kann es nicht glauben … eure Freundschaft, eure Treue, euer Zusammenhalt. Er hat den Bann des Bösen über mich gebrochen. Die Macht der Freundschaft hat mich gerettet!“ Er lächelt freudig und alle Helden führen einen Freudentanz auf.

Ich sitze vor dem Bildschirm denke mir „Okay, das ist eine schöne Message, aber doch halbwegs kitschig“ und greife nach meinem Kaffee, als sich der Bildschirm verdüstert und der Bösewicht einen Lachanfall kriegt, sein Schwert zieht und meint: „Seid ihr noch ganz dicht? Ihr glaubt diesen Mist? Ist seid ja noch dämlicher als ich dachte.“

Alle sehen ihn schockiert an. Ich spucke vor Lachen fast meinen Kaffee zurück in die Tasse.

Der Kerl sieht sich um und schüttelt den Kopf, deutet nach unten und meint: „Es haben nur noch wenige Sekunden gefehlt bis mein Meister erwacht. Und ich dachte mir, der Trick könnte funktionieren um Zeit zu schinden.“

Und das hat er. Denn der große, böse, wirklich, wirklich große und wirklich böse Drache erwacht. Weil wir drauf reingefallen sind. Weil der Böse uns … verarscht hat.

Und ich kann nicht mal sauer sein.
Denn – ganz ehrlich – das ist die Art von Humor und unerwarteter Wendung, die ich dann doch sehr, sehr gern mag.

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Gänsehaut-Momente: Mass Effect – Sovereign http://darkagent.blogsit.net/2018/05/27/gaensehaut-momente-mass-effect-sovereign/ http://darkagent.blogsit.net/2018/05/27/gaensehaut-momente-mass-effect-sovereign/#respond Sun, 27 May 2018 05:00:07 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=29758 Man kann der „Mass Effect„-Reihe viel vorwerfen – „Rollenspiel light“, man kann den Ausgang der gesamten Story nicht ändern (ich bin immer noch der Meinung: In diesem Fall ist der Weg das Ziel), die Rollenspiel-Anteile wurden Stück für Stück zurückgefahren, … Weiterlesen

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Man kann der „Mass Effect„-Reihe viel vorwerfen – „Rollenspiel light“, man kann den Ausgang der gesamten Story nicht ändern (ich bin immer noch der Meinung: In diesem Fall ist der Weg das Ziel), die Rollenspiel-Anteile wurden Stück für Stück zurückgefahren, der Bau des „Human Reapers“ ergibt keinen Sinn und wird auch nicht näher erklärt (glaube ich) und was auch sonst noch so kommen mag.

Was man dem ersten Teil aber nicht vorwerfen kann ist ein Mangel an ikonischen Momenten und einen schlecht inszenierten Gegenspieler. So denkt man eine Zeitlang, man würde Sarien Arterius bekämpfen, einen abtrünnigen „Spectre“ (Weltraum-James-Bond mit der Lizenz zum Töten) – zumindest bis man ihn zum ersten Mal tatsächlich trifft.

Die Verfolgungsjagd von Sarien führt uns durch diverse Welten auf verschiene Planeten und immer wieder tauchten etwas namens „Sovereign“ auf von dem man zuerst denkt, es würde sich dabei um den Namen von Sarens Raumschiff handelt. Ein Ding, das aussieht wie ein großes Insekt und irgendwie eklig. Trotz Metall und ohne Schleim wirkt das Teil aber auf seine ganze eigene Art bedrohlich.

Jetzt folgen SPOILER.

Nach dem ersten Zusammentreffen mit Saren erzählt er von den „Reapern“ und seiner Motivation. Denn die „Reaper“ kommen. Sie werden alles Leben vernichten und niemand kann sie stoppen. Nur sich mit ihnen zu verbünden kann zu einem Teil das Überleben sichern. Als Sklave. Als Halb-Maschine. Aber immerhin am Leben.

Klar, dass Shepard das anders sieht und je nachdem, wie vorgegangen wurde, pustet man Saren im Finale den Kopf von den Schultern, oder er nimmt sich selbst das Leben als er endlich kapiert, dass sein Gehirn gewaschen wurde und er nur eine Puppe war. Eine Puppe von Sovereign, mit der/dem man bereits Kontakt hatte. Ein Gespräch über ein Interkom welches zwar verdammt viel „Exposition“ liefert, aber gleichzeitig auch verdammt gut belegt, wie die „Reaper“ den Rest des Universums sehen.

Mit einem Wort: Unnötig.

Problem bei der Sache ist, dass a) niemand glaubt, dass es sie gibt und b) es laut Sovereign verdammt viele von ihnen gibt. Denn Sovereign ist nur der Wegbereiter. Der Schlüssel zum Tor, welche die Raumstation Citadel darstellt und – wie man herausfindet – im Grunde nichts anderes darstellt als eine Falle der Reaper. Alle Alienrassen haben ihren Sitz auf der Citadel und die Geschicke des Universums werden von dort gelenkt. Also sowas wie die UNO (wenn die noch irgendwas auf der Welt lenken würde).

Und genau dasi st die Falle. Denn die Citadel ist da Tor, welches die anderen Reaper rasch nachholen kann. Und die Sovereign ist der Schlüssel. Und sie/er hat vor, dieses Tor zu öffnen, koste es was es wolle.

Nach der Schlacht gegen den/die Sovereign hat man eine Idee davon, was passieren wird, wenn es mehr von diesen Dingern gibt, denn allein diesen einen Reaper zu stoppen bringt unzählige Verluste und die gesamte Raumflotte versagt fast dabei.

Wenn da noch mehr davon kommen … dann Gute Nacht.

Sovereign ist weit mehr als nur ein Raumschiff. Weit mehr als nur ein Bösewicht. Und weit mehr als nur ein Finalkampf.

