Cap und Capper (Filmkritik)

Nachdem die Mutter von Cap von Jägern getötet wurde, nimmt die tierliebende Witwe Tweed das schutzlose Fuchsbaby bei sich zu Hause auf. Beim Spielen in der Umgebung lernt Cap einen jungen Hund namens Capper kennen, der dem benachbart wohnenden Jäger gehört. Schnell entwickelt sich eine dicke Freundschaft zwischen den beiden Tieren, die jedoch schon bald auf eine harte Probe gestellt werden wird. Capper soll nämlich zu einem großartigen Jagdhund ausgebildet werden und das würde heißen, dass Cap in Zukunft zu seinem Feind werden würde.

Cap-und-Capper

„The Fox and the Hound“ wie „Cap und Capper“ im Original heißt, ist ein Disney Zeichentrickfilm aus dem Jahre 1981, der es nun auch endlich zur Blu-Ray Veröffentlichung geschafft hat. Der Film entstand in der damaligen Neuorientierungsphase von Disney, als die alte Garde der 30er bis 70er Jahre sich in den wohlverdienten Ruhestand begab und die neue Generation sich noch mitten in ihrer Ausbildungszeit befand.

Jeder neue Film war da auch ein Experiment bis man mit „Arielle die Meerjungfrau“ anscheinend die Formel für zukünftige Erfolge gefunden hatte. „Cap und Capper“ wird daher von vielen als nicht gerade der große Wurf bezeichnet doch er hat für mich vor allem eines, das einige spätere Produktionen nicht haben: das Herz am rechten Fleck (sogar die Songs sind übrigens zwar teilweise kitschig aber insgesamt echt passend und unaufdringlich).

Vor allem geht es natürlich um Freundschaft, die sich über Grenzen hinwegsetzt und auch zunächst unmögliche Ausgangssituationen überwinden kann. Es folgt das Erwachsenwerden und das damit verbundene Loslassen können, seinen Platz finden in der Welt und das Endecken der ersten großen Liebe. Diese Themen kommen im Gegensatz zu aktuellen Animationsfilmen gänzlich ohne Zynismus oder Sarkasmus daher, was ich für meinen Teil angenehm erfrischend fand. Hier werden Kinder Werte vermittelt, die ihnen das Leben zwar vielleicht nicht leichter machen, dafür im Endeffekt umso lohnender.

Für Humor sorgen wie sooft die Sidekick- Charaktere in Form von zwei Vögeln, die ständig auf der Jagd nach einer Raupe sind und dabei immer von ihr ausgetrickst werden. Als sie die Raupe dann endlich in die Falle gelockt haben, verwandelt sie sich dann in einen wunderschönen Schmetterling. Pech gehabt, dann muss der Speiseplan also wieder mal umgeschrieben werden. Sehr liebevoll getaltet sind auch die Figuren der weisen Eule Big Mama und der Witwe Tweed, die beide als Mentor bzw. Mutterersatz für Cap, ihm den best möglichen Start ins heranwachsende Fuchsleben erleichtern und überhaupt erst möglich machen.

Insgesamt ist dies ein wirklich liebenswerter, herzlicher und angenehm altmodisch wirkender Film für zwischendurch, den ich Sammlern – auch wenn die Blu-Ray für Freunde von Bonusmaterial nicht viel zu bieten hat – jung gebliebenen und kleineren Kindern nur empfehlen kann. Moderne Kids die Daueraction und ständig mehr oder weniger lustige Scherze lieben, werden hier nicht bekommen was sie suchen und das ist auch gut so.

„Cap und Capper“ bekommt von mir 8/10 die Werte von freundschaftlicher Treue hochhaltende Empfehlungspunkte.


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