Black Panther (Filmkritik)

T’Challa, der Black Panther (Chadwick Boseman) bereitet sich darauf vor, seinen Platz als König von Wakanda einzunehmen. Doch Erik Killmonger (Michael B. Jordan) und der Waffenschieber Ulysses Klaue (Andy Serkis) funken dazwischen. Er braucht hier die Hilfe der Dora Milaje bzw deren Anführerin Okoje (Danai Gurira) und seiner Exfreundin, der Spionin Nakia (Lupita Nyong’o), denn es geht um die Sicherheit von Wakanda…

Um kaum einen anderen Film wurde seit „Wonder Woman“ so ein derartiges Aufheben auf Grund des Hauptdarstellers bzw des Casts gemacht. Während es bei „Wonder Woman“ Aufsehen erregte, dass endlich ein weiblicher Superheld die Leinwand zierte, ist es bei „Black Panther“ der Fakt, dass der Großteil des Casts schwarz ist.

Schade eigentlich, dass es in der heutigen Zeit immer noch als außergewöhnlich ist und gar riskant gilt, wenn eine Frau oder ein Schwarzer die Hauptrolle in einem Blockbuster haben. Daher ist es umso besser, wenn solche Filme erfolgreich sind, denn sie ebnen den Weg für weitere Filme, in denen die Hauptcharaktere nicht wegen ihrer Hautfarbe oder ihrem Geschlecht besser oder schlechter sind. Zum Glück hat „Black Panther“ schon einmal einen hervorragenden Kinostart in Amerika hingelegt und brachte an seinem Startwochenende 202 Millionen Dollar in die Kinokassen. Hoffentlich schafft es auch Marvel einen tollen weiblichen Hauptcharaker in die Kinos zu bringen.

Hauptdarsteller Chadwick Boseman (Gods of Egypt) ist als äußerst charismatischer und beweglicher Anführer von Wakanda sehr sympathisch. Ich kenne Boseman eigentlich nur in seiner Rolle als Black Panther, daher bin ich gespannt, was die Zukunft für ihn bringt. Sein Casting war wirklich ein Glücksgriff muss ich an dieser Stelle sagen. Kaum ein anderer hätte die körperliche Präsenz, Würde, Stil und die Klasse von T’Challa besser verkörpern können als Boseman.

An seiner Seite sind sehr viele starke Frauen. Als seine Ex ist Lupita Nyong’o (Star Wars: Episode VII – The Force Awakens)zu sehen. Nakia ist eine Spionin, denn sie will die Welt verändern – außerhalb von Wakanda. Ein echtes Highlight ist die Performance von Danai Gurira (The Walking Dead) als Okoje. Sie ist die Anführerin der Dora Milaje, der Leibgarde des Königs von Wakanda und nicht nur kompetent in ihrem Job, sondern auch dank ihrem großen Mundwerk sympathisch. T’Challas kleine Schwester ist für mich der heimliche Star des Films. Shuri, gespielt von Letitia Wright (Humans) ist ein technisches Genie und verantwortlich für die coolen Gadgets mit denen T’Challa durch die Gegend hüpft.

Als Bösewicht Killmonger bleibt Michael B Jordan (Creed) allerdings ein wenig blass. Grundsätzlich ist klar, warum er will was er will, dennoch scheint es ein Stück weit unrealistisch, dass seine Pläne am Schluss dermaßen radikal sind. Andy Serkis (Star Wars: Episode VIII – The Last Jedi) als Ulysses Klaue scheint bei den Dreharbeiten so richtig Spaß gehabt zu haben. Selten eine so verrückte Person gesehen und zusätzlich freute ich mich, Serkis wieder mal ohne Maske zu sehen.

Der Soundtrack ist erfrischend anders und unterscheidet sich deutlich von dem der anderen MCU-Filme und passt sowohl zum Setting in Wakanda als auch in der „normalen“ Welt. Der große Action-Kracher ist „Black Panther“ allerdings keineswegs. Action-Szenen gibt es nicht allzu viele. Vielmehr nimmt man sich so richtig Zeit Wakanda und seine Kultur zu zeigen, was den Eindruck entstehen lässt, dass man es mit einem echten Volk zu tun hätte.

Daher wirkt das Setting in Wakanda in sich schlüssig. Die Gegensätze zwischen modernster Technik und alt hergebrachten Bräuchen sind spannend anzusehen und wirken durchaus real. Wenngleich es unrealistisch erscheinen mag, dass ein solch modernes Land noch an solch antiquiert erscheinenden Bräuchen festhält. Besonders die Krönungszeremonie kommt hier ins Gedächtnis, bei der T’Challa der Ritus zur Thronbesteigung beinahe zum Verhängnis wird.

Sehr innovativ wirkte die Einleitung, die mich optisch dank des fließenden Sands beinahe an das Intro eines James Bond-Films erinnerte. Stellenweise mutet „Black Panther“ fast wie ein Agenten-Film an, denn man versucht ein gestohlenes Artefakt zu finden und dank allerhand technischer Spielereien wird diese Suche extrem erleichtert. Klingt doch irgendwie vertraut, oder?

Fazit: „Black Panther“ ist wie man vielleicht herauslesen konnte meiner Meinung nach ein guter Film, der zwar seine Schwächen hat, aber Lust auf mehr macht (zB auf einen Black Widow-Film).

Dieser Film bekommt von mir 8,5/10 Punkten


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