Sovereign ist die Demonstration dessen, was da auf uns zukommt. Es ist der Inbegriff der Angst, denn im Gefecht mit ihm/ihr (das grandios inszeniert ist) erkennt man rasch das wahre Ausmaß der Bedrohung. Die Erkenntnis ist einfach: Wir haben keine Chance. Nicht den Hauch einer Chance.

Zu diesem Zeitpunkt weiß man bereits, dass Mass Effect eine Trilogie werden wird und – oh, Mann, was hat man da sofort Lust auf mehr. Die Art und Weise, wie das Finale vonstatten geht, wie schwer es ist ihn/sie zu besiegen und wie knapp alles ausgeht … ich muss heute noch schlucken, wenn ich an das Ende von „Mass Effect 2“ denke, welches eine ganze Flotte von Reapern zeigt, die in Richtung Erde aufbrechen, denn ich weiß – dank dem Kampf gegen Sovereign – was passieren wird.

Alle Völker des Universums müssen zusammenhalten, um auch nur den Hauch einer Chance zu haben.
Und uns läuft die Zeit davon, um sie davon zu überzeugen.
Was für ein (Alb)Traum.

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Gänsehaut-Momente: Enslaved – Odyssey To The West – Ende http://darkagent.blogsit.net/2018/05/20/gaensehaut-momente-enslaved-odyssey-to-the-west-ende/ http://darkagent.blogsit.net/2018/05/20/gaensehaut-momente-enslaved-odyssey-to-the-west-ende/#respond Sun, 20 May 2018 05:00:10 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=29829 150 Jahre nach einem verheerenden Krieg ist die Welt nicht mehr im Wandel, sondern sie hat den Wandel bereits hinter sich. Da im Krieg viele und eigenständig denkende Maschinen zum Einsatz kamen, haben viele davon überlebt und ziehen durch die … Weiterlesen

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150 Jahre nach einem verheerenden Krieg ist die Welt nicht mehr im Wandel, sondern sie hat den Wandel bereits hinter sich. Da im Krieg viele und eigenständig denkende Maschinen zum Einsatz kamen, haben viele davon überlebt und ziehen durch die Lande, immer noch dabei ihren Auftrag auszuführen und alles Leben zu töten oder gefangen zu nehmen und diese Gefangenen zur „Pyramide“ zu bringen. Niemand weiß, was dort geschieht.

Auf einem diese Sklavenschiffe befindet sich Monkey, der nach dem Absturz eines Sklaven-Flugzeugs aufwacht und feststellt, dass er eine Sklaverei gegen eine andere getauscht hat, denn eine junge Frau namens Trip hat ihm ein Sklavenstirnband umgelegt, welches ihn dazu zwingt ihren Befehlen zu gehorchen und immer in einer bestimmten Nähe von ihr zu bleiben.

Trip entschuldigt sich bei Monkey für diese Vorgehensweise, meint aber, sie weiß nicht, ob er ihr helfen würde ohne das Sklavenband und sie müsse unbedingt nach Hause kommen – es alleine aber nicht schaffen. Also hilft Monkey ihr dabei – ob ihm das nun passt oder nicht.

Ab jetzt folgen SPOILER.

Monkey, der von Andy Serkis in Motion Capture gespielt wird und quasi perfekt besetzt ist, schafft es, Trip (Lindsey Shaw) in ihr Dorf zu bringen. Dieses wurde jedoch von Robotern überrannt. Alles was sie finden sind tote Menschen und am Ende sogar Trips Vater.

Trip schwört Rache und gemeinsam mit Monkey macht sie sich auf, um einen alten Bekannten namens Pigsy (der Name ist Programm) zu finden, der ihr helfen könnte Rache an den Mördern ihres Vaters zu nehmen. Mittlerweile sind Trip und Monkey Freunde geworden und er folgt ihr nicht mehr, nur weil das Sklavenband ihn zwingt, sondern weil er das ehrliche Bedürfnis hat, Trip zu helfen.

Unter Verluste (Pigsy) schaffen es Trip und Monkey bis zur „Pyramide“, welche das Ziel des Sklavenschiffes am Anfang des Spiels war. Dort, wo alle Sklaven hingebracht werden. Vermutlich um ausgebeutet zu werden. Seitdem Monkey das Sklavenband angelegt wurde, hat er immer wieder Visionen und Bilder von einem Menschenleben vor sich, welches scheinbar vor dem Krieg stattgefunden hat. Ein Mensch. Unter Menschen. Glücklich. Mit Familie. Das völlige Gegenteil von dem was ihn und alle Überlebenden hier umgibt. Er führt es auf eine Störung des Sklavenbands zurück.

Als Trip und Monkey schließlich in die Pyramide eindringen können, stellen sie fest einem Irrtum aufgesessen zu sein: Die Sklaven sind keine Sklavenarbeiter (wozu auch? Maschinen können das viel besser), sondern sie sind an eine große Maschine angeschlossen, eine Virtual Reality Maschine, welche die Erinnerung eines Mannes teilt, der sich „Pyramid“ (ja, wie kreativ) nennt und der beschlossen hat, die Menschheit vor dem Wahnsinn zu retten, indem er sie alle kollektiv an seinen positiven Erinnerungen an das Leben vor dem Krieg teilhaben lässt.

Er hat quasi eine Matrix gebaut und entführt nach und nach alle Menschen, um sie ins Netzwerk einzuschleusen und sie aus ihrem tristen realen Leben zu retten und ihnen wieder Sinn zu geben.

Das ist dann der Punkt, an dem es heikel wird, denn der Kerl redet offensichtlich ziemlichen Schwachsinn. Den Menschen Sinn geben … Monkey setzt einen der Helme bzw. der VR-Schnittstellen auf und sieht, dass die Visionen von einem alten, besseren, glücklicheren Leben, die er hatte die Erinnerungen waren, von denen Pyramid spricht. Er verliert sich darin, genießt das Gefühl, dass diese Erinnerungen in ihm auslösen und – dann ist es vorbei.

