Ralph reichts – Wreck-It Ralph (Filmkritik)

Seit 30 Jahren ist Randale-Ralph (John C. Reilly) der Bösewicht in einem Arcade-Computerspiel und macht Dinge kaputt, nur damit sie kurze Zeit später von „Fix-it Felix Jr.“ (Jack McBrayer), dem Held des Spiels, im Handumdrehen wieder aufgebaut werden. Um mehr Anerkennung bzw. eine Medaille zu bekommen, wandert er aus und versucht sein Glück in einem neuen Computerspiel namens „Heroes Duty“. Dort fliegt er aber (immerhin mit Medaille) kurze Zeit später wieder raus. Er landet im zuckersüßen Rennspiel „Sugar Rush“, wo ihm aber nicht nur die geliebte Medaille von der kleinen Vanellope (Sarah Silverman) geklaut wird, leider hat sich seinetwegen auch ein gefährliches Cy-Bug aus „Heroes Duty“ im fremden Spiel eingenistet und vermehrt sich gefährlich schnell.

Wreck It Ralph Film

Nachdem uns „Toy Story“ schon vor einigen Jahren gezeigt hat, was Spielzeug macht wenn wir nicht hinsehen, erwachen jetzt die Videospielfiguren zum Leben. Aber bevor es tatsächlich los geht, gibt es den Kurzfilm „Im Flug erobert“ zu sehen, der obwohl zum großen Teil in schwarz/weiß gehalten, dennoch aber zuckersüß ist.

Inszeniert wurde der eigentliche Film, der immerhin 165 Millionen Dollar gekostet hat (der Film sieht ja gut aus, dennoch frage ich mich was da so teuer war – hatten die vielleicht ein Drehbuch mit Seiten aus Blattgold?), von Regisseur Rich Moore. Der konnte bereits umfangreiche Erfahrung bei „Die Simpsons“ und „Futurama“ sammeln und ist an dieser Stelle neben der Regie auch für das Drehbuch mitverantwortlich.

Seine Sache macht er im Großen und Ganzen gut, wobei die Regie zugegeben weder positiv noch besonders negativ auffällt. Die erzählte Geschichte ist relativ einfach gehalten und obwohl der Film über weite Teile unglaublichen Spaß macht, wünscht man sich vereinzelt es würde schneller weiter gehen.

Optisch ist der Film gut gelungen – sei es jetzt die furchteinflößende Welt von „Heros Duty“ , oder „Sugar Rush“, eine Welt, die so süß zu sein scheint, dass man schon vom hinsehen Karies bekommt. Das Einzige was meiner Meinung nach nur unzureichend funktioniert hat, war einerseits die Tatsache, dass hier zwei Extreme aufeinander treffen und andererseits, dass ein großer Teil des Films in „Sugar Rush“ spielt, dessen knallig bunte Farben auf Dauer (zumindest bei mir) in den Augen schmerzen. Der 3D-Effekt springt nicht so ins Auge wie z.B. bei „Die Hüter des Lichts“, bietet aber gerade in Action-Szenen eine dezente Tiefenwirkung die den Zuschauer nahe an das gezeigte bringt.

Bei den Charakteren setzt man auf Bewährtes, was trotz oder gerade wegen der zugegeben schrägen Idee toll funktioniert. Protagonist Ralph (John C. Reilly – #9) ist eigentlich ein ganz netter Typ, der gehörig unter seinem Job und der damit verbunden fehlenden Anerkennung leidet. Wie es sich für einen Disney-Film gehört, darf er sich dann aber doch beweisen und rettet eben so den Tag.

Vanellope (Sarah Silverman) ist zwar eine gewaltige Nervensäge, dennoch muß man die Kleine aufgrund ihrer aufgeweckten Art einfach gerne haben. Zwar wird sie von den Anderen im Spiel gehänselt, dennoch glaubt sie an sich und ihre Bestimmung als Rennfahrerin (zurecht!?). Zusammen geben Beide ein unkonventionelles und auch fast perfektes Paar ab.

Gesprochen werden die beiden in den deutschen Fassung übrigens von Christian Ulmen (Jerry Cotton) und Anna Fischer (Wir sind die Nacht), was sehr gut funktioniert. Allerdings ein wenig schade ist die Tatsache, dass die Geschichte sich über weite Teile auf die Beiden beschränkt, obwohl noch viele interessante Charaktere zumindest vorkommen. Da wäre z.B. die furchtlose Anführerin (Jane Lynch) von „Heroes Duty“, die mit einer tragischen Vorgeschichte programmiert wurde (ihr Verlobter wurde auf der gemeinsamen Hochzeit von einem Cy-Bug gefressen) oder Fix-lt Felix (Jack McBrayer), der sich auf Grund ihrer hohen Auflösung sofort in sie verliebt.

Letztendlich lässt sich festhalten, dass „Ralph reichts“ ein gelungener Film ist, der aber leider einen Teil seines Potentials ungenutzt lässt – beispielsweise hätte man gerne etwas mehr von anderen Spielen gesehen und die aktivere Einbindung anderer Charaktere hätte der Geschichte gut getan (auch wenn das zugegeben Jammern auf hohem Niveau ist).

Von mir bekommt der Film „Ralph reichts“ 7,5/10 mit dem eigenen Schicksal kämpfende Empfehlungspunkte.

Zitat:
I am bad – but thats good.
I will never be good – an thats not bad.
There is no one i’d rather be – than me!

Ralph reichts [Blu-ray]


von Richard Moore [Walt Disney]
Preis: EUR 11,99

Ralph reichts


von Rich Moore [Walt Disney]
Preis: EUR 7,99


Ein Gedanke zu „Ralph reichts – Wreck-It Ralph (Filmkritik)

  1. Hab mich während des Films ziemlich nostalgisch gefühlt, wobei sich meine Kindheits- und Jugenderinnerungen Game-technisch vor allem auf die Nintendo-Konsolen beziehen (Arcadehallen hat mir meine Mudda leider verboten xD).

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