Bolt – Ein Hund für alle Fälle (Filmkritik)

Bolt ist ein Superhund, mit noch tolleren Fähigkeiten. Wenn er kläfft, fliegen Autos und Menschen nur so durch die Gegend. Mit seinem Laserblick bringt er nicht nur die Herzen seiner Fans, sondern auch Eisen zum schmelzen. Seine Mission: sein Frauchen Penny beschützen und ihr helfen ihren vom bösen Schurken Dr. Calico entführten Vater zu retten.

Doch da gibt es ein kleines Problem – Bolt glaubt wirklich an seine quotenwirksamen Fähigkeiten und ist sich der Tatsache, dass er ein TV-Star ist, keineswegs bewusst und hält alles für Realität. Als er durch ein Versehen in der „realen“ Welt landet und keiner seiner Tricks funktioniert, versteht er die Welt nicht mehr. Doch er nimmt die Suche nach Penny auf und erlebt dabei mit einer Katze und einem fetten Hamster allerlei Abenteuer.

Bolt

Seit Pixar vor 15 Jahren mit „Toy Story“ einen absoluten Volltreffer an der Kinokassa landete, der seines Zeichens der erste komplett am Computer entstandene Kinofilm war bzw ist, ging der Trend weg von den traditionell gezeichneten Filmen und hin zu den komplett am PC geschaffenen Filmen. Hier war Pixar der Markführer – natürlich konnte Konkurrent Disney da nicht lange zusehen und kaufte 2006 Pixar für nur 7,4 Milliarden Dollar. Nun wurde „Bolt – Ein Hund für alle Fälle“ der erste Disney-Film, der unter der Anleitung von Pixar-Mastermind Lasseter entstanden ist, und wenngleich der Film nicht mit Meisterwerken wie „Wall E“ und „Ratatouille“ mithalten kann, schaffte er es doch mit Leichtigkeit frühere Disney-Animationswerke wie „Himmel und Huhn“ locker an die Wand zu spielen.

„Bolt“ erinnert thematisch sehr an „Die Truman Show“. In dem Film geht es um einen Mann, der nicht weiß, dass sein Leben eine Fernsehserie ist und dass alle Menschen um ihn herum nur Schauspieler sind und selbst das Meer nur eine Kulisse. Da kann man durchaus handlungstechnische Parallelen ziehen, denn auch Bolt ist komplett realitätsfremd. Er glaubt er hätte wirkliche Superkräfte und würde damit gemeinsam mit seinem Frauchen Penny Bösewichte jagen. Wenn er dann im realen Leben versucht seine Superkräfte einzusetzen und dabei auf die sprichwörtliche Schnauze fällt, ist das sowohl lustig als auch ein wenig tragisch. Umso entzückender ist es aber dann, als Bolt ein paar grundlegende Lektionen in Sachen Hundeleben von Mittens der Katze erhält. So bringt sie ihm das hundetypische Betteln bei und zeigt ihm wieviel Spaß es machen kann, einen Knochen zu vergraben

Als auf halber Strecke der Hamster Dino zu ihnen stößt, wird der Film immer komischer. Der adipöse Nager, ist ein echter Fan von Bolt und heftet sich daher an seine Fersen. Wie das gehen soll? Der Hamster ist in einer Plastikkugel und rollt darin sehr gemütlich vor sich hin. Der Hamster, der in der englischen Originalfassung Rhino heißt (und dessen Namensänderung nicht viel Sinn macht) ist wirklich originell. Das fernsehsüchtige Nagetier kennt und liebt Bolts TV-Serie und hält dessen Kräfte für ebenso real wie der Serienheld selbst. Wagemutig wächst der Hamster („Ich hol mal eben ne Leiter“) über sich und seine Plastikkugel hinaus, während Mittens hartnäckig versucht, ihre beiden Mitstreiter auf den harten Boden der Realität zurückzuholen.

Ähnlich komisch sind die Tauben-Trios, denen Bolt auf seiner abenteuerlichen Reise von New York zurück nach Los Angeles begegnet. Sie verdrehen ihre kleinen Köpfchen dabei genauso niedlich, wie es ihre Vorbilder aus Fleisch und Federn auf den Straßen unzähliger Großstädte tun und kennen sich in der Filmbranche wirklich aus (ich sage nur „Aliens“).

Der Humor ist wieder voll auf Familienfreundlichkeit à la Disney ausgelegt, dh der Film ist für Jung und Alt geeignet. Das die Story vorhersehbar ist, stört nicht wirklich und tut dem Sehvergnügen keinen Abbruch.

Fazit: Abgesehen einigen Längen gelang Disney mit „Bolt“ 2009 ein lustiger und nebenbei auch noch kommerziell erfolgreicher Film. Die Animationen sind schön anzusehen, wirken stellenweise sogar fotorealistisch und wurden makellos umgesetzt, wohin gegen die animierten Menschen leider eher mittelmäßig aussehen.

Dieser Film bekommt 8/10 um Leckerlies bettelnde Empfehlungspunkte.

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