Trip hat die Maschine zerstört. Die Erinnerungen, die Emotionen, alles weg. Monkey blickt Trip an. Trip blickt Monkey an. In ihrem Gesicht zeichnet sich Unsicherheit ab. Sie blickt verlegen um sich. Sie hatte Menschen befreit. Sie auf diese kalte, öde, triste und hoffnungslose Welt fallen lassen. Aber sie sind frei. Aber zu welchem Preis?

Dann fasst sie sich, stellt eine letzte Frage bevor der Abspann rollt: „Did I do the right thing?“

Und ich kann ihr keine Antwort geben. Nicht, weil das Spiel mich nicht lässt (was es nicht tut), sondern weil ich keine habe. Die paar Momente, die ich mit Monkey in den Erinnerungen von „Pyramid“ bin, bin ich sprachlos. Der Kerl meint es gut. Ich glaube ihm, dass er es gut meint. Er ist kein böser Schurke oder ein größenwahnsinnger Mistkerl – er will den Menschen einfach nur Hoffnung geben. Sie retten.

Schwachsinn. Er hat das Dorf von Trip niedergemäht. Aber … war das ein Unfall? Keine Absicht? Und selbst wenn … geht nicht das Glück von Millionen über das Glück von einer Handvoll Menschen?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich nach den vielen Stunden, die ich in dieser Welt verbracht habe eine Sache mit Trip gemeinsam habe: Ich bin mir nicht sicher, ob es richtig war, die Maschine zu zerstören. Waren die Menschen vorher glücklicher? Was ist Glück? Ist Glück nur echt, wenn es auf Wahrheit basiert? Wenn ja, dann haben wir alle(!) ein Problem. Wenn nein, warum hätte man sie nicht in ihren Träumen lassen können? Hat die Wut von Trip Millionen ihr Glück gekostet? Ich weiß es nicht.

„Did I do the right thing?“

(Übrigens ist die Endzeit-Welt, die Ninja Theory da erschaffen haben – lange vor „The Last Of Us“ ein unglaublicher Hingucker – echt jetzt!)

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Gänsehaut-Momente: The Witcher 3: Wild Hunt – Kaer Morhen http://darkagent.blogsit.net/2018/05/13/gaensehaut-momente-the-witcher-3-wild-hunt-kaer-morhen/ http://darkagent.blogsit.net/2018/05/13/gaensehaut-momente-the-witcher-3-wild-hunt-kaer-morhen/#respond Sun, 13 May 2018 05:00:20 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=29776 Die Welt von „The Witcher“ ist dreckig, rau und jede Geste an Freundlichkeit wird hoch geschätzt – immer vorausgesetzt, sie ist keine Floskel oder will uns in falscher Sicherheit wiegen. In einer Welt wie dieser sind Freunde rar gesät. Freunde, … Weiterlesen

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Die Welt von „The Witcher“ ist dreckig, rau und jede Geste an Freundlichkeit wird hoch geschätzt – immer vorausgesetzt, sie ist keine Floskel oder will uns in falscher Sicherheit wiegen. In einer Welt wie dieser sind Freunde rar gesät. Freunde, die bis zum Ende an deiner Seite stehen oder sogar ihr Leben für das deine in Gefahr bringen würden – vergiß es.

Zumindest denkt man so, bis man im Laufe des Abenteuers von Geralt von Riva, entdeckt, dass man viele von den Personen, die man trifft und mit denen Geralt eine Vorgeschichte (es muss nicht immer eine positive Vorgeschichte sein) verbindet, auf die Hexer-Burg Kaer Morhen einladen kann. Ein Refugium. Ein sicherer Hafen. Und mit der Zeit die Sammelstelle eines bunten Haufens an Charakteren, die sich gegenseitig noch nicht einmal mögen müssen.

Auf der Suche nach seiner Ziehtochter Ciri durchstreift Geralt das gesamte Land und immer wieder trifft er auf Überbleibsel und Spuren von Ciri und ihren Verfolgern: Der „Wilden Jagd“. Sie ist Ciri auf den Fersen. Je länger die Suche dauert, desto klarer wird, dass es letzten Endes nur auf eine Konfrontation hinauslaufen kann.

Und wenn es schon zu einer Schlacht kommen muss, dann sucht man sich doch sein Schlachtfeld am besten selbst aus, nicht wahr?

Und ab jetzt folgen SPOILER.

Während des gesameten Spiels liegt es an Geralt Ciri zu finden. Wenn er sie dann gefunden hat, dann ist sehr rasch klar, dass die Wild Jagd nicht lange brauchen wird, um ebenfalls aufzutauchen. Also tut Geralt das einzig Logische: Er bereitet sich in Kaer Morhen auf eine Schlacht vor. Dazu braucht er Verbündete. Je nachdem ob er im Vorfeld bereits ein paar alte Bekannte getroffen hat und vor allem – wie er sich ihnen gegenüber Verhalten hat, legt fest, ob diese ihm in Kaer Morhen zur Seite stehen werden oder nicht.

Und die Schlacht kommt. Und die Schlacht ist heftig. Und prächtig. Und großartig inszeniert. Alle Charaktere, die ihr um euch gescharrt habt, haben einen Auftritt und einen wichtigen noch dazu. Der schiere Aufwand die verschiedenen Möglichkeiten zu schreiben und zu inszenieren ist bereits unglaublich – dass es dann noch dazu so gut aussieht und – was am Wichtigsten ist: Auch emotional reißt die Schlacht mit. Und an deren Ende steht die Erkenntnis: Es ist noch nicht vorbei.

Überlicherweise enden Spiele ja mit dem Höhepunkt – eine große Schlacht, was auch immer. Dann war es das und Punkt. „The Witcher 3“ macht das erfreulich anders und orientiert sich dabei stark an den Bücher von Sapkowski. Denn bei dem ist auch nicht alles nach einem großen Kampf vorbei – ein Kampf ist nicht das Ende. Das Ende ist meist unspektakulärer und vor allem – persönlicher.

