Lilo & Stitch (Filmkritik)

Der verrückte Ausserirdische Dr. Jamba Jookiba hat einen folgenschweren Fehler begangen, er hat bei einem illegalen genetischen Experiment eine zerstörungswütige Kreatur erschaffen und wird von der galaktischen Föderation deswegen gefangen genommen. Doch während der Überfahrt kann sich das Experiment 626 befreien und mit einem Polizeigleiter entkommen.

Schließlich findet es sich auf der Erde, bzw. Hawaii wieder, wo es von einem kleinen Mädchen namens Lilo und ihrer Schwester Nani Pelekai adoptiert wird. Lilo gibt ihm den Namen Stitch und nimmt ihn trotz seiner zerstörerischen Art als Haustier (Hund) in ihre Familie auf. Doch Stitch wird von Kopfgeldjägern gesucht, die ihn hinter Gitter bringen wollen.

stitch

Ein knuffig aussehendes Alien trifft auf ein hawaiianisches Waisenmädchen. Genmutationen, Außerirdische, CIA-Agenten und Raumschiffverfolgungsjagden gehören ebenfalls zu dieser Story dazu, die man im Kern schon dutzende Mal gesehen hat, sich aber durch das kreative Setting angenehm von der breiten Masse abhebt und gehörig Spaß macht.

Hört sich insgesamt so an, als hätte man bei der Suche nach potentieller Handlung das Wörterbuch wahllos aufgeschlagen und wäre zufällig auf diese Kombination gestoßen. Es klingt so verrückt, dass es schon mal in sich großes Potential für gute Unterhaltung birgt und man wird nicht enttäuscht und über 85 Minuten angenehm unterhalten. Wenngleich ich zugeben muss, dass ich „Lilo & Stitch“ um einen Tick besser in Erinnerung hatte. Aber auch kein Wunder, wenn man den Film schon über 10 Jahre nicht mehr gesehen hat. „Lilo & Stitch“, der Film wurde übrigens 2002 veröffentlich, wurde nie zu einem wirklichen Klassiker wie „König der Löwen“ und das hat auch seinen Grund.

Das fängt schon bei der Handlung an, deren einzelne Elemente durchaus großes Spaßpotential bieten. Dennoch ist sie selbst für Disney Verhältnisse recht einfach gestrickt. Ein zerstörerisches Alien flieht auf die Erde und freundet sich mit einem Mädchen an, die mit ihm dann durch dick und dünn geht, während er von intergalaktischen Kopfgeldjägern gejagt wird. Stellenweise sieht man einfach nur wie Stitch einfach alles was ihm in die Quere kommt zerlegt, das ist aber auch nicht ewig lustig. Wobei die Szene, in der er ein nachgebautes San Francisco Godzilla-Style platt macht, sehr genial ist.

Zum Soundtrack muss ich sagen, dass er leider absolut nichts Besonderes ist. Er fügt sich gut in die hawaiianische Location ein, aber ist total unauffällig und plätschert eigentlich nur im Hintergrund vor sich hin, was man ja von Produktionen aus dem Hause Disney nicht wirklich gewohnt ist (siehe „König der Löwen“, der von seinem genialen Soundtrack immens profitiert).

So chaotisch es im Laufe des Abenteuers zugeht, in der Montage am Ende des Filmes kommt nochmal der typische Disney-Kitsch zum Vorschein. Denn alle leben glücklich miteinander und Stitch gibt sein Bestes, ein wirkliches Familienmitglied zu sein: da macht er schon mal die Jause, bäckt gigantische Geburtstagskuchen, wäscht die Wäsche, tanzt mit Lilo Hula und tut alles, um in der Öffentlichkeit ja nicht wie ein normaler Hund zu wirken. Als Lilo dann noch mit einem schwebenden Mini-Cabrio durch die Gegend düst, konnte ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen.

Hawaiianische Motive stehen klar im Mittelpunkt dieses Disney-Films. Eine ganz eigenwillige und malerisch wirkende Optik wurde dadurch erzielt, dass die Hintergründe der hawaiianischen Insellandschaft mit Wasserfarben gemalt wurden, eine Technik, die bei Disney aufgrund eines höheren Schwierigkeitsgrades in Vergessenheit geriet. Bei den menschlichen Figuren fiel mir positiv auf, dass sich Disney hier traute, Figuren mal kein Model-Maße zu verleihen, sondern vor allem aus dem Geschwister-Duo „echte“ Menschen zu machen.

Fazit: Ein Disney Werk, dass man nicht wirklich zu den Klassikern zählen kann oder muss, das aber nichts desto trotz gehörig Spaß macht.

Dieser Film bekommt von mir 6,5/10 außerirdischen Punkten.

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