Und Geralt und Ciri tun genau das. Auch wie in den Büchern (wo sie alle besuchen, die Ciri in früheren Büchern geholfen oder verraten haben und dementsprechend Danke sagen, oder „danke“ sagen). Und das Schöne daran ist, dass es nicht enttäuscht.

Am Ende der Schlacht um Kaer Morhen bin ich vor dem Monitor gesessen und habe mir gedacht: Ich wünschte, ich könnte die Schlacht an IHRE Haustüre bringen. Es wäre Zeit, den Spieß umzudrehen. Wir sind verdammt noch mal lange genug davongelaufen.

Und dann passiert genau das.

Ich liebe die Welt von „The Witcher“ und die Art und Weise, wie ihre Geschichten funktionieren. Danke an Spakowski. Und danke an CD Projekt RED. So geht das. Und nicht anders (Mal ganz davon abgesehen, dass Geralt ohnehin einer der großartigsten Charaktere der Spiel/Buch – und bald auch Film – Geschichte ist).

Geralt of Riva (oder Rivia) – you rock!

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Gänsehaut-Momente: Watch_Dogs – Aidens Neffe http://darkagent.blogsit.net/2018/05/06/gaensehaut-momente-watch_dogs-aidens-neffe/ http://darkagent.blogsit.net/2018/05/06/gaensehaut-momente-watch_dogs-aidens-neffe/#respond Sun, 06 May 2018 05:00:58 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=29787 Die Welt von Watch_Dogs ist keine schöne, bunte, fröhliche Welt. Zumindest nicht im ersten Watch_Dogs in dem der von Sehnsucht nach Rache und Vergeltung getriebene Aiden Pearce seinen Feldzug gegen die Mörder seiner Nichte ohne große Skrupel begeht. Die eine … Weiterlesen

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Die Welt von Watch_Dogs ist keine schöne, bunte, fröhliche Welt. Zumindest nicht im ersten Watch_Dogs in dem der von Sehnsucht nach Rache und Vergeltung getriebene Aiden Pearce seinen Feldzug gegen die Mörder seiner Nichte ohne große Skrupel begeht. Die eine Sache, die Aiden nicht vollkommen zur Killermaschine verkommen lässt und die ihn halbwegs menschlich hält, ist seine Familie: Seine Schwester Nicole und sein Neffe Jackson.

Die Tatsache, dass Aiden große Schuldgefühle hat, da er indirekt für den Tod seiner Nichte (also Nicoles Tochter und Jacksons Schwester) verantwortlich ist, verstärkt das ganze Drama noch, da Aiden dadurch noch getriebener ist und bei jedweder Bedrohung seiner Familie instinktiv reagiert und vor nichts zurückschreckt.

Und ab jetzt folgen SPOILER.

Im Zuge von WATCH_DOGS (welches ich in Summe übrigens großartig fand, wenngleich auch extrem ernst und düster) wird Aidens Neffe Jackson entführt. Und Aiden reagiert natürlich auf die einzige Art und Weise, die er kann und die er kennt. Er findet raus, wo Jackson gefangen gehalten wird und rast los, um den jungen Mann (der seit dem Tod seiner Schwester kein Wort mehr gesprochen hat) zu retten.

Die Verbindung zwischen Jackson und Aiden ist einerseits eine sehr distanzierte Verbindung, denn Jacksons Weigerung zu sprechen (organisch ist alles in Ordnung mit ihm) ist natürlich in Aidens Kopf ebenfalls seine Schuld. Er versucht auch den jungen Mann vor seinen kriminellen Tätigkeiten fernzuhalten. Was er bei Jackson tatsächlich sucht ist: Wiedergutmachtung. Wenn Jackson Aiden nur als „guten Menschen“ sehen und wieder mit ihm sprechen könnte, dann – ja, dann wäre eine Heilung für Aiden möglich.

Zurück zur Situation: Aiden kommt zum Ort der Geiselnahme und tut, was er immer tut. Das bedeutet, er geht hinterrücks vor, legt Leute um, versucht zu schleichen, hackt sich von Kamera zu Kamera und letzten Endes hat er selbst mehrmals den Finger am Abzug und er nimmt in dieser Rettungsaktion ohne mit der Wimper zu zucken gleich mehreren Menschen das Leben – und endlich, endlich findet er Jackson. Und dann sieht er, wo er Jackson gefunden hat.

Im Sicherheitsraum, zu dem die Bilder von allen Überwachungskameras am Gelände auf großen Bildschirmen in Echtzeit übertragen werden. Und Jackson hat alles gesehen. Er hat gesehen, was Aiden getan hat. Er hat gesehen, wie sein Onkel skrupellos Dutzende Menschen ermordet hat.

Als Aiden ihm seine Hand mit den Worten „Los, Jacks! Wir müssen gehen!“ hinstreckt, da sieht Jackson ihn mit großen Augen an. Und zögert. Es ist nur ein Moment. Ein kurzer Augenblick. Der Bruchteil einer Sekunde.

Aber er zögert.

Und allein dieses Zögern hat mich völlig kalt erwischt. Denn gemeinsam mit Aiden ist man natürlich der harte Rächer. Die Person, die das Gamepad in der Hand hält und hunderte „Böse“ ausknipst. Und die kurzen Momente in denen man bei Nicole und Jackson ist, die Szenen, die man als Familie erlebt – ohne es zu bemerken, sind sie der sichere Hafen. Man tut dies alles ja nur, damit die beiden sicher sind. Man wird ja dazu gezwungen. Natürlich gehört man zu den Guten. Und Jackson wird schon wieder reden, wenn er erst merkt, wie sehr er geliebt wird und was für großartige Menschen ihn umgeben.

Und dann zögert er als Aiden ihm die Hand reicht.

Das ist der Moment, in welchem mir fast das Herz zerbrochen ist. Und auch der Moment, in welchem Aiden begreift, was er da eigentlich macht. Und das es kein Zurück mehr gibt. Ja, er rettet Jackson. Er schafft Nicole und Jackson aus der Stadt. Er redet sich auch ein, dass er das tut, damit die beiden sicher sind. Aber eigentlich wissen wir es besser. Genau wie Aiden selbst: Er schafft Nicole und Jackson aus dem Weg, um seine Familie weit von sich fort zu wissen. Sie sollen nicht sehen, was noch alles passieren wird. Und vielleicht. Nur vielleicht vergisst Jackson was er gesehen hat. Vielleicht kann Aiden irgendwann in den Augen des Kindes wieder ein „guter Mensch“ werden.

Die Hoffnung ist da. Jackson spricht beim Abschied. Ich hatte ein bisschen Tränen in den Augen. Denn ich wusste auch: Mit Nicole und Jackson schickt Aiden auch seine Skrupel fort.

Dennoch: Die Hoffnung auf Erlösung lebt.
In Form von Jackson.
In weiter Ferne.

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Joel ist Vater. Zugegeben. Seine Tochter ist nicht seine biologische Tochter, aber das Band zwischen ihm und ihr, das ist etwas Besonderes. Er würde durch die Hölle für sie gehen, oder anders gesagt: Er würde alle zur Hölle schicken für sie. Er wollte das nicht. Er wollte nie wieder einem Menschen so nahe kommen, denn in seiner Erfahrung ist so, dass alle Menschen, die man in sein Herz schließt entweder dieses Herz brechen oder abhauen oder sterben. Die Welt ist bösartig, gemein und sie hat es auf sie abgesehen.

Aber Ellie … sie berührt etwas in Joel und erinnert ihn an eine Zeit in welcher die Welt noch nicht voller Monster (in menschlicher und mutierter, animalischer Form) war. Während Joel sich anfangs sträubt auf die kleine Göre aufzupassen, überstehen die beiden gemeinsam eine Menge Gefahren und noch bevor er sich so richtig versieht, sieht er in Ellie seine Tochter.

Und das macht eine Menge Probleme.

Denn die Frage, ob das Wohl eines Menschen, den man liebt, über das Wohl aller anderen gestellt werden kann ist, eine Frage, die sicherlich nicht einfach ist. Tatsache ist: Ellie ist immun gegen die Pilzsporen, welche die Menschen in der Welt von „The Last Of Us“ zu Monstern macht. In ihr, bzw. in ihrem Gehirn, liegt die Chance auf den Sieg über die Pilzsporen. Sie ist der Schlüssel. Sie macht die Rückkehr in eine Welt ohne die „Infizierten“ möglich.

Auf ihrer Reise retten sich die beiden gegenseitig – nicht nur in physischer, sondern auch – und vor allem – in seelischer Hinsicht. Aber je näher sie ihrem Ziel kommen, desto klarer wird Ellie, dass sie vielleicht nicht überleben wird. Dass es durchaus sein kann, dass sie als Heilmittel gebraucht wird – und nicht als lebendige, atmende Person. Sie weiß es. Sie akzeptiert es. Wenn die Welt dadurch ein besserer Ort wird und Millionen gerettet werden können, dann opfert sie sich – für eine Welt, die sie nie kannte.

Wir stehen mit Joel neben ihr und fragen uns, ob es das alles wert ist. Ob es wirklich so sein kann, dass ein junges Mädchen sich opfern darf für eine Welt, die es vermutlich weder erfahren wird, noch die ihr dafür gebührende Dankbarkeit entgegenbringen wird. Eine Welt, die wir kennen. Eine Welt voll Krieg, Hass, Propaganda, Rassismus, Diktaturen (die einen politisch, die anderen wirtschaftlich) und Betrug. Eine Welt, von den Pilzsporen abgesehen, die der von „The Last Of Us“ so unähnlich gar nicht sein mag.

Dafür sollen wir tatenlos zusehen, wie Ellie sich opfert? Wie wir eine Tochter verlieren? Wie uns eine Person genommen wird, die zwar jung ist, aber so viel weiter als so viele andere Menschen, die wir auf unserem Weg kennengelernt haben? Eine junge Frau, die so stark das repräsentiert, was diese Welt lebenswert macht? Sie für Menschen opfern, die – kaum holt sich die Natur ihren Lebensraum zurück – sofort wieder in paranoide Machtkämpfe und bestialische Vorgehensweisen verfallen?

Und ab jetzt folgen SPOILER.

Nein. Das tun wir nicht. Natürlich tun wir das nicht. Wenn auch nur der kleinste Zweifel besteht, dass die Sache schief gehen könnte, dass Ellie sich opfern könnte und es niemand nützt, dann gibt es keine Sekunde nachdenken.

Scheinbar gibt es die Option Tonbänder zu finden, im Lager/Hospital in das man Ellie bringt, auf welchen die Ärzte darüber sprechen, dass es bereits die xte Person ist, die immun ist und keine hat die Operation überlebt und ein Gegenmittel gegen die Sporen ist noch immer so weit weg, wie es vorher war. Dieses Band hätte die Entscheidung natürlich noch leichter gemacht, aber auch so war es nie wirklich Thema.

Es gibt ein Gespräch mit Marlene, die Joel mit Ellie auf die Reise schickt, und dieses Gespräch war für mich Grund genug. Es gibt Zweifel. Es gibt keine Garantie. Es kann sein, dass die Sache nichts bringt. Dann gebt mir Ellie zurück, lasst mich meiner Wege ziehen und lasst uns in Ruhe.

Natürlich passiert das nicht und Joel macht, was Joel macht. Er legt alle um, die sich ihm in den Weg stellen, schnappt sich die bewusstlose auf die OP vorbereitete Ellie und flieht. So weit, so klar.

Dann wacht Ellie auf. Die Ellie, die sich opfern wollte für die Welt. Die Ellie, die das Leben aller anderen über ihres stellt (noch ein Grund, warum sie die Beste von uns allen ist) und ist sichtlich verwirrt. Joel erklärt ihr, dass die Ärzte aufgegeben haben nach einem Gegenmittel zu suchen und sie jetzt in Ruhe ein gutes Leben leben können. Joel ist fröhlich. Er hat seine Tochter wieder. Er weiß, alles wird gut.

Aber Ellie ist skeptisch.

Ganz am Ende macht Ellie ihrer Skepsis Luft. Sie blickt Joel an. Sie will die Wahrheit wissen. Ist alles, was er ihr gesagt hat, über das Ende der Suche nach dem Heilmittel, darüber, warum sie noch immer lebt und hier mit ihm unterwegs ist … ist das alles wahr? Joel sieht ihr in die Augen, lächelt – und bekräftigt seine Lüge.

Ellie sieht ihm in die Augen, sucht sein Gesicht nach der Wahrheit ab, nach einem Zeichen der Lüge, nach einem Grund für ihr Misstrauen – und entscheidet sich ihm zu glauben.

„Okay“, sagt sie. Und vertraut Joel.
Der sie eben betrogen und belogen hat.

Und das dritte Mal in meinem Leben sitze ich vor einem Videospiel, freue mich tierisch, weil die Verbindung zwischen Joel und Ellie so stark ist, dass sie ihm glaubt und gleichzeitg habe ich ein dermaßen schlechtes Gewissen, dass ich die nächsten Tage und Wochen allen in meinem Umfeld von dieser Szene erzähle und sie nach ihrer Meinung frage. Was denkt ihr? War das schlimm? War das richtig? War es falsch?

Ich weiß es noch immer nicht.
Ich weiß nur, dass die Welt von „The Last Of Us“ ohne Ellie eine Welt ist, die gern zugrunde gehen darf. Ist das falsch?

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Gänsehaut-Momente: Mass Effect 3 – Mordin Solus http://darkagent.blogsit.net/2018/04/08/gaensehaut-momente-mass-effect-3-mordin-solus/ http://darkagent.blogsit.net/2018/04/08/gaensehaut-momente-mass-effect-3-mordin-solus/#respond Sun, 08 Apr 2018 04:22:20 +0000 http://darkagent.blogsit.net/?p=29756 Wenn es eine Spielreihe gibt, die ihre Charaktere vor alles andere gestellt hat, dann ist es wohl Mass Effect. Niemand der die Reihe gespielt hat wird behaupten können, dass es sich bei den vorkommenden Charakteren um Abziehbilder handelt, sondern das … Weiterlesen

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Wenn es eine Spielreihe gibt, die ihre Charaktere vor alles andere gestellt hat, dann ist es wohl Mass Effect. Niemand der die Reihe gespielt hat wird behaupten können, dass es sich bei den vorkommenden Charakteren um Abziehbilder handelt, sondern das sind runde, aktive, selbständige Persönlichkeiten. Und niemand personifiziert das besser als Mordin Solus.

Im zweiten Teil der Sci-Fi-Reihe von Bioware lernt man den extrem logischen, pragmatischen und intelligenter-als-alle-anderen Salarianer kennen. Er hat in einem virusverseuchten Bezirk einer Raumstation eine Klinik aufgemacht und versucht dort die Menschen zu heilen. Eine Bande will Schutzgeld erpressen und Mordin knallt sie eiskalt über den Haufen. Seine Begründung: Die Intervention der Banditen hätte zu folgenschweren Konsequenzen für alle Kranken geführt und die Schutzgelderpressung die Möglichkeiten auf Heilung eingeschränkt, also blieb nur die Schlussfolgerung: Entsorge die Banditen, dann ist auch das Problem weg.

Pragmatisch. Skrupellos.
Und trotzdem ein Menschenfreund. Oder eigentlich Alienfreund. Oder … hm, äh, Freund von allen Lebensformen ganz allgemein.

Mordin begleitet Shepard und seine Crew durch das Abenteuer und wenn man sich nicht völlig blöd anstellt, dann wird Mordin einer der verlässlichsten, loyalsten und großartigsten Charaktere mit denen man in Mass Effect 2 und 3 seine Zeit verbringen kann.

Und ab jezt folgen SPOILER.

Es gibt sehr, sehr viele Begegnungen mit Mordin, die im Gedächtnis bleiben. Eine Sache zieht sich allerdings durch: Der Genophage. Kurz gefasst: Es gab eine Rasse im Universum, die haben sich vermehrt wie die Karnikel. Nur waren sie weniger flauschig, mehr gepanzert und sie hatten einen starken Hang zur aggressiven Expansion. Diese konnte nur eingedämmt werden, indem sich mehrere Forscher zusammenschlossen und ein Virus entwickelten, welches die Fruchtbarkeit der Weibchen dieser Rasse so stark dezimierte, dass die gesamte Rasse gezwungen war, ihr Verhalten zu ändern – denn das Überleben war plötzlich schwer geworden. Auch ohne Kampf und Krieg. Über die ethischen Implikationen dieses Vorgehens wurde in allen Mass Effect-Teilen häufig diskutiert und das Thema ist alles andere als leicht.

Mordin Solus war einer, wenn nicht DER Wissenschaftler, der den Genophage erdacht und möglich gemacht hat. Mit den Worten von Mordin: „Had to be me. Others might have gotten it wrong“. Denn der gute Mann ist dermaßen gut in seinem Feld, dass er es geschafft hat, den Virus so zu bauen, dass nicht zu wenige Weibchen fruchtbar bleiben, aber auch nicht zu viele. „Had to be right. Had to be me.“

Allerdings lernt Mordin als Shepards Begleiter einige Männer (und später Weibchen) dieser Rasse selbst kennen. Die sind immer noch Krieger, aber gebrochene Krieger. Auf ein fruchtbares Weibchen kommen hunderte Männer. Mann kann sich vorstellen, was das für Rituale zwischen den Alpha-Tieren auslösen kann. Und auch tut. Und Mordin bekommt das alles direkt mit. Und beginnt sich zu fragen, ob es vielleicht nicht doch ein Fehler war. „Made a mistake. Doesn’t usually happen.“

Wer mit Mordin Zeit verbringt wird unweigerlich feststellen, dass der gute Kerl voller Überraschungen steckt: Nach mehreren Dialogen erklärt er einem gleich mal voller Selbstbewusstsein, dass er die Annäherungsversuche schmeichelhaft findet, er aber kein Interesse an einer sexuellen Interaktion mit Menschen hat. Er findet sie halt nicht sehr erotisch. Auf die völlig verblüffte Frage, wie er darauf kommt, dass man dies möchte, antwortet er völlig sachlich: „Drop by often. Only talk. Conclussion only natuarl. Females often drawn towards me.“

Oder ein anderes Mal, als man entdeckt, dass er früher ein Spion und Agent war. Oder Sänger. Oder Schauspieler. Und dann bricht er plötzlich in Gesang aus und singt „Scientist Salarian“ (basierend auf dem Stück „Modern Major-General (ab 1:05)“, dass ihr alle der Melodie nach kennt). Es gibt auch ein Gespräch, ein seltens Gespräch in welchem Mordin persönlich wird und darüber spricht, was er gern machen würde. Sich zur Ruhe setzen. Füße in den Sand stecken. Sehen wie das Wasser die Muscheln am Meer umspült.

Und dann die Muscheln diversen wissenschaftlichen Tests unterziehen. Ja, da musste ich grinsen.

Gegen Ende von Mass Effect 3 hängt dann alles von euren vorhergegangenen Taten ab. In meinem Fall(!) hat Mordin sich entschieden die Genophage zu neutralisieren. Klarerweise geht einiges schief und Shepard und Mordin stehen in einem Turm, einem Sender, der das Anti-Virus freisetzen kann. Rundherum brennt es. Das Ding wird in Kürze in die Luft fliegen. Ein Lift führt zum Terminal, welches für die Freischaltung des Virus gebraucht wird. Nach einem kurzen Gespräch betrifft Mordin den Lift, bereit in den sicheren Tod zu fahren um seinen Fehler gut zu machen. Ein letzter Blick auf Shepard. Eine letzte Sekunde Friede. Ein letzter Moment Hoffnung auf eine Zukunft. Und ein letzter Satz von Mordin zu Shepard: „Would have liked to test that seashells.“

Dann fährt der Lift. Shepard flieht. Und Mordin – rettet eine ganze Rasse vor dem Ausstreben. Das Virus verbreitet sich, fällt wie Asche vom Himmel. Die Explosion zerfetzt den Turm. Mordin mit ihm. Die Flammen und der Rauch vermischen sich mit dem sonderbaren Leuchten des Virus. Und Shepard steht nur da, blickt ungläubig in die Richtung in welcher seiner Freund Mordin eben sein Leben gelassen hat.

Und zum ersten Mal wird mir bewusst: Das kann nicht gut enden. Es kann für uns alle kein gutes Ende geben. Und wenn ich möchte, dass die Sache (Rettung der Erde und des Universums) auch nur den Hauch einer Chance bekommt, dann werde ich mit allen die hier neben mir stehen wohl mit dem Leben dafür bezahlen.

Und Mordin? Mordin hat das gemacht, was er immer gemacht hat: Er hat uns allen gezeigt, dass es für alle Taten Konsequenzen gibt. Mordin war Held genug, seine Last auf seine Schultern zu nehmen und niemand anderen dafür durchs Feuer gehen zu lassen.

Und ich hoffe, dass – wenn es so weit ist – ich genauso viel Mut aufbringe wie mein Freund.

(Allein beim Schreiben dieser Zeilen steigen mir bereits wieder Tränen in die Augen. Und das letzte Mal, dass ich die Mass Effect-Trilogie gespielt habe ist mindestens fünf Jahre her)

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Die Welt ist am Abgrund. Sogar noch ein paar Schritte darüber hinaus. Eine Infektion hat beinahe die gesamte Menschheit dahingerafft. Der Fungus (Pilz) pflanzt sich ins Gehirn der Menschen, wuchert, zerstört alle ihre Gehirnfunktionen und macht aggressive Bestien aus ihnen. Die Hinterbliebenen haben sich in Kommunen gesammelt. Es gibt eine eigene Regierung, diese herrscht aber mit eiserner Hand – grundsätzlich zum Schutz der BürgerInnen. Wenn sich Menschen jedoch aus der Schutzzone begeben, werden sie gnadenlos gejagt, denn die Gefahr, dass er Fungus eingeschleppt wird, ist zu groß.

Joel ist einer der Überlebenden, der sich aufgrund seiner Verbitterung und seines Zynismus aber nicht viel um Menschen schert. Auch um Regeln nicht. Einzig Tess ist ihm noch etwas wert. Sie ist seine Partnerin, seine Vertraute, die einzige, die sein Vertrauen noch besitzt. Als sie eines Tages den Auftrag bekommen (und das ist nett formuliert) ein junges Mädchen in eine andere Stadt zu schmuggeln, interessiert das Joel nicht wirklich. Aber Tess besteht darauf.

Kurz gefasst: Es geht wirklich einiges schief und die Gruppe muss sich durch allerlei Gefahren kämpfen. Wie üblich in diesem Genre sind es aber nicht die Monster von welchen die größte Gefahr ausgeht, sondern die Menschen. Banden belagern die Gegend und der Stärkere überlebt. Da werden schon Hinterhalte aufgebaut und die Hilfsbereitschaft von anderen beinhart ausgenutzt. Wer in dieser Welt zimperlich ist überlebt nicht lange. Und Joel hat diese Weisheit zu 100% verinnerlicht.

Nach langem Hin und Her und einigen knappen Situationen kommen sich Joel und Ellie näher. Sie werden Freunde. Sie werden beinahe wie Vater und Tochter (wer wissen will, warum sollte unbedingt „The Last Of Us“ spielen … eigentlich sollten alle, die es noch nicht getan haben, dieses Spiel spielen).

Und ab jetzt folgen SPOILER.

Später im Spiel: Joel wurde schwer verletzt. Ellie rettet ihn, besorgt Essen, pflegt ihn und treibt sogar Medikamente auf. Dann wird sie entführt. Joel, noch schwach, reisst sich am Riemen und macht sich auf den Weg um sie zu retten.

Da er aber nicht weiß, wohin sie geschafft wurde, nimmt er zwei Angreifer als Geiseln, bindet sie an Stühle und beginnt sie zu „verhören“. Das ist eine der intensivsten Szenen im Spiel, denn dachte man eine zeitlang, dass Joel auftaut und menschlicher wird, so wird man hier mit einer bitteren Wahrheit konfrontiert. Joel ist nicht menschlicher geworden. Joel ist immer noch der eiskalte, beinharte Mistkerl, der er war, bevor er Ellie getroffen hat. Er reißt sich nur zusammen, wenn sie dabei ist.

Während er die erste Geisel „verhört“ dauert es nicht lange und diese gibt ihm die Position des Lagers preis. Joel geht wenig zimperlich zu Werke, rammt dem Kerl schon mal ein Messer in den Oberschenkel und dreht es hin und her, damit es auch möglichst schmerzhaft wird und … nun ja. Der Kerl markiert die Position des Lagers auf einer Landkarte nachdem Joel ihm sagt, dass es hoffentlich der gleiche Punkt sein wird, den sein Freund da hinter später auf einer anderen Karte machen wird.

Er zeichnet das Lager ein.
Und Joel bricht ihm das Genick.

Dann geht er auf die zweite Geisel zu, die entsetzt und panisch herumschreit – „Ich sage dir nichts – gar nichts, überhaupt nichts!“, aber Joel beugt sich völlig unbeeindruckt nach unten und hebt ein Metallrohr auf. Dann hebt er es hoch, blickt den Kerl an und sagt: „Das macht nichts. Ich glaube ihm.“ Dann erschlägt er ihn.

Ich weiß nicht, wie lange ich mit offenem Mund vor dem Bildschirm saß und nicht ganz glauben konnte, was da eben passiert war. Joel ist der „Gute“. Joel ist der „Held“ der Geschichte. „Gute“ machen das nicht. Trotzdem: Er hat es gemacht. In einer Welt, die voller Grauen ist, ist Joel mit Sicherheit keiner der Unschuldigen. Im Gegenteil.

Es ist nicht der erste Hinweis, aber der deutlichste – Joel ist kein Held und er wird keiner werden. Joel ist kein Menschenfreund – die Menschen, die Menschheit sind ihm völlig egal. Joel ist sich selbst der Nächste. Und Ellie – die betrachtet er als seine Tochter. Und wehe allen, die sich ihm in den Weg stellen sie zu finden und/oder sie zu beschützen.

Später lernen wir, dass die wehrlosen Kerle, die Joel da getötet hat, Kannibalen waren. Sie essen Menschen. Das nimmt uns als Spieler ein wenig das schlechte Gewissen, denn trotz dieser Aktion – sind wir ehrlich – ist Joel im Grunde ein Kerl mit dem Herz am richtigen Fleck. Die Welt hat ihn bitter gemacht. Er braucht nur eine Chance, dann kann er Erlösung finden. Zumindest glaubt man das.

Bis zu dieser Szene.
Ja, die Typen sind Kannibalen. Ja, sie haben für alles was sie getan haben, vermutlich, verdient, was Joel mit ihnen gemacht hat.
Aber Joel wusste zu diesem Zeitpunkt nicht, dass sie Kannibalen sind.
Und für ihn macht es genau KEINEN Unterschied. Für ihn zählt nur: Ellie. Seine Tochter.

Das mag nachvollziehbar sein. Das mag verständlich sein. Aber die extreme Kälte, Berechnung und Grausamkeit mit der Joel vorgeht hinterlassen ein verdammt mulmiges Gefühl in der Magengegend. So sehr ich mich gefreut habe, als Joel Ellie wieder findet. Als sie wieder zusammen sind, so sehr hatte ich das ungute Gefühl, dass dies alles nicht so enden wird, wie ich es erwarte.

Das Schlimme daran? In dem Moment, in dem Joel sagt „Ich glaube ihm“ und der zweiten, wehrlosen Geisel den Hals umdreht, bin ich voll und ganz bei ihm. Ich fühle seine Wut. Dann kommt mir ein Gedanke: Könnte ich auch so werden? Könnte ich unter bestimmten Bedingungen zu einem eiskalten Monster werden?

Joel hat mir die Antwort gegeben. Nicht durch seine Taten, aber dadurch, dass ich ihn in dem Moment, in welchem es passiert nicht verurteile, sondern ihm fast auf die Schulter klopfen und ins ins Ohr raunen möchte: „Okay. Gut so. Und jetzt retten wir Ellie.“ Kein Entsetzen. Keine Reue. Kein Mitleid. Ich fühle seinen Zorn und für keine Sekunde hinterfrage ich seine Methode. Das kommt später. Wenn Ellie gefunden und gerettet ist.

Dann frage ich mich: Was verdammt habe ich da gerade okay gefunden?

So macht man großartige Spiele, schreibt großartiges Storytelling: Abgesehen von den großartigen Charakteren gibt es wenig Spiele, die mir das Gefühl geben etwas über mich gelernt zu haben. „The Last Of Us“ hat mir dieses Gefühl zu geben. Und ich habe die Wochen nachdem ich es durchgespielt habe, sehr sehr oft mit anderen Leuten über das Spiel und konkret diese (und eine zweite) Szene gesprochen.

Und ich kriege immer noch Gänsehaut.

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